Klimaschutz in Verlagen – Wie kann das funktionieren?

Klimaschutz ist in den letzten Jahren zurecht ein wichtiges Thema in der Gesellschaft und Politik. Und gerade in einer Branche, die große Mengen an Papier verbraucht, muss man sich Gedanken machen, wie das Thema Klima gehandhabt werden soll.

Eine Möglichkeit sind klimaneutrale Druckverfahren. Was das ist und welche Wege Verlage noch einschlagen können, um Klimaschutz und Umwelt zu unterstützen, wollen wir im Folgenden klären.

Was bedeutet klimaneutral überhaupt?

Inzwischen hat wohl jeder schon mal gehört, dass COschlecht für die Umwelt ist und zum Klimawandel beiträgt. Das stimmt, wenn die ausgestoßene Menge das überschreitet, was die Pflanzen dieser Erde aufnehmen und verarbeiten können.

Genau da setzt das Prinzip der klimaneutralen Herstellung an. Man berechnet, wie viel CObei der Produktion entsteht. Das Ergebnis wird dann nach einem vorgegebenen Satz in Geld umgerechnet und anschließend in Klimaschutzprojekte, wie etwa das Pflanzen neuer Bäume, investiert.

Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass das ausgestoßene CO2 auch wieder aufgenommen werden kann. Dabei spielt es kaum eine Rolle, wo das COentsteht und wo es wieder aufgenommen wird. Der Baum muss also nicht direkt neben der Fabrik stehen.

Wie können Verlage das umsetzen?

Schon eine kurze Suche im Internet zeigt uns etliche Unternehmen, die anbieten, sämtliche Druckerzeugnisse klimaneutral herzustellen. Die logische Folgerung daraus ist, dass auch Buchdruckereien auf diese Weise arbeiten können. Oder, wenn diese es nicht tun, sich der Verlag selbst an Klimaschutzprojekten beteiligt.

Doch wie kann dieses Verfahren finanziert werden bzw. ist der Kunde bereit, dafür extra zu zahlen? Nun, der Kunde hat nicht wirklich eine Wahl, wenn er genau dieses Buch möchte. Und dank der Buchpreisbindung muss er dafür den vom Verlag festgelegten Preis zahlen. Darüber hinaus können umweltbewusste Kunden mit einer entsprechenden Marketingstrategie angesprochen werden, sodass der Klimaschutzaspekt als Kaufargument genutzt wird.

Also ja, es gibt sicherlich Wege, Klimaschutzprojekte in den Preis mit einzukalkulieren.

Weitere Maßnahmen zum Umweltschutz

Muss ein neues Buch unbedingt in Plastik eingeschweißt sein? Die Folie schützt das Buch zwar vor leichten Beschädigungen und stellt sicher, dass es beim Kauf frisch und ungelesen ist, aber nervt beim Auspacken und verursacht Abfall. Zu diesem Thema haben schon unsere Vorgänger im Juni letzten Jahres einen interessanten Artikel geschrieben.

Brauchen Bücher strahlend weißes Hochglanzpapier? Nein, in der Regel nicht. Papier mit hohen Recyclinganteilen tut es genauso, der Inhalt bleibt der gleiche. Wie heißt es doch so schön? „Es sind die inneren Werte, die zählen.“
Die Qualität von Recyclingpapier hat sich in den letzten Jahren zudem stark verbessert, sodass man es mittlerweile kaum noch von „normalem“ Papier unterscheiden kann.

Eine Alternative zum Recyclingpapier ist FSC-zertifiziertes Papier, welches bereits von vielen Verlagen genutzt wird. FSC steht für „Forest Stewardship Council“, eine Organisation, die nachhaltige Forstwirtschaft auszeichnet.

Zu guter Letzt ist da noch das eBook, das gleich ganz auf Folie und Papier verzichtet. So ein eBook verbraucht in der Herstellung eigentlich nur Strom. Bei einem E-Reader sieht das zwar anders aus, dafür kann das Gerät nach einmaligem Kauf eine nahezu unbegrenzte Zahl an Büchern bereitstellen, ohne weitere Ressourcen zu verbrauchen – vom Strom zum Laden einmal abgesehen. Von daher ist ein E-Reader schon eine tolle Sache für das Klima.

Klimaschutz ist wichtig, aber kein Ding der Unmöglichkeit, auch nicht in der Buchbranche. Weniger Bücher werden eingeschweißt, viele Verlage nutzen FSC-Papier, und auch das klimaneutrale Drucken gewinnt an Interesse. Das ist schon mal ein Schritt in eine positive und umweltbewusste Richtung.

Autorin: Angelika Schneider
Lektorat: Clara Rothe, Laura Haase
Bildquelle: Emilia Scheiba

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