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Posts Tagged ‘Digitaler Content’

Neue Social-Reading-Plattform log.os

August 24th, 2013 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

In der Buchbranche geht es schon lange nicht mehr nur darum, physische Bücher zu verkaufen. Vielmehr gewinnt die Bereitstellung von Dienstleistungen an Bedeutung. Ein neuer Schritt in diese Richtung soll 2014 die E-Reading-Plattform log.os werden, die Anfang Mai angekündigt wurde. Von Nora Rennmann

Initiiert wird dieses Projekt durch Volker Oppmann, Gründer des E-Book-Anbieters Textunes. Sein Ziel ist es, mit log.os eine cloudbasierte Bibliothek zu schaffen, in der die Nutzer ihre Meinungen zum bereitgestellten digitalen Content kundtun und austauschen können. Darin sieht Oppmann auch den entscheidenden Vorteil gegenüber Print-Bibliotheken. Im Netz würde das Wissen der Nutzer direkt mit den publizierten Inhalten in Verbindung gebracht, indem sie kommentieren und selber neue Texte schreiben können. So entsteht ein weiteres interaktives Social-Reading-Angebot.

Bezahl-Inhalte und Open-Source-Content im Einklang

Ferner soll die Plattform nicht auf Gewinnmaximierung abzielen, sondern eine gemeinnützige, von großen Konzernen unabhängige Organisation werden. Um dies sicherzustellen, strebt Oppmann an, eine Stiftung zu gründen. Auf log.os wird es dann allen Interessengruppen möglich sein, sowohl auf die publizierten Inhalte von Autoren zurückzugreifen, als auch selbst weiterführende, mitunter ausführliche Texte zu verfassen und miteinander zu agieren. So werden Buchhandel und Social Reading miteinander verbunden.

Das Projekt soll aus öffentlichen Mitteln, privaten Förderern und Crowdfunding realisiert werden. Auf log-os.info/wordpress/ wirbt Oppmann für seine Idee mit dem Slogan: „Am Anfang war das Wort. Jetzt kommt das Betriebssystem“. Dieser Claim erklärt auch den Namen der Plattform: „logos“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „das geschriebene Wort“. „os“ steht für den englischen Begriff für Betriebssystem „operating system“. Oppmann kündigte bereits an, dass ein Prototyp der Plattform auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse präsentiert wird.
Die Frage ist nun, wie sich diese Plattform bis 2014 entwickelt und welche Veränderungen es geben wird.

Landgericht unterstützt Verlage bei Nutzung digitaler Inhalte

Mai 6th, 2013 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Die Digitalisierung macht auch vor der Buchbranche nicht Halt. Der Markt ist im Wandel. Das E-Book gewinnt an Bedeutung, auch wenn viele Verlage noch etwas zurückhaltend sind. Dies liegt sicher nicht zuletzt an der diffizilen Nutzung und Verbreitung von digitalem Content. Das Landgericht Bielefeld hat nun eine richtungsweisende Entscheidung in Bezug auf den Wiederverkauf von E-Books getroffen.

Urteil gefallen: der Verkauf von „gebrauchten“ E-Books bleibt verboten

Der verkauf gebrauchter E-Books ist urheberrechtswidrig, wenn dies ohne Zustimmung des Rechteinhabers geschieht, so entschied es das Landgericht Bielefeld. Laut buchreport.de sei Grundlage für das Urteil die Tatsache, dass „Dateien […] verlustfrei, praktisch ohne Gebrauchsverlust, digital übertragen werden können, ohne dass der ursprüngliche Veräußerer hieran partizipiert.“

Die Besonderheit beim Kauf von E-Books besteht zudem darin, dass der Käufer lediglich ein Nutzungsrecht für den Inhalt, jedoch nicht das Eigentumsrecht an der heruntergeladenen Mediendatei erwerbe und somit auch kein Weiterverkaufsrecht besitzt. Der Börsenverein begrüßte das Urteil. Der Verbands-Justiziar Christian Sprang erklärte: „Der Primärmarkt für digitale Kreativgüter würde zusammenbrechen, wenn Verbraucher E-Books und andere digitale Inhalte einfach gebraucht weiterverkaufen dürften. […] Wir sind zuversichtlich, dass auch der Europäische Gerichtshof das Herunterladen „gebrauchter“ E-Books und Hörbücher nur mit Zustimmung von Urhebern und Verlagen gestatten wird.“

Sekundäre Nutzung digitaler Inhalte spielt für viele Verlage noch eine Nebenrolle

Die Nutzung von digitalen Content spielt für viele Verlage immer noch eine untergeordnete Rolle. Dies
geht aus einer Umfrage der Autorenverbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz hervor, bei welcher 1.200 Autoren befragt wurden. Nur 55 Prozent der neuen Verträge enthalten eine Klausel zur digitalen Nutzung der Werke. Auch Zusatzvereinbarungen über die digitale Nutzung früherer Werke wurden nur mit 17 Prozent der Befragten getroffen. Die ausschließlich digitale Nutzung neuer Werke wird bisher nur vereinzelt abgeschlossen (6 Prozent).

In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung ist ein Wandel der Publikationsformen unabdingbar. Daher wird die Nutzung digitaler Inhalte für die Verlage eine immer größere Rolle spielen. Das Urteil des Landgerichts Bielefeld schützt den Primärmarkt digitaler Güter. Somit liegt es jetzt an den Verlagen auf die Strömungen der digitalen Welt einzugehen und neue Märkte zu erschließen.

Magdalena H.

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