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Posts Tagged ‘Kinder’

Lesen mit Ton – Kann das funktionieren?

Juli 18th, 2017 | Neue Prozesse, Produkte & Profile, Verlage der Zukunft | 0 Comments

Cross- und Multimedia

©isle audio

Denkt man über die Frage nach, ob Lesen und Ton/Musik zusammenpassen, würde man wohl pauschal sagen: Nein, nicht wirklich. Entweder verschwinden die Hintergrundgeräusche beim Lesen sowieso oder man wird durch diese beim Lesen unterbrochen bzw. gestört.

Die Idee der drei Studenten, die 2016 das Startup „Isle audio“ mit ihrem Produkt: dem aBook, gegründet haben, ging in dieser Frage eine ganz neue Richtung. Ihre Vision: Beim Lesen soll ein Klangumfeld erzeugt werden, das zum Gelesenen passt und somit das Leseerlebnis unterstützt. Im Klartext heißt das: Während du liest, wird über Kopfhörer eine zum Inhalt passende Geräuschwelt abgespielt, so kann der Jahrmarkt mit entsprechender Musik zum Leben erwachen oder der Wald durch Rascheln und Rauschen zu dir in den Zug oder ins Wohnzimmer kommen. Read More

Augmented Reality – eine Chance für die Verlagsbranche?

Juni 16th, 2017 | Interessantes, Neue Prozesse, Produkte & Profile, Verlage der Zukunft | 0 Comments

 

Cross/Multimedia

Bild ©Schular

Ist es möglich, Printmedien durch die Kombination mit digitalen Medien attraktiver zu gestalten, besonders für die „digital natives“? Mit Hilfe von Augmented Reality (AR) soll dies gelingen.

Augmented Reality ist kein brandneues Thema in der Verlagsbranche, es ist jedoch noch nicht völlig im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Das digitale Erweitern von gedruckten Inhalten mit Hilfe von mobilen Endgeräten, auf welchen die nötigen Apps installiert sind, mag für viele Menschen befremdlich klingen. Besonders Kinder- und Schulbuchverlage haben jedoch erkannt, dass diese Technologie Vorteile mit sich bringt. Nicht nur, dass man damit den Nerv der Zeit trifft und beweist, dass man durchaus in der Lage ist, die eigenen Produkte weiter zu entwickeln. Nein, tatsächlich unterstützen AR-Inhalte den Lernprozess und berücksichtigen das mit der Verbreitung digitaler Medien einhergehende veränderte Lernverhalten junger Menschen. Read More

Edutags

Februar 23rd, 2015 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Social Bookmarking Service

Edutags

Nach einer OECD Studie aus dem Jahr 2013 gaben 55% der Lehrer an, keine Möglichkeit auf qualifizierte Weiterbildungen zu bekommen. Doch was kann der Bildungsträger tun, wenn das Geld knapp ist?
Hilfe zur Selbsthilfe: mit Edutags vernetzen sich Lehrer und ihr Wissen untereinander.

Was ist Edutags?
Social tagging, social bookmarking

Editags ist ein Sammelnetzwerk beziehungsweise Verweisserver und entstanden aus der Zusammenarbeit des Deutschen Bildungsservers und dem Lerning Lab der Uni Duisburg Essen.
Auf dieser Plattform sammelt, verwaltet, verschlagwortet und teilt man Lesezeichen mit seinen Lehrerkollegen sowie (unter Beschränkungsmöglichkeiten) mit Schülern über die Plattform, über Tagclouds oder andere Lernserver wie Moodle.
Durch die Onlineverwaltung der Lesezeichen ist ein ortsungebundener Zugriff jederzeit möglich.

Anwendung

Man meldet sich ganz simpel mit seiner privaten Mailadresse an. Installiert wird hiernach nur ein Bookmarklet, indem das Symbol per Drag&Drop in die Lesezeichenleiste des Browsers eingefügt wird.
Findet man eine teilenswerte Seite, bedient man sich einfach das Bookmarklets und gibt sein Wissen weiter.
Die Verschlagwortung geschieht kinderleicht über eine vorgegebene Maske (also ohne Metadaten-Standards). Der EduTag kann mit einem kleinen Inhaltsverzeichnis und einem Sternebewertungssystem versehen werden.
Je mehr Leser auf eines der Lesezeichen zugreifen, desto spezifischer wird die Verschlagwortung. Außerdem werden die Webseiteninhalte der Lesezeichen auf ihre Lizenzfreigaben geprüft und markiert. Ob eine CC-Lizenz für die Quelle existiert, wird also gleich auf dem Tag sichtbar.
Getaggt werden können nur online Ressourcen, allerdings ist die Weiterverwendung dieser multimedial sowie als Printausgabe möglich.

Nutzen

Edutags offenes System ist eine gute Möglichkeit des Informationsaustausches und der Informationsbewertung.
Durch kontinuierliche Zusammenarbeiten mit anderen Open Educational Resources Servern wächst die Masse der verfügbaren Tags stetig. Trotzdem ist das System nur so gut wie seine Nutzer und funktioniert am besten mit möglichst vielen Beteiligten.

 

Autor: Katharina Tümmler

Wie kindgerecht sind kostenlose Kinderapps?

Januar 19th, 2015 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Immer mehr Kinder spielen auf Tablets, iPads und Smartphones. Die Bedienung dieser Geräte ist sehr leicht und Eltern können somit die Kinder mit unterschiedlichen Spiele-Apps beschäftigen. Doch wie kindgerecht und gut sind diese Apps überhaupt?  Kann man damit bedenkenlos seine Kinder spielen lassen?

Kind mit Tablet

 

Eins steht fest: Digitale Medien sind auf den Vormarsch, dementsprechend weiter wächst auch das Angebot an kostenlosen Kinderapps. Aber wo kostenlos drauf steht muss nicht kostenlos drin sein.

Bereits nach wenigen Minuten hat der Spielspaß ein Ende und dann wird ein Kauf, ein sogenannter In-App-Kauf, unumgänglich. Aber auch lange Wartezeiten (von bis zu sieben Stunden) oder Sonder- und Rabattaktionen verleiten die Kinder oft dazu achtlos auf „Kaufen“ zu drücken. Kinder werden oft dabei auch mit unangemessener Werbung oder nicht kindgerechten Inhalten konfrontiert. Nicht zuletzt wird auch die Einbindung sozialer Medien wie Facebook und Twitter aus Datenschutzsicht besonders kritisch von Experten gesehen.

Was sind In-App-Käufe?

Das sind Käufe die in einem eigenen Store in der App getätigt werden können. Oft sind diese Käufe unumgänglich, da das Spiel ansonsten nicht weitergespielt werden kann. Dabei erlangt der Nutzer Spielvorteile in Form von erweiterten Funktionalitäten oder Ausstattungsinhalten. Es kann auch eine Spielwährung zum Kauf virtueller Güter wie z.B. Schwerter, Tierfutter, Kleidung für die Spielfiguren etc. sein.

Die Kosten können dabei stark variieren, von wenigen Cent- bis zu hohen Geldbeträgen.

Was das für Folgen haben kann, zeigt der Fall einer englischen Familie im Jahr 2013. Der Sohn, Danny Kitchen, tätigte für knapp 2570 Dollar In-App-Käufe für das Spiel Zombies vs. Ninjas.

Wie entwickelt sich der Trend weiter?

Für Experten steht fest, dass es werbefinanzierte Kinderapps auch weiterhin geben wird und sie noch mehr Verbreitung finden werden. Ein Grund dafür ist, dass viele Unternehmen die Werbekanäle „Apps“ jetzt erst für sich entdecken. Zudem setzten viele App-Entwickler auf Werbung, weil sich mit dieser mehr Geld verdienen lässt, statt die App einmalig zu einem Fix-Preis auf dem Markt anzubieten.

Wie kann man seine Kinder schützen?

Gerade bei Kleinkindern ist es wichtig, dass sie mobile Geräte nur in Begleitung der Eltern nutzen und die Inhalte gut ausgewählt sind, da schnelle und laute Anwendungen sie überfordern können.

Wenn Kinder mit den Apps alleine gelassen werden sollen, ist es zu empfehlen die Internetverbindung zu trennen, um die Werbung und In-App-Käufe zu blockieren. Es wird außerdem dazu geraten, das Smartphone oder Tablet mit einem Kennwort zu schützen und bestimmte Anwendungen und Funktionen zu sperren (beispielsweise den Safari-Browser), um es so den Kindern nicht zu ermöglichen Käufe zu tätigen. Wer seine Kinder vollständig schützen will, kann sich anstatt kostenloser Apps auch kostenpflichtige Premium Apps kaufen, die ohne Werbung und gesperrten Inhalten spielbar sind.

Doch neben der ganzen virtuellen Welt ist es sehr wichtig, dass auch andere Aktivitäten ihren festen Platz im Familienalltag haben. Denn die digitale Welt kann das Spielen, Treffen mit Freunden oder das gemeinsame (Vor-)Lesen nicht ersetzen.

 

Autor: Sabrin Abson

Digitales Lesen als Chance für Kinder

Dezember 11th, 2014 | Internationale Entwicklungen | 0 Comments

Die Stiftung Lesen setzt sich dafür ein, den Umgang mit Büchern, egal ob gedruckt oder digital, zu fördern – und das schon bei den Jüngsten unserer Gesellschaft.

 

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Lesen fördert die persönliche Entwicklung

Lesefreude wecken und Lesekompetenz stärken – dies ist das Ziel der Stiftung Lesen, die vor 26 Jahren ins Leben gerufen wurde. Die Stiftung engagiert sich mit zahlreichen Programmen und Aktionen für die Leseförderung in Deutschland. Denn die Fähigkeit des Lesens beeinflusst maßgeblich unsere Selbstverwirklichung, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich. Diejenigen mit einer niedrigeren Lesekompetenz haben schlechtere Chancen in unserer Gesellschaft. Um dem entgegenzuwirken ist es das Ziel der Stiftung Lesen, Freude am Lesen zu vermitteln sowie Lese- und Medienkompetenzen zu stärken. Doch nicht nur das traditionelle Buch kommt hierbei in Frage, auch digitale Medien könnten das Lesen fordern und fördern.

 

Digitales Lesen mit Kindern

Digitales Lesen beschränkt sich laut der Stiftung Lesen nicht nur auf eine bestimmte Zielgruppe. Allerdings sollte die Nutzungsdauer und Einsatzmöglichkeit je nach Alter differieren.

Dabei gibt die Stiftung folgende Empfehlungen für Kinder:

Für Kleinkinder ab 2 Jahren eignen sich besonders Kinderbuch-Apps und Apps mit interaktiven Geschichten, welche unter Aufsicht der Eltern genutzt werden sollten.

Für Vor- und Grundschulkinder seien ebenfalls interaktive Geschichten-Apps empfehlenswert, aber auch Lern-Apps sowie Apps die Lesen und Spielen kombinieren. Dadurch könnte die Freude am Lesen entdeckt oder sogar gesteigert werden.

Wenn Kinder die digitale Welt für sich entdecken, ganz gleich ob über das Internet, Apps oder e-Books, sei es wichtig, dass Erwachsene die Kinder dabei anleiten und begleiten. Allerdings könne dies nur gut gelingen, wenn die Erwachsenen über eine angemessene Medienkompetenz verfügen. Deswegen bietet die Stiftung Lesen Angebote wie Fachtagungen und Fortbildungen an.

 

Vorlesestudie 2012: Jede 7. Familie nutzt Kinderbuch-Apps

Aus der Vorlesestudie 2012 der Stiftung Lesen, der Deutschen Bahn und der Wochenzeitung DIE ZEIT geht hervor, dass jede siebte Familie bereits Bilder-/Kinderbuch-Apps nutzt, wobei jede dritte dafür ein Tablett verwendet. Dabei lässt sich ein Trend erkennen: Eltern schauen sich Apps mit ihren Kindern eher unterwegs an, während sie das gedruckte Buch zu Hause und besonders vor dem Einschlafen verwenden. Demnach löst die neue Technik das Buch beim Vorlesen nicht ab, sondern ergänzt es lediglich .

 

 

Hat der Artikel Ihr Interesse zum Thema geweckt, erhalten Sie hier weitere Informationen:

https://www.stiftunglesen.de/

 

 

Autorin: Lillian Geißler

Kinder im Umgang mit Medien und deren Verfügbarkeit

Dezember 8th, 2014 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

In der Herstellung multimedialer Kinderprodukte ist ein Wissenszweig essentiell: In welcher Intensität nutzten Kinder Medien überhaupt?
Damit beschäftigt sich die KIM Studie (Kinder und Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. Die letzte aktuelle Studie (2012) wurde für uns dafür vom Gesundheitsamt Landkreis – Leipzig zusammengefasst.

 

Die Auswahl  an Medien, die den Kindern in der heutigen Zeit zur Verfügung steht, ist breit gefächert und nahezu ohne zeitliche Begrenzung nutzbar. Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren finden in ihrem häuslichen Umfeld eine Vollausstattung hinsichtlich Handy und Fernseher  und eine 90 prozentige Verfügbarkeit von Radio, CD – als und  DVD Player vor. 75 Prozent  der Haushalte verfügen mindestens  über  eine Spielkonsole. Laut Aussagen der  Eltern ist am häufigsten ein CD Player (58%) im Kinderzimmer vorhanden, gefolgt von der Spielkonsole (51%) und dem eigenem Handy (49%). Über einen MP3 Player verfügen  45 Prozent der Altersgruppe von 6 bis 12 Jahren und 36 Prozent haben einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer stehen, gefolgt  von 32 Prozent  mit eigenem Radio  und/oder eigenem  Kassettenrekorder bzw. CD Player (30 %).

Beliebt: Der Fernseher

Das am häufigsten genutzte  Medium ist das Fernsehen mit  einem Anteil von 79 Prozent des täglichen bzw. fast täglichen Konsums. Für  57 Prozent der Kinder in der relevanten Altersgruppe käme ein Verzicht darauf am wenigsten in Frage. Im Durchschnitt beginnen die Kinder mit 3 Jahren  Medieninhalte aus dem Fernseher zu beziehen.

Leseverhalten

Trotz der wachsenden Medienvielfalt hat das klassische Buch einen hohen Stellenwert. Außerhalb des schulischen Kontextes lesen 14 Prozent der Kinder täglich oder fast täglich. Ein Drittel  liest ein- oder mehrmals pro Woche. Es ist eher geschlechts- als altersabhängig, wie häufig gelesen wird. So lesen Mädchen (58 %) deutlich mehr als Jungen (39 %), gemessen bei einer Leseaktivität von mindestens 1-mal pro Woche. Bei dem Anteil der intensiven Leser (jeden o. fast jeden Tag), ist der Anteil bei den Mädchen dreimal höher, als bei den Jungen.

Multimediageräte: Computer, Tablet, Smartphone

Die Nutzung von Computern hat im Alltag der Kinder zugenommen. 21 Prozent  der Kinder besitzen mittlerweile ein eigenes Gerät, wobei hier Jungen (23 %) etwas häufiger über  einen eigenen Computer als Mädchen (19 %) verfügen. Gerade einmal 26 Prozent dieser Altersgruppe haben  noch nie einen Rechner genutzt.

Durch den Einzug  von Tablet-PCs (12 %) und Smartphones in die Medienlandschaft, vervielfältigten sich auch die Möglichkeiten für Kinder, Angebote im Internet zu nutzen, da diese per Touchscreen und Wisch – Technik leichter zu bedienen sind.

Zehn Prozent im Alter von 6 bis 7 Jahren haben ein eigenes Handy, bei den 8 und 9 Kindern besitzt jedes Dritte ein mobiles Telefon. Zwei Drittel sind es bei den 10 und 11 Jährigen u. bei den 12 bzw. 13 Jährigen sind es fast flächendeckende  91 Prozent. Die am meisten hierbei genutzten Funktionen sind das Telefonieren und das Versenden von Kurznachrichten per SMS. Die Nutzung von Apps spielt  zurzeit kaum eine Rolle (Stand 2012).

Netzwerkgigant Internet

Die Internetnutzung beginnt nach Einschätzung der Eltern mit durchschnittlich 8 Jahren. Nutzen, wenn auch erst einmal sporadisch, tun 62 Prozent der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren das Internet (Jungen 64 %, Mädchen 58 %). Suchmaschinen und Communities machen den Hauptteil der Nutzung aus. In der Altersgruppe zwischen 6 und 13 Jahren sind 44 Prozent der Internetnutzer  in einer Community angemeldet. Die Community-Mitgliedschaft wird vorrangig bei den Kindern via Facebook realisiert, welches  mit 55 % Anteil damit an erster Stelle rangiert. Bemerkenswert ist hierbei, dass die Mitgliedschaft frühestens bei Facebook mit 13 Jahren möglich ist.

Für ein Viertel aller Kinder, vor allem für Jungen,  gehört die Nutzung von digitalen Spielen, ob nun am Computer, im Internet oder an der Spielkonsole, zu einer  beliebten Freizeitaktivität und ist mittlerweile  zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Zurzeit nutzen 66 Prozent der 6 bis 13 Jährigen mindestens einmal pro Woche Computer-, Konsolen- und Onlinespiele. Täglich  sind es 22 Prozent.

 

Quelle: KIM Studie 2012

Im Rahmen der KIM Studie werden jeweils rund 1.200 Kinder mündlich-persönlich sowie deren Mütter schriftlich befragt. Die KIM-Studie 2014 erscheint im Frühjahr 2015. Aufgrund dessen sind keine aktuelleren Zahlen verfügbar.

 

Autor: der Text wurde freundlichst von der Präventions-Abteilung des Gesundheitsamtes LK-Leipzig zur Verfügung gestellt.

 

 

… mehr zu diesem Thema:

Auch die aktuelle KidsVerbraucherAnalyse 2014 bestätigt die ansteigende Fülle der Mediennutzungsmöglichkeiten und somit konsequent des Mediennutzungsverhaltens. Allein 82 % der 6 bis 13 Jährigen verfügen über Erfahrungen im Umgang mit Computern.

Rund dreiviertel lesen regelmäßig einmal wöchentlich Bücher oder Zeitschriften, 14 % davon auf E-Readern, Tablets oder Computer.
Im Vergleich zum Vorjahr besitzen doppelt so viele Kinder (tatsächlich jedes vierte Kind) ein Smartphone.

Das digitale Kinderzimmer ist also nicht mehr aufzuhalten, oder?
Bereiten wir uns auf die Zukunft vor.

 

Quelle: Pressemitteilung Egmont MediaSolutions , Berlin, 12. August 2014, KidsVerbraucherAnalyse 2014

Ratgeber für Eltern: Welche multimedialen Produkte sind für mein Kind geeignet?

November 27th, 2014 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Kinder sind zunehmend von der wachsenden multimedialen Ausstattung im Kinderzimmer fasziniert. Sie wollen sich informieren, einen Austausch mit anderen eingehen und Neues entdecken. Dazu bieten zahlreiche Webanbieter und Verlage Apps sowie andere Anwendungen an, die Geschichten mit Geräuschen, Animationen und Spielen erlebbar machen.

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Die richtige Auswahl treffen

Doch nicht alle Anwendungen sind auch für Kinder geeignet, wodurch Eltern ihren Nachwuchs beim Erlernen des Umgangs mit den gebotenen Produkten unterstützen sollten. Gerade bei Kleinkindern ist es wichtig, dass sie mobile Geräte nur unter Aufsicht der Eltern nutzen und die Inhalte altersgerecht ausgewählt sind. So sollten Sie sich als Erziehungsberechtigte am besten zu Beginn ein eigenes Bild von den Kinderbuch- und Spiele-Apps machen. Hilfreich ist es auch, gerade im Kindergartenalter, das Produkt gemeinsam mit dem Kind auszuprobieren, dessen Reaktion zu beobachten und anschließend zu entscheiden, ob es das Richtige ist. Bei Grundschulkindern eignen sich besonders interaktive Apps, die das Lesen, Schreiben und Rechnen spielerisch fördern. Achten Sie hierbei darauf, dass die Anwendung zum Schulstoff passt und den sicheren Umgang mit mobilen Geräten vermittelt.

Produkte für ältere Kinder sollten thematisch an ihre Lebenswelt angepasst sein. Auch der Kontakt mit sozialen Netzwerken ist möglich, sollte aber in jedem Fall von den Eltern begleitet werden. Hierbei können Sie gemeinsam mit ihren Kindern eine Auswahl altersgerechter Netzwerke treffen und eine Sensibilisierung für die Themen Schutz persönlicher Daten und regelmäßige Überprüfung der Sicherheitseinstellungen fördern.

Grundsätzlich sollten die Installation von Apps und deren zeitliche und inhaltliche Nutzung, vor allem bei Kindern bis zwölf Jahre noch in der Verantwortung der Eltern liegen. So können ungeeignete Apps und Webseiten vermieden werden und auch andere Aktivitäten wie Spielen, Treffen mit Freunden und das gemeinsame (Vor-)Lesen ihren festen Platz im Familienalltag erhalten.

Grundlegende Kriterien und Richtlinien

Um es Ihnen ein wenig einfacher zu machen, gibt es einige grundlegende Kriterien und Richtlinien, die Sie bei der Auswahl von Apps, E-Books und Co. beachten sollten.

So erfordern kinderfreundliche Apps oder Seiten keine Anmeldung oder Mitgliedschaft und sind den Kleinen frei zugänglich. Weiterhin erfragen sie auch keine persönlichen Daten, warnen hingegen diese freizugeben und in Ausnahmefällen wird erklärt, warum eine Abfrage notwendig ist. Eine freundliche und übersichtliche Gestaltung, in der das Kind selbsterklärend navigieren kann sowie eine verständliche und bildhafte Sprache sind Kriterien für ein gutes Kinderprodukt. Ihre Schützlinge sollten zudem neugierig gemacht werden, die Inhalte spielerisch Wissen vermitteln und der Umgang mit dem Produkt die Medienkompetenz fördern. Dazu gehört auch, dass diese Anwendungen frei von ängstigenden Inhalten oder Werbung sind.

Bei Werbung für Kinder gilt grundsätzlich, dass diese kenntlich zu machen ist und auch keine Kaufaufforderung bestehen darf. Eltern sollten hier auf mögliche Vollversion-Downloads achten, die einen unangemessenen Kaufanreiz darstellen. Wenn doch Werbung in die App integriert ist, ist es wichtig, dass sich diese in einem speziellen Elternbereich befindet und deaktiviert werden kann, sodass keine Gefahr des Antippens der Kleinen besteht. Auch Zugriffsrechte auf Kalender oder Telefonbuchdaten sollten im Vorhinein deaktiviert werden. Auf Nummer sicher gehen Eltern mit der Auswahl des Flugmodus, der die Funkeinheiten des Gerätes und damit die Kommunikationsfunktionen deaktiviert, ohne dass dabei die anderen Funktionen beendet werden.

Auch Verlinkungen zum App-Shop oder dritten Seiten sollten in einem Kinderprodukt nicht auftauchen. Wenn dies hingegen doch der Fall ist, weisen gute Produkte auf das Verlassen der eigenen Seite hin und kontrollieren auch diese Verlinkungen auf ihre Sicherheit.

Weitere Merkmale sind die Nennung von Herausgeber, Quellen und Impressum, welches die üblichen Angaben enthalten sollte. Zudem ist es schön, wenn über die Ziele des Produktes informiert und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme geboten wird.

Das Einhalten der Bestimmungen des Jungendschutzes und das Informieren der Eltern darüber, inklusive der Chancen und Risiken die bestehen, sind ebenfalls auszeichnend für ein gutes Produkt.

Abschließend ist es jedoch so, dass Computer, Tablet und Smartphone keine Babysitter darstellen sollten. Es ist notwendig, dass Eltern ihre Kinder beim Umgang begleiten und altersgerechte zeitliche und inhaltliche Begrenzungen festlegen. Sie sollten eine Balance für ihre Kinder finden und ihnen auch Alternativen zur digitalen Welt, wie Sport, Gesellschaftsspiele oder Outdooraktivitäten bieten.

 

Autor: Sophie Kliemann

Österreichs erste iPad-Klasse

November 20th, 2014 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

iPads im Unterricht? Ja! Eine Schule in Österreich rüstet sich für die digitale Zukunft.

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iPad: Spielekonsole oder Lernmittel? Die meisten Eltern würden diese Frage, wenn auch zögerlich, mit „Spielekonsole“ beantworten. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb hat sich viel im digitalen Bereich getan. Längst bieten das iPad und andere Tablet-PCs scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten für interaktive, anpassbare Lernerfahrungen. Ob zur Unterstützung der frühkindlichen Entwicklung oder der universitären Ausbildung, Tablets können ungeahnt vielseitig eingesetzt werden.

Besonders dankbar wird diese Möglichkeit von Sonderpädagogen und deren Schülern angenommen. Kinder mit Lernschwierigkeiten, Aufmerksamkeitsdefiziten oder anderen kognitiven Einschränkungen können mit einem auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Gerät optimal unterstützt werden. Für eine geführte Nutzung des iPads ist es möglich, Einstellungen vorzunehmen, die den Homebutton oder sogar ganze Bildschirmbereiche deaktivieren, um eine Ablenkung des Schülers zu vermeiden.

Ansporn ist alles!

Doch das wohl hilfreichste an Lern-Apps ist die Motivation. Lernerfolge werden mit Animationen oder anderen Interaktionen belohnt. Das Lernen erfolgt nahezu nebenbei, der Schüler erfährt das Lernen als etwas Positives. Besonders Mathelehrer haben oft mit dem Problem der fehlenden Motivation zu kämpfen – nicht so an der Informatikhauptschule Jennersdorf in Österreich. Der Schule wurde mit der Unterstützung durch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur die erste iPad-Klasse Österreichs ermöglicht. Das iPad liegt ganz selbstverständlich neben Hefter, Lehrbuch und Federmappe auf dem Tisch. Es wurde so erfolgreich in den Unterricht integriert, dass die Schüler sich keinen Unterricht mehr ohne dieses Gerät vorstellen möchten.

iBooksAuthor, ein kostenloses Programm von Apple, bietet die  Möglichkeit, Lehrmaterial als interaktives eBook mit Fotos, Videos und Animationen zu erstellen. Lehrkräfte müssen sich demnach nicht mehr nach dem Lehrbuch richten, sondern können das Lehrmaterial individuell auf ihre Unterrichtsstunden abstimmen. Durch die Einschränkung, die der Lehrer vor der Ausgabe der Geräte programmieren kann, ist die Nutzung des iPads für andere, außerschulische Zwecke gesperrt.

Der Direktor der Informatikhauptschule Hannes Thomas ist von der Zukunft der iPad-Klasse überzeugt. In einem Interview mit Apple GmbH Austria sagte er: „Ich glaube, dass es in der heutigen Zeit unser Bildungsauftrag ist, den Umgang mit modernen Technologien in der Schule zu üben. Ich denke, die reale Welt sieht so aus, dass jeder Schüler in seiner Wohn- und auch Lernumgebung mit diesen modernen Technologien mehrere Stunden pro Tag in Berührung kommt. Deshalb müssen wir in der Schule viel mehr auf die neuen Medien eingehen. Natürlich auch auf die Gefahren.“

Integration in den Unterricht

Wie man die Gefahren in der digitalen Welt erkennen und einschätzen lernt, erfahren die Schüler in dem extra für diesen Zweck eingerichteten Projekt „Safer Internet“, welches wie viele weitere Projekte vollkommen neu entwickelt wurde. Die Schwierigkeit der ersten iPad-Klasse liegt darin, dass es bisher keine vergleichbaren Versuche gibt, über welche die Lehrkräfte Erfahrungen austauschen können. Daher bedarf es einem großen Arbeitsaufwand, bevor eine App in den Unterricht integriert werden kann. Ist der Einsatz der Applikation für diesen Unterricht sinnvoll oder nicht? Ist sie lehrreich genug oder Zeitverschwendung? Diese und weitere Fragen müssen vor der Installation der App geklärt werden. Das Urteil der Schüler darf dabei nicht fehlen: „Nicht alles, was einem Lehrer gefällt, ist auch für einen Schüler schnell zugänglich. Die Schüler geben uns Feedback, ob sie eine App gerne verwenden oder nicht. Das ist eine ganz wichtige Rückmeldung, die wir als Lehrer brauchen“, so der Klassenlehrer der iPad-Klasse. In so gut wie jedem Fach ergänzt das iPad die Schulbücher, ob nun als Englisch Vokabeltrainer oder als interaktives Notenheft.

Wie geht es weiter?

Für die Zukunft wünscht sich der Direktor der Informatikhauptschule eine enge Kooperation mit den Schulbuchverlagen. Großes Potenzial sieht Hannes Thomas in Schulbuch-Apps, die das klassische Schulbuch adäquat ersetzen und dabei interaktiv den Stoff entsprechend des Lehrplans vermitteln. Der Lehrer als Person wird jedoch keinesfalls überflüssig, die gezielte Integration digitaler Geräte ist das Ziel, nicht die Ersetzung der Lehrkraft. Sicher ist jedoch jetzt schon, dass das iPad und andere digitale Geräte in Zukunft eine immer größer werdende Bedeutung bei der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen spielen wird und daher nicht als Spielkonsole verkannt werden sollte.

 

Autor: Pepe Nitz

Die 10 besten Lernapps

November 13th, 2014 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 1 Comment

Mittlerweile herrscht auf dem Markt eine Auswahl von über 75.000 Lernapps für Kinder von ein bis zwölf Jahren. Dabei fällt es schwer den Überblick zu bewahren und zu entscheiden, welche App ihr Geld wirklich wert ist. Aufgrund dessen haben wir eine kleine Auswahl von zehn Lernanwendungen für Kinder im Grundschulalter zusammengestellt, die einen kurzen Überblick über das Lernangebot geben sollen.

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1. Lernspaß Conni Mathe Klasse 1

Die vom Carlsen Verlag entwickelte App vermittelt spielerisch mithilfe von Conni, eine bekannte Kinderbuchfigur, verschiedene Rechenoperationen. Dabei gibt es sieben Lernbereiche, die auf den Lehrplan abgestimmt sind. Ebenso verfügbar ist die App auch für höhere Klassenstufen.

Herausgeber: Carlsen Verlag GmbH

Preis: 3,99€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android, Kindle Fire

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2. Lernerfolg Grundschule App: Mathe, Deutsch und Englisch

Über diese Lernanwendung werden zusammen mit dem kleinen Vampir Freddy die wichtigsten Themen in Mathematik, Deutsch und Englisch erarbeitet. Wird eine Übung richtig gelöst, so wird als Belohnung ein Spiel freigeschaltet. Dadurch steigt die Motivation der Kinder, weitere Aufgaben zu lösen und somit immer mehr zu lernen.

Herausgeber: Tivola Publishing GmbH

Preis: gratis, aber in-App-Käufe ab 2,69€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android, Kindle Fire

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3. Pili Pop

Durch liebevoll gestaltete Abenteuer erfolgt hier ein mündliches Training der grundlegenden Englischkenntnisse. Dabei zeichnet sich die Anwendung besonders durch ein verständliches audiovisuelles Wörterbuch und eine Spracherkennungstechnologie aus, die dem Kind hilft, von Anfang an ein richtiges Sprachgefühl zu entwickeln.

Herausgeber: Pili Pop Labs

Preis: sieben Tage gratis, danach Abo von 9,99€/Monat möglich

Verfügbar für: iPhone, iPad

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4. Petterssons Erfindungen

Mithilfe der bekannten Figuren Pettersson und seinem Begleiter, den Kater Findus, lösen die Kinder knifflige Rätsel, um neue Spiele und Missionen freizuschalten. Dabei werden vor allem erste Physikkenntnisse abgefragt und das logische Denken gefördert.

Herausgeber: Filimundus AB

Preis: 1,79€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android, Kindle Fire

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5. Lesen und schreiben lernen mit der ZEBRA Schreibtabelle

Diese doch recht simpel aufgebaute App beinhaltet eine sehr schön kindlich gestaltete Schreibtabelle, die vor allem für Lese- und Schreibanfänger eine große Hilfe beim Lernen des Alphabets darstellt.

Herausgeber: Ernst Klett Verlag GmbH

Preis: gratis

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android

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6. Squirrel & Bär

Mit Eichhörnchen und Bär in spielerischer Mission Englisch lernen – genau das ist das Ziel dieser Anwendung. Kinder lernen Tag für Tag mit ihren beiden treuen Begleitern neue Vokabeln und entwickeln so spielerisch das Verständnis für die englische Sprache.

Herausgeber: The Good Evil GmbH

Preis: 4,99€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android

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7. Richtig konzentrieren Fragenbär

Bei diesem Piratenspiel gilt es zusammen mit dem Fragenbär Konzentrationsaufgaben zu lösen, um neue Aufgaben freizuschalten. Die Kinder können sich dabei vorher so viel Zeit zum Lösen der Aufgabe nehmen, wie sie brauchen, aber nur wenn alles richtig ist, gilt die Übung als bestanden. Dabei soll vor allem die Konzentration der Kinder gefördert werden.

Herausgeber: Spielend Lernen Verlag

Preis: 5,99€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android, Kindle Fire

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8. Kinderlieder Die beliebtesten Mitmach- und Bewegungslieder zum Mitsingen

Dieses Programm beinhaltet eine ganze Sammlung der bekanntesten und beliebtesten Kinderlieder zum Mitsingen. Mittels spezieller Karaokefunktion kann eingestellt werden, wie laut der Kinderchor im Hintergrund mitsingen soll oder ob das Kind allein singen möchte.

Herausgeber: Levire UG & Co. KG

Preis: drei Lieder gratis. dann 0,89€ pro Lied oder alle Lieder für 8,99€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android, Kindle Fire

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9. Hoopa City

Welches Kind träumt nicht davon, seine ganz eigene Stadt zu bauen? Hoopa City macht’s möglich! Durch verschiedene logische Kombinationen von Gebäudekomplexen werden Belohnungen freigeschalten. Weiterhin werden erste Kenntnisse über Wasser- und Stromversorgung ganz spielerisch vermittelt.

Herausgeber: TribePlay

Preis: 2,69€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android, Kindle Fire

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10. Toca Lab

Mit Toca Lab tauchen Kinder völlig in die Welt der Wissenschaft ein und lernen durch verschiedene Experimente die vielfältigen Eigenschaften der 118 Elemente des Periodensystems kennen.

Herausgeber: Toca Boca AB

Preis: 2,69€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android, Kindle Fire

Diese Liste stellt einen kleinen Überblick über das gigantische Angebot an Lernapps dar. Sollte Ihr Interesse geweckt worden sein, so können Sie sich zum Beispiel auf http://www.klick-tipps.net/kinderapps/ oder http://www.besonderekinderapps.de weiter informieren.

Autor: Maria Bende

Entwicklung Kinderbuch: So wie die Kleinen verändert sich auch die Branche

Juni 2nd, 2014 | Meinung & Kritik, Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Am Sonntag war Kindertag; ich hoffe kein Elternteil hat diesen vergessen. Wie an jedem 1. Juni gab es viele Veranstaltungen und Geschenke für den Nachwuchs. Kleine und große – denn auch ich ging nicht leer aus – Kinder durften sich an wohlgemeinten Gaben erfreuen. Spielzeug und Süßigkeiten, das sind Klassiker. Das Buch ist es genauso. Dieses hebt sich sogar durch einen Fakt von seinen Kontrahenten im Laden ab. Nein, nicht nur durch die Preisbindung. Es hat einen ganz besonderen Auftrag.

OetingerBildung heißt dieser. Lesen soll ja hierfür förderlich sein, so zumindest die weit verbreitete Meinung. Wer liest eignet sich Wissen an. Umkehrschluss: Wer früh beginnt, hat logischerweise mehr Zeit zum Lernen. Da liegt nichts näher als dem eigenen Kind helfend zur Seite zu stehen. Ansprechende Literatur muss also her. Nebenbei sollten Kenntnisse und Werte vermittelt werden, aber zu Beginn soll der korrekte Umgang mit dem Buch erlernt werden.
Die Kinder selbst haben etwas andere Ansprüche. Manche haben natürlich den Antrieb genauso in der Zeitung zu blättern wie die Eltern, die sogar etwas aus dieser erfahren können. Aber für viele andere – bei mir war es genauso – ist das Lesen ein spannendes „Spiel“. Geschichten zu verfolgen und sich in diese hineinzuversetzen macht Spaß und lässt einen zum dauerhaften Nutzer des Mediums Buch werden. Die frühe Rekrutierung erfolgt also im Sinne der Branche.
Das Verbinden der Interessen beider Gruppen, die der Eltern (Käufer) und Kinder (Nutzer), ist die schwierige Aufgabe der Autoren und Verlage. Eine notwendige Tätigkeit, damit Bücher nicht nur gekauft, sondern auch gelesen werden.
Seit einigen Jahren müssen sich diese aber noch einem zusätzlichen Problem stellen: der Anpassung an den sich weiterentwickelnden elektronischen Markt.

Neue Konkurrenten
Tablets und Smartphones stellen eine Herausforderung für Kinderbuchverlage dar. Zum einen sind sie mit dem E-Reader Nutzergeräte für Angebote, wenn auch digitalisiert, die erstellt und vertrieben werden können. Dies benötigt zwar Investitionen, einen gewissen Aufwand und Kompetenzen, bietet aber gleichzeitig neue Absatzmöglichkeiten.
Zum anderen aber finden neue „Fressfeinde“ auf diesen Geräten ebenso Platz und Anwendung. Spiele um genau zu sein. Einfacher Rätsel- und Puzzlezeitvertreib, klassische Jump ’n‘ Run oder komplexe Games, sie alle haben das Potential einen großen Teil eines Kindertages zu belegen. Ein klassischer Fall intermedialer Konkurrenz. Ungeachtet ihrer Kosten sind sie durch bunte Farben und Bewegungen für die Augen eines Heranwachsenden meist verlockender als stumpf dreinblickende Satzstrukturen. Den Zugang zu den Geräten erhalten sie meist durch ihre Verwandten, die ihnen den Spaß gönnen, kurzzeitig eine Beschäftigung für sie brauchen – schon praktisch bei Autofahrten – und/oder einen pädagogischen Sinn darin sehen. Lesen lernen kann man ja auf verschiedenen Wegen.

Die Reaktion?
Die Verlage gehen recht unterschiedlich mit dieser Problematik um.

Es gibt die „klassischen Kinderbuchverlage“, deren Verhalten sich kaum bis gar nicht verändert hat. Vielleicht wurde der Auftritt im Internet verstärkt, damit man diese über die „neuen Geräte“ finden kann. Konzentriert wird sich jedoch weiterhin auf die gedruckten Werke. Oft haben diese Verlage etablierte Reihen, die sich stetiger Nachfrage erfreuen und kein Umdenken erfordern. Die Eltern kennen die Helden und Geschichten aus ihrer eigenen Kindheit, mochten diese scheinbar und lassen nun ihre eigenen Kinder auf die Bücher los – oder eben umgekehrt. Solange das Interesse an den Charakteren nicht erlischt, lässt sich dieses Modell durchaus weiterhin umsetzen.

S.-Fischer„Moderne Kinderbuchverlage“ haben sich hingegen in ihrem Aufbau und Angebot deutlich angepasst. Rein digital arbeitende Kinderbuchverlage sind mehr eine Randerscheinung oder eine Entwicklung aus dem Selfpublishing. Die Kombination aus elektronischem und gedrucktem Angebot scheint sich bisher durchzusetzen. Hierbei setzen die Verlage, Oetinger und S. Fischer sind hier hervorzuheben, auf ihr Printangebot, erweitern dieses aber digital.
2011 wurde die kostenlose App „Tigerbooks“, eine Online-Vertriebsplattform für Kinder- und Jugendbücher, auf Initiative Oetingers veröffentlicht. Im Mai 2014 zog S. Fischer mit einer eigenen Plattform, „Blubberfisch“, nach. Diese dient zur Zusammenführung der verschiedenen Fischer-Verlagsprodukte, die für Kinder bis 12 Jahren gedacht sind.

Beide Plattformen bieten Leseproben und kleine Anwendungen an, um das Interesse der Nutzer zu wecken, diese an sich zu binden und möglicherweise zum Kauf weiterer Produkte zu animieren. Hierbei hat besonders Tigerbooks die Möglichkeiten der interaktiven und vertonten Geschichten erkannt und bietet eine große Auswahl dieser an. Durch das – in digitaler Nachbearbeitung durchgeführte – Einfügen von Interaktionsmöglichkeiten wie das Ein- und Ausschalten einer Lampe wird dem Nutzer erlaubt, das Geschehen zu beeinflussen. In manchen Fällen ist dies relevant für die Handlung und es wird dazu aufgefordert, in anderen nur eine Option. Ein Buch erhält somit das Element der Bewegung, des Spielens.

Durch die Software „TigerCreate“ des Tigerbooks Media Teams sind seit 2013 auch andere Verlage dazu in der Lage ihr Verlagsprogramm anzupassen, da sie nun die Möglichkeit besitzen kostengünstig animierte Bildergeschichten zu erstellen. Ein starker Anstieg des erhältlichen Sortiments, der Anzahl der Themenbereiche und der Qualität der technischen Umsetzung ist deshalb in Zukunft zu erwarten.

Deshalb rate ich zum nächsten Kindertag: Riskieren Sie einen Blick. Vielleicht finden Sie eine animierte und vertonte Fassung eines Kindheitsheldens. Oder zumindest ein gutes Geschenk.

Autor: Jonas Jorek

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