Netflix für die Ohren – Was ist dran am Hype um Podcasts?

Heutzutage wird der Alltag vieler von uns von Termindruck und Nackenverspannungen dominiert. Alles muss perfekt getimed sein, vom Kaffee am Morgen bis zum Lesen abends im Bett – wenn zum Lesen überhaupt noch Zeit bleibt. Multitasking ist mittlerweile eine Lebenseinstellung, ein regelrechter Lifestyle. Auch wenn es absolut nicht gesund ist, immer zwei Dinge gleichzeitig zu machen, begrüßen wir in unserem durchgeplanten Alltag alles, was man nebenbei machen oder irgendwo „dazwischenquetschen“ kann. Wir dürfen vorstellen: der Podcast.

Vom Nischenprodukt zum Medientrend

Podcasts sind natürlich absolut nicht neu, sie existieren schon viel länger als man vielleicht denken mag. Seit den 2000er Jahren gibt es solche Audiodateien, damals waren sie jedoch nur eine Nischenerscheinung. Erst in den letzten zehn Jahren hat das Podcast-Business richtig Fahrt aufgenommen. Nicht zuletzt das Technologieunternehmen Apple war es, das durch seine vorinstallierte „Apple-Podcast“-App eine enorme Reichweite schaffen konnte.  Mittlerweile gibt es zu allen erdenklichen Themen kleine Audiobeiträge, die sich im Internet ganz einfach kostenlos streamen, abonnieren und herunterladen lassen. Technik, Sport, Politik, Unterhaltung, Sprachen und Lifestyle sind nur einige der Sparten, in denen die Podcasts angekommen sind.

Podcasts als Marketinginstrument

Auch für Verlage eignen Podcasts sich definitiv als Ergänzung im Marketing. Vereinzelt kann man schon Verlagspodcasts hören (z.B. von Bastei Lübbe, Random House und Hanser) und sogar Buchhandlungen springen auf den Zug auf (z.B. die Berliner Buchhandlung ocelot mit ihrem Podcast „blauschwarzberlin“). Doch warum sollten Verlage auch in Zukunft vermehrt auf die hippen Audiobeiträge setzen?

Podcasts sind – ähnlich wie Hörbücher – einfach unfassbar praktisch. Sie sind quasi Netflix für die Ohren: man kann sie überall und jederzeit konsumieren, sie sind nach Themen gebündelt, sortiert und es gibt kaum vorhandene technische Barrieren. Dank dieser Einfachheit hören mittlerweile rund 20 Millionen Deutsche regelmäßig Podcasts. Das wiederum bedeutet eine enorme Reichweite und eine erhöhte Sichtbarkeit für Verlage, Autoren und Buchhandlungen. Gerade zusätzlich zum Social-Media-Marketing lassen sich Podcasts effektiv einsetzen, um besonders junge Leser zu erreichen und zu binden.

Nicht nur einfach, sondern auch noch kostengünstig

Podcasts sind ein kostengünstiges Positionierungsinstrument. Sie machen Medienunternehmen greifbarer für die breite Masse, sie erzeugen eine Art Vertrauensbasis und eine Regelmäßigkeit, die Kundenloyalität fördert. Außerdem sind Podcasts recht einfach zu produzieren – ein Mikrofon und ein Schnittprogramm für Audiodateien reichen für den Anfang aus. Wichtig für die gewünschten Marketing-Effekte sind wiederkehrende Stimmen, um eine persönliche Bindung zu schaffen und der Fokus auf relevanten, sowie ansprechend aufbereiteten Informationen. So lassen sich Inhalte leicht verwerten und distribuieren. Äußerst beliebt ist bei Verlagen auch die Kooperation mit Bloggern und Influencern, denn diese bringen schon eine treue Community und somit eine gewisse Reichweite mit.

Kurz, Podcasts haben sich von der Nischenerscheinung zum absoluten Allrounder entwickelt und bergen großes Potential für Verlage und Buchhandlungen.

 

Autorin: Nikola Kraa

Lektorat: Emilia Scheiba, Clara Rothe

Bildgestaltung: Nico Winkler

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