Interview mit Studiengangabsolventin Iris Kochinka

Interview mit Studiengangabsolventin Iris Kochinka

Iris Kochinka ist Absolventin des Studiengangs Buch- und Medienproduktion und im Rahmen des Absolventennetzwerkes ließ sie uns an einigen persönlichen Erfahrungen des Berufseinstiegs und dem Praktikumssemester teilhaben, die wir euch nun zur Verfügung stellen.

Kommen wir erstmal zu Ihrem Praxissemester:

In welcher Firma haben Sie Ihre Praxiserfahrungen gesammelt?
Carl Hanser Literaturverlag

Wo ist der Betrieb ansässig?
München

Welche Produkte oder Dienstleistungen bietet der Betrieb an?
Bücher, eBooks

Wie haben Sie von der Stelle erfahren und wie verlief das Bewerbungsverfahren?
Erfahren habe ich von der Stelle durch einen Hinweis von Prof. Ide. Das Bewerbungsverfahren findet bei Hanser immer schon recht früh statt (i.d.R. werden die Gespräche auf der Frankfurter Buchmesse geführt, also etwa 4 bis 5 Monate vor dem eigentlichen Praktikumsbeginn). Nach der schriftlichen Bewerbung (bei mir „nur“ per E-Mail) gab es die Einladung zum Gespräch. In meinem Jahrgang und im Jahr danach wurden immer so 3 bis 4 Studenten eingeladen. Das Gespräch findet mit der Herstellungsleiterin statt und verläuft wirklich sehr nett. Für mich hat es dann auch letztlich den Ausschlag gegeben, das Praxissemester unbedingt bei Hanser verbringen zu wollen. Besprochen wurden bei mir Themen wie die Inhalte, welche mich im Studium am meisten interessieren und auch in welchem Bereich ich im Praktikum oder später gern arbeiten würde. Auch die Klassiker „Warum gerade Hanser?“ und „Persönliche Stärken/Interessen“ waren mit dabei. Gut kommt es auf jeden Fall, wenn man ein paar Arbeitsproben mit dabei hat, da Gestaltungsgespür und die Lust am Setzen wichtige Voraussetzungen für die Arbeit bei Hanser sind.

Wie lange haben Sie dort mitgewirkt?
6 Monate, inkl. 15 Tage Urlaub

Was waren Ihre Aufgaben und wie waren Ihre Arbeitszeiten?
Meine Aufgaben als Praktikantin waren denen „richtiger“ Herstellerinnen bei Hanser eigentlich sehr ähnlich: Der Schwerpunkt lag auf klassischen Herstellungsaufgaben: von Umfangsberechnungen, Druck- und Bindeanfragen, Angebotsauswertung und Kalkulation über Probesatz, Satzkontrolle und Umschlagkomplettierung bis hin zur Materialauswahl, Terminplanung und Druck- und Bindekontrolle. Aber auch im Bereich ePublishing gab es immer wieder einiges zu tun: Kontrolle von eBooks und Korrekturanweisungen für die ePublishing-Dienstleister beispielsweise. Bei Hanser werden Praktikanten praktisch von Anfang an in die tägliche Herstellungsarbeit einbezogen – vorausgesetzt, man zeigt, dass man es auch will und lernfähig ist. Besonders zu Beginn des Praktikums gibt es natürlich eine Unmenge an Informationen, die man verarbeiten muss. Ist man aber erst einmal richtig „drin“, bekommt man auch immer mehr Verantwortung und eigene Titel übertragen, die man dann komplett von Anfang bis Ende betreuen kann. Es wird einiges von den Studenten erwartet, aber auch eine Menge geboten. Die Arbeitsbedingungen kann ich als sehr gut zu bezeichnen: Die flexible Gleitzeit erlaubt es, in stressigen Zeiten länger auf Arbeit zu bleiben, während man eventuell angesammelte Überstunden in ruhigeren Zeiten dann wieder abbauen kann. Das Arbeitspensum ist natürlich geringer als das „richtiger“ Hersteller, allerdings braucht man als „Unerfahrener“ einfach auch länger für die gleichen Arbeiten – insofern ist der Workload dann effektiv ähnlich wie bei den Kollegen.

Wie verlief die Einarbeitung und wie fühlten Sie sich bei Problemen aufgehoben?
Bei der Einarbeitung ist besonders die Kollegin bzw. sind die Kolleginnen, mit denen man als Praktikant das Zimmer teilt, sowie die Herstellungsleiterin eine große Hilfe. Aber auch alle anderen Herstellerinnen hatten jederzeit ein offenes Ohr und jede Menge Geduld für aufkommende Fragen.

Wie empfanden Sie das Arbeitsklima?
Die Arbeitsatmosphäre in der Abteilung ist wirklich schön – eine tolle Teamgröße von 7 bis 8 sehr netten Herstellerinnen, die jederzeit mit Rat und Tat beiseite stehen. Zudem habe ich die Raumaufteilung bei Hanser als sehr angenehm empfunden: keine Großraumbüros, aber auch keine Einzelzellen. So hat man immer genug Ruhe, um konzentriert arbeiten zu können, aber trotzdem auch jemand Erfahrenen in der Nähe, der aufkommende Fragen beantworten kann.

Wie wurden Sie für Ihre Arbeit entlohnt?
>500€/Monat

Gibt es noch abschließende positive/negative Erfahrungen, die Sie den Studenten mit auf den Weg geben möchten?
Wer Lust auf klassische Herstellung, aber auch keine Scheu vor ePublishing hat, wer viel von erfahrenen Herstellern lernen möchte und selbst nicht auf den Kopf gefallen ist, der wird bei Hanser bestimmt ein tolles Praxissemester verbringen können und von Anfang an mit vielen eigenen Projekten betraut werden. Für mich war die Zeit bei Hanser die lehrreichste des ganzen Studiums und daher kann ich engagierten Studenten den Verlag nur wärmstens empfehlen!

Nun haben wir noch einige Fragen zu Ihrem derzeitigen Arbeitsplatz:

In welcher Firma arbeiten Sie derzeit? Haben Sie sich selbstständig gemacht?
Carl Hanser Literaturverlag, siehe oben

In welcher Abteilung sind Sie tätig und was ist Ihr Aufgabenbereich?
Ich bin in der Herstellung und habe nahezu die gleichen Aufgaben wie im Praxissemester.

Wie groß war der Zeitraum zwischen dem Studienende und der Aufnahme Ihrer Arbeit?
Zwischen meiner Bachelor-Verteidigung und dem Arbeitsantritt bei Hanser sind etwa 2 Monate vergangen, in denen ich zunächst ein Master-Studium begonnen hatte. Den Master habe ich dann gern für die erste Arbeitsstelle bei Hanser wieder aufgegeben.

Wie haben Sie von der Stelle erfahren und wie verlief das Bewerbungsverfahren?
Bei Hanser musste ich mich nicht im klassischen Sinne bewerben, da ich erst vor kurzem mein Praxissemester dort verbracht hatte. Ich habe der Herstellungsleiterin berichtet, dass ich mich auf die Suche nach meinem ersten Herstellungs-Job machen werde und meine bevorzugte Wahl Hanser sei. Da Hanser zu der Zeit selbst Verstärkung suchte, hat es einfach sofort wunderbar für beide Seiten gepasst! Insofern war das Praxissemester bei mir wirklich ein gelungener Karriereeinstieg.

Wie schätzen Sie Ihr Einkommen ein?
Es liegt im Durchschnitt.

Abschließend bedanken wir uns herzlich für die aufgeschlossenen Worte.
Euer VdZu-Team

 
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