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21. November 2014

Helden deiner Kindheit

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Vom 21.11.14 – 14.12.14 habt ihr die Chance eines dieser Bücher zu gewinnen!

Sendet uns einfach ein Bild mit eurem Lieblingskinderbuch an marketing@verlagederzukunft.de.

Die kreativsten und schönsten Bilder werden am Ende prämiert und bekommen einen unserer Preise im Gesamtwert von über 70 Euro! Ideal für alle die, die noch kein Geschenk für die lieben Kleinen haben.

Als Anregung werden auch wir von „Verlage der Zukunft“ ein paar Bilder mit und von unseren Lieblingskinderbüchern machen! Also seid gespannt! Wir freuen uns auf eure Fotos!

 

Euer „Verlage der Zukunft“-Team

20. November 2014

Österreichs erste iPad-Klasse

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iPads im Unterricht? Ja! Eine Schule in Österreich rüstet sich für die digitale Zukunft.

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iPad: Spielekonsole oder Lernmittel? Die meisten Eltern würden diese Frage, wenn auch zögerlich, mit „Spielekonsole“ beantworten. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb hat sich viel im digitalen Bereich getan. Längst bieten das iPad und andere Tablet-PCs scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten für interaktive, anpassbare Lernerfahrungen. Ob zur Unterstützung der frühkindlichen Entwicklung oder der universitären Ausbildung, Tablets können ungeahnt vielseitig eingesetzt werden.

Besonders dankbar wird diese Möglichkeit von Sonderpädagogen und deren Schülern angenommen. Kinder mit Lernschwierigkeiten, Aufmerksamkeitsdefiziten oder anderen kognitiven Einschränkungen können mit einem auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Gerät optimal unterstützt werden. Für eine geführte Nutzung des iPads ist es möglich, Einstellungen vorzunehmen, die den Homebutton oder sogar ganze Bildschirmbereiche deaktivieren, um eine Ablenkung des Schülers zu vermeiden.

Ansporn ist alles!

Doch das wohl hilfreichste an Lern-Apps ist die Motivation. Lernerfolge werden mit Animationen oder anderen Interaktionen belohnt. Das Lernen erfolgt nahezu nebenbei, der Schüler erfährt das Lernen als etwas Positives. Besonders Mathelehrer haben oft mit dem Problem der fehlenden Motivation zu kämpfen – nicht so an der Informatikhauptschule Jennersdorf in Österreich. Der Schule wurde mit der Unterstützung durch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur die erste iPad-Klasse Österreichs ermöglicht. Das iPad liegt ganz selbstverständlich neben Hefter, Lehrbuch und Federmappe auf dem Tisch. Es wurde so erfolgreich in den Unterricht integriert, dass die Schüler sich keinen Unterricht mehr ohne dieses Gerät vorstellen möchten.

iBooksAuthor, ein kostenloses Programm von Apple, bietet die  Möglichkeit, Lehrmaterial als interaktives eBook mit Fotos, Videos und Animationen zu erstellen. Lehrkräfte müssen sich demnach nicht mehr nach dem Lehrbuch richten, sondern können das Lehrmaterial individuell auf ihre Unterrichtsstunden abstimmen. Durch die Einschränkung, die der Lehrer vor der Ausgabe der Geräte programmieren kann, ist die Nutzung des iPads für andere, außerschulische Zwecke gesperrt.

Der Direktor der Informatikhauptschule Hannes Thomas ist von der Zukunft der iPad-Klasse überzeugt. In einem Interview mit Apple GmbH Austria sagte er: „Ich glaube, dass es in der heutigen Zeit unser Bildungsauftrag ist, den Umgang mit modernen Technologien in der Schule zu üben. Ich denke, die reale Welt sieht so aus, dass jeder Schüler in seiner Wohn- und auch Lernumgebung mit diesen modernen Technologien mehrere Stunden pro Tag in Berührung kommt. Deshalb müssen wir in der Schule viel mehr auf die neuen Medien eingehen. Natürlich auch auf die Gefahren.“

Integration in den Unterricht

Wie man die Gefahren in der digitalen Welt erkennen und einschätzen lernt, erfahren die Schüler in dem extra für diesen Zweck eingerichteten Projekt „Safer Internet“, welches wie viele weitere Projekte vollkommen neu entwickelt wurde. Die Schwierigkeit der ersten iPad-Klasse liegt darin, dass es bisher keine vergleichbaren Versuche gibt, über welche die Lehrkräfte Erfahrungen austauschen können. Daher bedarf es einem großen Arbeitsaufwand, bevor eine App in den Unterricht integriert werden kann. Ist der Einsatz der Applikation für diesen Unterricht sinnvoll oder nicht? Ist sie lehrreich genug oder Zeitverschwendung? Diese und weitere Fragen müssen vor der Installation der App geklärt werden. Das Urteil der Schüler darf dabei nicht fehlen: „Nicht alles, was einem Lehrer gefällt, ist auch für einen Schüler schnell zugänglich. Die Schüler geben uns Feedback, ob sie eine App gerne verwenden oder nicht. Das ist eine ganz wichtige Rückmeldung, die wir als Lehrer brauchen“, so der Klassenlehrer der iPad-Klasse. In so gut wie jedem Fach ergänzt das iPad die Schulbücher, ob nun als Englisch Vokabeltrainer oder als interaktives Notenheft.

Wie geht es weiter?

Für die Zukunft wünscht sich der Direktor der Informatikhauptschule eine enge Kooperation mit den Schulbuchverlagen. Großes Potenzial sieht Hannes Thomas in Schulbuch-Apps, die das klassische Schulbuch adäquat ersetzen und dabei interaktiv den Stoff entsprechend des Lehrplans vermitteln. Der Lehrer als Person wird jedoch keinesfalls überflüssig, die gezielte Integration digitaler Geräte ist das Ziel, nicht die Ersetzung der Lehrkraft. Sicher ist jedoch jetzt schon, dass das iPad und andere digitale Geräte in Zukunft eine immer größer werdende Bedeutung bei der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen spielen wird und daher nicht als Spielkonsole verkannt werden sollte.

 

Autor: Pepe Nitz

17. November 2014

Onilo – Die Zukunft des Lesens?

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Druck

 

Die aktuelle Lage

Fakt ist, dass das Interesse am Lesen bei Kindern im Alter von sechs bis dreizehn Jahren kontinuierlich sinkt, wie die KIM Studie 2010 belegte. Dabei interessieren sich nur 15% der befragten Kinder “sehr” für Bücher und ein Fünftel lese sogar nie. Der Trend ist alarmierend, denn Lesen ist eine elementare Fähigkeit und nicht nur wichtig um gute schulische Leistungen zu erbringen, sondern auch um mit digitalen Medien richtig umzugehen.

Was ist Onilo?

Um das Leseinteresse zu fördern, wurde die Plattform Onilo des Oetinger Verlags (Hamburg) ins Leben gerufen. Dort herrscht ein vielfältiges Angebot an Boardstories – bekannte Kinderbücher, die in digitale Form umgewandelt und mit animierten Elementen ausgeschmückt werden.
Mittlerweile verlocken dort über 160 Boardstories von 18 bekannten Kinderbuchverlagen in deutscher und englischer Sprache zum Lesen.
Die Zielgruppen sind hauptsächlich Leseanfänger. Mit kurzen Geschichten und zahlreichen Illustrationen soll in kleinen Schritten die Erarbeitung des Kontexts erleichtert und spielerisch umgesetzt werden.
Aufgebaut sind die digitalen Bücher als eine Art Video, dessen Geschwindigkeit nach den Bedürfnissen des Lesers manuell reguliert werden kann.
Onilo legt den Fokus hauptsächlich auf die Anwendung im Unterricht. Deshalb gibt es zu jeder Geschichte Unterrichtsmaterial und andere kreative Anregungen, die Lehrer in ihre Unterrichtsplanung einbringen können. So haben Schüler die Möglichkeit für sich oder vor einer Gruppe zu lesen, können aber auch einfach dem Lehrer zuhören.
Durch den kostenpflichtigen Download auf das Smartphone, Tablet oder den PC, kann Onilo überall problemlos genutzt werden.

Der Gedanke hinter diesem Konzept

Die Idee hinter dieser Entwicklung ist, dass Kinder sich schnell emotional mit der Lesegeschichte verknüpfen, das geschieht durch die animierten Bilder in Kombination mit den Textelementen. Die Schüler sollen in das Buch eintauchen und so ein besseres Verständnis für die Inhalte entwickeln, das erleichtert ihnen wiederum das Lesen an sich. Durch das intensive Arbeiten können die Schüler ihre eigenen Gefühle ausleben und auch Ansätze zur Konfliktlösung für sich erkennen.
Zusammengefasst steht der spielerische Umgang sowie das Gefühl für Sprache im Mittelpunkt.

Kritisch betrachtet

Onilo möchte, dass ihre Idee in den Unterricht aufgenommen wird, diese spezielle Lehrmethode sei aber nicht in den Lernplänen vorgesehen. Dafür müssten neue Modelle zur Leseförderung konzipiert und durchgesetzt werden, denn es sei beispielsweise nicht klar ersichtlich, ob das Kind nun den Inhalt durch das Lesen oder durch das Betrachten der Bilder erschlossen hat. Außerdem wären Lehrer so gezwungen spezielle Fortbildungen zu besuchen, um die Boardstories richtig im Unterricht einsetzen und bewerten zu können.

 

Autorin: Sarah Alsgut

13. November 2014

Die 10 besten Lernapps

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Mittlerweile herrscht auf dem Markt eine Auswahl von über 75.000 Lernapps für Kinder von ein bis zwölf Jahren. Dabei fällt es schwer den Überblick zu bewahren und zu entscheiden, welche App ihr Geld wirklich wert ist. Aufgrund dessen haben wir eine kleine Auswahl von zehn Lernanwendungen für Kinder im Grundschulalter zusammengestellt, die einen kurzen Überblick über das Lernangebot geben sollen.

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1. Lernspaß Conni Mathe Klasse 1

Die vom Carlsen Verlag entwickelte App vermittelt spielerisch mithilfe von Conni, eine bekannte Kinderbuchfigur, verschiedene Rechenoperationen. Dabei gibt es sieben Lernbereiche, die auf den Lehrplan abgestimmt sind. Ebenso verfügbar ist die App auch für höhere Klassenstufen.

Herausgeber: Carlsen Verlag GmbH

Preis: 3,99€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android

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2. Lernerfolg Grundschule App: Mathe, Deutsch und Englisch

Über diese Lernanwendung werden zusammen mit dem kleinen Vampir Freddy die wichtigsten Themen in Mathematik, Deutsch und Englisch erarbeitet. Wird eine Übung richtig gelöst, so wird als Belohnung ein Spiel freigeschaltet. Dadurch steigt die Motivation der Kinder, weitere Aufgaben zu lösen und somit immer mehr zu lernen.

Herausgeber: Tivola Publishing GmbH

Preis: gratis, aber in-App-Käufe ab 2,69€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android

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3. Pili Pop

Durch liebevoll gestaltete Abenteuer erfolgt hier ein mündliches Training der grundlegenden Englischkenntnisse. Dabei zeichnet sich die Anwendung besonders durch ein verständliches audiovisuelles Wörterbuch und eine Spracherkennungstechnologie aus, die dem Kind hilft, von Anfang an ein richtiges Sprachgefühl zu entwickeln.

Herausgeber: Pili Pop Labs

Preis: sieben Tage gratis, danach Abo von 9,99€/Monat möglich

Verfügbar für: iPhone, iPad

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4. Petterssons Erfindungen

Mithilfe der bekannten Figuren Pettersson und seinem Begleiter, den Kater Findus, lösen die Kinder knifflige Rätsel, um neue Spiele und Missionen freizuschalten. Dabei werden vor allem erste Physikkenntnisse abgefragt und das logische Denken gefördert.

Herausgeber: Filimundus AB

Preis: 1,79€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android

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5. Lesen und schreiben lernen mit der ZEBRA Schreibtabelle

Diese doch recht simpel aufgebaute App beinhaltet eine sehr schön kindlich gestaltete Schreibtabelle, die vor allem für Lese- und Schreibanfänger eine große Hilfe beim Lernen des Alphabets darstellt.

Herausgeber: Ernst Klett Verlag GmbH

Preis: gratis

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android

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6. Squirrel & Bär

Mit Eichhörnchen und Bär in spielerischer Mission Englisch lernen – genau das ist das Ziel dieser Anwendung. Kinder lernen Tag für Tag mit ihren beiden treuen Begleitern neue Vokabeln und entwickeln so spielerisch das Verständnis für die englische Sprache.

Herausgeber: The Good Evil GmbH

Preis: 4,99€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android

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7. Richtig konzentrieren Fragenbär

Bei diesem Piratenspiel gilt es zusammen mit dem Fragenbär Konzentrationsaufgaben zu lösen, um neue Aufgaben freizuschalten. Die Kinder können sich dabei vorher so viel Zeit zum Lösen der Aufgabe nehmen, wie sie brauchen, aber nur wenn alles richtig ist, gilt die Übung als bestanden. Dabei soll vor allem die Konzentration der Kinder gefördert werden.

Herausgeber: Spielend Lernen Verlag

Preis: 5,99€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android

8. Kinderlieder Die beliebtesten Mitmach- und Bewegungslieder zum Mitsingen

Dieses Programm beinhaltet eine ganze Sammlung der bekanntesten und beliebtesten Kinderlieder zum Mitsingen. Mittels spezieller Karaokefunktion kann eingestellt werden, wie laut der Kinderchor im Hintergrund mitsingen soll oder ob das Kind allein singen möchte.

Herausgeber: Levire UG & Co. KG

Preis: drei Lieder gratis. dann 0,89€ pro Lied oder alle Lieder für 8,99€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android

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9. Hoopa City

Welches Kind träumt nicht davon, seine ganz eigene Stadt zu bauen? Hoopa City macht’s möglich! Durch verschiedene logische Kombinationen von Gebäudekomplexen werden Belohnungen freigeschalten. Weiterhin werden erste Kenntnisse über Wasser- und Stromversorgung ganz spielerisch vermittelt.

Herausgeber: TribePlay

Preis: 2,69€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android

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10. Toca Lab

Mit Toca Lab tauchen Kinder völlig in die Welt der Wissenschaft ein und lernen durch verschiedene Experimente die vielfältigen Eigenschaften der 118 Elemente des Periodensystems kennen.

Herausgeber: Toca Boca AB

Preis: 2,69€

Verfügbar für: iPhone, iPad, Android

Diese Liste stellt einen kleinen Überblick über das gigantische Angebot an Lernapps dar. Sollte Ihr Interesse geweckt worden sein, so können Sie sich zum Beispiel auf http://www.klick-tipps.net/kinderapps/ oder http://www.besonderekinderapps.de weiter informieren.

Autor: Maria Bende

10. November 2014

Lernapps – Fluch oder Segen?

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Eines steht fest: Die digitalen Medien sind auf dem Vormarsch. Viele Kinder kommen bereits im Grundschulalter, wenn nicht sogar noch früher, in den Kontakt mit modernen Geräten wie beispielsweise Smartphones und Tablets. Oft befinden sich dort auch schon von den Eltern installierte Lernapps, die die Kinder nutzen, um sich spielerisch Wissen anzueignen. Doch was genau hat es mit diesem Trend auf sich? Ist es wirklich ratsam, Kinder schon so früh mit der digitalen Welt vertraut zu machen?

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Der neue Trend: Lernapps

Umfragen zeigen, dass immer mehr Kinder mit digitalen Medien lernen. So verdeutlicht eine Befragung des Nachhilfeportals „tutoria“ unter den Eltern, dass sich heutzutage rund 90% aller Kinder der Befragten gerne mit Hilfe digitaler Geräte Wissen aneignen. Bereits ein Drittel von ihnen nutze dabei auch Lernapps. Besonders hilfreich bemerken die Eltern dabei, dass Informationen schneller und leichter verfügbar seien, die Inhalte seien oft aktueller als bei bekannten Printausgaben und bei Online-Übungen bekomme das Kind sofortiges Feedback. Allerdings stehen einige der Befragten dem Hype auch kritisch gegenüber. Die Kinder seien von den technischen Bedingungen abhängig, kommt es mal zu einer Störung, so entstehe eine ungewollte Lernpause. Des Weiteren fürchten viele, der soziale Kontakt käme zu kurz.

Das Angebot steigt, die Auswahl ist riesig

Betrachtet man das Angebot, das zurzeit an Wissensapps vorhanden ist, so ist die Auswahl gewaltig. Allein im Apple AppStore existieren bereits über 75.000 Apps, die speziell für das iPad konstruiert sind. Auch der Anbieter Android bietet eine enorme Auswahl, gegliedert nach Altersgruppe und Bildungsbereich. Selbst für die Jüngsten im Alter von ein bis drei Jahren gibt es die verschiedensten Anwendungen zum Entdecken von Farben, der Umwelt oder unterschiedlichen Tieren. Neu ist auch, dass nicht nur die Kinder angesprochen werden. Auch für Lehrkräfte herrscht ein großes Angebot zur Unterstützung ihres Unterrichtes. So können sie beispielsweise auf interaktive Periodensysteme, Mathematik-Übungen oder verschiedene Kunstanwendungen, die ein Malen ohne Pinsel und Farbe ermöglichen, zurückgreifen. Dabei werden die Kinder schnell und einfach motiviert und der Unterricht für das Lehrpersonal erleichtert.

Vor- und Nachteile – Lernapps auf dem Prüfstand

Stellt sich nun die Frage, ob dieser Trend wirklich berechtigt ist. Wird der Blick auf die Vorteile gelenkt, so ist eines klar: Das Lernen mit digitalen Medien weckt bei Kindern häufig Spaß und Unterhaltung. Plötzlich macht es viel mehr Freude, die Mathematikaufgaben zu lösen und im Anschluss wird auch gleich noch angezeigt, ob das Ergebnis stimmt oder sich Fehler eingeschlichen haben. Auch unterwegs, sei es auf einer Autofahrt oder beim Warten auf den nächsten Bus, ist es nun möglich, schnell nebenbei einige Englischvokabeln zu üben, ohne erst Buch und Vokabelheft aus dem Rucksack zu suchen. So ergibt sich ein weiterer Vorteil: Würden Schüler und Lehrer auf das Lernen mit digitalen Geräten umsteigen, müssten Kinder nicht jeden Tag Unmengen von Büchern in ihren schweren Schulranzen zur Schule tragen. Hinzu kommt, dass über den Schulunterricht ein kontrollierter Umgang mit Medien vermittelt werden kann.

Doch viele sehen auch Nachteile in dieser Entwicklung. Zum einen darf nicht vergessen werden, dass nicht jeder Zugang zu modernen Geräten wie Smartphones oder Tablets hat. Nicht jeder Haushalt kann beziehungsweise möchte sich solches Equipment zulegen, so könnten sich Kinder ohne modernste Technik schnell benachteiligt fühlen. Zum anderen spielen noch einige weitere Faktoren wie übermäßiger Bildschirmkonsum eine Rolle. Durch diesen können Kopfweh, Müdigkeit und Unlust hervorgerufen werden. Außerdem werden durch das Lernen über den Bildschirm nur die Sinne des Hörens und Sehens angesprochen, wichtige Elemente der Realität könnten den Kindern verloren gehen. So sei es wichtig, die Umwelt selbst zu erkunden, anfassen zu können, wie sich zum Beispiel eine Baumrinde anfühlt und dies nicht nur visuell über einen Bildschirm wahrzunehmen.

So wird deutlich, dass der Umgang mit Lernapps keinesfalls übertrieben werden sollte. Insbesondere sozialer Kontakt und das Erleben von Natur und Umgebung dürfen nicht vernachlässigt werden. Mithilfe eines von den Eltern kontrollierten Umgangs bieten sie aber eine sehr gute Möglichkeit, Kindern spielerisch etwas beizubringen, sie weiter zu motivieren und Lehrinhalte unterhaltsamer zu gestalten. So bleibt es weiterhin spannend, was neue Entwicklungen mit sich bringen werden.

Autor: Maria Bende

6. November 2014

Kleine kluge Köpfe

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gehirnDie Wahrnehmungsentwicklung von Kindern in Bezug auf Neuronale Prozesse

 

Bevor wir konkret in unsere Thematik einsteigen, ist es hilfreich, Genaueres über die neuronale Entwicklung des Menschen zu erfahren. Wir müssen also wissen, wie unser Gehirn funktioniert und in welchen Entwicklungsstadien das Gehirn besonders aktiv und aufnahmefähig ist. Erst dann können wir klären, wie speziell Kinder auf technologische Prinzipien reagieren und diese wahrnehmen und verarbeiten. Des Weiteren können wir uns damit beschäftigen, mit welchen Apps wir Kinder fördern können und mit welchen wir sie in ihrer Entwicklung eher einschränken.

 

Aufbau und Funktion des Großhirns

Mediziner sagen, unser Großhirn lasse sich im Wesentlichen in zwei nahezu symmetrische Teile untergliedern. Die linke Hälfte bezeichnen sie als sensorischen Humunculus. Hier verarbeite das Gehirn insbesondere Sinneseindrücke. Der rechte Teil sei der sogenannte motorische Humunculus, der unsere Bewegungsabläufe koordiniere. Jede der zwei Hälften lasse sich zusätzlich in Frontallappen, Parietallappen, Temporallappen und Okzipitallappen einteilen. Der Präfrontale Cortex oder auch Frontallappen, der sich direkt hinter unserer Stirn befinde, nehme den gesamten vorderen Teil des Gehirns ein und sei damit die größte Hirnstruktur des Menschen. Er stehe in engem Zusammenhang mit unserer Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und der Fähigkeit des Planens und Entscheidens. Damit spiele er für unseren Charakter und unsere Persönlichkeit eine entscheidende Rolle. Er definiere, wie wir uns verhalten, bewegen und auf unsere Außenwelt reagieren. Aufgrund solch komplexer Funktionen sei es nicht ungewöhnlich, dass der Frontallappen der Bereich des Gehirns sei, der am längsten für seine Entwicklung brauche: ganze 25 Jahre.

Der Scheitellappen oder auch Parietallappen befinde sich im hinteren oberen Bereich und sei für unsere Empfindungen zuständig. Er ermögliche uns das räumliche Denkvermögen und damit Prozesse wie Rechnen oder Lesen. Der Schläfenlappen oder auch Temporallappen liege dem Namen entsprechend nahe unseres Schläfenbereichs. Er diene sehr vielen verschiedenen Funktionen, wie dem Hören, Riechen, Sprechen, Verstehen, visuellen Erkennen und der Gedächtnisbildung. Der letzte der vier Großhirnareale sei der Okzipitallappen oder Hinterhauptslappen, der sich am Hinterkopf befinde und für unsere visuelle Wahrnehmung zuständig sei, d.h. er verarbeite äußere Eindrücke und bilde damit das Sehzentrum unseres Gehirns. Doch wie entwickelt sich unser Gehirn im Laufe des Lebens und ab wann beginnt der Mensch seine Außenwelt zu erfassen?

 

Entwicklung der Wahrnehmung von Kindern 

Experten sind der Meinung, dass das Gehirn sich bereits im Mutterleib entwickelt. Erstaunlich ist, dass das Gehirn eines Fötus schon ab der 19. Woche Informationen aufnehmen könne. Ab der 26. Woche entwickeln sich Sinneseindrücke wie Hören, Schmecken und Sehen. Danach, ca. ab der 32. Schwangerschaftswoche, könnten sogar Schlafphasen festgestellt werden und es folge die Ausbildung einer Art Kurzzeitgedächtnis, was beispielsweise in der Lage sei, wiederkehrende Töne abzuspeichern. Man geht davon aus, dass der Fötus ab der 35. Woche die Stimme und Sprache seiner Eltern wahrnehme und dies maßgeblich zur Entwicklung der Muttersprache beitrage. Nach der Geburt sei das Gehirn trotzdem noch recht rudimentär aufgebaut. Es sei bisher nur ein Grundgerüst entwickelt, welches über einfache Reflexe wie Saugen und Schlucken verfüge, sowie Bedürfnisse (z.B. Hunger) und Angstgefühle zum Ausdruck bringen könne. Besonders im Kleinkindalter schreite die neuronale Entwicklung von Kindern schnell voran. Hätte ein Kind im Alter von 2 Jahren noch genauso viele Neuronen wie ein Erwachsener, seien es bereits ein Jahr später mit 200 Billionen Neuronen schon doppelt so viele. Auch das Wachstum der neuronalen Verknüpfungen, der Synapsen, sei in diesem Alter viel höher als die Anzahl der Synapsen, die ein Erwachsener tatsächlich benötige. Das würde bedeuten, dass das Gehirn eines Dreijährigen mehr als doppelt so aktiv sei, als das eines ausgewachsenen Menschen. Dies habe eine enorme Lern-und Anpassungsfähigkeit zur Folge und mache es den Kindern besonders in diesem Alter einfacher, sich Sprachen, Lebensstile und Verhaltensweisen anzueignen. Genau jetzt sei es wichtig, Kinder zu fordern und zu fördern, denn in den folgenden Jahren würden unbenötigte Synapsen abgebaut und häufig benutzte verstärkt. So trügen besonders das äußere Umfeld des Kindes und in den ersten Jahren vor allem die Eltern die Verantwortung über dessen Persönlichkeitsentwicklung. Doch wie können Eltern zu einer positiven Charakterausbildung ihrer Schützlinge beitragen? Könnte eine zusätzliche Bildung mit speziellen Apps auf dem Tablet oder Smartphone nicht eine Option sein? Und wenn ja, welche Apps eignen sich aus pädagogischer Sicht überhaupt zur Schulung von Kindern? Diese Fragen wollen wir in demnächst erscheinenden Artikeln klären.

 

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Autor:  Vivien Zschammer

3. November 2014

Das neue Team stellt sich vor

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Das neue VdZu-Team stellt sich mit innovativem Thema vor: alles rund um Kinderprodukte!

Seit dem letzten Artikel hat sich viel getan: „Verlage der Zukunft“ hat ein neues Team gefunden. Wir studieren Buch- und Medienproduktion im dritten Semester an der HTWK Leipzig und sind der neue Wegbegleiter für dieses Semester.

Ab sofort werden jeden Montag und Donnerstag neue Artikel im Magazin erscheinen, die sich vor allem mit ePublishing im Kinderbereich beschäftigen werden. Einzelne Artikel dazu gab es bereits – das Thema zur Generation von morgen bietet weiterhin vielseitigen Gesprächsstoff für Eltern, Lehrer, Verleger und Kinder. Wie lernen Kinder heute? Welche Produkte sind auf dem Markt? Wie gehen Eltern mit elektronischen Kinderprodukten um? Erfolgt bereits eine Einbindung in den Unterricht? Schon jetzt warten spannende Artikel darauf, veröffentlicht und gelesen zu werden!

Im Zuge der Übernahme von VdZu möchten wir uns bei unseren Vorgängern für ihre Arbeit bedanken und alle Stammleser  sowie zukünftigen Besucher unseres Online-Magazins begrüßen. Anregungen und Kommentare sind stets willkommen und werden gerne eingebunden. Viel Spaß beim Lesen!

 

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Autorin: Franziska Mahr

26. Oktober 2014

Die Fachwörterbuch Druck & Medien App

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Hersteller, Drucker, Verpacker, Satzdienstleister – Druck- und Medienbranche aufgepasst: Mit über 7.500 Begriffen aus den Bereichen Werkstoffe, Typografie, Vorstufe, Drucktechnik, Weiterverarbeitung, Verpackungstechnik, Publishing und Digitale Medien bietet die neue »Fachwörterbuch Druck & Medien« App DAS mobile Nachschlagewerk sowohl für Studenten oder Azubis, Berufseinsteiger als auch bereits Berufstätige.

Seit 2003 trägt die Fakultät Medien die Vokabeln (englisch-deutsch/deutsch-englisch) aus der Druck- und Medienbranche zusammen. Unter der Betreuung von Prof. Christian Ide beschäftigten sich fünf Studierende der Buch- und Medienproduktion in insgesamt drei Semestern mit einer überarbeiteten Neuausgabe der Printversion des Fachwörterbuchs, die zur Leipziger Buchmesse 2014 erschien.

ICON_FINAL_iosMit Erscheinen der „Fachwörterbuch-App“ auf der Frankfurter Buchmesse 2014, sollte nun das Komplettangebot rund um das Wörterbuch vervollständigt werden. Alle Begriffe sowie Grafiken sind in einer modernen Anwendung für Android und iOS Systeme zusammengestellt worden und seit Oktober in den jeweiligen Stores für 4,99 € erhältlich. Die auf HTML5 basierende App ist so überall auch offline nutzbar und wird durch regelmäßige Updates stets auf dem neusten Stand gehalten.

Konzeption, Gestaltung, Satz und Herstellung der Fachwörterbuch-App sind im Rahmen des Moduls Projektmanagement vom WS 2013/14 bis WS 2014/15 von Sieglinde Pohle (Projektleitung), Marietta Kurth, Katrin Heß, Yvonne Bölzle und Anja Bergmann entwickelt worden. Unterstützung bei der Umsetzung und Programmierung der App erhielten die Studenten durch den Projektauftraggeber Prof. Christian Ide sowie durch die zwonull media – Büro für Kommunikation Klarmann, Nowatius und Thurm GbR.

Ihr wollt die App haben und so künftig auch mobil mit eurem Fachwissen glänzen? Dann nichts wie hin in den App Store eures Vertrauens oder über einen Klick auf den folgenden >>Link<<.

Autorin: Anja Bergmann

19. September 2014

CPI goes digital – Die Quantum-Technologie als Antwort auf die veränderten Anforderungen der Buchbranche

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Die Anforderungen der Buchbranche ändern sich: Die Auflagenzahlen der Verlage werden immer geringer, der Wunsch nach Individualisierung immer größer. Dies beeinflusst auch die Druckbranche, die stark mit den Entwicklungen der Verlagsbrache verflochten ist. Das Druckunternehmen CPI sieht die Lösung des Problems unter anderem in der Einführung digitaler Druckmaschinen. Zurzeit wird die erste Anlage der Quantum-Technologie präsentiert, die auch mehrfarbige Bücher in hoher Qualität produzieren soll.

Die CPI-Gruppe gehört bereits seit einigen Jahren zu den führenden Produzenten von Büchern, Broschuren und Katalogen in Europa. Um den veränderten Anforderungen des Marktes gerecht zu werden, investiert das Unternehmen jedes Jahr 10% des Umsatzes in die Modernisierung der Produktionsanlagen und arbeitet eng mit den führenden Technologieanbietern der Branche zusammen, um gemeinsam Lösungen für den Markt zu entwickeln.

Auf einer Roadshow präsentierte das Unternehmen in den letzten Wochen in Hamburg, Berlin, Frankfurt, München und Stuttgart nun seine neuste Innovation: die Quantum-Technologie für den Farbdruck. Bereits 2011 setzte das Unternehmen die erste Quantum, eine digitale Druckmaschine mit der Inkjet-Technologie, für den Schwarzweiß-Druck ein. Die neue Quantum soll nun auch mehrfarbige Auflagen produzieren.

Obwohl viele Verlage immer noch kritisch gegenüber der Qualität des Digitaldruckes sind, bietet die Quantum-Technologie viele verlockende Vorteile. So könnten kleinere Auflagen zu deutlich geringeren Preisen produziert werden und auch der Nachdruck stelle kein Problem mehr dar. Ebenfalls wurde das Problem der Farbabweichung, die gelegentlich beim Offsetdruck auftritt, gelöst. Durch den digitalen Druck kann CPI eine Farbgleichmäßigkeit von Buch 1 bis 10.000 gewährleisten. Zudem würden Bilder in schlechter Qualität, Screenshots und technische Raster, deren Verwendung im Offsetdruck schwierig sei, im Digitaldruck eine bessere Qualität haben, da die Feinheiten besser zu erkennen sein.

Allerdings ist die Technologie noch nicht vollends ausgereift. Nach eigenen Angaben des Unternehmens sei der Farbraum noch immer geringer als beim Offsetdruck, weswegen sich der Druck von Kunstbüchern noch schwierig gestalte. Allerdings würde man ständig an der weiteren Verbesserung der Technologie arbeiten. Und so bleibt abzuwarten, ob die Qualität des Digitaldrucks bald die des Offsetdrucks erreichen oder gar übersteigen wird.

Autorin: Romy Födisch

11. August 2014

Neobooks – Konkurrenz oder Rettung des klassischen Verlagsmodells?

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Selbstpublizierte Bücher werden nach wie vor von einigen Experten aus dem Verlags- und Literaturbetrieb kritisch beäugt. Sie befürchten eine Überschwemmung des Marktes mit „Schundliteratur“ und sehen die entsprechenden Veröffentlichungsplattformen als Wegbereiter des Untergangs qualitativ hochwertiger Literatur. Dennoch tauchen in den letzten Jahren immer mehr Autoren in den Bestsellerlisten auf, die nicht an einen Verlag gebunden sind. Als erstes erkannte die Verlagsgruppe Droemer Knaur dieses Potential und gründete die Plattform neobooks, die mittlerweile zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell herangewachsen ist.

„Unter den Selfpublishern sind zahlreiche vielversprechende und überaus talentierte Autoren, die jedes Verlagsprogramm bereichern, aber über den klassischen Einsendeweg vielleicht nie Sichtbarkeit erlangt hätten“, sagt Juliane Reichwein, die neue Teamleiterin von neobooks. Bis heute wurden über neobooks bereits über 80 Titel akquiriert und sogar schon sechs Taschenbücher bei einem Verlag der Droemer Knaur-Gruppe von Autoren veröffentlicht, die über neobooks entdeckt wurden.

Nach der „Sichtbarkeit“, von der Juliane Reichwein spricht, streben viele Menschen: Der Wunsch nach der Veröffentlichung der eigenen Memoiren, Gedichte und Fantasiegeschichten ist groß. Früher blieb hier nur der Weg über sogenannte, teils ausbeuterische Druckkostenzuschussverlage. Mit der Welle des Selfpublishing ist dieses Modell überflüssig geworden, dennoch bestehen die Verlage weiter. Auf die Frage, ob neobooks diesen Verlagen den Garaus machen will, antwortet Juliane Reichwein: „Wir unterstützen unsere Community mit all unserem Branchenwissen und klären über ‚Stolpersteine‘ auf. Mit neobooks bieten wir eine echte Alternative, zeigen einen anderen Weg zur Publikation auf – damit dürften die Angebote diverser Häuser ganz für sich alleine sprechen.“ Hier noch einmal kurz die wichtigsten Informationen rund um diese Alternative:

Juliane Reichwein

Juliane Reichwein

 

Das Modell neobooks

Neobooks ist eine kostenlose Plattform für Selfpublisher, die 2010 von der Verlagsgruppe Droemer Knaur gegründet wurde. Die Besonderheit an dieser Plattform ist, dass der Autor die Möglichkeit auf einen Vertrag entweder bei einem Verlag der Droemer Knaur-Gruppe oder seit ein paar Monaten auch Rowohlt hat. Diesen Vertrag hat man als Autor dann in Aussicht, wenn ein Lektor den Titel als passend für sein Verlagsprogramm einstuft. Die Lektoren lesen die Top-Ten-Titel von der Website, auf  der die Lesercommunity die Bücher mit bis zu fünf Sternen bewerten kann.

Vorteile für den Autor, außer der Option auf einen Verlagsvertrag, bestehen in dem Autorenhonorar von 70%, der Listung in sämtlichen Verzeichnissen und dem selbst auswählbaren Preis. Zudem kann der Autor selbst über die Distributionskanäle seiner Titel entscheiden, benötigt nur geringe Computerkenntnisse und darf auch noch auf anderen Plattformen veröffentlichen.

Für den Verlag bietet dieses Modell den Vorteil, eventuell zukünftige Bestsellerautoren zu akquirieren und löst damit zumindest ein Stück weit das Problem der Masse an unaufgefordert eingesandten Manuskripten. Auch das Risiko für den Verlag wird dadurch gemindert, dass der Autor als Selfpublisher bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt und Erfahrung gesammelt hat.

Nachahmer in der Branche

Mittlerweile hat sich die erfolgreiche Idee von Droemer Knaur natürlich herumgesprochen und andere Verlage versuchen sich ebenfalls an Modellen, die die neue Möglichkeit nutzen sollen, noch unbekannte talentierte Autoren zu akquirieren. Das jüngste Beispiel ist die Kooperation von Bastei Lübbe mit der Plattform BookRix. Diese Zusammenarbeit funktioniert ganz nach dem Beispiel von neobooks: Auch hier haben die Selfpublisher die Chance auf einen Vertrag bei dem großen Kölner Belletristikverlag. Andere Beispiele für Nachahmer in der Branche wären Egmont mit Lyx Storyboard oder Oetinger mit Oetinger 34 (Wir berichteten darüber im Juni: http://www.verlagederzukunft.de/business-development-zeiten-der-digitalisierung-interview-mit-tea-herovic/). Kritik an solchen Modellen kommt nur von einigen Selfpublishern, die solche Modelle als „Trittbrettfahrer“ bezeichnen.

Eine hohe Bedeutung hat der Einstieg von Rowohlt im Mai in die Arbeit von neobooks. Der literarisch anspruchsvolle Verlag, der wie Droemer Knaur zur Holtzbrinck Verlagsgruppe gehört, zollt damit vor allem den Selfpublishern einen hohen Respekt. Auch Juliane Reichwein hebt diese Neuerung hervor: „Mit dem Rowohlt Verlag haben wir bereits einen starken und vertrauensvollen Partner gewonnen, der unser Akquiseprogramm bestärkt.“ Sie sieht neue Konkurrenz wie Bastei Lübbe mit BookRix nicht als große Bedrohung für den Erfolg ihrer Plattform: „Im Markt der Selfpublishing Plattformen behaupten wir uns bereits seit längerem gegen konkurrierende Unternehmen.“ Auf die Frage, in welche Richtung sich neobooks in den kommenden Jahren ausrichten wird, spricht sie die Optimierung des Services für Autor und Leser an. Schlussendlich nennt sie die Märkte anderer Länder „spannend“ und gibt zu, dass neobooks den „ein oder anderen Blick in die Welt“ riskiert. Vielleicht werden wir also bald sehen, wie das Projekt ausgeweitet wird und neobooks auch international auf Autorensuche geht.

Chancen erkennen und nutzen!

Mit der wachsenden Anerkennung sollten die Kritiker des Selfpublishing schnell verschwinden und die Verlage die Möglichkeit vereinfachter Akquise neuer Autoren nutzen – ein Aspekt, der erst neulich bei den Berliner Buchtagen auf der Konferenz „Selfpublishing – Bedrohung oder Chance für Verlage?“ diskutiert wurde. Das Problem der unaufgefordert eingesandten Manuskripte, die von den Lektoren gar nicht bearbeitet werden können, dürfte bald gelöst sein. Es ist der Buchbranche nur zu wünschen, dass bald noch weitere zukunftsfähige Projekte über neobooks hinaus entstehen, die vor Marktriesen wie Amazon und dessen angekündigten Verlagstätigkeiten bestehen können. Studien wie die Studie zum Stand des Self Publishing in Deutschland von Matthias Matting beweisen, dass die meisten Selfpublisher gerne bei einem Verlag veröffentlichen würden. Das ist eigentlich eine brillante und relativ risikoarme Möglichkeit für Verlage, bereits erfolgreiche Autoren aus den E-Book-Charts unter Vertrag zu stellen. Man sollte Selfpublishing nicht als Gefahr für Verlage begreifen, sondern als Chance, diese zu erhalten. Anstatt sich über Qualitätsverlust durch die Schwemme von selbstpublizierten Titeln zu beschweren und den guten alten Zeiten der hohen Literatur hinterher zu träumen, sollte man diese Möglichkeit ergreifen!

von Jana Kapfer