ARD-Korrespondent Jörg Armbruster zu seinem Buch „Der arabische Frühling“

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In der arabischen Welt brodelte es in letzter Zeit gewaltig. Niemand konnte vorhersagen, ob Regime, die über Jahrzehnte hinweg die Bevölkerung unterdrückten und vom Westen hofiert wurden, am nächsten Tag noch an der Macht sein würden.

Der ARD-Nahost-Korrespondent Jörg Armbruster veröffentlichte 2011 das Buch „Der arabische Frühling“ zu dem ich ihm folgende Fragen stellte:

Herr Armbruster, in Ihrem Buch beleuchten Sie sehr anschaulich die politischen Entwicklungen der arabischen Welt. Jedoch sind die Veränderungen bis zum heutigen Tag keineswegs abgeschlossen. Haben Sie Ihr Buch bewusst während der heißen Umbruchphase veröffentlicht, wohl wissend, dass damit die Aktualität sehr begrenzt ist?

Sie haben völlig richtig vermutet. Wir haben das Buch im Jahr der Revolution machen wollen, um schnell auf die Ereignisse zu reagieren.

Allein auf dem deutschen Markt sind gut 20 Bücher erschienen, die sich diesem Thema widmen. Doch wie sinnvoll, wertvoll bzw. beständig ist Literatur, die in großen Umbruchphasen geschrieben wird, ohne deren Ausgang zu kennen?
 
Das ist leicht verderbliche Ware, wenn man ein solches Buch produziert. Es bietet aber Hintergrundinformationen. Ob es sinnvoll ist, so viele Bücher zu produzieren, müssen die Verlage entscheiden. Da die Entwicklungen über Jahre vielleicht Jahrzehnte gehen werden, wird man immer wieder Bücher schreiben müssen. Zum Beispiel über die Moslembrüder im Praxistest.
 
Planen Sie in einigen Jahren einen weiteren Titel, in Anknüpfung an Ihr bereits erschienenes Buch, zu veröffentlichen um die Ergebnisse des arabischen Frühlings zu analysieren?
 
Ich plane in diesem Jahr ein neues Buch zum Nahen Osten „Brennpunkt Nahost“, keine wirkliche Fortsetzungsgeschichte, aber eine neue Bilanz die auch ausführlicher Israel behandeln wird. Außerdem die Möglichkeit eines Krieges zwischen Iran und Israel.
 
Aber selbst dann sind die Entwicklungen noch nicht abgeschlossen. Die Region wird noch lange brauchen, ehe man von einer neuen Stabilität sprechen kann.

Armbrusters Buch stellt eine hautnahe Momentaufnahme einer Zeit dar, die in die Geschichtsbücher eingehen wird. Es ist sicher äußert spannend, das Buch in 20 Jahren, wenn die Auswirkungen der Revolution klar erkennbar sind, noch einmal in die Hand zu nehmen und sich mit diesem Wissen in die Zeit zurückzuversetzen, als alles noch offen und möglich war.

Von Sarah Killian

 

Bildquelle: https://blog.ebook.de/empfehlungen/rezensionen-pressespiegel/rezension-zu-der-arabische-fruehling-von-joerg-armbruster/

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