Angst vor der Dystopie: Die Magd in unseren Köpfen

Comics im Buchformat.

Nachdem wir euch letzte Woche gezeigt haben, wie das Buch auf der Leinwand zum Leben erwacht, möchten wir euch heute die Graphic Novels vorstellen. Die Bezeichnung, kommend aus den Vereinigten Staaten von Amerika, erfreut sich auch in Deutschland großer Beliebtheit. Comics erstmalig hergestellt im Buchformat sprechen für eine höhere Qualität, als es bei herkömmlichen Comicbüchern der Fall ist. Auch die Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen hat sich auf Erwachsene ausgedehnt. Mit dem breiten Spektrum an Graphic Novels ist für jede Altergruppe etwas dabei!

„Nolite te bastardes carborundorum.“
„Don’t let the bastards grind you down.“ – The Handmaid’s Tale

Fans der US-Amerikanischen Serie „The Handmaid’s Tale“ wissen es bereits: die dystopische Geschichte über die Magd Desfred, welche in einem postapokalyptischen Szenario als Gebärmaschine missbraucht und vergewaltigt wird, ist seit März 2019 auch als Graphic Novel erhältlich.

Die Geschichte basiert auf einem Roman von Margaret Atwood und wurde von Renée Nault auf eine düstere, jedoch klare Art und Weise in Aquarell umgesetzt. Nachdem eine Gruppe Fundamentalisten durch einen Putsch die Vereinigten Staaten übernehmen, verliert Desfred ihre Familie und wird einem Haushalt als Sklavin zugewiesen. Nun soll sie dem Hausherrn und seiner unfruchtbaren Ehefrau ein Kind gebären. Durch Intrigen, Widerstandsgruppen und ihren eisernen Willen, aus dem System auszubrechen und ihre Tochter zu finden, gerät sie zunehmend in Gefahr.

Farben werden vordergründlich genutzt, um eine hierarchische Abgrenzung der Frauen nach ihren Aufgaben und ihrem biologischen Nutzen zu verdeutlichen. Es existieren sieben Klassen unter den Frauen, wobei die Ehefrauen an oberster Spitze stehen und blau tragen. Die Mägde sind fruchtbare Sklavinnen und tragen rot. Kritik gibt es einzig bei der Unterscheidung von Desfreds Erinnerungen, Reflexionen und dem aktuellen Geschehen, welche laut Rolf Löchel von literaturkritik.de im Buch besser zur Geltung kommen. Nichtsdestotrotz ist diese Graphic Novel ein Grund mehr für alle Serien-Fans, den Laptop mal abkühlen zu lassen und sich für 25 Euro die Originalgeschichte und deren künstlerische Aufarbeitung ins Bücherregal zu holen.

Margaret Atwood versucht durch Überzeichnung auf Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Damit sorgt die Graphic Novel mit Sicherheit bei jedem Besuch für Gesprächsstoff und Kontroversen.

Mit diesem Artikel verabschieden wir uns für diese Woche und wünschen allen Lesern ein schönes Wochenende!

Euer Vdzu-Team

Autor des Artikels: Laura Kietz

Bildquelle

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