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Posts Tagged ‘Typographie’

Facebook, Twitter… FontYou?!

November 27th, 2017 | Verlage der Zukunft | 0 Comments

Vom Dschungel der Schriftlizenzen und Social Networks für Typographen

Ob Freefont, Open Source oder Lizenzschrift – bei vielen Nutzern besteht oft Unklarheit, wie sie nun eigentlich mit einer Schrift umgehen dürfen und wo sie eingesetzt werden darf. Oftmals ist es ehrliche Naivität, die uns in die Falle tappen lässt. Dann ist der neu entdeckte und lieb gewonnene Freefont doch nicht mehr so frei und kostenlos, wie wir zunächst angenommen haben. Aber woran liegt es, dass die Angelegenheit mit den Schriften so kompliziert ist? Und welche neuen Modelle gibt es, die versuchen Schriftlizenzierung moderner und praktischer zu gestalten?

Rechtliches und ein kleiner Happen Geschichte

Früher war es einfacher. Als Computer noch nicht zum Alltag eines jeden Gestalters oder Setzers gehörten, konnte man Schriften noch in Form von Blei oder Fotosatz-Scheiben kaufen, denn dies waren tatsächliche materielle Güter und somit Sachen, an denen ein Eigentum erworben werden konnte. Außerdem limitierten sie sich selbst auf natürliche Weise: Denn es konnte immer nur ein Setzer zu einem Zeitpunkt mit dem erworbenen Bleisatz arbeiten und nach einer bestimmten Anzahl an Druckvorgängen waren die Lettern abgenutzt und mussten erneuert werden.

Bleisatzlettern

Bild: CC Pixabay

Heute ist das ganz anders. Wir erhalten Schriften in Form von Font-Software. Software jeglicher Art ist nichts Greifbares, ein immaterielles Gut und somit im juristischen Sinne keine Sache. Und da man nur an Sachen ein Eigentum erwerben kann, kann man Schriften heute auch nicht mehr kaufen! Man kann lediglich eine Nutzungslizenz erwerben. Und das sorgt für Verwirrung: Was darf man mit welcher Lizenz eigentlich tun? Was ändert sich bei E-Books und Apps? Welche Lizenz passt am besten zu meinem Vorhaben?

Eine Nutzungslizenz hat jeder schon einmal erworben – ein Computerprogramm, eine App für das Handy, eigentlich alle nur digital verfügbaren Produkte. Aber wann nutzt man eigentlich eine Schrift? Read More

House of Leaves – Ein erzählerischer und typographischer Dendritensturm

November 14th, 2017 | Interessantes, Meinung & Kritik, Verlage der Zukunft | 1 Comment

Ein Buch für Entdecker, Horror-Fans und Typographie-Liebhaber

Foto Andre Walter

Warum verschiedene Bücher aus unterschiedlichen Genres lesen, wenn man auch eine ganze Armada von Gattungen in einem einzigen Buch zur Verfügung hat? Wer sich schon immer einem erzählerischen Dendritensturm oder Axongewitter hingeben wollte, der versuche es mit dem Metaroman »Das Haus« von Mark Z. Danielewski.

Pulitzer-Preisträger Will Navidson bezieht mit seiner Frau Karen und seinen zwei Kindern sein neues Haus in Virginia. Schon nach kurzer Zeit beginnt das Haus ein dubioses Eigenleben zu entwickeln. Es manifestieren sich Räume wo vorher keine waren, die in dichtestem Schwarz getaucht, kalt und vollkommen frei von Licht sind. Fasziniert (und doch voller Angst) beginnt Navidson das Geschehen im Haus zu filmen. Ein Labyrinth aus weiteren Räumen tut sich auf, dessen Geheimnisse Navidson versucht mit seiner Filmtechnik zu ergründen. Sein Handeln droht dabei das Familiengefüge auseinanderzubrechen.

Der Film (Navidson-Record), welcher aus den Aufnahmen Navidsons hervorging, ist nicht mehr auffindbar. Jedoch hat ein gewisser Zampano, der unter mysteriösen Gegebenheiten den Tod fand, den Film zu Papier gebracht. Das lose Manuskript bekommt Johnny Truant (ein suchtanfälliger Tattowier-Lehrling) in die Hände und fängt an das wüste Material zu einem Buch zu formen. Dabei schildert er (i.d.R. in komplexen Fußnoten) sein eigenes verkorkstes Leben und, vor allem, was der Navidson-Record mit ihm und seiner Umgebung macht. Read More

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