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27. Juni 2016

Extrem anders – der Festa Verlag

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Harte, realistische Spannungsliteratur ist abseits des Mainstream schwer zu finden? Ein kleiner Verlag aus der Nähe von Leipzig beweist das Gegenteil. Die Texte aus dem Hause Festa sind düster, kompromisslos – und alles andere als trivial.

Bücher des Festa Verlag

Foto: Niklas Gaube

Wer einen nervenzerfetzenden Thriller, einen blutigen Krimi oder düstere Fantasy lesen will, dem bleiben oft nur die großen Namen der Autorenszene. Abseits der Bestsellerlisten wird der Leser von einer unüberschaubaren Zahl an Selfpublishing-Titeln überflutet, die meist nur eine zweifelhafte Qualität aufweisen. Die Suche nach anspruchsvolleren Werken gleicht mehr dem Perlenfischen. Oft muss erst ein Haufen Schund durchwühlt werden, bevor einige wenige Glanzlichter zum Vorschein kommen. Gerade in diesem Bereich tragen die etablierten Verlagshäuser leider auch wenig zur Abhilfe bei, denn mit der Backlist des Verlagsprogramms lassen sich schnell mehrere Regalmeter allein mit jenen Genres füllen.

Abseits des Alltäglichen

Der Festa Verlag aus Borsdorf bei Leipzig bietet hier seit mittlerweile fast fünfzehn Jahren eine Fundgrube für alle Unzufriedenen und ewig Suchenden an. Von Horror, Krimi und Thriller über Fantasy bis hin zu Erotik spannt sich das Verlagsprogramm und richtet sich ausdrücklich an erwachsene Leser. Frank Festa gründete den Verlag 2001 mit dem Anspruch, auch in Deutschland einen Anbieter für düstere, qualitative Spannungsliteratur zu etablieren. Oft wurde diese mit Groschenheften in Verbindung gebracht und vom literarischen Establishment als primitiv abgetan. Vielleicht nicht ganz zu Unrecht, denn gerade in Deutschland war und ist das Schreibhandwerk außerhalb eines abgeschlossenen Germanistik-Studiums längst nicht so professionell strukturiert wie zum Beispiel im englischsprachigen Ausland. Als Konsequenz veröffentlicht Festa ausschließlich Übersetzungen von Autoren vorrangig aus den USA, beweist aber bei der Akquise viel Feingefühl. So hat der Schriftsteller Dan Simmons vom TV-Sender AMC bereits eine Serie in Aussicht gestellt bekommen und Science-Fiction-Geheimtipp Ian Tregillis wirkte schon am „Wildcards“-Projekt von George R.R. Martin mit. Ebenfalls hochinteressant für Fans sind die Komplettausgaben der Werke H.P. Lovecrafts und von Robert E. Howards Conan-Reihe. Um auch was fürs Auge zu bieten, werden alle Buchcover mit hochwertiger Lederoptik ausgestattet, ein kostenloser Rückgabeservice für alle Titel über 66 Tage unterstreicht das Qualitätsversprechen zusätzlich.

Logo des Festa Verlag

(Quelle: festa-verlag.de)

Nichts für schwache Nerven

Eine weitere Besonderheit ist das Imprint „Festa Extrem“, unter welchem Bücher mit deutlich pornografischen Inhalten und expliziter Gewaltdarstellung veröffentlich werden, weshalb die Titel ohne ISBN erscheinen und nur direkt beim Verlag bestellt werden können. So ein Verlagsprogramm ist natürlich nichts für den Massenmarkt, aber vor allem Genre-Fans finden bei Festa ein breites Angebot, dessen Preisniveau kaum über dem eines üblichen Taschenbuchs liegt. Auch aus eigener Erfahrung ist der Verlag eine Empfehlung für alle, die während des Wartens auf das neue Werk ihres Lieblingsautors Lesestoff für zwischendurch benötigen und dennoch das Vergnügen eines gut geschriebenen Textes nicht missen möchten.

Autor: Niklas Gaube

20. Juni 2016

Der Ruf nach Individualität – Personalisierbare Kinderbücher

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Die wohl bekanntesten Helden meiner Kindheit hießen Pippi, Hanni und Nanni, Findus oder Conni. Ich fand Freunde und Helden in ihnen und gerne wollte ich so sein wie sie. Dieser Wunsch nach eigenen Abenteuern kann sich jetzt für Kinder erfüllen (zumindest auf dem Papier)! Das Zauberwort lautet: personalisierbare Kinderbücher.

Was sind personalisierbare Kinderbücher?

Wie der Name bereits andeutet, ermöglicht diese Art von Bilderbüchern den Kindern selbst die Hauptrolle der Geschichte einzunehmen. Ihre Namen werden dabei an die Protagonisten vergeben. Zudem wird die Gestaltung des Buches nach Geschlecht unterschieden. Nun begibt sich das Kind in der Geschichte auf die Suche nach seinem Namen, findet einen Buchstaben nach dem anderen, die am Ende den Namen des Kindes ergeben. Bei einem kurzen Namen, werden zusätzliche Füllseiten mit extra Geschichten eingefügt, damit das Buch nicht zu kurz ist. So zumindest das Prinzip nach dem das DIY-Projekt „Ach du Schreck,mein Name ist weg!“ (www.lostmy.name/de) arbeitet.

Warum sind sie so erfolgreich?

Inzwischen hat lostmyname in 174 Ländern über 1,5 Mio. Bücher verkauft. Dies liegt wohl vor allem daran, dass es heutzutage immer schwieriger wird, Kinder mit individuellen, hochwertigen Geschenken abseits von Lerncomputern und anderen elektronischen Geräten glücklich zu machen und sie zugleich zum Lesen zu animieren. Lostmyname schafft beides: Abenteuer und Spaß mit liebevoll gestalteten Figuren und Welten, wodurch den Kindern das Lesen mehr als schmackhaft gemacht wird. Wenn die Hauptrolle dann auch noch den eigenen Namen trägt, leuchten Kinderaugen auf. Man wird selbst zum Helden und reist als mutiger Junge oder als mutiges Mädchen zu verschiedenen Orten, immer auf der Suchen nach einem weiteren Buchstaben.

Dass so ein Buch nicht jeder hat, erhöht zudem den Individualitätsfaktor und macht den Nachwuchs stolz.

Mein Fazit?

Für 26,99€ (in der Standard-Ausführung) kauft man ein individuelles Präsent, an dem das beschenkte Kind lange und vor allem immer wieder Freude haben wird. Denn ein Buch kann man ja bekanntermaßen mehr als einmal lesen. Dadurch, dass sich mit unterschiedlichen Namen auch die Geschichte ändert, lohnt sich das mehrmalige Recycling der Geschenkidee zum Beispiel für Geschwisterkinder.

Insgesamt gefällt mir die Idee sehr gut und sie kommt definitiv auf meine Geschenkeliste für all meine kleinen Nichten, Neffen, Cousins usw.!

Autor: Marie-Theres Ebersoldt

13. Juni 2016

Der Mairisch Verlag

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Das tun, was einem wirklich am Herzen liegt, wovon man begeistert ist. Entscheidungen frei treffen, unabhängig sein. Das alles steht für einen Independent- Verlag. Das alles steht für den Mairisch Verlag aus Hamburg.

Obwohl der Name „Mairisch“ eher durch einen Zufall entstanden ist und ausschließlich für die Gründer selbst eine Bedeutung hat, kommt man nicht umhin darüber zu schmunzeln. Aus dem Hessischen übersetzt spricht man hier nämlich von „Unkraut“. Doch mit Unkraut hat dieser Verlag nur eines gemeinsam – er wächst. Und er hat sich mittlerweile stark in der Verlagswelt etabliert.

Wie fing alles an?

Schon seit ihrer Kindheit kennen sich die drei Gründer Peter Reichenbach, Blanka Stolz und Daniel Beskos. Mitte der Neunziger Jahre vereinten sie, inspiriert von Literaturevents und Poetry Slams, ihre gemeinsamen Interessen, um Lesungen in einem hessischen Kulturzentrum zu veranstalten. Die Idee kam bei den Besuchern gut an, die entsprechenden Einnahmen blieben jedoch vorerst aus. Es sollte ja auch ein Hobby bleiben. Oder etwa doch nicht?

Schnell wurde klar, dass aus dem Projekt der drei Studenten mehr werden könnte. Die Idee, 1999 einen Verlag zu gründen, wurde jedoch frei aus dem Bauch heraus entschieden und enthielt zunächst keine großen Erwartungen an die Zukunft.

Was bietet der Verlag?

Das Verlagsprogramm ist vielfältig und zeigt auch hier: Sie machen das, was ihnen am Herzen liegt. Belletristik, Erzählbände, Comics im Buchformat, sogenannte „Graphic Novels“, immer mit dem Augenmerk auf zeitgenössische Literatur junger deutscher Autoren und ganz wichtig auch – Debüts.

Später holt der Verlag auch die Hörspielanthologien „pressplay“ ins Boot. Eine damalige Einzigartigkeit in der Verlagswelt. Hier werden Stücke der freien Hörspielszene vereint und gebündelt veröffentlicht. Und auch das sollte noch nicht alles gewesen sein. Denn ebenso die Zusammenarbeit mit Musikern ist eine wichtige Option für den kleinen Verlag aus Hamburg.

Wow, ganz schön viel. Wie funktioniert da der Vertrieb?

2005 entschied sich der Verlag die Werke auch über den Buchhandel zu vertreiben, und wenig später eröffnete er mit dem Label „Devil Duck Records“ ein Ladenlokal unter dem Namen „About Songs and Books“, wo nicht nur eigene Bücher und Schallplatten, sondern auch ausgewählte Lieblingsstücke anderer Labels verkauft werden sollten. Außerdem finden hier regelmäßig Lesungen, Konzerte, Lesekonzerte, Ausstellungen und Vorträge statt. So muss nicht jedes Mal extra eine Location gemietet werden – ziemlich clever! Wenn das mal nicht wieder ein Zeichen der Unabhängigkeit ist.

Was macht den Verlag noch so sympathisch?

Es geht nicht darum, wie viel, sondern was verkauft wird. Ein Verlag mit Herz, der seine Autoren, Musiker und Illustratoren schätzt und ihnen ein Rundum-Sorglos-Paket bietet. Ein Verlag, der sich eine wichtige Sache als Ziel gesetzt hat- weiterhin unabhängig zu bleiben. I like.

Autorin: Sophie Rothe

6. Juni 2016

Bleiben Print-Produkte unverzichtbar für Zeitungsverlage?

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Werden Zeitungsverlage ihre Print-Produkte bald nur noch im Keller vorfinden? Bill Gates prophezeite bereits 1990 das Ende der Zeitungen für das Jahr 2000. Eine Null-Nummer, diese Aussage. Aber wie sieht es heute, 16 Jahre später, aus?

Zeitung

Foto: Nicole Steeg

Ein Leben ohne gedruckte Zeitungen ist für viele Konsumenten kaum vorstellbar und für andere  wiederum kaum von Bedeutung. Warum auch? Schließlich gibt es jetzt die digitale Welt, die durch mehr aktuelle, individuelle Informationen zu einem geringeren Preis der Print-Branche den Rang abläuft. Informationen können dort schnell und einfach mit zusätzlichen multimedialen und interaktiven Funktionen abgerufen und kommentiert werden. Die langjährigen Zeitungsleser jedoch lieben es, am Frühstückstisch oder auf der Couch, schön gemütlich die Zeitung „frisch aus dem Briefkasten“ aufzuschlagen. Nun soll man ständig ein elektronisches Gerät benötigen, um an Informationen zu kommen. Informationen, die ein jeder ins Netz stellen kann. Ist hier noch die Rede von einem glaubwürdigen und seriösen Content? An diesem sind die Leser zumindest noch sehr interessiert. Laut ARD/ZDF-Studie-Massenkommunikation lesen immerhin ca. 47 Millionen Deutsche jeden Tag mindestens 23 Minuten Tageszeitung. Kein schlechtes Ergebnis bei einer täglichen Mediennutzung von 9,5 Stunden, welche im Jahr 2015 vor allem mit Konkurrenzmedien wie Fernsehen, Internet und Radio geteilt wird.

Alle Kanäle bedienen

Das gedruckte Wort ist also auch in den nächsten Jahren unverzichtbar. Zumindest lässt es sich so für die Digital Natives, die heute 14 bis 29-Jährigen, vermuten. Unter ihnen wird es immer welche geben, die ihre Zeitung auch gedruckt lesen, schließlich haben sie es in Kindesjahren noch so kennengelernt. Aber was ist mit der darauffolgenden Generation, den Mobile Natives? Diese Kinder begegnen uns eigentlich fast überall mit mobilen Geräten in der Hand. Das sind halt wahre „Smombies“, sagt man in der heutigen Jugendsprache. Wird bald alles nur noch auf der Online-Ebene ablaufen? Können Zeitungsverlage dann einpacken oder sollten sie von jetzt an ihre Kampfstrategie – Reichweite erlangen – nur noch in der digitalen Welt bestreiten? Eckhard Baumbach, Verlagsleiter des SonntagsWochenBlattes in Torgau, gibt auf diese Frage ein eindeutiges Nein. „Lesergewohnheiten sind unberechenbar, es wird immer Menschen geben, die auch das gedruckte Wort lesen. Um eine lokale Vernetzung wie in unserem Geschäftsmodell zu erreichen, muss ein Verlag alle Kanäle bedienen. Nur so kann er seiner Aufgabe, Sender und Empfänger zusammenzubringen, gerecht werden. Das Digitale und das Gedruckte sollen sich nicht duellieren, sondern sich gegenseitig ergänzen. Ganz nach dem Motto: das neue Tun, ohne das Alte zu lassen.“

Verlage stellen sich breiter auf

Verlage werden also weiterhin wichtig auf dem Markt sein, um Inhalte seriös aufzubereiten. Es ist eine gute Strategie, auch in Zukunft auf beide Pferde zu setzen. Im Vordergrund könnte die Vermarktung des digitalen Contents und die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle sein, ohne die Printprodukte zu vernachlässigen. Viele Verlage haben schon jetzt Ihr Portfolio auf Produkte wie Apps, Web-Dienstleistungen und Veranstaltungen erweitert, um die Verluste im Print auszugleichen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die neue, moderne Welt weiter entwickelt. Wer weiß, vielleicht ist es in ein paar Jahren wertvoll, eine gedruckte Zeitung zu Hause auf dem Tisch liegen zu haben.

Autorin: Nicole Steeg

26. Mai 2016

Neue Wege der Kommunikation – Snapchat als Instrument des Verlagsmarketings

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Was haben Sixt, Rewe und Adidas gemeinsam? 
Außer dass die drei Unternehmen sehr erfolgreich sind, haben sie alle einen Snapchat-Account.

SnapchatLogoBuch bearb.

Fotomontage: Viktoria Gamagina

Den meisten 16-24-jährigen dürfte die App Snapchat geläufig sein, wenn auch nur vom Namen, da diese den größten Nutzeranteil von 52% darstellen. Für die anderen nochmal eine kurze Zusammenfassung: Mit der kostenfreien App kann man Fotos und Videos an seine Freunde verschicken und veröffentlichen. Der Clou – die Fotos sind nur für wenige Sekunden sichtbar und verschwinden dann wieder. Außerdem kann man nur Momentaufnahmen verschicken, das bedeutet man kann die Bilder nicht vorher mit dem neuesten Photoshop- Programm bearbeiten. Das macht die Authentizität der Momentaufnahme aus. Dort wo sich bis jetzt Max und Petra Bilder von ihren Katzen oder Selfies auf der Couch geschickt haben, wittern große Konzerne ihre Chance.

Dafür gibt es einige gute Gründe:

  • Die Anzahl der Snapchat-Nutzer wächst rasant und so auch die Anzahl potentieller Kunden.
  • Durch die tagtägliche Mediennutzung hat sich die Aufmerksamkeitsspanne des Menschen stark verkürzt, sodass die 15 Sekunden kurzen Bilder bei den Nutzern gut ankommen.
  • Das Unternehmen wirkt authentischer, da nur Momentaufnahmen geteilt werden können. Das erfordert jedoch einen hohen Handlungsfreiraum der Mitarbeiter. Das Unternehmen muss sich fragen, was gepostet werden darf und was nicht.
  • Da noch nicht so viele Unternehmen Snapchat nutzen, ist der Wettbewerb gering und man kann sich als Einsteiger leichter Leser sichern.

In Deutschland sind die Unternehmen noch zaghaft und trauen sich noch nicht so recht an einen Snapchat-Account, denn das fordert Mut und Kreativität.

Für Verlage ist Snapchat eine große Chance erfolgreiches Marketing zu betreiben ganz nah am Kunden, vor allem wenn eine junge Zielgruppe angesprochen werden soll. Der Verlag als Medienunternehmen sollte sich immer wieder umschauen nach neuen Wegen der Kommunikation.

Was kann Snapchat als Marketinginstrument?

  • Man kann Fotos, Videos und Geschichten schnell veröffentlichen, bepackt mit vielen Informationen und am besten mit Unterhaltungswert. So kommt es besonders gut an.
  • Durch Exklusivität der Inhalte kann man vorab Teaser oder Informationen zum Produkt geben.
  • Durch Echtzeitberichterstattung wirkt es auf den Leser nicht wie Werbung.
  • Marken können sich gegen Geld prominent machen durch Discover Channels die in der App gut sichtbar und leicht aufrufbar sind. Täglich kommen immer mehr dazu.

Also liebe Verlage, ran an das Smartphone und los fotografiert!

Autorin: Viktoria Gamagina

14. Mai 2016

Der Verlag an der Este

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Der Verlag an der Este kommt aus Buxtehude – wie Buxtehude? Ja Buxtehude existiert wirklich, ganz in der Nähe von Hamburg. Dort können nicht nur Hunde mit dem Schwanz bellen und schlaue Igel Hasen im Rennen besiegen, sondern dort sorgt auch der Verlag an der Este dafür, dass Bücher in die Hände junger Leser gelangen und das seit gut 25 Jahren.

Und was ist nun das Besondere? Macht das nicht jeder Kinder- und Jugendbuchverlag?
Nicht ganz, denn der Verlag an der Este hat es sich zum Ziel gemacht, Buchprogramme zu erstellen, die Kinder und Jugendliche motivieren zu lesen. Um dies zu erreichen, setzt sich das Angebot vor allem aus Büchern mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und aus Restauflagen sowie selbstverlegten Büchern zum kleinen Preis zusammen.

Besondere Buchprogramme

Der Verlag an der Este erstellt seine Buchprogramme, indem er aus der Titelflut des deutschen Buchmarktes Titel auswählt und diese prüft bevor sie ins Programm aufgenommen werden. Dabei wird auf altersgerechte Inhalte und Sprache geachtet, vor allem aber darauf, dass sich die Leser mit der Geschichte identifizieren können sowie das bereits genannte Preis-Leistungs-Verhältnis.

Leseförderung wird groß geschrieben

Der Grund hinter diesem etwas anderen Angebot ist das große Ziel junge Menschen dazu zu bringen ein Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen. Bücher erfahren eine immer größere Konkurrenz durch andere Medien, dabei ist und bleibt Lesen eine wichtige Kernkompetenz im alltäglichen Leben. Die positiven Effekte sind weithin bekannt, wie Anregung der Fantasie oder auch die verbesserte Sprachkompetenz, wozu zum Beispiel ein vergrößerter Wortschatz gehört.

Bücherzeitungen – der etwas andere Vertrieb

Der Verlag an der Este ist auch was den Vertrieb angeht kein herkömmlicher Verlag, denn auch hier ist man einen etwas anderen Weg gegangen. Da die Hauptzielgruppe Schüler sind, hat man beschlossen diese direkt zu erreichen und dazu Bücherzeitungen zu entwickeln.
FindeFund ist die Zeitung für Kindergartenkinder bzw. deren Eltern und Erzieher, dann folgt „Gänsefüßchen“ für Grundschulkinder und schließlich gibt es noch den Bücherigel für SchülerInnen der Sekundarstufe.

Die Verteilung der Zeitungen erfolgt vor allem über die Schulen. Bei uns war es früher immer ein großes Ereignis, wenn die neuen Bücherigel da waren. Wir bekamen Unterrichtszeit, um in der Zeitung zu schmökern und zeigten uns gegenseitig die Bücher, die wir haben wollten. Die Auswahl wurde noch von den Eltern abgesegnet, sonst wären so manche Bestellungen etwas ausgeartet und ein paar Tage später kam das Bücherpaket in der Schule an.
In den Zeitungen hat fast immer jeder etwas gefunden, da diese nach Alter und Interessen aufgeteilt waren und eine bunte Mischung boten. Der Verlag hat es so geschafft seine Bücher, direkt in die Hände seiner Leser zu bringen und der kleine Preis ist dann erst recht kein Hindernis mehr.
Für mich ist der Verlag an der Este ein Stück Kindheit, der mit seinem etwas anderen Konzept einen wirklich guten Beitrag zur Leseförderung leistet!

Autorin: Anna Sophie Fromhage

5. Mai 2016

Bücher für den Badespaß

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Bücher können überall gelesen werden, egal ob mit einem physischen Buch in der Hand oder mit einem E-Reader. Zu Land oder zu Wasser, überall können wir unsere Lieblingsgeschichten lesen. Nun ja, vielleicht doch nicht zu Wasser. Wenn man nicht gerade einen wasserfesten E-Reader besitzt, ist Lesen im Wasser immer mit Komplikationen verbunden. Heißt das, wir müssen auf unsere Krimis, Thriller und co. in der Badewanne oder im Pool verzichten? Nein, denn der Verlag Edition Wannenbuch hat sich dafür etwas überlegt.

Der in Chemnitz ansässige Verlag produziert Wannenbücher für Erwachsene. Die meisten von uns kennen diese hübschen, aus Kunststoff bestehenden, wasserfesten Bücher, die kleine Kinder mit in die Badewanne nehmen, damit es da nicht so langweilig ist. Edition Wannenbuch produziert solche Bücher, nur mit Inhalten für die Großen. Egal ob Krimi, Romanze, Komödie, sogar Reiseführer gibt es; für jeden ist etwas dabei.
Die Idee kam den ehemaligen Journalisten Jens Korch und Grit Strietzel im Urlaub. Familie und Freunde entspannen sich am Pool, wobei die Kinder dort ihre Badebücher lesen, und die Erwachsenen neidisch zugeben, dass sie so etwas auch gerne hätten. Gesagt, getan. Namen ausdenken, Druckereien anfragen und schon geht es los. Oder ist das doch nicht so einfach?

Diese Badewannenbücher, wie ihre Kollegen für die Kleinen, bestehen aus Kunststoff, welches in China bedruckt wurde. Wieso gerade China? Das hat nichts damit zu tun, dass es dort billiger ist, sondern weil die vielen deutschen und europäischen Druckereien bei denen angefragt wurde, abgelehnt haben. Dann steht dort eben ‚Made in China‘, das heißt nicht, dass die Qualität schlechter ist. Die Badewannenbücher der Edition Wannenbuch wurden allen möglichen Tests unterzogen (z.B. Lebensmitteltests) und entsprechen allen Qualitätsansprüchen.

Den Qualitätsansprüchen, was den Inhalt angeht, wird auch genüge getan. Es gibt einige Genre aus denen man wählen kann. Die Auswahl bei Krimis und Liebesgeschichten ist im Vergleich zu den anderen Genres ziemlich hoch. Fantasy-Geschichten gibt es leider noch nicht, aber vielleicht ist das eine neue Idee, die man umsetzen könnte? Sollte man keine Badewanne besitzen ist das auch kein Problem, es gibt auch Bücher für die Dusche.
Der Verlag verspricht, dass man mit einem Wannenbuch ca. 15 Minuten unterhalten wird. Tja, das ist natürlich für jede Person unterschiedlich. Manche lesen langsam und brauchen 30 Minuten, andere sind schnell und brauchen nur 10 Minuten (Ich habe auch nur 10 Minuten gebraucht, aber ich bin auch ein schneller Leser). Im Schnitt sind 15 Minuten Lesezeit also ein guter Rahmen.

Ich persönlich finde diese Idee großartig (und habe selbst auch ein Wannenbuch). Die Idee ist nicht neu, aber das Badebuch für eine neue Zielgruppe so zu erschließen, finde ich sehr innovativ. Es muss nicht immer eine ganz neue Idee sein, mit der man Erfolg haben kann. Manchmal reicht es auch, neue Zielgruppen anzusprechen.

Ich hoffe, dass die Edition Wannenbuch noch weiter großen Erfolg hat und noch viele Badewannenbücher produziert.

Autorin: Franziska Sachse

26. April 2016

Das neue VdZ-Team stellt sich vor

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Vdzteam

Es steht ein Wechsel an beim Team von „Verlage der Zukunft“. Ab Mai übernehmen die Zweitsemester des Studiengangs Buchhandel/Verlagswirtschaft an der HTWK Leipzig die Gestaltung dieser Plattform. Wir sind eine bunte Mischung aus neugierigen Buchstudenten und verrückten Kreativarbeitern, die den Blog das nächste halbe Jahr mit Leben füllen.

Dieses Mal dreht sich alles um das Motto „Kleine Verlage – große Chancen“. Unser Ziel ist es, die Arbeitsweise von Kleinverlagen und ihren Weg in der Branche unter die Lupe zu nehmen. Diese oft unterschätzten Branchenteilnehmer überraschen uns immer wieder mit innovativen Einfällen und ausgefallenen Produkten. Aus diesem Grund wollen wir deren Arbeitsweise und Weg in der Branche näher beleuchten. Neben unseren Artikeln wird das alljährliche Speedmeeting auf der Frankfurter Buchmesse ein weiteres Highlight sein. Dieses dient dazu, Unternehmen der Buchbranche und den talentierten Nachwuchs an einem Tisch zusammentreffen zu lassen. Außerdem findet dort eine Führung zu den Ständen interessanter Verlage statt, während auf der Jobbörse künftig wieder aktuelle Stellenangebote zu finden sind.

Wir begrüßen alle Leser, die den Blog bereits verfolgen und heißen alle Neuankömmlinge herzlich Willkommen. Über Lob, Anregungen und natürlich auch Kritik freuen wir uns und wünschen eine unterhaltsame Zeit.

Autoren: Niklas Gaube, Elisa Schön

4. Februar 2016

Unser Besuch bei der future!publish

Internationale Entwicklungen, Interview, Neue Prozesse, Produkte & Profile, Neue Publisher, Veränderungen der Arbeitswelt, Verlage der Zukunft | 0 Comments

(Quelle: Fotocredit © Literaturtest/Sandra Ratkovic)

(Quelle: Fotocredit © Literaturtest/Sandra Ratkovic)

Vom 28. bis 29. Januar fand zum ersten Mal die future!publish, der neue Kongress für die Buchbranche, in der Urania Berlin statt. Organisiert wird der Kongress von Literaturtest und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Ein Teil des Verlage der Zukunft-Teams hatte die Möglichkeit einen Tag lang daran teilzunehmen und Einblicke in die Gegenwart und Zukunft der Branche zu gewinnen.

 

 

 

Eröffnet wurde der Kongress mit einer spannenden Keynote von Chantal Restivo-Alessi. Frau Restivo-Alessi ist Chief Digital Officer und Executive Vice President bei dem zweitgrößten Publikumsverlag der Welt, HarperCollins. In ihrer Keynote stellte sie HarperCollins vor, beurteilte neue Entwicklungen der Branche und gab den Teilnehmern wichtige Impulse. Ihr Hauptanliegen war, der Branche Selbstbewusstsein mit auf den Weg zu geben und die Position der Autoren zu stärken. Ihr Credo: Für HarperCollins ist jeder Autor ein Superstar.

Chantal Restivo-Alessi (Quelle: Fotocredit © Literaturtest/Sandra Ratkovic)

 

Nach diesem anregenden Einstieg besuchten wir den Vortrag von Jana Lippmann, welche die Marktforschungsabteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. leitet. Sie präsentierte die Ergebnisse der neuen Buchkäufer- und Leserstudie von 2015. Diese Analyse anhand der Sinus-Milieus gewährt tiefe Einblicke in das Kauf- und Leseverhalten, sogar ein Blick auf die Bücherregale der Studienteilnehmer ist möglich. Unserer Meinung nach bietet diese Studie eine gute Möglichkeit für Verlage, ihre Kunden besser zu verstehen und gezielter anzusprechen. Mithilfe der Studie ist es auch möglich, Strategien zu entwickeln, wie man Menschen ansprechen kann, die nicht als die klassische Buchkäuferschaft gelten. Interessierte können die Studie ab sofort beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels erwerben.

Im Anschluss ging es schnell zum nächsten Vortrag. Aufgrund des großen Andrangs hatten wir die Möglichkeit, diesen aus nächster Nähe zu erleben. Falko Löffler sprach zum Thema „Was die Buchbranche von der Computerspielbranche lernen kann“. Der umtriebige freie Autor schreibt und übersetzt unter anderem Texte für Computerspiele. Nach einem charmanten Einstieg in den Vortrag, in dem er beschrieb, wie er über sein Lieblingsbuch „Per Anhalter durch die Galaxis“ und das dazugehörige Computerspiel bereits im jungen Alter die Verbindung zwischen beiden Branchen knüpfte, teilte Falko Löffler seine Erkenntnisse aus jahrelanger Arbeit für die Buch- und Computerspielbranche. Er brachte die von ihm gelieferten Denkanstöße treffend auf den Punkt: „Veränderung ist Dauerzustand, das Preisgefüge ist dynamisch geworden, Schnelligkeit wird belohnt, Raubkopien sind nicht an allem Schuld und auf Konvergenz folgt Divergenz“.
Die auf den unterhaltsamen und aufschlussreichen Vortrag folgende Pause geriet durch leichte Verzögerungen etwas kurz. Dafür wurde aber mit Brezeln, Kaffee und Kuchen entschädigt und trotz der Kürze bot sich die Möglichkeit, mit anderen Kongressteilnehmern ins Gespräch zu kommen.

Nach der Stärkung erwartete uns future!inspiration 1. Bei dieser Veranstaltung präsentierten sich innovative Unternehmen mit einem jeweils 10-minütigen Vortrag. Im Anschluss hatte das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen sowie Lob und Kritik zu äußern.
Stephan Heck von Sprylab eröffnete die Runde. Er stellte die Purple Publishing Suite vor, mit der sich Inhalte perfekt für digitale Endgeräte aufbereiten und in digitale Storytelling-Formate überführen lassen. So können z. B. eMags eindrucksvoll und nutzerorientiert gestaltet und produziert werden. Das mithilfe der Software entwickelte eMag „Epos“, ein neues Wissensformat der Welt, gewann mit der ersten Ausgabe über den 1. Weltkrieg den Preis für „Best in Tablet Publishing“ bei den Digital Media Awards Europe.
Im Anschluss stellte der Mediendesigner Caspar Armster Buchlichter vor, eine Online-Buchhandlung, die Kinder- und Jugend-E-Books verkauft und Eltern bei der Auswahl der E-Books für ihre Kinder unterstützt. Anders als üblich werden die E-Books hier nicht einfach nach Verkaufsrang, sondern inhaltlich, thematisch, nach Lesealter und technischer Umsetzung sortiert. Danach kam Tobias Fischer zu Wort. Er ist Entwickler bei der pagina GmbH und stellte printCSS vor, den Nachfolger von xsl-fo bei der vollautomatischen Satzausgabe von XML-Daten. PrintCSS bietet im Vergleich zu seinem Vorgänger viele neue Möglichkeiten zur Herstellung eines gestalterisch höherwertigeren Satzbildes.

Für einen besonderen Abschluss des Tages sorgte der letzte Vortrag. Vorgestellt wurde die LogBook App, die Literatur im Raum erfahrbar machen soll. Entwickelt wird diese am =mcm institute der Universität St. Gallen. Mittels Augmented Reality werden die Grenzen zur realen Umgebung überwunden, um dem User ein neuartiges Literaturerlebnis zu bieten. In Zusammenarbeit mit dem Diogenes-Verlag entsteht so ein tolles Projekt, mit dem man ab Oktober 2016 thematisch verschiedene Spaziergänge durch Zürich unternehmen kann. Dieses Projekt sollte alle Verlage dazu anregen, in eine neue Richtung zu denken und die Möglichkeiten der Digitalisierung bestmöglich auszuschöpfen.

Nach diesem anregenden und informativen Tag auf dem Kongress verabschiedeten wir uns wieder Richtung Leipzig.

Autoren: Julia Benter, Julia George

29. Januar 2016

Speedmeeting auf der Leipziger Buchmesse 2016

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Du bist interessiert an der Verlagsbranche und hast in diesem Bereich ein erfolgreiches Studium abgeschlossen? Jetzt fehlt dir nur noch der passende Job, damit du deine gelernten Kenntnisse effektiv nutzen kannst? Dann bist du bei uns genau richtig!

Das Speedmeeting ist eine Veranstaltung, bei der ihr als junge Nachwuchstalente mit den Führungskräften der Verlagsbranche in Kontakt treten könnt. Auch auf der Leipziger Buchmesse 2016 sind wir wieder dabei!

Datum: 18.03.2016

Uhrzeit: 14:00 – 17:00 Uhr

In einer zwanglosen Atmosphäre habt ihr die Möglichkeit, in 8-minütigen Bewerbungsgesprächen die Führungskräfte der Verlagsbranche kennenzulernen. Nutzt diese einmalige Chance, um Kontakte zu knüpfen, Eindrücke zu sammeln und zu hinterlassen, Informationen aus erster Hand zu erhalten und möglicherweise einen super Job zu ergattern. Gleichzeitig haben die Unternehmen der Verlags- und Medienbranche die Chance, talentierte, engagierte Nachwuchskräfte kennenzulernen.

Ab sofort könnt ihr euch für das Speedmeeting in Leipzig bewerben:

Sendet uns euren Lebenslauf mit Angabe des Studiengangs oder eurer Ausbildung an speedmeeting@verlagederzukunft.de. Die Bewerbungsfrist endet am 14. Februar 2016. Bitte gebt an, ab wann ihr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen könnt, ob ihr räumlich flexibel seid und für welche Bereiche ihr euch interessiert!

Zusammen mit Sabine Dörrich von der Personalagentur Dörrich werden wir 10 Bewerber auswählen.

Detaillierte Informationen erhaltet ihr nach Eingang eurer Bewerbung. Für weitere Fragen stehen wir euch natürlich gern zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Karrieretag auf der Leipziger Buchmesse findet ihr hier: http://www.leipziger-buchmesse.de/karrieretag/

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