„Die Verlage, von denen ich träumte, wollten mich nicht, so einfach ist das.“

© Renate von Mangoldt

Ihre Bücher sind bei 5 verschiedenen Verlagen erschienen. Warum publizieren Sie nicht all Ihre Bücher bei einem Verlag? Auf welche Aspekte legen Sie besonders Wert bei der Zusammenarbeit mit Verlagen?

Ich habe wie viele Anfänger meiner Generation den heute obsoleten Traum von der lebenslangen Verlagsbindung geträumt. Dazu braucht es immer zwei: Die Verlage, von denen ich träumte, wollten mich nicht, so einfach ist das. Also geht man zu anderen. Die machen pleite, also sucht man sich einen neuen. Der wird von Bertelsmann gekauft, und man selbst wird mitverkauft und wenn man das nicht will, dann hat man plötzlich nicht bei fünf, sondern bei sechs verschiedenen Verlagen publiziert.
Aber auch die Verlage verändern sich rasend. Lebensstellungen gibt es kaum noch. Lektoren wechseln, und was ist denn ein Verlag, wenn nicht ein Haus, ein Verleger und ein Lektor? Wenn eines oder mehrere verschwinden, was bleibt dann?
Ich habe ein einziges Mal den Verlag gewechselt, weil ich mich schlecht behandelt gefühlt habe. Strategisch eine falsche Entscheidung, aber befriedigend für das Selbstgefühl. Allgemein gilt auch hier: Strategisch planende Opportunisten haben es leichter als Menschen mit Prinzipien.
Worauf lege ich wert: Das hat sich im Laufe der Jahre verändert. Heutzutage auf dreierlei:

  1. Dass mein Werk respektiert und geschätzt wird und dass der Verlag ebenso viel Mühe und Professionalität investiert wie ich.
  2. Dass ich meinem Rang entsprechend bezahlt werde.
  3. Dass der Verleger Kontinuität garantiert.

Das Interview mit Michael Kleeberg führte Sarah Killian.

www.michaelkleeberg.de

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