Was wäre, wenn es nicht nur um die Erkennung von KI-generierten Inhalten ginge, sondern stattdessen um die Authentizität menschengemachter Werke? Was wäre, wenn man einfach anhand der Metadaten eines Bildes den Urheber und dessen Werkzeuge erkennen könnte? Genau das ist der Fokus der Coalition for Content Provenance and Authenticity, kurz C2PA. Das Ziel? Einen Industriestandard entwickeln, der es Urhebern erlaubt, die Authentizität ihrer Werke direkt in diese einzubetten. Nutzer sollen diese dann auf einfachem Weg einsehen und die Herkunft nachvollziehen können.
Die C2PA ist eine 2021 gegründete non-profit Organisation, die mit den so genannten Content Credentials einen Weg geschaffen hat, digitale Inhalte um manipulationssichere und kryptografische – also technisch verschlüsselte – Metadaten zu ergänzen. Diese sollen über ein sichtbares Symbol oder durch den Upload in entsprechende Tools abrufbar und ohne technische Vorkenntnisse nachvollziehbar sein. So können Nutzer zum Beispiel Urhebende, Erstellungszeitpunkt und Bearbeitungsschritte einsehen. Des Weiteren werden Manipulationen des Originals erkannt und aufgezeigt. Einige Programme – etwa Anwendungen von Adobe, einem C2PA-Gründungsmitglied – und auch neuere Kameramodelle haben mittlerweile Tools integriert, die sowohl das Einsehen als auch die Einbettung von Content Credentials in neue Inhalte möglich machen. Auch C2PA selbst hat ein Authentifizierungstool, in dem man die Metadaten eines Werkes durch den Upload der entsprechenden Datei einsehen kann.
Einige Dinge sind dennoch weiterhin zu beachten. So sind die Content Credentials keine Garantie für KI-freie Inhalte, da sie auch auf solche angewendet werden können. Sie machen es jedoch einfacher möglich, nachzuvollziehen, ob eine KI bei der Erstellung zum Einsatz kam. Des Weiteren ist diese Technologie aktuell noch nicht so weit verbreitet, dass man in der Regel davon ausgehen könnte, bei einem beliebigen Inhalt Content Credentials zu finden. Auch durch Bildschirmaufnahmen gehen sie verloren und die Inhalte können manipuliert und ohne die Metadaten weiterverbreitet und genutzt werden.
Abschließend bleibt damit zu sagen, dass diese Technologie ein wichtiger Schritt in eine gute Richtung ist, aber kein Ersatz für einen kritischen Blick auf Online-Inhalten ist. Mit der zunehmenden Menge an KI-generierten Inhalten und Deepfakes im Internet, besonders in der Berichterstattung, ist es wichtig, eine Sensibilität für solche Inhalte zu entwickeln und diese erkennen zu lernen. Mit diesem Thema beschäftigt sich ein Experiment, auf das wir an dieser Stelle noch verweisen möchten. Es geht spezifisch um das Erkennen KI-generierter Bilder und stellt einen Leitfaden zur Verfügung, der Merkmale auflistet, die auf diese hinweisen können. Es ist Teil einer Bachelorarbeit zu diesem Thema und wir hoffen, über euch noch einmal ein breiteres Spektrum an Probandinnen und Probanden zu erreichen. Hier geht es zum Onlineformular. (Wir empfehlen die Durchführung am Desktop, um die Bilder größer zu sehen.)
Quellen und weiterführendes Lesen:
https://c2pa.org/about/
https://www.teamnext.de/blog/c2pa-metadaten-als-schluessel-zur-inhaltsherkunft/