BookRix – das „MySpace“ für Freizeitautoren und Hobbyschreiber

BookRixApp Screenshot cc Katja Splichal

Wie bei MySpace Musiker ihre Songs ins Netz stellen können, dürfen bei BookRix Nachwuchs- autoren ihre Romane, Kurzgeschichten oder Mangas kostenlos in richtiger Buchform veröffentlichen.

BookRix ist die Literatur-Community, die nach Vorbild von MySpace oder YouTube gegründet wurde, um Buchautoren und Lesern eine kostenlose Plattform zu bieten, eigene Werke zu veröffentlichen, Bücher zu lesen, kommentieren und in Kontakt mit anderen gleichgesinnten Usern zu treten. Deshalb gründete der Münchner Gunnar Siewert, der viele Jahre in der Musikbranche arbeitete, im Mai 2007 gemeinsam mit dem Pianisten und Programmierer Alex Racic sowie dem Komponisten Davor Drezga das Startup BookRix.

Was ist BookRix?
BookRix ist eine Webseite mit User generated Content. Jeder kann auf BookRix publizieren, neue Ideen umsetzen, das Konzept weiterentwickeln. Eine Onlineplattform, die von ihren Nutzern gestaltet wird und daher im besten Sinne demokratisch ist. Darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit, die Werke anderer Autoren kritisch zu kommentieren und schafft auf diese Weise eine Plattform für den offenen Austausch zwischen Autor und Leser, Verfasser und Community. Literatur wird bei BookRix zum Ereignis lebendiger und neu gestaltet, eine Art Verlagerung der altmodischen „Literaturzirkel“ ins Internet. Diesen ist BookRix jedoch in zweierlei Hinsicht überlegen: Zum einen vermag die Onlineplattform auch Menschen aus eher abgeschiedenen Regionen in die Debatte einzubeziehen und hat somit eine um ein Vielfaches höhere  Reichweite. Zum anderen ist BookRix transparent, voll Social Media – integriert und unabhängig.

 

Das Unternehmen hat sich als aller erstes Ziel gesetzt eine weltweit funktionierende Community zu erschaffen, die für Autoren und Leser kostenlos ist und vor allem kostenlos bleiben soll.

BookRix-User können Gruppen zu beliebigen Themen gründen oder schon vorhandenen Gruppen beitreten, Freundschaften eingehen und an Diskussionen in unzähligen Foren teilnehmen. BookRix-Bücher können sehr einfach hochgeladen bzw. erstellt werden und erscheinen dem Leser in einem sehr attraktiven, blätterbaren Format, das ein nahezu realistisches Buchlese-Gefühl vermitteln soll.
Im Gegensatz zu Word-Dokumenten oder E-Books im PDF-Format, die in diversen Literatur-Blogs zu finden sind, erinnern die Texte auf BookRix tatsächlich ans herkömmliche Buch: Die Falz wirft einen Schatten, und das Umblättern der Seiten geht per Mausklick. Die Bücher haben sogar ihr eigenes selbstkreiertes Cover.

Doch wer die Werke durchblättert, merkt beim Lesen schnell, dass hier vor allem jeder veröffentlicht: Nicht alle von uns sind fit für Literaturpreise. So erinnert manches an vergilbte Groschenromane und auch für rotstiftsüchtige Deutschlehrer hat die Seite ihren Reiz. Manche Texte strotzen nur so vor Tipp- und Grammatikfehlern.

Die Werke können dabei entweder online, direkt im Browser oder als Download für E-Reader (vier Möglichkeiten stehen dabei zur Auswahl: für Sony PRS, für iPhone / iPod (mit Stanza-App), für andere ePUB-Reader, im BookRix-Format) angeschaut werden.
Aus Lesersicht erschweren die wenigen Bewertungen und Kommentare die Bücherwahl.

Die Resonanz der Autoren ist bislang besser als die der Leser: Durch BookRix steigt, nach Meinung der Gründer die Chance, dass auch ein Verlag auf das Buch aufmerksam wird. Die großen Verlage sind da skeptischer. Bei der Auswahl der Nachwuchsschriftsteller setzen sie auf die klassischen Wege, etwa auf die Bewerbung über einen Agenten. Vom Internet hervorgebrachte Stars, wie sie in der Musikbranche im Zeitalter von YouTube und MySpace üblich sind, dürfte es auf dem Buchmarkt deshalb zunächst wohl allenfalls in Einzelfällen geben.
Wer Spaß am Schreiben hat und sich mit Gleichgesinnten austauschen möchte oder einfach auf der Suche nach unentdeckter Literatur für unterwegs ist, kann beim deutschen “MySpace für Texte” sicherlich eine gute Zeit haben.

Hobbyautoren mit der Ambition, sich über das Schreiben ein zweites Standbein aufzubauen (und auch an diese Zielgruppe richtet sich das Portal) sollten sich dagegen keinen falschen Hoffnungen hingeben – und bei Schreibwettbewerben genau die AGBs lesen. Einen bis zu 30 Seiten langen Artikel zu einem Buch beizusteuern und dann mit keinem Cent an den Erlösen zu beteiligt zu werden, erscheint wenig fair und eher von anderen einschlägigen Geschäftsmachern bekannt.

weitere Informationen:
[http://www.bookrix.de/about.html | 4.01.2011 | 11:38]
[http://tinyurl.com/ybr8hdv | Salkat Basu |20.11.2009]

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