MySpace – Talfahrt trotz Strategiewechsels

Die Onlineplattform MySpace musste zum Ende des vergangenen Jahres ihre strategische Ausrichtung ändern, da sinkende Userzahlen das Unternehmen zuletzt in die roten Zahlen getrieben hatten. Die Neupositionierung des einstigen Vorreiters ist ein Versuch, sich auf dem Markt von Facebook abzugrenzen und nicht länger gegen den übergroßen Konkurrenten anzukämpfen.

2003 wurde MySpace mit dem Schwerpunkt auf Musik und künstlerischer Selbstdarstellung gegründet. Nach dem enormen Erfolg von Faceboook wanderten viele Künstler ab. 2008 hatte Facebook erstmals mehr Mitglieder als Myspace. Mittlerweile sind von den ehemals 125 Millionen Nutzern noch 63 Millionen übrig geblieben. Zum Vergleich: Facebook wird zurzeit von etwa 550 Millionen Mitgliedern genutzt. Durch den starken Reichweitenverlust hatte das zum Medienunternehmen von Rupert Murdoch gehörende Portal zuletzt auch starke Rückgänge im Werbeumsatz zu verzeichnen.

Durch die Kooperation mit dem TV-Streamingdienst „Hulu“ werden künftig auch Fernsehserien auf der Seite abrufbar sein, dies allerdings nur auf dem amerikanischen Markt. Hierdurch wird klar, dass die Ausrichtung stärker auf den Konsum von Videoinhalten gelegt wird. Musikvideos und Bandprofile bleiben wie vorher bestehen.

Mit der Neupositionierung wurde auch das Design der Seite, inkl. Logo, umgestaltet, eine Positionierung als Social Entertainment-Plattform zu kolportieren versucht. Aus den jüngsten Comscore-Webanalyse-Zahlen geht aber hervor, dass die Zahl der Nutzer allein im Februar von 73 auf 63 Millionen gesunken ist, während MySpace bereits im Lauf des Jahres 2010 knapp 50 Millionen Mitglieder eingebüßt hatte und damit nun um etwa 50% geschrumpft ist. Relaunch und Neuausrichtung scheinen gescheitert.

Seit Anfang Februar steht MySpace nun offiziell zum Verkauf und CEO Mike Jones gibt sich per Videobotschaft geschlagen. Die millionenschweren Investments, die es bräuchte, um MySpace zu retten, würden seitens NewsCorp nicht getätigt.

 


mehr Informationen
[www.zeit.de | Autor: Tina Klopp | 20.11.2010 | 13:00]

[The Telegraph, Autor: Emma Barnett, 4:31PM 24 Mar 2011]

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