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Posts Tagged ‘Literatur’

House of Leaves – Ein erzählerischer und typographischer Dendritensturm

November 14th, 2017 | Interessantes, Meinung & Kritik, Verlage der Zukunft | 0 Comments

Ein Buch für Entdecker, Horror-Fans und Typographie-Liebhaber

Foto Andre Walter

Warum verschiedene Bücher aus unterschiedlichen Genres lesen, wenn man auch eine ganze Armada von Gattungen in einem einzigen Buch zur Verfügung hat? Wer sich schon immer einem erzählerischen Dendritensturm oder Axongewitter hingeben wollte, der versuche es mit dem Metaroman »Das Haus« von Mark Z. Danielewski.

Pulitzer-Preisträger Will Navidson bezieht mit seiner Frau Karen und seinen zwei Kindern sein neues Haus in Virginia. Schon nach kurzer Zeit beginnt das Haus ein dubioses Eigenleben zu entwickeln. Es manifestieren sich Räume wo vorher keine waren, die in dichtestem Schwarz getaucht, kalt und vollkommen frei von Licht sind. Fasziniert (und doch voller Angst) beginnt Navidson das Geschehen im Haus zu filmen. Ein Labyrinth aus weiteren Räumen tut sich auf, dessen Geheimnisse Navidson versucht mit seiner Filmtechnik zu ergründen. Sein Handeln droht dabei das Familiengefüge auseinanderzubrechen.

Der Film (Navidson-Record), welcher aus den Aufnahmen Navidsons hervorging, ist nicht mehr auffindbar. Jedoch hat ein gewisser Zampano, der unter mysteriösen Gegebenheiten den Tod fand, den Film zu Papier gebracht. Das lose Manuskript bekommt Johnny Truant (ein suchtanfälliger Tattowier-Lehrling) in die Hände und fängt an das wüste Material zu einem Buch zu formen. Dabei schildert er (i.d.R. in komplexen Fußnoten) sein eigenes verkorkstes Leben und, vor allem, was der Navidson-Record mit ihm und seiner Umgebung macht. Read More

Die bunte Juni-Linkliste zum Entdecken

Juni 6th, 2017 | Interessantes | 0 Comments

Sonstiges

Das Internet steckt voller Wunder und Geheimnisse. Es gibt eine unermessliche Anzahl interessanter Inhalte, ständig passiert etwas Neues. Genug der Phrasen und Allgemeinplätze: Wir von Verlage der Zukunft möchten mit Euch einige Links teilen, über die wir im vergangenen Monat gestolpert sind bzw. neugierig machen auf Content, zu dem Ihr bald mehr auf unserem Blog erfahren könnt!

 

Rausgestöbert:

**        Zuerst ein Hinweis auf das Magazin, sowie den Blog von Steffen Meier: Aktuelle & innovative Inhalte; auch die Lektüre der vergangenen Ausgaben lege ich Euch hiermit dringlichst ans Herz.

 

**        Ihr fragt euch sicher manchmal während stiller Stunden in eurem kleinen Studierzimmer: Welches Buch ist eigentlich in jedem Land das beliebteste? Verzagt nicht länger, VICE liefert die Antwort!

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„Es wird nicht geschrieben!“ – Zu Besuch im Deutschen Literaturinstitut

Mai 23rd, 2017 | Aktuelles | 1 Comment

Bericht
 

Wenn man den Weg zum Literaturinstitut geht, hat man fast das Gefühl, eine Hochsicherheitszone zu betreten, denn das historische Gebäude befindet sich direkt neben dem Amerikanischen Generalkonsulat, dessen Zufahrt von der Polizei abgesperrt und gesichert wird. Mein erster Gedanke, als ich mich Donnerstagabend auf den Weg gemacht habe, war dabei fast: „Sind die jungen Autoren eine so bedrohte Spezies, dass man sie beschützen muss?“ Doch ein Blick auf Google Maps schaffte Klarheit. Und doch könnte man fast meinen, dass eine kleine Gruppe von 40 aktiven bzw. 60 immatrikulierten Studenten doch schutzbedürftig sei.

Literarisches Schreiben

Doch von vorn: Am Donnerstag, dem 18. Mai 2017, lud der Verein Junge Verlagsmenschen alle Interessierten zu einem Besuch im Deutschen Literaturinstitut Leipzig ein, das als Teil der Universität Leipzig den Bachelor- und Masterstudiengang Literarisches Schreiben anbietet. Im Institut beantwortete Jörn Dege, Absolvent und aktueller Geschäftsführer, sämtliche Fragen, die den insgesamt 13 Teilnehmern einfielen. Abgehalten wurde diese Fragerunde im Saal des Literaturinstituts, der eigentlich gleichzeitig der Eingangsbereich ist. Wie wir uns bei der anschließenden kurzen Führung selbst überzeugen konnten, handelt es sich dabei auch wirklich um den schönsten Raum des Gebäudes, welches Jörn Dege selbst als eher trostlos beschrieb, trotz der schönen Fassade. An den Wänden des Saals hingen Fotografien einer Absolventin der gegenüberliegenden Hochschule für Grafik und Buchkunst, die die liebsten Leseorte bekannter Autoren, Künstler und anderer bekannter Persönlichkeiten zeigten.

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Mein Literaturkreis – Der Buchclub 2.0

September 22nd, 2015 | Internationale Entwicklungen | 1 Comment

mein literaturkreis - vdzu

Hintergrund:

Wer kennt sie nicht – Die Lese-und Literaturkreise, allgemein bekannt als Buchclubs. Man sitzt in einer gemütlichen Runde und wählt gemeinsam ein Buch aus. Danach tauscht man in regelmäßigen Treffen seine eigenen Leseeindrücke mit denen der anderen Mitglieder aus. Dies ist auch das Ziel von Mein-Literaturkreis.de: Menschen mit gleichen Literaturinteressen in einer freundlichen Runde zusammen zu bringen.

Name des Modells: Mein-Literaturkreis.de
Geschäftsführer: Kerstin Hämke
Träger: Mein Literaturkreis
Sitz: Bad Honnef

Beschreibung und Nutzen des Geschäftsmodells:

Mein-Literaturkreis.de ist eine Website, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen durch Literaturkreise zusammen zu bringen. Ob man nun einfach einem Lesekreis in seiner Nähe beitreten will oder darüber nachdenkt einen eignen zu gründen, das Team von Mein-Literaturkreis.de steht als Ratgeber-Plattform unterstützend zur Seite.
Für alle Leser, welche keine Zeit oder Lust auf einen „traditionellen“ Literaturkreis haben, gibt es in Kürze einen Online Literaturkreis auf der Website. Ebenso werden Tipps und Anregungen zu buchbezogenen Themen, Informationen zu Literatursendungen im TV, Literaturfestivals und wichtigen Buchpreisen auf der Seite präsentiert.
Für die kostenlose Mitgliedschaft reicht eine kurze Anmeldung aus, die damit Zutritt zu einer Community von vielen gleichgesinnten Lesebegeisterten ermöglicht. Read More

Kleine kluge Köpfe

November 6th, 2014 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

gehirnDie Wahrnehmungsentwicklung von Kindern in Bezug auf Neuronale Prozesse

 

Bevor wir konkret in unsere Thematik einsteigen, ist es hilfreich, Genaueres über die neuronale Entwicklung des Menschen zu erfahren. Wir müssen also wissen, wie unser Gehirn funktioniert und in welchen Entwicklungsstadien das Gehirn besonders aktiv und aufnahmefähig ist. Erst dann können wir klären, wie speziell Kinder auf technologische Prinzipien reagieren und diese wahrnehmen und verarbeiten. Des Weiteren können wir uns damit beschäftigen, mit welchen Apps wir Kinder fördern können und mit welchen wir sie in ihrer Entwicklung eher einschränken.

 

Aufbau und Funktion des Großhirns

Mediziner sagen, unser Großhirn lasse sich im Wesentlichen in zwei nahezu symmetrische Teile untergliedern. Die linke Hälfte bezeichnen sie als sensorischen Humunculus. Hier verarbeite das Gehirn insbesondere Sinneseindrücke. Der rechte Teil sei der sogenannte motorische Humunculus, der unsere Bewegungsabläufe koordiniere. Jede der zwei Hälften lasse sich zusätzlich in Frontallappen, Parietallappen, Temporallappen und Okzipitallappen einteilen. Der Präfrontale Cortex oder auch Frontallappen, der sich direkt hinter unserer Stirn befinde, nehme den gesamten vorderen Teil des Gehirns ein und sei damit die größte Hirnstruktur des Menschen. Er stehe in engem Zusammenhang mit unserer Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und der Fähigkeit des Planens und Entscheidens. Damit spiele er für unseren Charakter und unsere Persönlichkeit eine entscheidende Rolle. Er definiere, wie wir uns verhalten, bewegen und auf unsere Außenwelt reagieren. Aufgrund solch komplexer Funktionen sei es nicht ungewöhnlich, dass der Frontallappen der Bereich des Gehirns sei, der am längsten für seine Entwicklung brauche: ganze 25 Jahre.

Der Scheitellappen oder auch Parietallappen befinde sich im hinteren oberen Bereich und sei für unsere Empfindungen zuständig. Er ermögliche uns das räumliche Denkvermögen und damit Prozesse wie Rechnen oder Lesen. Der Schläfenlappen oder auch Temporallappen liege dem Namen entsprechend nahe unseres Schläfenbereichs. Er diene sehr vielen verschiedenen Funktionen, wie dem Hören, Riechen, Sprechen, Verstehen, visuellen Erkennen und der Gedächtnisbildung. Der letzte der vier Großhirnareale sei der Okzipitallappen oder Hinterhauptslappen, der sich am Hinterkopf befinde und für unsere visuelle Wahrnehmung zuständig sei, d.h. er verarbeite äußere Eindrücke und bilde damit das Sehzentrum unseres Gehirns. Doch wie entwickelt sich unser Gehirn im Laufe des Lebens und ab wann beginnt der Mensch seine Außenwelt zu erfassen?

 

Entwicklung der Wahrnehmung von Kindern 

Experten sind der Meinung, dass das Gehirn sich bereits im Mutterleib entwickelt. Erstaunlich ist, dass das Gehirn eines Fötus schon ab der 19. Woche Informationen aufnehmen könne. Ab der 26. Woche entwickeln sich Sinneseindrücke wie Hören, Schmecken und Sehen. Danach, ca. ab der 32. Schwangerschaftswoche, könnten sogar Schlafphasen festgestellt werden und es folge die Ausbildung einer Art Kurzzeitgedächtnis, was beispielsweise in der Lage sei, wiederkehrende Töne abzuspeichern. Man geht davon aus, dass der Fötus ab der 35. Woche die Stimme und Sprache seiner Eltern wahrnehme und dies maßgeblich zur Entwicklung der Muttersprache beitrage. Nach der Geburt sei das Gehirn trotzdem noch recht rudimentär aufgebaut. Es sei bisher nur ein Grundgerüst entwickelt, welches über einfache Reflexe wie Saugen und Schlucken verfüge, sowie Bedürfnisse (z.B. Hunger) und Angstgefühle zum Ausdruck bringen könne. Besonders im Kleinkindalter schreite die neuronale Entwicklung von Kindern schnell voran. Hätte ein Kind im Alter von 2 Jahren noch genauso viele Neuronen wie ein Erwachsener, seien es bereits ein Jahr später mit 200 Billionen Neuronen schon doppelt so viele. Auch das Wachstum der neuronalen Verknüpfungen, der Synapsen, sei in diesem Alter viel höher als die Anzahl der Synapsen, die ein Erwachsener tatsächlich benötige. Das würde bedeuten, dass das Gehirn eines Dreijährigen mehr als doppelt so aktiv sei, als das eines ausgewachsenen Menschen. Dies habe eine enorme Lern-und Anpassungsfähigkeit zur Folge und mache es den Kindern besonders in diesem Alter einfacher, sich Sprachen, Lebensstile und Verhaltensweisen anzueignen. Genau jetzt sei es wichtig, Kinder zu fordern und zu fördern, denn in den folgenden Jahren würden unbenötigte Synapsen abgebaut und häufig benutzte verstärkt. So trügen besonders das äußere Umfeld des Kindes und in den ersten Jahren vor allem die Eltern die Verantwortung über dessen Persönlichkeitsentwicklung. Doch wie können Eltern zu einer positiven Charakterausbildung ihrer Schützlinge beitragen? Könnte eine zusätzliche Bildung mit speziellen Apps auf dem Tablet oder Smartphone nicht eine Option sein? Und wenn ja, welche Apps eignen sich aus pädagogischer Sicht überhaupt zur Schulung von Kindern? Diese Fragen wollen wir in demnächst erscheinenden Artikeln klären.

 

gehirn

 

Autor:  Vivien Zschammer

Voland & Quist – App-Release im März!

Februar 6th, 2014 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Voland & Quist – zwei widersprüchliche Namen, bei denen einige sich vielleicht an den mephistophelischen Teufel aus Michail Bulgakows »Meister und Margarita« erinnern und an den friedensstiftende Quinten Quist aus Harry Mulischs »Die Entdeckung des Himmels«. Hier ist allerdings der Leipziger Verlag gemeint, der 2004 von Sebastian Wolter und Leif Greinus gegründet wurde. Jedoch gibt es Mutmaßungen, dass die Wesenszüge beider Verleger nicht ganz unentscheidend für diese Namensgebung des Verlages waren.

Sebastian Wolter (C) Robert Gommlich

Sebastian Wolter
(C) Robert Gommlich

Verlegt wird bei Voland & Quist hauptsächlich zeitgemäße Literatur, das Programm ist vielfältig und reichhaltig – die Schreiberschaft ebenso. Keine gewöhnliche Belletristik, hier werden die Klassiker von morgen produziert und der Lyrik eine angemessene Bedeutung zugeschrieben. „Anspruch der verlegerischen Tätigkeit von Voland & Quist ist es, zeitgenössische urbane Literatur in entsprechender Form zu präsentieren. Dies verwirklichen wir einerseits durch die Veröffentlichung von »Liveliteratur«, d. h. Literatur, die auch für die (Lese-)Bühne und den Vortrag verfasst wurde, andererseits durch die sorgfältige Auswahl von Autoren und Themen. Unsere Bücher sind originell, authentisch, voller Humor und sehen auch noch gut aus.“ Stimmt. Doch wie kam es zu diesem grandiosen Einfall, Live-Literatur zwischen Buchdeckeln zu konservieren? „Weil wir als Studenten viele Literaturveranstaltungen organisiert haben und die meisten der Autoren damals noch nicht, oder eben nicht passend – nämlich mit CD zum Anhören –, verlegt wurden, wie wir fanden. Das wollten wir dann übernehmen. Zumal es unser Verlagskonzept, nämlich Bücher mit CDs zu verlegen, so noch nicht gab.“

Einige äußerst bekannte Namen finden sich in der Autor*innenliste, wie beispielsweise Ahne, Fiva und Marc-Uwe Kling – auch der beliebte Leipziger Hörspielsommer e.V. ist vertreten, ebenso zahlreiche bisher unentdeckte osteuropäische Talente wie Edo Popović, Roman Simić und Olja Savičević. Selbst Kinderliteratur ist seit 2010 im Programm, so beispielsweise »Reggaehase BOOOO«, herausgegeben von der Band Yellow Umbrella, illustriert von Manon Gauthier.

Generell erscheint eine Vielzahl der eindrucksvollen Druckwerke inklusive CD. Wieso eigentlich? „Wir sind der erste Verlag in Deutschland, der auf die Kombination dieser beiden Medien setzt und die Vorlese-Qualitäten unserer Autoren für alle Leser erlebbar macht. Auf diese Weise kann man den Lesungen passionierter Bühnenpoeten lauschen, die Live-Atmosphäre einer Literaturshow auch zu Hause nacherleben oder einfach einen neuen Zugang zu den bereits gelesenen Texten finden.“ Super Idee! Ja, und manchmal werden die Bücher bei Voland & Quist nicht nur mit Hörstoff, Bonusmaterial & Co. versehen, manchmal entstehen sogar ganze Filme aus ihnen, wie etwa „Alois Nebel“, der seit Dezember vergangenen Jahres auf Kinoleinwänden gegen seine Dämonen kämpft.

Und worauf dürfen wir uns als Nächstes freuen? Auf interaktive E-Books vielleicht? „Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an einer App für Kurzgeschichten, geplanter Release ist März diesen Jahres.“

http://www.voland-quist.de

Verlagsaufgaben in Autorenhand – Ein Treffen mit der Indie-Autorin Annelie Wendeberg

Januar 27th, 2014 | Neue Publisher | 1 Comment

Ich habe eine Verabredung, mit einer Autorin und mit einer Verlegerin. Dennoch treffe ich an jenem sonnigen Vormittag im November lediglich eine Person, Annelie Wendeberg, in Begleitung ihres Ehemannes Magnus. Annelie Wendeberg ist Autorin und Verlegerin sozusagen in Personalunion. Sie ist Selfpublisherin oder Indie-Autorin, wie sie sich selbst nennt.

Annelie Wendeberg Copyright Magnus Wendeberg

Annelie Wendeberg
(C) Magnus Wendeberg

Vor gut zwei Jahren begann Annelie, die hauptberuflich Mikrobiologin und Mutter ist, in ihrer Freizeit zu schreiben. Es entstand „The Devil’s Grin“, ein historischer Thriller um Dr. Anton Kronberg, alias Anna Kronberg, eine junge, ehrgeizige Frau, die sich im Männergewand als führender Bakteriologe des viktorianischen England einen Namen gemacht hat. Gemeinsam mit Sherlock Holmes muss sie die Herkunft eines Cholera-Toten in den Londoner Wasserwerken und die Hintergründe dieses mysteriösen Todesfalles ans Licht bringen.

Der Titel „The Devil’s Grin“ lässt es bereits erahnen: Das Buch ist auf Englisch erschienen, „weil es einfach besser floss“, sagt Annelie. Mittlerweile ist der zweite Teil der Kronberg Thriller, „The Fall“, auf dem eBook-Markt zu haben, der dritte Teil ist fertiggestellt und ein weiterer in Arbeit.

Um ihr Buch an den Leser zu bringen, hat sich Annelie Wendeberg in den vergangenen Jahren in die Welt des Indie-Publishing gestürzt und sich intensiv mit dessen Instrumenten auseinandergesetzt. Das macht sie zu einer interessanten Gesprächspartnerin, wenn es um die Praxis des Selfpublishing geht, und nicht nur dann…

Spätestens nachdem das Werk vollendet ist, sollte es Außenstehenden zum Lesen gegeben werden. Diese wichtige Verlagsaufgabe, das Lesen, Redigieren und Korrigieren des Textes funktioniert für Annelie als eine Art gegenseitiger Freundschaftsdienst. In ihren Indie-Kollegen findet sie versierte Korrekturleser, da diese, so Annelie, selbst in der Regel Vielleser sind. Nichtsdestotrotz sollte man unbedingt sein Werk einem professionellen Lektor bzw. Korrektor übergeben, wenn es denn der Geldbeutel hergibt. Ein Lektor wird allumfassend am Text arbeiten, inhaltliche Fallstricke aufspüren und die Qualität der Geschichte damit erheblich verbessern. Ein Korrektor hingegen ist für die orthografische Richtigkeit verantwortlich. Für den zweiten Teil der Kronberg Thriller setzte Annelie eine Crowdfunding-Aktion in Gang, die ihr das Geld für das Lektorat und Korrektorat bescherte.

Die Gestaltung ihrer Cover übernimmt Annelie selbst. Um die Reaktionen zu testen, stellt sie die Entwürfe bei Facebook zur Diskussion.

Auch das Layout und die Konvertierung des Textes in die gängigen eBook-Formate, mobi und ePub, nimmt sie selbst in die Hand. Das Know-How haben ihr Internetpiraten vermittelt, die ihr erstes Werk vollkommen bar jeden Kopierschutzes im Netz verbreiteten.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor, so Annelie, ist zweifelsohne die Community, die den Entstehungsprozess des Werkes begleitet. Sie besteht aus befreundeten Indie-Autoren ebenso wie aus Lesern und Fans der bereits erschienenen Titel. Annelie pflegt diese Verbindungen intensiv. Auf ihrer Website hält sie beispielsweise die Fans über den Fortschritt im Schreibprozess auf dem Laufenden, nimmt Anregungen und Kritik entgegen. Der Leser ist bereits während des Schreibens quasi hautnah dabei. Ein wichtiger Teil der Arbeit des Indie-Autors besteht, laut Annelie, in diesen Vernetzungsaktivitäten.

Bei aller Professionalität, die der Indie-Autor bei der Bearbeitung seines Werkes an den Tag legen könne, seien eine perfekte Umsetzung in Sachen Lektorat, Cover, Layout oder Konvertierung jedoch längst kein Garant für einen Erfolg: „Das Buch muss einen Nerv treffen.“

Mit mehreren zehntausend Lesern erlangte „The Devil’s Grin“ eine große Resonanz auf dem englischsprachigen eBook-Markt. Um ausländische Rechte ihres Buches verkaufen zu können, hat Annelie sich an den KiWi Verlag gewandt, der die Rechte für „The Devil’s Grin“ und den Nachfolger „The Fall“ kaufte. Die englischen Rechte bleiben bei der Autorin.

In Kürze kann der erste Teil der Kronberg Thriller nun auch auf Deutsch gelesen werden. Am 13. Februar 2014 wird er unter dem Titel „Teufelsgrinsen“ als Taschenbuch beim Verlag Kiepenheuer & Witsch erscheinen.

Wir freuen uns auf eine spannende Lektüre und wünschen Annelie weiterhin sprudelnde Ideen.

Autorin: Stefanie Staat

250 Jahre alt, bewandert in etlichen Wissenschaften und ein Kenner der Berühmtheiten dieser Welt

Januar 23rd, 2014 | Neue Publisher | 0 Comments

Wer könnte das sein? Natürlich, der C.H. Beck Verlag für Literatur, Sachbuch und Wissenschaft aus München! Dieses Jahr feiert der Verlag als eine fest etablierte Größe der Medienbranche – ebenso wie vor hundert Jahren – runden Geburtstag. Was geschieht aber derzeit in den Etagen von so großen Verlagen? Wie sieht der Verlag heute selbst seine Arbeit? Wir haben nachgeforscht:

250_Worbildmarke_finalWas sind die Stärken als Verlag / medienherstellendes Unternehmen?
Der Verlag C.H.Beck ist ein Programmverlag, der auf inhaltliche Qualität setzt. Wir sehen uns dem Gedanken der Aufklärung verpflichtet, unsere Bücher sollen Wissen vermitteln, kompetent verfasst und geistig anregend sein.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie in Bezug auf digital und print?
Der Medienwandel ist im Alltag angekommen. Die Leser informieren sich digital, ohne außer Acht zu lassen, dass es auch eine offline-Welt gibt. Diese hat auch weiterhin Bestand. Wir verstehen den Wandel als Transformation, nicht als Disruption. Ohne Frage birgt er Risiken, aber wir bemühen uns, dem Puls der Zeit zu lauschen, attraktive Angebote zu testen und uns mit Experten auszutauschen. Wir stellen überdies sicher, dass sich der Verlag und seine Mitarbeiter immer weiter qualifizieren.

Wie erreichen Sie Ihre Kunden und Leser?
Wir denken an unsere Zielgruppen: Das sind Leser, Buchhändler, Journalisten, Lieferanten, Dienstleister und nicht zuletzt unsere Autoren. Folglich versuchen wir ihnen zielgruppengerecht, also über vielerlei Kanäle zu begegnen – über den Printbereich, über digitale oder soziale Verbindungen.

Der Literaturnobelpreis

Januar 22nd, 2013 | Meinung & Kritik | 0 Comments

Der Nobelpreis ist wohl die renommierteste Auszeichnung der Welt. Er wird in fünf Kategorien vergeben: Chemie, Physik, Medizin, Literatur und der Friedenspreis.
Mit dem Nobelpreis für Literatur soll ausgezeichnet werden, wer „das Vorzüglichste in idealistischer Richtung geschaffen hat“. [1]
Während Anfang bis Mitte Oktober der Preisträger bekannt gegeben wird, erfolgt die feierliche Übergabe durch den schwedischen König erst am 10. Dezember – dem Todestag von Alfred Nobel. Dieser stiftete die Preise, damit sie „denen zuteil werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben“. [2]
Bereits ein Jahr vor der Verleihung beginnt die Suche nach dem Preisträger des nächsten Jahres. Es werden ausgewählte Leute angeschrieben, die bis zu einem bestimmten Termin Zeit haben, Vorschläge einzureichen. Zulässig sind allerdings nur lebende Personen, der Nobelpreis kann also nicht posthum verliehen werden. Ein Komitee sichtet alle eingegangenen Vorschläge und stellt eine Liste für die Schwedische Akademie zusammen. Im September wird über die Kandidaten und ihr Werk debattiert, gefolgt von der Abstimmung Anfang Oktober. Mehr als die Hälfte aller Stimmen müssen sich auf einen Kandidaten vereinen, ansonsten kann er nicht gewählt werden. Dann wird nur der Preisträger bekanntgegeben, die Namen der übrigen Kandidaten, wie auch Informationen über den Auswahlprozess unterliegen einer 50-jährigen Sperrfrist. Read More

Metal, Gartenzwerge und ein 13-jähriger Junge

Januar 21st, 2013 | Meinung & Kritik | 1 Comment

Donnerstag. Abend. Geschlossene Läden weit und breit. Du gehst eine Dir unbekannte Straße entlang. An der Ecke zur nächsten Straße erwartet es Dich. Leuchtend. Rot die Schrift. Du gehst durch die Tür. Alles ist düster. Ein Paar alte Sessel, ein Kicker, rote Wände und Metalmusik umgeben Dich. Vier Leute an der Bar starren Dich an. Keiner sagt etwas. Keiner lächelt. Du gehst zum Barmann und sprichst ihn an. Dir fällt auf, dass er in jedem Film die Rolle des irren Drahtziehers bekommen würde. Du findest ihn sympathisch. Er stellt Dir ein Getränk auf den Tresen, während Du ein paar Kinderbilder an der Wand betrachtest. Der Barmann deutet in den anliegenden Raum und Du gehst hinein …
Was Du jedoch nicht noch nicht weißt: Du wirst einen wundervollen, kulturellen Abend zusammen mit Menschen erleben, die gute Literatur zu schätzen wissen. Und das in einer Metalkneipe in Leipzig-Plagwitz.

So in etwa erging es mir, als ich mich für Euch zur Leseshow „Tanners Terrasse“ am 10.01.2013 aufmachte. Moderiert wurde die Show von Volly Tanner,  der seine Gäste auf einer Bühne empfing, die von  Gartenzwergen umzingelt wurde. Geladen waren Christopher Götze (Künstlername: Kryz) und Gunnar Schade. Wer sich fragt warum „Tanners Terasse“ gerade „Tanners Terrasse“ heißt, bekommt eine schnelle Antwort:  Volly Tanner und sein  Garten mit Terrasse = Name der Lesebühne. Ganz logisch also. Und die Frage warum Gartenzwerge um die Bühne herum stehen, hat sich damit auch erledigt. Read More

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