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Content als Verlagsprodukt – Wie funktioniert das?

Innovative Geschäftsmodelle

WordPress- Beispiel eines CMS

Neuer Wind in der Buchbranche: Was verkauft eigentlich der Verlag?

Bücher. Ist doch klar. Doch ist das wirklich alles? Wenn man sich heute auf Verlagswebsites begibt, stehen Bücher zumeist natürlich tatsächlich im Mittelpunkt. Doch auch beispielsweise e-Books und Audiobooks sind Produkte, die von Verlagen vertrieben werden. Nun fragt man sich: „Wenn das Buch gar nicht mehr das einzige Produkt eines Verlags ist, welches Produkt steht dann im Mittelpunkt? Was verbindet diese drei Medien?“ Die Antwort klingt zuerst recht banal: Der Inhalt. Die Sichtweise, dass das eigentliche Verlagsprodukt der sogenannte Content ist, wird immer populärer.  Trotzdem fällt es vielen Verlagen noch schwer, diesen in den Mittelpunkt zu stellen – sowohl rein gedanklich, als auch technisch. Eine Lösung zur Unterstützung dieser Denke bieten Content-Management-Systeme.

Was ist ein Content-Management-System (CMS)?

Ins Deutsche übersetzt bedeutet das Wort Inhalts-Verwaltungs-System. Und damit ist die Aufgabe dieser Software größtenteils erklärt. Während Verlage oder Redaktionen oft auf ein Intranet zurückgreifen, bezieht sich der Begriff CMS jedoch meist auf eine über das Internet betriebene Software mit Datenbankanbindung zum Betreiben einer Website (Web Content Management System (WCMS)). Content-Management-Systeme bieten dort die Möglichkeit, Inhalte in Form von Text, Bildern, Dokumenten oder Videos zu veröffentlichen. Zusätzlich vereinfachen sie die Veröffentlichung von Content durch bspw. automatisierte Work-Flows, getrennte Verwaltung von Inhalt und Gestaltung und weiteren kundenspezifischen Modulen neben den Basis-Modulen. Auch Werbemöglichkeiten können auf CMS mit eingebunden werden.

Wie funktionieren CMS?

Es gibt zwei Möglichkeiten zur Nutzung von CMS: Entweder lassen sie sich auf dem Server eines Unternehmens installieren oder man erhält den Online-Zugriff auf den Server eines Anbieters, der CMS als Dienstleistung anbietet, wie beispielsweise WordPress. Der Grundaufbau ist bei den meisten Content-Management-Systemen sehr ähnlich: So lassen sich Überschriften, Titelbilder und Embleme individuell anpassen, genauso wie Text, Bilder o.ä. Einen weiteren Aspekt bildet die Verteilung der Nutzungsrechte, die in der Regel ebenfalls individuell anpassbar sind.

Welche CMS-Anbieter gibt es?

Der wahrscheinlich bekannteste Anbieter ist WordPress. Allein in Deutschland hat das Unternehmen einen Marktanteil von 59%. Das Erstellen einer Website ist zunächst kostenlos, Kosten fallen erst mit dem Dazubuchen von zusätzlichen Bearbeitungsmodulen an. Weitere CMS-Anbieter sind beispielsweise Typo3, Joomla! oder Jimdo. Der Anbieter SiteFusion ist ein speziell auf Verlage ausgerichteter CMS-Anbieter, der sich dezidiert mit Prozessoptimierung und Metadatenmanagement auseinandersetzt. Als Metadaten werden diejenigen Daten bezeichnet, die Informationen über andere Informationsressourcen enthalten. So sind Metadaten eines Buches beispielsweise der Name des Autors, das Erscheinungsjahr des Buches, die Anzahl der Seiten und die ISBN-Nummer. An SiteFusion wandte sich unter anderem der Walhalla Fachverlag.

 

Welche Vorteile bietet CMS?

Durch die Trennung der Verwaltung von Content und Design wird dem Benutzer eine einfache Möglichkeit zum Uploaden regelmäßiger Beiträge gegeben, die mit wenigen Klicks zu bewerkstelligen sind. Auch Änderungen des Website-Designs sind durch CMS benutzerfreundlich und ohne große Programmierkenntnisse problemlos möglich. Und falls doch einmal ein Problem besteht, stehen einem zahlreiche Communities zur Verfügung, die oft hilfreiche Lösungsansätze verbreiten. Weiterhin bieten CMS-Anbieter eine Einteilung der Rechtevergabe auf das System, sodass die Organisation wesentlich erleichtert wird. Viele Systeme sind kostenlos und sind somit eine gute Möglichkeit, ohne großes Risiko eine gut funktionierende Systemstruktur aufzubauen. Auch für die Sicherheit wird durch regelmäßige Updates gesorgt, sodass private Daten nicht nach außen dringen. Durch viele zusätzliche Funktionen kann das CMS auf die speziellen Bedürfnisse eines Verlags ausgerichtet werden. Gerade für Unternehmen, die eine große Menge an Inhalten vertreiben, kann CMS ein hilfreiches System zur Neustrukturierung sein.

Welche Risiken bestehen bei der Nutzung von CMS?

So praktisch und simpel die Nutzung von CMS klingen mag, so sollte sich ein Verlag gut überlegen, ob sich der Einsatz eines solchen wirklich für das eigene Unternehmen lohnt. Zunächst muss die Software korrekt installiert und eingeführt werden. Das bezieht sich sowohl auf den technischen, als auch organisatorischen Aspekt.  Das System muss logisch und mit den korrekten Einstellungen versehen und aufgebaut werden, damit  die Organisation funktioniert. Mitarbeiter benötigen trotz der einfachen Handhabung eine Schulung, um richtig mit der Software umgehen zu können und das CMS als Bearbeitungs- und Verwaltungssystem anzunehmen. Durch diese Faktoren besteht trotz kostenloser Nutzung von CMS das Risiko hoher Folgekosten.

Wann ist die Nutzung von CMS also am sinnvollsten?

Die Einführung von CMS ist aus meiner Sicht besonders zu empfehlen, wenn es sich bei deren Nutzern um Verlagsunternehmen handelt, die nur wenig Erfahrung in der Verarbeitung elektronischer Daten besitzen und Wert auf standardisierte Prozessabläufe bei der regelmäßigen Veröffentlichung von Content legen.

Ist ja alles schön und gut – Aber wie verdiene ich durch CMS Geld?

Im Vordergrund zur Einführung von CMS sollte meiner Meinung nach erstmal nicht nur der Vertrieb, sondern vielmehr eine Verbesserung der Kommunikation, Organisation und Effektivität im Unternehmen stehen. Im Nachhinein wird sich dies bei erfolgreicher Einführung auch in den Verkaufszahlen wiederspiegeln. Eine momentane Entwicklung ist bei der Verknüpfung von CMS und einem Online-Shop zu erkennen, welcher dem Unternehmen einen zusätzlichen Vertriebskanal bieten kann, falls es diesen nicht bereits eingerichtet hat. Auch hier sollen zukünftig die Tools von CMS Anwendung finden.

 

Autor: Linda Schneider

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