Büchergilde Gutenberg – der Mut zur Innovation

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Seit nun mehr als 90 Jahren besteht die Büchergilde Gutenberg. Am 29. August 1924 wurde sie in einer Sitzung des Bildungsvorstandes der deutschen Buchdrucker gegründet, um vielen Arbeitern und Angestellten zum Kauf und Besitz von Literatur, die in den frühen 20er-Jahren für diese noch als Luxusartikel aufgrund der wirtschaftlichen Lage galten, zu verhelfen. Schon damals verband die Büchergilde das Bildungsinteresse mit dem handwerklichen Können. Und auch heute steht auf der Agenda ihre Traditionen zu bewahren und sie mit neuen gesellschaftlichen Entwicklungen und einem kulturpolitischen Engagement zu verbinden.

Büchergilde als Buchgemeinschaft

Die heute zum Verlag zählende Büchergilde setzt viel auf eine hohe Qualität, weshalb sie auch mit innovativen Künstlern, führenden Druckereien und Buchbindereien zusammenarbeiten, um diese zu erreichen. Aber nicht nur hier pflegen sie viel Umgang, ihnen sind auch ihre rund 80.000 Mitglieder wichtig. Sie wollen eine Gemeinschaft erschaffen, in der selbst die Mitglieder mit ihrem kritischen Engagement etwas erreichen. Dazu ist es wichtig, dass die Mitglieder Vertrauen in die Büchergilde haben und die Büchergilde in die Mitglieder, denn ohne dieses Vertrauen kann die Buchgemeinschaft bzw. deren Idee nicht existieren.
Doch leider hat die Idee der Buchgemeinschaft durch gesellschaftliche Veränderungen in den letzten Jahren nachgelassen, umso wichtiger ist es nun für der Büchergilde diese Idee wieder aufleben zu lassen und wieder Vertrauen in ihre Mitglieder zu setzen, da auch ein Bedürfnis an Vertrauen im normalen Alltag wieder besteht.
Doch worin genau besteht die Innovation der Büchergilde?

Die Idee der Büchergilde

Die Büchergilde hebt sich nicht nur durch ihre Gemeinschaft zu ihren Mitgliedern, Druckern, Künstlern, Autoren und Buchbindern von anderen Verlagen ab, sondern auch durch ihr vielseitiges Programm. Sie sorgen dafür, dass jedes Buch ein besonderes Gesicht erhält, v.a. indem sie auch junge Künstler, z.B. durch den Gestalterpreis, fördern.
Durch die Leseförderung werden auch Kinder unterstützt. Zudem setzt die Büchergilde bei der Gestaltung und dem Inhalt eine herausragende Qualität an, wodurch sie an ihren Traditionen festhält, sich aber nicht der Entwicklung in einer modernen Gesellschaft verschließt.
Trotz ihrer bewegenden Geschichte hat es die Büchergilde geschafft immer an ihren Werten festzuhalten; sie waren nie darauf aus, die Massengesellschaft zu bedienen, sondern waren einem Bildungsauftrag, der Aufklärung und der Emanzipation verpflichtet. Deshalb ist sie auch heute ein Ort für Menschen mit Lust am Lesen, Hören, Sehen und Fühlen, deren Unabhängigkeit durch die Gemeinschaft aller Mitglieder gewahrt wird, d.h. neue Dinge tun, Risiken einzugehen, wie z.B. bei Buchprojekten, die man sonst nicht wagen würde und der Mut zur Innovation. 1

Artikel von: Christin Paulisch

2 Kommentare zu “Büchergilde Gutenberg – der Mut zur Innovation

  1. Ich verstehe den Artikel nicht ganz. Geht es der Büchergilde jetzt besser oder schlechter als früher? 80.000 Mitglieder – ist das vergleichsweise viel oder wenig?
    Offenbar liegt die Büchergilde nicht mehr im Trend (“Doch leider hat die Idee der Buchgemeinschaft durch gesellschaftliche Veränderungen in den letzten Jahren nachgelassen, …”) und sie will wieder erfolgreicher werden.
    Aber wie wird sie das? Indem sie alte Traditionen wiederbelebt, die nicht mehr richtig ankommen (“… umso wichtiger ist es nun für der Büchergilde diese Idee wieder aufleben zu lassen”)?
    Der Artikel fragt selbst: “Doch worin genau besteht die Innovation der Büchergilde?” Das frage ich mich nach dem Lesen des Textes immer noch.

    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir wollten mit diesem Artikel unseren Lesern mitteilen, dass es die Büchergilde Gutenberg gibt und ihre Innovation darin besteht, dass sie JEDES Buch, welches sie veröffentlichen illustriert wird und sie auch jungen Künstlern die Chance geben ein Buch zu illustrieren.
      Die 80.000 Mitglieder sind schon sehr viele, doch die Idee der Buchgemeinschaft – also der Zusammenhalt zwischen der Büchergilde, deren Mitgliedern, den Druckern etc. – hat in den letzten Jahren etwas nachgelassen, da die Gesellschaft sich leider sehr stark verändert hat, doch die Büchergilde möchte diesen Zusammenhalt wieder stärken.
      Wir hoffen, wir konnten Ihre Fragen alle beantworten und wünschen Ihnen noch eine schöne Woche.
      Das VdZu-Team

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