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Posts Tagged ‘self-publishing’

Self-Publishing – Ein guter Anfang für Autoren

Dezember 9th, 2015 | Meinung & Kritik, Self-Publishing, Verlage der Zukunft | 0 Comments

Schon lange dient das Internet nicht mehr nur als Plattform für Informationsverbreitung und Einkaufsgelegenheiten, sondern bietet auch Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung. Neben der Vermarktung von Musik, Kunst, Produkten oder von sich selbst (Youtuber) spielt auch immer mehr das Self-Publishing eine Rolle. Jeder weiß: Die Verlage und Druckereien müssen schauen, wie sie sich dem aktuellen Trend der Digitalisierung anpassen. Für Autoren öffnet sich aber dank der Digitalisierung ein neues Tor. Schnell, einfach und vor allem kostengünstig soll das eigene Werk veröffentlicht werden und für Leser zugänglich sein.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Unternehmen, die Self-Publishing und zugehörige Services anbieten. Dazu gehören unter anderem epubli.de, BookRix, Ciando, XinXii, Neobooks oder Ciando.

Die bekannteste Plattform dürfte wohl epubli.de sein. Dort wird damit geworben, dass für einen Preis von 14,95 € das Buch erstellt wird, eine ISBN erhält und über beispielsweise Amazon und im Buchhandel vertrieben wird. Interessant ist hierbei vor allem, dass keine Mindestmengen abgenommen werden müssen, er die Rechte an seinem Text behält und den Vertrag jederzeit kündigen kann.

Für jeden, der selbst schreibt und nicht weiß, wie er an die Vermarktung seines Manuskriptes herangehen soll, sind diese Self-Publishing-Plattformen natürlich ein große Hilfe.

Manche Plattformen bieten nicht nur Kostenrechner für die Produktion an, sondern auch die Möglichkeit sich anhand dessen gleich das Honorar ausgeben zu lassen. So kann der Autor vorab kalkulieren und muss sich nicht in Unkosten stürzen.

Dennoch verlangt das Selbst-Publizieren den Autoren einiges ab. Viele Schritte, die vom Verlag übernommen werden, müssen in Eigenregie geschehen. Dabei fängt es bei der Korrektur und Überarbeitung des Manuskriptes an, geht über die Auswahl der Ausstattung und das Bekanntmachen seines Werkes. Die Auswahl an Ausstattungen ist beim Self-Publishing stark begrenzt und zudem besitzt ein Autor gegebenenfalls nicht das nötige Fachwissen, um dabei eine Entscheidung zu treffen, die genau seinen Wünschen entspricht. Dieser Schritt entfällt natürlich beim Publizieren eines E-Books. Auch das Werben über Social Media oder andere Plattformen muss geplant und gekonnt vonstattengehen.

Das Self-Publishing stellt definitiv eine große Errungenschaft der technischen Entwicklung in der Branche dar und hilft Autoren beim Einstieg ins Publizieren. Zu beachten ist aber, dass der Aufwand für die Vorbereitung enorm hoch ist. Somit ersetzt das Self-Publishing ins keiner Weise das Publizieren über einen Verlag. Den großen Durchbruch mittels Self-Publishing ist wohl eher die Ausnahme.

Autor: Martin Winkler

Geschäftsmodell: Neobooks – Der Weg zum Self-Publishing

Mai 19th, 2015 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Neobooks

Hintergrund:
Neobooks.com bietet Autoren einen einfachen und kostenlosen Weg ihre Werke zu veröffentlichen und gleichzeitig die Möglichkeit von Verlagen entdeckt zu werden. Die Plattform bietet den Autoren ein weites Vertriebsnetz, über das die E-Books verkauft werden können, und Hilfe bei Marketing- Maßnahmen an.

Name des Modells: neobooks.com
Geschäftsführer: Dr. Hans-Peter Übleis, Bernhard Fetsch, Josef Röckl
Träger: i-lab GmbH
Sitz: München

Beschreibung und Nutzen des Geschäftsmodells:
Neobooks ist eine Selfpublishing- Plattform, die von der Verlagsgruppe Droemer Knaur betrieben wird. Autoren und Herausgeber können Ihre Texte kostenlos hochladen und auf unkomplizierte Weise als E-Book veröffentlichen. Neobooks übernimmt die Konvertierung der Dokumente, den Vertrieb und bei Bedarf auch das Marketing der E-Books. Autoren behalten dabei die Rechte am Buch und erhalten eine transparente Einsicht in ihre Verkaufszahlen. Es fallen keine Einstell- oder Änderungsgebühren an. Der Vertriebsvertrag ist jederzeit kündbar und 70% des Nettoerlöses fließen an den Autor zurück. Als Nutzer von Neobooks profitiert man von einer großen Leser- und Autorencommunity, welche die Werke rezensiert und weiterempfehlen kann. Findet einer der kooperierenden Verlage Interesse an einem Buch, besteht für den Autor sogar die Chance auf einen Verlagsvertrag.

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Neobooks – Konkurrenz oder Rettung des klassischen Verlagsmodells?

August 11th, 2014 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Selbstpublizierte Bücher werden nach wie vor von einigen Experten aus dem Verlags- und Literaturbetrieb kritisch beäugt. Sie befürchten eine Überschwemmung des Marktes mit „Schundliteratur“ und sehen die entsprechenden Veröffentlichungsplattformen als Wegbereiter des Untergangs qualitativ hochwertiger Literatur. Dennoch tauchen in den letzten Jahren immer mehr Autoren in den Bestsellerlisten auf, die nicht an einen Verlag gebunden sind. Als erstes erkannte die Verlagsgruppe Droemer Knaur dieses Potential und gründete die Plattform neobooks, die mittlerweile zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell herangewachsen ist.

„Unter den Selfpublishern sind zahlreiche vielversprechende und überaus talentierte Autoren, die jedes Verlagsprogramm bereichern, aber über den klassischen Einsendeweg vielleicht nie Sichtbarkeit erlangt hätten“, sagt Juliane Reichwein, die neue Teamleiterin von neobooks. Bis heute wurden über neobooks bereits über 80 Titel akquiriert und sogar schon sechs Taschenbücher bei einem Verlag der Droemer Knaur-Gruppe von Autoren veröffentlicht, die über neobooks entdeckt wurden.

Nach der „Sichtbarkeit“, von der Juliane Reichwein spricht, streben viele Menschen: Der Wunsch nach der Veröffentlichung der eigenen Memoiren, Gedichte und Fantasiegeschichten ist groß. Früher blieb hier nur der Weg über sogenannte, teils ausbeuterische Druckkostenzuschussverlage. Mit der Welle des Selfpublishing ist dieses Modell überflüssig geworden, dennoch bestehen die Verlage weiter. Auf die Frage, ob neobooks diesen Verlagen den Garaus machen will, antwortet Juliane Reichwein: „Wir unterstützen unsere Community mit all unserem Branchenwissen und klären über ‚Stolpersteine‘ auf. Mit neobooks bieten wir eine echte Alternative, zeigen einen anderen Weg zur Publikation auf – damit dürften die Angebote diverser Häuser ganz für sich alleine sprechen.“ Hier noch einmal kurz die wichtigsten Informationen rund um diese Alternative:

Juliane Reichwein

Juliane Reichwein

 

Das Modell neobooks

Neobooks ist eine kostenlose Plattform für Selfpublisher, die 2010 von der Verlagsgruppe Droemer Knaur gegründet wurde. Die Besonderheit an dieser Plattform ist, dass der Autor die Möglichkeit auf einen Vertrag entweder bei einem Verlag der Droemer Knaur-Gruppe oder seit ein paar Monaten auch Rowohlt hat. Diesen Vertrag hat man als Autor dann in Aussicht, wenn ein Lektor den Titel als passend für sein Verlagsprogramm einstuft. Die Lektoren lesen die Top-Ten-Titel von der Website, auf  der die Lesercommunity die Bücher mit bis zu fünf Sternen bewerten kann.

Vorteile für den Autor, außer der Option auf einen Verlagsvertrag, bestehen in dem Autorenhonorar von 70%, der Listung in sämtlichen Verzeichnissen und dem selbst auswählbaren Preis. Zudem kann der Autor selbst über die Distributionskanäle seiner Titel entscheiden, benötigt nur geringe Computerkenntnisse und darf auch noch auf anderen Plattformen veröffentlichen.

Für den Verlag bietet dieses Modell den Vorteil, eventuell zukünftige Bestsellerautoren zu akquirieren und löst damit zumindest ein Stück weit das Problem der Masse an unaufgefordert eingesandten Manuskripten. Auch das Risiko für den Verlag wird dadurch gemindert, dass der Autor als Selfpublisher bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt und Erfahrung gesammelt hat.

Nachahmer in der Branche

Mittlerweile hat sich die erfolgreiche Idee von Droemer Knaur natürlich herumgesprochen und andere Verlage versuchen sich ebenfalls an Modellen, die die neue Möglichkeit nutzen sollen, noch unbekannte talentierte Autoren zu akquirieren. Das jüngste Beispiel ist die Kooperation von Bastei Lübbe mit der Plattform BookRix. Diese Zusammenarbeit funktioniert ganz nach dem Beispiel von neobooks: Auch hier haben die Selfpublisher die Chance auf einen Vertrag bei dem großen Kölner Belletristikverlag. Andere Beispiele für Nachahmer in der Branche wären Egmont mit Lyx Storyboard oder Oetinger mit Oetinger 34 (Wir berichteten darüber im Juni: http://www.verlagederzukunft.de/business-development-zeiten-der-digitalisierung-interview-mit-tea-herovic/). Kritik an solchen Modellen kommt nur von einigen Selfpublishern, die solche Modelle als „Trittbrettfahrer“ bezeichnen.

Eine hohe Bedeutung hat der Einstieg von Rowohlt im Mai in die Arbeit von neobooks. Der literarisch anspruchsvolle Verlag, der wie Droemer Knaur zur Holtzbrinck Verlagsgruppe gehört, zollt damit vor allem den Selfpublishern einen hohen Respekt. Auch Juliane Reichwein hebt diese Neuerung hervor: „Mit dem Rowohlt Verlag haben wir bereits einen starken und vertrauensvollen Partner gewonnen, der unser Akquiseprogramm bestärkt.“ Sie sieht neue Konkurrenz wie Bastei Lübbe mit BookRix nicht als große Bedrohung für den Erfolg ihrer Plattform: „Im Markt der Selfpublishing Plattformen behaupten wir uns bereits seit längerem gegen konkurrierende Unternehmen.“ Auf die Frage, in welche Richtung sich neobooks in den kommenden Jahren ausrichten wird, spricht sie die Optimierung des Services für Autor und Leser an. Schlussendlich nennt sie die Märkte anderer Länder „spannend“ und gibt zu, dass neobooks den „ein oder anderen Blick in die Welt“ riskiert. Vielleicht werden wir also bald sehen, wie das Projekt ausgeweitet wird und neobooks auch international auf Autorensuche geht.

Chancen erkennen und nutzen!

Mit der wachsenden Anerkennung sollten die Kritiker des Selfpublishing schnell verschwinden und die Verlage die Möglichkeit vereinfachter Akquise neuer Autoren nutzen – ein Aspekt, der erst neulich bei den Berliner Buchtagen auf der Konferenz „Selfpublishing – Bedrohung oder Chance für Verlage?“ diskutiert wurde. Das Problem der unaufgefordert eingesandten Manuskripte, die von den Lektoren gar nicht bearbeitet werden können, dürfte bald gelöst sein. Es ist der Buchbranche nur zu wünschen, dass bald noch weitere zukunftsfähige Projekte über neobooks hinaus entstehen, die vor Marktriesen wie Amazon und dessen angekündigten Verlagstätigkeiten bestehen können. Studien wie die Studie zum Stand des Self Publishing in Deutschland von Matthias Matting beweisen, dass die meisten Selfpublisher gerne bei einem Verlag veröffentlichen würden. Das ist eigentlich eine brillante und relativ risikoarme Möglichkeit für Verlage, bereits erfolgreiche Autoren aus den E-Book-Charts unter Vertrag zu stellen. Man sollte Selfpublishing nicht als Gefahr für Verlage begreifen, sondern als Chance, diese zu erhalten. Anstatt sich über Qualitätsverlust durch die Schwemme von selbstpublizierten Titeln zu beschweren und den guten alten Zeiten der hohen Literatur hinterher zu träumen, sollte man diese Möglichkeit ergreifen!

von Jana Kapfer

Erfolgsfaktoren für den Job – so klappt’s garantiert!

Januar 15th, 2014 | Neue Publisher, Veränderungen der Arbeitswelt | 0 Comments

Gerade in der Medienbranche ist der Arbeitsmarkt hart umkämpft! Klar also, dass sich in Vorstellungsgesprächen jeder Bewerber von seiner besten Seite zeigen möchte, um dem potentiellen Arbeitgeber zu imponieren. Doch worauf legen die LeiterInnen erfolgreicher Medienunternehmen bei ihren MitarbeiterInnen überhaupt wert? Wie soll sie aussehen, die beste Seite? Um das herauszufinden, haben wir einfach bei verschiedenen UnternehmensleiterInnen nachgefragt, welcher DER Erfolgsfaktor ist, den sie sich von ihren (zukünftigen) MitarbeiterInnen wünschen.

Eine erste Antwort bekamen wir von epubli. Das Unternehmen, das zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehört,  ist dafür berühmt, dass es dank moderner Print-on-Demand-Technologien Bücher bereits  ab einer Auflage von einem Exemplar herstellen kann. Dies ermöglicht es auch Privatpersonen und Self-Publishern, ihre Werke drucken und binden zu lassen, was bei herkömmlichen Verlagen auf Grund einer bestimmten Mindestauflage oft nicht möglich wäre. Hinzu kommt, dass das Unternehmen die Bücher nicht nur produziert, sondern auf Wunsch auch veröffentlicht und es somit anderen Nutzern zugänglich macht. Dies gilt sowohl für herkömmliche Bücher, als auch für E-Books. Auf unsere Frage nach dem entscheidenden Erfolgsfaktor, den ein Mitarbeiter für ePubli mitbringen sollte, antwortete uns Geschäftsführer Jörg Dörnemann wie folgt:

„Wenn ich es auf einen Faktor herunterbrechen müsste, wäre der wahrscheinlich EHRGEIZ.
Der Ehrgeiz, Probleme selbstständig zu durchdringen, kreative Lösungen zu erdenken und dann nicht locker zu lassen, bis sie funktionieren oder man eine andere Lösung hat…“

Erfolg kommt eben nicht von ungefähr. Ein Unternehmen mit ehrgeizigen Zielen braucht eben auch ehrgeizige Mitarbeiter, um diese erfüllen zu können. In diesem Sinne bedanken wir uns bei epubli für das Interview und geben allen Lesern den Rat mit: Wer seine Ziele mit Ehrgeiz verfolgt, der wird sie früher oder später auch erreichen!

Interview: Melanie Böttger
Autorin: Sarah Bohnert

„BERLIN.classified “ – Kriminalroman im Self-Publishing-Verlag

Dezember 16th, 2013 | Meinung & Kritik, Neue Publisher | 0 Comments

berlin-classifiedFür Freundinnen und Freunde des gepflegten Kriminalromans könnte das ein Schmankerl sein: Mit „Seilverwandschaften“ ist am 9. Dezember die erste Episode der sechsteiligen eBook-Serie „BERLIN.classified“ auf der Self-Publishing-Plattform epubli erschienen.

Der Autor, Fred Breinersdorfer, verfasst nicht nur Krimis, sondern auch Kurzgeschichten, Hörspiele und Drehbücher für Kino und Fernsehen (u.a. für „Tatort“). Bei der Story von „BERLIN.classified“ bezieht er sich auf die Barschel-Affäre – benannt nach dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten, der 1987 tot in der Badewanne seines Hotelzimmers gefunden wurde. Die genauen Umstände wurden nie ganz aufgeklärt. Doch wir haben es hier mit einem Kriminalroman zu tun. Die Ausgangslage ist also klar: Barschel wurde natürlich ermordet!

Im Jahr 2013 befasst sich die junge engagierte Dokumentarfilmerin Kimh erneut mit dem Fall. Es dauert nicht lange, da bekommt sie eine CD in die Hände, mit Filmmaterial aus Stasibeständen, welches kurz vor Barschels Tod aufgenommen wurde und deutliche Hinweise auf die Täter liefert. Das gibt natürlich Ärger. Kimh wird überfallen, ihr Informant wird erschlagen aufgefunden und von nun an lässt sich erahnen, womit wir es zu tun haben: mit einer politischen Intrige auf höchstem Niveau! Und die Drahtzieher lassen nicht mit sich scherzen…

Verschwörungstheorien solcher Art mögen im Alltagsleben eher fragwürdig sein, bieten aber immer wieder guten Stoff für eine packende Krimi-Dramaturgie. Breinersdorfer lehnt sich dabei stark an amerikanische Vorbilder an und bemüht sich erfolgreich um knappe, hartgekochte Sprache und erzählerisches Tempo. Höchstens der Realismus kommt dabei gelegentlich etwas zu kurz. Aber für eine spannende und unterhaltsame Bettlektüre taugt der Roman allemal.

Wer jetzt also interessiert ist, sollte rasch die Chance nutzen und umgehend bei epubli vorbeischauen – denn dort kann (Achtung! Achtung!) der erste Teil noch bis zum 21. Dezember kostenlos heruntergeladen werden. Viel Spaß beim Lesen!

Verlage heute – Neue Konzepte statt alte Gewohnheiten

November 28th, 2013 | Neue Publisher | 0 Comments

Logo epubliWer sind eigentlich die „Verlage der Zukunft“ und was machen sie? Leonie Langer von epubli aus Berlin hat uns drei Fragen dazu beantwortet:

1. Was ist Ihr Potenzial als Self-Publishing-Unternehmen?
Unsere große Stärke ist, dass wir einen klaren Fokus haben. Wir konzentrieren uns zu 100 Prozent darauf, die Chancen der Digitalisierung für Autoren nutzbar zu machen und Menschen mit tollen Geschichten den direkten Weg zu ihren Lesern zu ermöglichen. Dabei geben wir den Autoren die größtmögliche Freiheit. Bei uns entscheidet jeder selbst über Erscheinungsdatum, Preis, Buchcover und -titel sowie Marketingmaßnahmen für sein Buch. Denn die meisten Autoren kennen ihre Leser selbst am besten und wissen, wie und wo man sie anspricht. Deshalb ist es wichtig, dass Plattformen wie epubli eine Alternative zu klassischen Verlagen für diejenigen anbieten, die das Schicksal ihrer Bücher selbst in die Hand nehmen wollen.
Außerdem sind wir digitalen Trends gegenüber sehr aufgeschlossen. Zum Beispiel waren wir 2010 die erste Self-Publishing-Plattform, die auch eBooks veröffentlicht hat. Wir tauschen uns regelmäßig mit Playern der Publishing-Szene und aus anderen Bereichen aus, wie zuletzt Anfang Oktober bei der Rewrite the Web-Konferenz, die wir künftig regelmäßig stattfinden lassen. Und wir ermutigen unsere Autoren, Neues auszuprobieren, vom Erstellen eines Facebook-Profils über ein Giveaway bei Social-Reading-Plattformen wie Goodreads und Wattpad bis zur virtuellen Lesetour mit Unterschriften.

2. Vor welchen Aufgaben stehen Sie in Bezug auf Digital (und Print)?
Der Trend weg vom gedruckten hin zum elektronischen Buch ist für uns eher Chance als Herausforderung: Bei uns liegt der Anteil verkaufter eBooks jetzt schon bei 35 Prozent, verglichen mit den ca. 10 Prozent im gesamten deutschen Buchhandel ist das sehr viel. Wir rechnen damit, dass unsere Autoren in drei Jahren weit mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit eBooks machen werden. Wir freuen uns, wenn unsere Autoren Bücher verkaufen, ob Print oder elektronisch spielt für uns keine Rolle.
Unsere zentrale Aufgabe sehen wir eher darin, unser Angebot für Autoren ständig weiter zu verbessern. Es ist uns wichtig, Branchen-Insights und unser Know-How direkt an unsere Autoren weiterzugeben.

3. Wie erreichen Sie Ihre Kunden und Leser?
Das ist eher umgekehrt: Wer entscheidet, sein Buch ohne Verlag herausbringen, kommt von sich aus auf uns zu. Oft bekommen wir das gar nicht direkt mit, denn bei uns kann jeder sein Buch selbst hochladen, die für den Vertrieb nötige ISBN-Nummer anfordern und publizieren. Wer Hilfe beim Publikationsprozess braucht, kann sich an unser Author Care Team wenden. Die Leser finden die Bücher dann entweder in unserem epubli-Shop oder auf den anderen gängigen Vertriebskanälen wie dem Buchhandel, Amazon, dem iBookstore, Weltbild und Hugendubel.
Aber natürlich ist uns auch die direkte Ansprache wichtig: Auf unserem Blog geben wir regelmäßig Tipps rund ums Publizieren und Marketing und auf Twitter, und Facebook, tauschen wir uns mit unseren Autoren, Lesern und Followern aus. Und auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig, auf Konferenzen zum Thema Digital Publishing und auf Lesungen kommt es regelmäßig zu persönlichen Treffen – was nach wie vor am schönsten ist.

Autorin: Annelie Pawlitz

Content-Crowdfunding: Dirk von Gehlens „Neue Version“

Juni 9th, 2013 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Im Herbst letzten Jahres startete Dirk von Gehlen, der Autor des Buches Mashup (Suhrkamp), ein Experiment. Eine „Salonöffentlichkeit“ sollte am Entstehungsprozess seines neuen Buches „Eine neue Version ist verfügbar“ (ENVIV) teilhaben. In den letzten Tagen ist das Buch in Druck gegangen und das Experiment wurde mit einer Tagung in Tutzing abgeschlossen. Von Sabrina Richter

Verbesserungsvorschläge aus der Salonöffentlichkeit

Dirk von Gehlen © Daniel Hofer (SZ)

Dirk von Gehlen
© Daniel Hofer (SZ)

Ein Buch kaufen, bevor es überhaupt geschrieben wurde? 350 Leser und Leserinnen haben genau das getan, indem sie das ProjektEine neue Version ist verfügbar auf der Crowdfunding- Plattform Startnext unterstützten. Auf diese Weise erwarben sie nicht nur das Buch, sondern auch das Privileg, Teil des Entstehungsprozesses zu werden.

Der Autor Dirk von Gehlen verschickte seine Versionen an die, wie er sie bezeichnet, „Salonöffentlichkeit“ der Leser und Leserinnen, die mit Hinweisen und Verbesserungsvorschlägen antworteten. Auf diese Weise entspann sich ein Dialog zwischen ihnen, der zielführend sein sollte. ENVIV wollte auf diesem Wege nicht nur von der „[…] Idee, Kultur nicht mehr nur als Produkt zu sehen, sondern als Prozess zu verstehen, […]“ berichten, sondern sie auch praktisch anwenden, wie es auf buchreport.de beschrieben wird.

Crowdfunding-Konzept als Konkurrenz für klassische Verlage?

In diesen Tagen fand das Experiment seinen Abschluss. Wie auf der Homepage des Projektes ENVIV berichtet wurde, geht das Buch demnächst in den Druck und im Laufe des Monats erhält jeder „Unterstützer“ ein Exemplar. Am vergangenen Wochenende fand in der evangelischen Akademie Tutzing die Abschlusstagung statt, im Rahmen derer verschiedene Themen, die im Zusammenhang mit dem Buch stehen, Gegenstand diverser Vorträge und Diskussionen waren.

Der Erfolg eines solchen Experimentes kann richtungsweisend sein. Wird demnach in Zukunft das klassische Verlagswesen einen weiteren starken Konkurrenten im Crowdfunding erhalten oder gar durch dieses Konzept verdrängt werden? Auch über diese Frage diskutierte man rege auf der Tagung in Tutzing. Erste Reaktionen wie auf dem Krautreporter Blog zeigen, dass Dirk von Gehlen, Crowdfunding lediglich als Ergänzung ansieht. Wie die endgültige Antwort auf die Frage lautet, bleibt abzuwarten.

Dirk von Gehlen im Gespräch über die Chancen und Risiken des Crowdfunding:

Erfolg durch Self-Publishing

Mai 2nd, 2013 | Internationale Entwicklungen | 0 Comments

Hugh Howey veröffentlichte seine ersten Geschichten über Amazons Plattform Kindle Direct Publishing. „Silo“ wurde durch die Macht der Leser zu einem Erfolg und lenkte die Aufmerksamkeit der Medienindustrie auf sich. Immer mehr Autoren, Dienstleister und auch Buchverlage profitieren vom Self-Publishing.

Hugh Howey2011 veröffentlichte Hugh Howey in den USA die ersten Novellen auf Amazon Kindle Direct Publishing. Amazon bietet hier eine Plattform, auf der Autoren einfach und schnell Texte als E-Book veröffentlichen können. Ähnliche Angebote gibt es von Createspace, die ebenfalls Amazon angehören und Barnes & Nobles‘ Nook Press. Neben der Textgenerierung locken die Anbieter auch mit Marketing-Dienstleistungen und technischer Unterstützung.

Die Zeit ist für Autoren einer der wichtigsten Aspekte beim Self-Publishing. Viele Autoren wollen starre Verlagsprogramme und langsame Produktionsprozesse von Buchverlagen umgehen und veröffentlichen ihr E-Book eigenständig und sofort. Sie erhalten hierdurch ein direktes Feedback von den Lesern. Hugh Howeys Leser nutzten diese Möglichkeit und animierten ihn, weitere Texte zu schreiben. Die Branche reagierte: Abdruck-, Übersetzungs- und Filmrechte wurden gekauft und machten „Silo“ zu einem Erfolgsroman.
Howey Silo Coverbild

Für klassische Buchverlage kann die Printausgabe eines Self-Publishers ein lukratives Geschäft darstellen, was Publikationen wie E.L. James „Fifty Shades of Grey“, Carina Bartschs „Kirschroter Sommer“ oder jüngst Howeys „Silo“ zeigen. Der durch Self-Publishing entstandene Bekanntheitsgrad in der E-Book-Community, kann durch die Printausgabe noch verstärkt werden, sodass beide Seiten vom Self-Publishing profitieren.

Anika Matzke

Bildquellen: Hugh Howey: Piper Verlag © Amber Lyda
Buchcover: Piper Verlag GmbH

Rund um die Buchpreisbindung

Januar 14th, 2013 | Meinung & Kritik | 0 Comments

Das Buchpreisbindungsgesetz (kurz:BuchPrG) verpflichtet Verlage dazu verbindliche Ladenpreise für ihre Neuerscheinungen festzusetzen. Somit wird gewährleistet, dass du als Endkunde für ein Buch überall den selben Preis bezahlst – egal, ob im Kaufhaus,in der gut sortierten Buchhandlung um die Ecke oder über das Internet.

Die Buchpreisbindung gilt für „Produkte, die Bücher, Musiknoten oder kartographische Produkte reproduzieren oder substituieren und bei Würdigung der Gesamtumstände als überwiegend verlags- oder buchhandelstypisch anzusehen sind sowie kombinierte Objekte, bei denen eines der genannten Erzeugnisse die Hauptsache bildet“ (§ 2BuchPrG). Read More

Selfpublishing – ein Beispiel aus der Comicszene

Dezember 13th, 2012 | Neue Publisher | 0 Comments

Selfpublishing bezeichnet jenen Weg zur Veröffentlichung eines eigenen Werkes, bei dem sich der Urheber eigenständig um alle dazu nötigen Schritte kümmert.

Das heißt, er muss im Idealfall selbst in der Lage sein, sein Werk zu setzen, sich eine Druckerei zu suchen, den Druck selbst zu finanzieren und schließlich auch Marketing und Vertrieb eigens zu organisieren. Gleich, ob er all diese Aspekte als einzelne Person erledigt oder sich Hilfe sucht (es gibt z.B. Dienstleister für den Satz), es bleibt die Gemeinsamkeit, dass er sich – zumindest ansatzweise – mit allen Bereichen der Buch- bzw. Broschurherstellung befassen muss.

In heutigen Zeiten des Print on Demand steigen die Zahlen jener, die sich an dieses Wagnis heran trauen. Für eine Vielzahl von Menschen steht hierbei nicht das Geld verdienen an erster Stelle, sondern möchten viele auch einfach etwas selbst erschaffen. Read More

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