Macht Internet-Konsum dumm?

Manfred Spitzer,
Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychatrie
© Ralf Zwiebler/z-media

In dem Interview  mit Manfred Spitzer vom 11.11.2010 auf der Seite  boersenblatt.net, geht es darum, dass die Hirnstrukturen des Menschen durch die Multitaskingnutzung von Medien gestört werden.

Spitzer belegt anhand einer Studie aus den USA, dass die durchschnittliche tägliche Zeit für den Medienkonsum der Jugendlichen 10 Stunden und 45 Minuten beträgt. Seiner Meinung nach beträgt die eigentliche Nutzungsdauer aber 7 Stunden und 38 Minuten. Dies sei darauf zurückzuführen das mehrere Medien gleichzeitig genutzt werden. Bei diesem „Medien-Multitasking“ kann laut Spitzer davon ausgegangen werden, dass sich die Nutzer nur sehr oberflächlich mit den einzelnen Medien befassen. Eine Untersuchung ergab sogar, dass Nicht-Multitasker die Anforderungen an Multitasking besser bewältigen können als die eigentlichen Multitasker, da sie in der Lage sind, sich intensiver auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Die Gefahr des oberflächlichen Nutzens von Medien liegt vor allem im elektronischen Bereich, da hier die Möglichkeit des schnellen Wechsels stärker vorhanden ist, also die Gefahr der Ablenkung höher ist. Eine weitere Gefahr liege darin, dass durch „Medien-Multitasking“ eine Aufmerksamkeitsstörung gefördert werden kann. Darüber hinaus ist, laut Spitzer, das menschliche Gehirn so aufgebaut, dass es Erfahrungen die aktiv erlebt wurden, besser begreift als das Passiv erlebte.

Es ist davon auszugehen, dass sich die eigentliche Mediennutzungsdauer in nächster Zeit nicht grundlegend verändern wird. Da aber bereits Kinder sehr frühzeitig an das Internet und multitaskingförderliche Endgeräte herangeführt werden, ist es nun an den Contentanbietern, sinnvolle, nutzergerechte, verantwortungsvoll mit dem Konsum von (insbesondere elektronischen) Medien umgehenden Inhalt zu erstellen.

Einen Blick auf einen möglichen Ansatz bietet der iTunes Appstore, wo der Terzio verlag bereits erfolgreich Lernspiele für die Kleinsten anbietet. Singletasking aber multikreativ!

mehr Informationen
[www.boersenblatt.net|Autor: Michael Roesler-Graichen|21.11.10|18:00]

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