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Posts Tagged ‘Lesung’

Ein etwas anderer Bericht – Lesung mit Babet Mader

Juli 4th, 2017 | Meinung & Kritik | 0 Comments

Bericht

 

Der Weltuntergang steht kurz bevor. Dieser festen Überzeugung waren am Donnerstagabend meine Kommilitoninnen und ich, als wir aus dem Fenster der BuMerang, der Campusbuchhandlung der HTWK Leipzig blickten, und pechschwarze Wolken sahen. Blitze zuckten durch den Himmel, Donner grollte in der Ferne und heftiger Wind und Regengüsse machten das Unheil perfekt. Warum wir bei diesem Wetter und zu der Uhrzeit – der Regen setzte schließlich erst gegen Abend ein – noch in der BuMerang waren, fragt sich jetzt vielleicht der eine oder andere.

Eigentlich wollten wir an diesem Abend unsere allererste Veranstaltung, eine Autorenlesung mit Babet Mader , durchführen, doch diese fiel buchstäblich ins Wasser. Nicht nur die Deutsche Bahn und viele Reisende wurden an diesem Abend Opfer des Unwetters.

 

Ein fast perfekter Plan

 

Die BuMerang bereit für die Lesung, © Judith Plötz

Unser ursprünglicher Plan war es, am Donnerstagabend des 22. Junis eine kleine Lesung in der Campusbuchhandlung BuMerang durchzuführen. Für alle, die bisher nur Bahnhof verstehen und sich fragen, was ein Bumerang denn mit einer Buchhandlung und der HTWK zu tun hat, folgt hier die kurze Erklärung: während des Studiums haben wir die Möglichkeit, im Rahmen des Schwerpunktmoduls Buchhandelsmanagement selbst eine Buchhandlung zu leiten, die BuMerang. Sie befindet sich im dritten Stock des Lipsius Baus und ist während der Vorlesungszeit in der Mittagspause (12:45-13:45 Uhr) geöffnet. Und zum alltäglichen Betrieb einer Buchhandlung gehört es eben auch, Veranstaltungen, meist Autorenlesungen, zu organisieren.

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Clemens Meyer – er kam, las, signierte

Dezember 2nd, 2013 | Meinung & Kritik | 0 Comments

Am Freitag, den 29.11.2013, hatte die HTWK Leipzig einen besonderen Gast im Hörsaal des Geutebrückbaus: Für 20.00 Uhr hatte sich Clemens Meyer, Autor aus Leipzig, zur Lesung aus seinem neuen Roman „Im Stein“ angekündigt. Bereits über eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung strömten die Zuhörenden in den Hörsaal, um sich einen der begehrten Plätze zu sichern.

Während die Veranstaltenden, unter ihnen Frau Prof. Dr. Kerstin Keller-Loibl, letzte Vorbereitungen trafen, diskutierten die vielen Studierenden und Besuchenden noch wild. Ein Tisch mit Leselampe, darauf eine Flasche Wasser und direkt davor zwei Kameras, die das Event live in das Audimax übertrugen – alles schien perfekt vorbereitet. Während 15 Minuten vor Beginn die freien Plätze rar wurden, war vom Autor des Abends jedoch noch nichts zu sehen.

Da keiner der Gäste auf den Live-Eindruck des Leipziger Autors verzichten wollte, stapelten sich die Menschen in den Fensterbänken und Gängen des großes Raumes. Kurz vor Beginn dann endlich Erleichterung: Clemens Meyer lukte vorsichtig in den Hörsaal, checkte kurz, ob das Handy aus ist, und betrat sodann die Bühne.

Clemens MeyerMit ruhiger und tiefer Stimme begann er seine kurze Vorrede: „Eins: Girl, Girl, Girl.“ Dies lässt noch nicht gleich erahnen, um was es in dem Roman eigentlich geht. Deshalb hier ein kurzer Abriss: Clemens Meyer schreibt in „Im Stein“ über das Rotlichtmilieu einer zwar namenlosen, aber als Leipzig erkennbaren Stadt. Die Welt der Prostituierten, Dealer, Freier und Immobilienmakler schildert er hier schonungslos. Auch aktuelle Debatten wie die um Zwangsprostitution werden aufgegriffen und Hintergründe offen gelegt. Dabei legt er auch keinen Wert auf eine „gesittete“ Schreibweise, sondern nennt das Kind direkt beim Namen: „[…] das Wochenende ist mir echt heilig – so wie mein Arsch […]“

Während seines Lesens blickte der gebürtige Hallenser nur selten nach oben zum Publikum. Nicht einmal, als eine Besucherin den Raum verlies. Hier ließ er nebenbei eher noch einen trockenen Witz fallen: „Da hat’s aber jemand eilig gehabt.“ und steigerte sich fast schon in die Problematik rein, dass er durch dieses Verhalten in seiner Aura gestört werde etc., was das Publikum jedoch zum Schmunzeln brachte – für Clemens Meyer deutlich zu hören : „Gut, die Laune steigt, dann kann es ja weitergehen. Also meine Laune, eure ist mir egal.“ Erneutes Gelächter brach aus.

Während er so immer wieder einen trockenen Witz in seiner scheinbar ernsten Weise brachte, konnte Clemens Meyer zum Ende hin nicht mehr an sich halten. Während er in seinem zweiten Teil noch ungeniert Obdachlose und Drogenabhängige mit Zombies verglich, so kam er an den letzten Seiten des Buches zu der Frage: „Wer denkt sich denn eigentlich sowas aus?“ und lachte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Clemens Meyer mit seiner trockenen und selbstironischen Art das Publikum von sich und seinem neuen Buch überzeugt hat und durch diese Veranstaltung sicherlich noch einige Literaturfans mehr gewinnen konnte. Zu Recht wurde er daher auch mit zahlreichen Preisen (u.a. dem Preis der Leipziger Buchmesse) ausgezeichnet. Zudem wurde sein neuer Roman „Im Stein“ kürzlich auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis gewählt.

Autorin: Anja Bergmann

Metal, Gartenzwerge und ein 13-jähriger Junge

Januar 21st, 2013 | Meinung & Kritik | 1 Comment

Donnerstag. Abend. Geschlossene Läden weit und breit. Du gehst eine Dir unbekannte Straße entlang. An der Ecke zur nächsten Straße erwartet es Dich. Leuchtend. Rot die Schrift. Du gehst durch die Tür. Alles ist düster. Ein Paar alte Sessel, ein Kicker, rote Wände und Metalmusik umgeben Dich. Vier Leute an der Bar starren Dich an. Keiner sagt etwas. Keiner lächelt. Du gehst zum Barmann und sprichst ihn an. Dir fällt auf, dass er in jedem Film die Rolle des irren Drahtziehers bekommen würde. Du findest ihn sympathisch. Er stellt Dir ein Getränk auf den Tresen, während Du ein paar Kinderbilder an der Wand betrachtest. Der Barmann deutet in den anliegenden Raum und Du gehst hinein …
Was Du jedoch nicht noch nicht weißt: Du wirst einen wundervollen, kulturellen Abend zusammen mit Menschen erleben, die gute Literatur zu schätzen wissen. Und das in einer Metalkneipe in Leipzig-Plagwitz.

So in etwa erging es mir, als ich mich für Euch zur Leseshow „Tanners Terrasse“ am 10.01.2013 aufmachte. Moderiert wurde die Show von Volly Tanner,  der seine Gäste auf einer Bühne empfing, die von  Gartenzwergen umzingelt wurde. Geladen waren Christopher Götze (Künstlername: Kryz) und Gunnar Schade. Wer sich fragt warum „Tanners Terasse“ gerade „Tanners Terrasse“ heißt, bekommt eine schnelle Antwort:  Volly Tanner und sein  Garten mit Terrasse = Name der Lesebühne. Ganz logisch also. Und die Frage warum Gartenzwerge um die Bühne herum stehen, hat sich damit auch erledigt. Read More

„Akademisches Viertel“ Eine Lesung von Benjamin Brückner

Dezember 2nd, 2012 | Meinung & Kritik | 0 Comments

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„Willkommen, liebe Kommilitonen!“, beginnt Benjamin ganz professionell seine eigene Lesung. Anders, als man hätte erwartet, befinden wir uns jedoch nicht in der Uni, sondern in der „Kombüse 68“ in Plagwitz und vor Benjamin stehen keine unwissenden Erstsemestler, die sich an ihre Einschulung erinnert fühlen, sondern Eingeweihte, die ihren Dekan wahrscheinlich seit ihrer Einführungsveranstaltung nie wieder gesehen haben. So beschreibt es zumindest der Autor in seinem neuen Buch „Akademisches Viertel“.
Hinter dem Tresen der Kombüse sitzend, plaudert der ehemalige Philosophiestudent, Benjamin Brückner, ganz souverän aus dem Studentennähkästchen, um seinen Ratgeber vorzustellen.
Seine Gäste kuscheln sich währenddessen sardellenhaft aneinander, als wolle Benjamin ihnen im selben Atemzug das Gleichnis zur universitären Massenabfertigung im Bachelor-Master-System vermitteln. Read More

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    Auch auf der Leipziger Buchmesse 2017 veranstalten wir wieder unsere Messeführungen! Neben der traditionellen Führung der Bücherfrauen gibt es diesmal einen Rundgang zum Thema Fantasy-Verlage. Die genauen Infos und das Anmeldeformular findet ihr ab sofort >>hier<<.
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