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19th Mai

Inferno interaktiv: Kobos Bestseller-Marketingstrategie

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Kobo entwirft mit der Veröffentlichung von Dan Browns neuem, international erwartetem Beststeller Inferno in neues Marketing-Konzept, dass von Interaktion lebt und den E-Book-Absatz forcieren und den Aura-Launch bekannt machen soll. Aufwändig, aber erfolgreich – und ein Beispiel für den ganzen Markt?

Kobo wurde 2009 gegründet und gehört zu Rakuten, dem größten E-Commerce-Betreiber Japans mit Sitz in Tokio. Es verfügt über einen der größten E-Reading-Kataloge mit mehr als drei Millionen E-Books, Zeitungen und Zeitschriften. Neben zahlreichen E-Reading-Apps hat sich das Unternehmen vor allem mit  einer Produktlinie an E-Readern einen Ruf geschaffen. Der für den Deutschen Markt noch kommende Kobo Aura HD sei der „Porsche unter den E-Readern“, wie Kobo-Hardware-Chef Wayne White selbst auf buchreport.de behauptet.

The Descent – Interaktion für das Inferno

Das Edel-Lesegerät für Vielleser verspricht technische Qualität auf höchstem Niveau. „Der Tablet-Boom wird das zukunftsweisende Geschäft mit E-Ink-Geräten nicht kaputt machen“, sagte Wayne White, „vielmehr dient das Tablet als Einstieg für High-End-Geräte“. Wie das Unternehmen Kobo nun auch in anderen Bereichen für Diskussionen in der Buchbranche sorgt, zeigen die aktuellen Vermarktungsstrategien von Dan Browns kürzlich veröffentlichtem Toptitel „Inferno“. Zum Buch soll es das Reality-Game The Descent als E-Book geben.

Wie publishersweekly.com berichtete, hat Kobo die Self-Publishing Autorin J.F. Penn engagiert um drei Kurzgeschichten – im selben schriftstellerischen Stil wie Dan Browns Mysterien – zu verfassen, die zum kostenlosen Download angeboten werden. Rätsel, Zeichen und Symbole, die gelöst werden sollen, wurden in das interaktive E-Book integriert, um begeisterte Leser in die Rolle von Browns Protagonisten, Robert Langdon, zu versetzen. Zusatzmaterial bietet Kobo auf Facebook und Twitter an. “Zum aller ersten Mal wird die Welt von E-Books und E-Reading mit einer experimentellen Spielwelt verbunden”, so Kobos Online-Marketing Vorsitzender John Gareau.

The Descent - Penn - Kobo

The Descent – Interaktive E-Books als Vorboten (Screenshot)

Ein Beispiel für den Markt?

In der Filmindustrie haben sich bereits in der Vergangenheit ähnliche Marketingstrategien finden lassen. Mit dem Beginn von hochwertigen Lesegeräten, wie dem Kobo-E-Reader und der drahtlosen Verbindung zum Internet, lassen sich solche Ideen nun auch im Buchmarkt beobachten. Binnen einer Woche wurden mehrere tausend Downloads von The Descent registriert. Der erste Leser, der die Mysterien löst, gewinnt 5.000 $ und einen von Dan Brown signierten KoboGlo E-Reader.

Kobos neueste Strategie zeigt einen Weg auf, wie Autoren, Leser und Geschichten geschickt zusammengebracht werden können. Dass der Schwerpunkt hierbei auf digitalen Inhalten und technischen Endgeräten liegt, verdeutlicht einmal mehr, wie sich der Buchmarkt für das veränderte Leseverhalten sensibilisieren sollte. Innovative Ideen aus dem englischsprachigen Raum könnten auch auf dem deutschen Buchmarkt für Erfolg sorgen – die Frage ist jedoch wann.

Claire Briatore

6th Mai

Landgericht unterstützt Verlage bei Nutzung digitaler Inhalte

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Die Digitalisierung macht auch vor der Buchbranche nicht Halt. Der Markt ist im Wandel. Das E-Book gewinnt an Bedeutung, auch wenn viele Verlage noch etwas zurückhaltend sind. Dies liegt sicher nicht zuletzt an der diffizilen Nutzung und Verbreitung von digitalem Content. Das Landgericht Bielefeld hat nun eine richtungsweisende Entscheidung in Bezug auf den Wiederverkauf von E-Books getroffen.

Urteil gefallen: der Verkauf von „gebrauchten“ E-Books bleibt verboten

Der verkauf gebrauchter E-Books ist urheberrechtswidrig, wenn dies ohne Zustimmung des Rechteinhabers geschieht, so entschied es das Landgericht Bielefeld. Laut buchreport.de sei Grundlage für das Urteil die Tatsache, dass „Dateien […] verlustfrei, praktisch ohne Gebrauchsverlust, digital übertragen werden können, ohne dass der ursprüngliche Veräußerer hieran partizipiert.“

Die Besonderheit beim Kauf von E-Books besteht zudem darin, dass der Käufer lediglich ein Nutzungsrecht für den Inhalt, jedoch nicht das Eigentumsrecht an der heruntergeladenen Mediendatei erwerbe und somit auch kein Weiterverkaufsrecht besitzt. Der Börsenverein begrüßte das Urteil. Der Verbands-Justiziar Christian Sprang erklärte: „Der Primärmarkt für digitale Kreativgüter würde zusammenbrechen, wenn Verbraucher E-Books und andere digitale Inhalte einfach gebraucht weiterverkaufen dürften. […] Wir sind zuversichtlich, dass auch der Europäische Gerichtshof das Herunterladen „gebrauchter” E-Books und Hörbücher nur mit Zustimmung von Urhebern und Verlagen gestatten wird.“

Sekundäre Nutzung digitaler Inhalte spielt für viele Verlage noch eine Nebenrolle

Die Nutzung von digitalen Content spielt für viele Verlage immer noch eine untergeordnete Rolle. Dies
geht aus einer Umfrage der Autorenverbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz hervor, bei welcher 1.200 Autoren befragt wurden. Nur 55 Prozent der neuen Verträge enthalten eine Klausel zur digitalen Nutzung der Werke. Auch Zusatzvereinbarungen über die digitale Nutzung früherer Werke wurden nur mit 17 Prozent der Befragten getroffen. Die ausschließlich digitale Nutzung neuer Werke wird bisher nur vereinzelt abgeschlossen (6 Prozent).

In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung ist ein Wandel der Publikationsformen unabdingbar. Daher wird die Nutzung digitaler Inhalte für die Verlage eine immer größere Rolle spielen. Das Urteil des Landgerichts Bielefeld schützt den Primärmarkt digitaler Güter. Somit liegt es jetzt an den Verlagen auf die Strömungen der digitalen Welt einzugehen und neue Märkte zu erschließen.

Magdalena H.

4th Mai

Epubli expandiert in den englischsprachigen Markt

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Epubli öffnet sich jetzt auch englischsprachigen Autoren, wie die Branchenmagazine boersenblatt.net und buchreport.de berichteten.

Die Internetplattform epubli bietet seit Neuestem ganz nach dem Print-on-Demand-Prinzip an, eigene Bücher zu veröffentlichen, zu drucken und zu binden. Dabei kann der Kunde wählen, ob er sein Buch drucken oder als E-Book veröffentlichen möchte. Das Self-Publishing ist hierbei kostenlos. Nur für den Druck und zum Beispiel für eine ISBN-Nummer fallen Kosten an.

Das Berliner Unternehmen epubli gehört zu der Holtzbrinckgruppe und ist vor allem wegen des guten Kundenservices und der hohen Autorenhonorare bekannt.

Es wurden bereits über 10.000 Titel in Deutschland veröffentlicht. Nun ermöglicht epubli auch internationalen Autoren, ihre Bücher über diese Plattform zu publizieren und in der ganzen Welt zu vertreiben. So sollen englischsprachige Kunden angesprochen werden.

Anna-Theres Pyka

2nd Mai

Erfolg durch Self-Publishing

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Hugh Howey veröffentlichte seine ersten Geschichten über Amazons Plattform Kindle Direct Publishing. „Silo“ wurde durch die Macht der Leser zu einem Erfolg und lenkte die Aufmerksamkeit der Medienindustrie auf sich. Immer mehr Autoren, Dienstleister und auch Buchverlage profitieren vom Self-Publishing.

Hugh Howey2011 veröffentlichte Hugh Howey in den USA die ersten Novellen auf Amazon Kindle Direct Publishing. Amazon bietet hier eine Plattform, auf der Autoren einfach und schnell Texte als E-Book veröffentlichen können. Ähnliche Angebote gibt es von Createspace, die ebenfalls Amazon angehören und Barnes & Nobles‘ Nook Press. Neben der Textgenerierung locken die Anbieter auch mit Marketing-Dienstleistungen und technischer Unterstützung.

Die Zeit ist für Autoren einer der wichtigsten Aspekte beim Self-Publishing. Viele Autoren wollen starre Verlagsprogramme und langsame Produktionsprozesse von Buchverlagen umgehen und veröffentlichen ihr E-Book eigenständig und sofort. Sie erhalten hierdurch ein direktes Feedback von den Lesern. Hugh Howeys Leser nutzten diese Möglichkeit und animierten ihn, weitere Texte zu schreiben. Die Branche reagierte: Abdruck-, Übersetzungs- und Filmrechte wurden gekauft und machten „Silo“ zu einem Erfolgsroman.
Howey Silo Coverbild

Für klassische Buchverlage kann die Printausgabe eines Self-Publishers ein lukratives Geschäft darstellen, was Publikationen wie E.L. James „Fifty Shades of Grey“, Carina Bartschs „Kirschroter Sommer“ oder jüngst Howeys „Silo“ zeigen. Der durch Self-Publishing entstandene Bekanntheitsgrad in der E-Book-Community, kann durch die Printausgabe noch verstärkt werden, sodass beide Seiten vom Self-Publishing profitieren.

Anika Matzke

Bildquellen: Hugh Howey: Piper Verlag ©Amber Lyda
Buchcover: Piper Verlag GmbH

27th April

Das Publishers’ Forum 2013: Tiefer in der Materie

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Our Protection Against Nuclear Attack. Ed Nawotka untermauert seine Weitsicht, Adam Duvander zeigt die Pfeile, die Kunden dirigieren, und es gibt Unternehmen, die ihre Stärken kennen. Das Publishers’ Forum gilt als wegweisendes Treffen für die Zukunft der Verlagsbranche; zumindest, in Hinsicht auf die Digitalisierung. Die betrifft jeden einzelnen, doch auch jeden Verlag?

Protection Against Nuclear War

Aufbruch in den Westen

America vs the world: Ein Thema, das polarisiert. Als Edward Nawotka das Podium betritt, wissen viele, was kommen wird. Schon drei Jahre zuvor war der smarte Gründer von Publishing Perspectives von New York nach Berlin gekommen, um der deutschen Verlagsbranche zu erklären, was passieren wird. Er wurde belächelt. Nun steht er wieder vor den versammelten Fachleuten und lacht zurück, im Handgepäck die Anleitung zum Schutz gegen den Branchenkollaps.

Das weit verbreitete Gerücht, Firmen aus Kalifornien übernähmen neben der Regentschaft im Internet auch die hiesige Buchbranche, hält sich jeder Aufklärung zum Trotz. Fakt ist, Amazon, Google, Apple und Weitere gehen geschickt vor. Sie wissen, wie man mit der Digitalisierung umgeht, weil sie ebendiese prägen. Was mit Inhalten im Internet passiert und wie ein Produkt zum Kunden gebracht wird, durchschauen sie in verschiedensten Facetten, tagesaktuell. Eine halbe Stunde hat Nawotka Zeit, dem Publikum weiszumachen, dass Ratlosigkeit über ein Warum in Wissen durch Was umschwenken muss.

Wie erstarkt Amazon dadurch?

Der kürzliche Goodreads-Zukauf durch Amazon ist bezeichnend. Wer annimmt, Amazon strebe über das Lesernetzwerk zusätzliche Verkäufe an, blickt zu kurz. Vielmehr geht es um Metadaten. Goodreads funktioniert über tausende Verbindungen, millionenfache Bewertungen und Zusatzinformationen, die in dieser Masse kein Lektorat erarbeiten könnte. Diese helfen Amazon, um Kundenanfragen besser zu bedienen, Beschreibungstexte abzurunden oder die Liste der „Wer das gekauft hat, hat auch…“ zu spezifizieren. Amazon verbessert sich und daraus werden die wesentlichen Umsatzzuwächse generiert werden. Konzentriere dich auf deine Stärken.

Der Roman aus der Wolke?

Sollten Michael Krüger oder Helge Malchow sich nun mit dem Semantic Web oder einer Cloud plagen? Belletristische Literatur und deren Nachbearbeitung sind nicht Themen beim Publishers’ Forum. Die Hauptproduktion wichtiger Romane oder der Lyrik werden von Autoren geschrieben und vom Dienstleister Verlag umgesetzt. Das wird sich kaum verändern. Sei es, dass der Text sodann im schon fast wieder überfälligen Format E-Book erscheinen. Die Grundfeste des Wegs bis hier, können nicht von einem Computer verändert werden.

Plagen müssen sich die, die Fachliteratur verlegen, die lediglich Teildienstleister sind oder schlicht diejenigen, die sich zwischen klassische Verlage und deren Kunden begeben. Unternehmen also, die neuen Strukturen folgen und vom Kundenwunsch ausgehen müssen. Dabei bestimmt nicht die Größe einer Firma die Konkurrenzfähigkeit. Erfolgreich ist, wer sich anpasst. Auch wenn das alte Geschäftsmodell dann nicht mehr funktioniert.

ValoBox Slide

Was ihr wollt

Was der Kunde will, muss daher im Fokus stehen. Wer die breite Masse anspricht, verpufft, denn das Internet ist größer als ein Marktplatz. Eine Lösung, die direkte Kundenansprache ermöglicht, deutet Adam Duvander an. Dabei gilt als Kunde auch jeder potentielle Kunde, wenngleich er noch gar nicht sucht. Vermittels API (Application Programming Interface) nutzt man bestehende Netzbefehle und Kommunikationsverbindungen, um direkt auf individuelle Wünsche Einzelner einzugehen.

Tiefer in die Materie steigen im Workshop dazu Anna Lewis und Oliver Brooks ein. Mit der Plattform ValoBox haben sie eine Möglichkeit geschaffen, soziale Netzwerke als Beratungsinstrument an einen Pay-as-you-go-Shop anzuschließen. Über diesen können Leseproben, Kapitel und vollständige Bücher erstanden werden. APIs sind die Verbindung, jeder Klick kann der Teil einer Empfehlung sein. Nun ist der Kunde dran: Click, click, quote. Click, click, chapter. Click, click, book.

Text: Marcel Knöchelmann
Bild: I. Sarah Killian, Slide von Edward Nawotka; II. Anna Lewis

>> Detaillierte Berichte zu ausgewählten Themen des Publishers’ Forum 2013 erscheinen auf Verlagederzukunft.de. Die Redaktion bedankt sich noch einmal herzlich bei Klopotek für die Unterstützung von Verlage der Zukunft durch die Genehmigung der Teilnahme.

25th April

Das Publishers’ Forum 2013: Ein erstes Resümee

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Wie das Flatiron in New York ragt das Hotel Concorde am Kurfürstendamm in Berlin majestätisch in den Himmel. In dem 5-Sterne-Hotel nahe der Gedächtniskirche fand in diesem Jahr das zweitägige Publishers’ Forum statt. Rund 300 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Niederlande, USA, Kanada, Indien und England diskutierten intensiv über Herausforderungen der Verlagsbranche, Möglichkeiten der Nutzung innovativer Technologien und Big Data.

Berliner Hotel Concorde

Die englischsprachige Substanz

Der einheitliche Kleidungsstil von schwarzem Anzug zu weißem Hemd ließ auf den ersten Blick nicht sonderlich viel Kreativität vermuten. In einigen der von deutschen Experten gehaltenen Vorträge bewahrheitete sich dieser Eindruck. Weder erstarkten neue Erkenntnisse noch wurden progressive Wege zur Entwicklung der Verlagsbranche vorgeschlagen.

Dan Pollock (Nature Publishing Group) aus England brachte es auf den Punkt: “The talks have been talked, but the work hasn’t been worked.” Die Branche muss endlich beginnen, den nötigen Wandel zu wagen und starre Strukturen aufzubrechen, die den Fortschritt behindern.

Einseitiges Lächeln

Vor allem die Vertreter aus Amerika überzeugten mit innovativen, vorausschauenden und zukunftsorientierten Modellen. Dabei haben sie sich von der Vorstellung, dass in Zukunft Bücher in Verlagen lektoriert, gesetzt, veröffentlicht und vertrieben werden, weitestgehend verabschiedet. Hingegen arbeiten sie an neuen Distributionslösungen und Technologien, die Self-Publishing bequem, schnell und in hoher Qualität ohne viel technisches Know-How ermöglichen.

Und eben darin sind sie erstaunlich gut: Die in Sekunden automatisch erstellte Typografie der Plattform PressBooks kann sich schon heute sehen lassen. Hugh McGuire, Gründer von PressBooks, hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, es Jedem ohne großen Aufwand zu ermöglichen, ein typografisch hochwertiges Buch zu erstellen. Dieses Jahr belächelten die deutschen Typo-Experten im Workshop E-Typografie (geleitet von Bertram Schmidt-Friedrichs, Verlag Hermann Schmidt) dieses ehrgeizige Vorhaben noch. Es bleibt abzuwarten, ob ihnen bis zum nächsten Publishers’ Forum 2014 das Lachen schon vergangen ist.

Text & Bild: Sarah Killian

20th April

Publishers’ Forum 2013: Die Zukunft des Publizierens

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Wie die Zukunft der Verlagsbranche aussieht und was die internationale Branche im Wandel antreibt, wird in der letzten Aprilwoche in Berlin diskutiert. Das Publishers’ Forum versammelt zum zehnten Mal Verleger, Vordenker und Start-Ups aus aller Welt. Verlage der Zukunft berichtet live.

From Editorial to Market

Das breite Themenspektrum des Publishers’ Forum

Am 22. und 23. April 2013 findet im Berliner Concorde Hotel das Publishers’ Forum 2013 statt. Mit über 40 Vorträgen, Diskussionen und Workshops liegen nicht nur die große Debatten modernen Publizierens im Blickfeld. Auch Perspektiven zu Randthemen der Verlagsarbeit werden von Experten entwickelt und dargestellt. Unter anderem auf der Agenda des Publishers’ Forum:

    • PressBooks – One Tool for all Important E-formats
    • Elektronische Schulbücher – Chance zur individuellen Förderung
    • Cloud Computing
    • Intelligentes Content-Marketing
    • Leistungsschutzrecht – gibt es ein ›FÜR‹?

Als Redner stehen neben Robert Amlung vom ZDF, Prof. Dr. Heiko Beier von moresophy oder Helena Bommersheim aus der deutschen Branche weitestdehend internationale Beiträge etwa von Dan Pollock, Laura Dawson, Tim Epstein oder David Worlock im Mittelpunkt. Veranstalter des Publishers’ Forums ist klopotek in Kooperation mit arvato systems.

Als Berichterstatter werden Sarah Kilian und Marcel Knöchelmann die Themen für Verlage der Zukunft analysieren. Daneben wird Stephanie Ehrich über das Sonderthema Schulbuch berichten. Zusätzlich können Interessierte die Geschehnisse des Kongresses live via facebook verfolgen.

Marcel Knöchelmann

18th April

Weblogs als Verlagsgegenstand – Ein Interview mit Blogwerk

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Blogwerk ist ein Schweizer Unternehmen, das seit 2006 Weblogs über ihren Onlineverlag publiziert und zum 01. Juli 2012 von der Firmengruppe WEKA übernommen wurde. Blogwerk beherbergt die größten deutschsprachigen Blogs zu Technik und Gadets bzw. Arbeitsmethodik. Hinzu kommen drei weitere Blogs, die sich für Themen wie Digitalfotografie, Internetökonomie und der Vorstellung vielsprechender Startup-Unternehmen verantwortlich zeichnen. Die Gesamtheit der Blogs wird monatlich 1,7 Millionen Mal aufgerufen, sodass im November 2012 nahezu 400.000 einmalige Besucher gezählt werden konnten. Warum sich Blogs als derart attraktiver Verlagsgegenstand eignen, beantwortet Verlagsleiter Thomas Mauch.

Als initiierender Gedanke für Blogwerk galt die Möglichkeit, das Instrument „Blog“ als Gefäß für professionelle Onlinepublikationen nutzen zu können und damit ein Blognetzwerk mit einer persönlicheren und mittelbareren Art des Journalismus im deutschsprachigen Raum zu schaffen.

Blogwerk-Blogs sollen dabei Nischen besetzen. Das geschieht entweder durch die Wahl der Themen (z.B. Selbstmanagement) oder die Art der Beiträge (User schreiben für User auf neuerdings.com). Außerdem müssen sie einen Themenbereich ansprechen, der auch als Werbemarkt genügend Potenzial bietet. Hierfür versucht man Autoren durch „Selbstausschreibungen“ auf eigenen Blogs oder persönliche Netzwerke zu gewinnen. Ebenso erfolgt dies oft durch Eigeninitiative der Autoren. Meistens handelt es sich um Stammleser.

Blogs als Ersatz bisheriger Verlagsobjekte

Blogs genießen in der Regel ein hohes Vertrauen, sie legen sehr viel Wert auf Transparenz und nutzen die Möglichkeiten des Dialoges. Das ermöglicht jedem Leser, in die Berichterstattung „einzugreifen“, zu ergänzen oder zu widersprechen.

Im Prinzip ist es sogar möglich, dass Blogs bisherige Verlagsobjekte wie das Fachbuch ersetzen. Sehr viel besser dürfte aber das Prinzip funktionieren, nachdem sich Blog und Fachbuch ergänzen. Zum Beispiel kann das Fachbuch aus Blogartikeln ohne Aktualitätsbezug zusammengestellt werden. Oder es wird ein Blog genutzt, um ein bereits erschienenes Fachbuch durch neue Aspekte zu ergänzen und zu aktualisieren.

Es ist allerdings schwierig vorherzusagen, ob der Blog grundlegende Neuerungen schaffen kann. Doch zeigen sich immer mehr Nutzungsformen für Blogs: Bürgerjournalismus oder „Hyperlocal Journalism“ sind da nur zwei Themen. Auch werden sie mehr und mehr von Unternehmen genutzt, entweder um mehr über das eigene Thema zu berichten, Content bereitzustellen oder einen Blick hinter die Kulisse des Unternehmens zu gewähren.

Bearbeitet von Julia Ruta

14th April

Smartphone ist beliebtestes Lesegerät für E-Books

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Jüngste Statistiken von Flurry Analytics zeigen, dass Smartphones die international beliebtesten Lesegeräte für E-Books sind. Flurry ist ein Unternehmen, das Nutzerdaten aus dem Gebrauch von aktuell 275.000 Apps sammelt und auswertet. Dabei ergab sich überraschenderweise, dass das Lesen von E-Books über entsprechende Apps beliebter ist als angenommen. Weltweit werden 90 Prozent der elektronischen Publikationen via Smartphone gelesen, so berichtet der Journalist Ansgar Werner auf seiner Internetseite e-book-news.de unter Berufung auf Flurry Analytics.

Neue Smartphone-Varianten versprechen angenehmes Lesen

Dieser Trend wird unter anderem vom Smartphone-Hersteller Yota aufgegriffen. Yota plant, in der zweiten Hälfte dieses Jahres ein Gerät auf den Markt zu bringen, das mit zwei verschiedenen Displays ausgestattet ist. Auf der Vorderseite befindet sich ein farbiger Touchscreen, auf der Rückseite ein E-Ink-Display für komfortables digitales Lesen.

Es liegt jetzt an den Verlagen, Inhalte zu liefern, die sich für das Smartphone eignen. Der erste Schritt in diese Richtung ist eine neue Variante des aus Japan stammenden Handy-Romans. Publikumsverlage (z.B. Carlsen) haben bereits smartphonetaugliche Fortsetzungsromane im Programm. Die Fortsetzungen sind ab 0,99 € per Download zu haben und bieten leichte Unterhaltung, die sozusagen „häppchenweise“ konsumiert werden kann.

Maria Hartl

7th April

Rechtsstreit um Digitales als Second Hand-Produkt

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Ist ein Flohmarkt für Musiktitel und künftig sogar E-Books möglich? Über den Internetdienstleister Redigi können Nutzer ihre gekauften Musiktitel weiterverkaufen. Ob dies legal im Sinne des Urheberrechts ist, wurde nun in einem Rechtsstreit zwischen der Musikfirma Capitol Records und ReDigi geklärt, wie das Branchenmagazin buchreport.de berichtete.

Auf der Internetseite ReDigi können Nutzer „gebrauchte“ Songs hochladen und verkaufen. Hierbei bezieht man sich auf die sogenannte First Sale-Doktrin des US-Urheberrechts, nach der der Urheber selbst über die Art und Weise des Vertriebs bestimmen darf. Der Wiederverkauf eines schon genutzten Gutes liegt danach allerdings im Ermessen des Verbrauchers. Ist ein Werk also von einem Nutzer gekauft, kann der neue Eigentümer das Produkt nach eigenem Belieben weitergeben.

Präzedenzfall auch für die Buchbranche?

Ein US-Bundesbezirksgericht in New York gab der Musikfirma Capitol Records nun Zuspruch, dass ReDigi das Urheberrecht verletzt, da es bei der Übertragung der Songs auf den eigenen Server digitale Kopien anfertigt. Der weitere Verlauf dieses Rechtsstreits könnte ein Präzedenzfall werden und für die Buchbranche von Bedeutung sein. Amazon hat bereits im Februar ein Patent für „gebrauchte“ Lizenzen angemeldet, in dem der Onlinehändler insbesondere auf E-Books eingeht.

Julia Ruta