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Posts Tagged ‘Bildung’

Edutags

Februar 23rd, 2015 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Social Bookmarking Service

Edutags

Nach einer OECD Studie aus dem Jahr 2013 gaben 55% der Lehrer an, keine Möglichkeit auf qualifizierte Weiterbildungen zu bekommen. Doch was kann der Bildungsträger tun, wenn das Geld knapp ist?
Hilfe zur Selbsthilfe: mit Edutags vernetzen sich Lehrer und ihr Wissen untereinander.

Was ist Edutags?
Social tagging, social bookmarking

Editags ist ein Sammelnetzwerk beziehungsweise Verweisserver und entstanden aus der Zusammenarbeit des Deutschen Bildungsservers und dem Lerning Lab der Uni Duisburg Essen.
Auf dieser Plattform sammelt, verwaltet, verschlagwortet und teilt man Lesezeichen mit seinen Lehrerkollegen sowie (unter Beschränkungsmöglichkeiten) mit Schülern über die Plattform, über Tagclouds oder andere Lernserver wie Moodle.
Durch die Onlineverwaltung der Lesezeichen ist ein ortsungebundener Zugriff jederzeit möglich.

Anwendung

Man meldet sich ganz simpel mit seiner privaten Mailadresse an. Installiert wird hiernach nur ein Bookmarklet, indem das Symbol per Drag&Drop in die Lesezeichenleiste des Browsers eingefügt wird.
Findet man eine teilenswerte Seite, bedient man sich einfach das Bookmarklets und gibt sein Wissen weiter.
Die Verschlagwortung geschieht kinderleicht über eine vorgegebene Maske (also ohne Metadaten-Standards). Der EduTag kann mit einem kleinen Inhaltsverzeichnis und einem Sternebewertungssystem versehen werden.
Je mehr Leser auf eines der Lesezeichen zugreifen, desto spezifischer wird die Verschlagwortung. Außerdem werden die Webseiteninhalte der Lesezeichen auf ihre Lizenzfreigaben geprüft und markiert. Ob eine CC-Lizenz für die Quelle existiert, wird also gleich auf dem Tag sichtbar.
Getaggt werden können nur online Ressourcen, allerdings ist die Weiterverwendung dieser multimedial sowie als Printausgabe möglich.

Nutzen

Edutags offenes System ist eine gute Möglichkeit des Informationsaustausches und der Informationsbewertung.
Durch kontinuierliche Zusammenarbeiten mit anderen Open Educational Resources Servern wächst die Masse der verfügbaren Tags stetig. Trotzdem ist das System nur so gut wie seine Nutzer und funktioniert am besten mit möglichst vielen Beteiligten.

 

Autor: Katharina Tümmler

Österreichs erste iPad-Klasse

November 20th, 2014 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

iPads im Unterricht? Ja! Eine Schule in Österreich rüstet sich für die digitale Zukunft.

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iPad: Spielekonsole oder Lernmittel? Die meisten Eltern würden diese Frage, wenn auch zögerlich, mit „Spielekonsole“ beantworten. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb hat sich viel im digitalen Bereich getan. Längst bieten das iPad und andere Tablet-PCs scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten für interaktive, anpassbare Lernerfahrungen. Ob zur Unterstützung der frühkindlichen Entwicklung oder der universitären Ausbildung, Tablets können ungeahnt vielseitig eingesetzt werden.

Besonders dankbar wird diese Möglichkeit von Sonderpädagogen und deren Schülern angenommen. Kinder mit Lernschwierigkeiten, Aufmerksamkeitsdefiziten oder anderen kognitiven Einschränkungen können mit einem auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Gerät optimal unterstützt werden. Für eine geführte Nutzung des iPads ist es möglich, Einstellungen vorzunehmen, die den Homebutton oder sogar ganze Bildschirmbereiche deaktivieren, um eine Ablenkung des Schülers zu vermeiden.

Ansporn ist alles!

Doch das wohl hilfreichste an Lern-Apps ist die Motivation. Lernerfolge werden mit Animationen oder anderen Interaktionen belohnt. Das Lernen erfolgt nahezu nebenbei, der Schüler erfährt das Lernen als etwas Positives. Besonders Mathelehrer haben oft mit dem Problem der fehlenden Motivation zu kämpfen – nicht so an der Informatikhauptschule Jennersdorf in Österreich. Der Schule wurde mit der Unterstützung durch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur die erste iPad-Klasse Österreichs ermöglicht. Das iPad liegt ganz selbstverständlich neben Hefter, Lehrbuch und Federmappe auf dem Tisch. Es wurde so erfolgreich in den Unterricht integriert, dass die Schüler sich keinen Unterricht mehr ohne dieses Gerät vorstellen möchten.

iBooksAuthor, ein kostenloses Programm von Apple, bietet die  Möglichkeit, Lehrmaterial als interaktives eBook mit Fotos, Videos und Animationen zu erstellen. Lehrkräfte müssen sich demnach nicht mehr nach dem Lehrbuch richten, sondern können das Lehrmaterial individuell auf ihre Unterrichtsstunden abstimmen. Durch die Einschränkung, die der Lehrer vor der Ausgabe der Geräte programmieren kann, ist die Nutzung des iPads für andere, außerschulische Zwecke gesperrt.

Der Direktor der Informatikhauptschule Hannes Thomas ist von der Zukunft der iPad-Klasse überzeugt. In einem Interview mit Apple GmbH Austria sagte er: „Ich glaube, dass es in der heutigen Zeit unser Bildungsauftrag ist, den Umgang mit modernen Technologien in der Schule zu üben. Ich denke, die reale Welt sieht so aus, dass jeder Schüler in seiner Wohn- und auch Lernumgebung mit diesen modernen Technologien mehrere Stunden pro Tag in Berührung kommt. Deshalb müssen wir in der Schule viel mehr auf die neuen Medien eingehen. Natürlich auch auf die Gefahren.“

Integration in den Unterricht

Wie man die Gefahren in der digitalen Welt erkennen und einschätzen lernt, erfahren die Schüler in dem extra für diesen Zweck eingerichteten Projekt „Safer Internet“, welches wie viele weitere Projekte vollkommen neu entwickelt wurde. Die Schwierigkeit der ersten iPad-Klasse liegt darin, dass es bisher keine vergleichbaren Versuche gibt, über welche die Lehrkräfte Erfahrungen austauschen können. Daher bedarf es einem großen Arbeitsaufwand, bevor eine App in den Unterricht integriert werden kann. Ist der Einsatz der Applikation für diesen Unterricht sinnvoll oder nicht? Ist sie lehrreich genug oder Zeitverschwendung? Diese und weitere Fragen müssen vor der Installation der App geklärt werden. Das Urteil der Schüler darf dabei nicht fehlen: „Nicht alles, was einem Lehrer gefällt, ist auch für einen Schüler schnell zugänglich. Die Schüler geben uns Feedback, ob sie eine App gerne verwenden oder nicht. Das ist eine ganz wichtige Rückmeldung, die wir als Lehrer brauchen“, so der Klassenlehrer der iPad-Klasse. In so gut wie jedem Fach ergänzt das iPad die Schulbücher, ob nun als Englisch Vokabeltrainer oder als interaktives Notenheft.

Wie geht es weiter?

Für die Zukunft wünscht sich der Direktor der Informatikhauptschule eine enge Kooperation mit den Schulbuchverlagen. Großes Potenzial sieht Hannes Thomas in Schulbuch-Apps, die das klassische Schulbuch adäquat ersetzen und dabei interaktiv den Stoff entsprechend des Lehrplans vermitteln. Der Lehrer als Person wird jedoch keinesfalls überflüssig, die gezielte Integration digitaler Geräte ist das Ziel, nicht die Ersetzung der Lehrkraft. Sicher ist jedoch jetzt schon, dass das iPad und andere digitale Geräte in Zukunft eine immer größer werdende Bedeutung bei der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen spielen wird und daher nicht als Spielkonsole verkannt werden sollte.

 

Autor: Pepe Nitz

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