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Geschäftsmodell: flipintu.com

Hintergrund:
Flipintu.com hat sich zum Ziel gesetzt, die Art des Lesens grundlegend zu verändern. Unter dem Motto „Discover, Read, Share“ bietet es den Nutzern die Möglichkeit, neue Bücher zu entdecken, diese in dem darin integrierten Reader zu lesen und ihre Lektüre in Social Networks zu posten. So möchte flipintu.com das Lesen persönlicher, sozialer und unterhaltsamer gestalten.

Name des Modells: flipintu.com
Geschäftsführer: Ulrich Coenen
Träger: Flipintu GmbH
Sitz: Krefeld

Beschreibung und Nutzen des Geschäftsmodells:
Flipintu.com ist eine Website, die persönliche Empfehlungen für Bücher vorschlägt. Dazu gibt man bei der Registrierung Lieblingsgenre und Lieblingsbücher an. Daraufhin erhält man eine Vielzahl von Empfehlungen mit „Klappentext“, Bild des Titels und teilweise auch Rezensionen, Blogposts und Presseartikel. Natürlich kann man auch über verschiedene Social Networks die erhaltenen Vorschläge teilen. In dem integrierten Onlineshop können dann die Empfehlungen erworben werden und über den Website-eigenen Reader direkt online, wie auch offline, gelesen werden. Ihren Umsatz generiert die Plattform über die Erlöse im Onlineshop, Werbeeinnahmen und Channel-Provisionen der Verlage.

Daten & Zahlen:
Flipintu wurde im Februar 2013 gegründet und zu Ostern 2014 noch einmal völlig überarbeitet. Nach einem Wechsel in der Geschäftsführung und der zweiten Umstrukturierung im Januar 2015 dürfte die Seite täglich ca. einige hundert Besucher pro Tag zählen. Genaue Angaben gibt es aber leider nicht.

Zielgruppe:
Zur Zielgruppe gehören Vielleser, die online nach personalisierten Leseempfehlungen suchen und diese bequem von dort bestellen möchten.

Funktionen:
flipintu.com ermöglicht seinen Nutzern Folgendes:

  • Neue Bücher, dank individueller Buchempfehlungen entdecken
  • Bücher online kaufen
  • Bloggen und Buchrezensionen veröffentlichen
  • Über die Kioske können Bücher verkauft und Provisionen verdient werden
  • Empfehlungen in Social Networks teilen
  • Kostenpflichtige Präsentation von Büchern (für Verlage)

Chancen und Risiken:
Flipintu geht einen innovativen Weg, denn in keinem anderen Online-Shop bekommt man personalisierte Buchempfehlungen. Doch die Seite befindet sich noch immer im Aufbau. Sie ist noch sehr unbekannt und auch die Nutzerzahlen stehen in keinem Vergleich zu den anfänglichen Investitionen. Rund eine Million Euro wurden von Gesellschaftern, Kapitalgebern der Business Angels und der KfW eingelegt. Erste Probleme treten aber bereits beim Registrierungsprozess auf, zum Beispiel wartet man vergeblich auf eine Bestätigungs-E- Mail. Trotzdem ist das Einloggen möglich, wodurch dies nicht schwer ins Gewicht fällt. Die Empfehlungen werden immer präziser, je mehr Genre und Lieblingsbücher angegeben werden. Jedoch kann es leicht vorkommen, dass auch Inhalte vorgeschlagen werden, die schon bekannt sind. Durch die Benutzeroberfläche, die sehr an Flipboard (Anm.: ein Online Magazin, dessen Inhalte sich aus Sozialen Medien speisen) erinnert, fällt es am Anfang schwer, sich auf der Seite zurechtzufinden. Wenn es den Nutzern in erster Linie um Bücher geht, gibt es genügend besser strukturierte Alternativen, die eine Verknüpfung zu Online-Shops herstellen und auch Empfehlungen geben können.

Prognosen:
Die Zukunftsaussichten für Flipintu zu prognostizieren ist ein schwieriges Unterfangen. Seit fast zwei Jahren gibt es wenig Aktivität auf der Plattform. Trotz der neuen Idee, des individualisierten Online-Shops, hat sich die Seite noch nicht etabliert. Es bleibt abzuwarten, ob sie sich gegen die größeren Datenbanken, wie Lovelybooks (Verlagsgruppe Holtzbrinck), oder die Amazon-Tochter Goodreads behaupten kann.

Fazit:
Die Idee, in einem Online-Shop den Kunden direkt zu beraten, ist in erster Linie innovativ und beeindruckend. Im Gegensatz zu Amazon’s „Kunden, die diesen Artikel kauften, kauften auch“ sind die Empfehlungen von Flipintu punktgenau individuell ausgewählt. Ich selbst könnte mir vorstellen, Flipintu regelmäßig zu nutzen, wenn die Seite an Struktur gewinnen und zukünftig über eine größere Datenbank verfügen sollte. Bei der Konkurrenz, die ebenfalls persönliche Buchempfehlungen gibt, kann man zwar nicht direkt bestellen, sich aber mit einem Klick zu einem Online-Shop seiner Wahl weiterleiten lassen. Wenn die Seite noch weiter verbessert wird, sehe ich die Möglichkeit, dass flipintu.com sich als Geschäftsmodell bewähren könnte. Denn bislang konnten Leser, die sich noch keine Gedanken über neue Lektüre gemacht hatten, nur in der Buchhandlung direkt beraten lassen, und hatten nicht die Möglichkeit, diese Beratung bereits in ihrem Online-Shop zu erhalten.

 

Autorin: Anna-Lena Krug

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