CrossMediaForum KI-Spezial Unsere Eindrücke

Das CrossMediaForum KI-Spezial fand dieses Jahr am 30. November statt. Zwei Studentinnen aus unserem Team konnten an dem Event teilnehmen und den spannenden Vorträgen zum Thema “KI und crossmediales Content Management” beiwohnen. Veranstaltet wurde das CrossMedia Forum KI-Spezial von Ehrhardt Heinold (CEO Heinold, Spiller & Partner).

Der erste Vortrag wurde von Dr. André Klahold (CEO InterRed GmbH) zum Thema “KI-basiertes Multi Channel Publishing” gehalten. Danach folgte der Vortrag von Herman Ostgathe (Geschäftsführer markstein)  und Dr. Marcus von Harlessem (Chief Transformation Officer markstein) zum Thema “Automatisiertes Print-Layout mit GenAI-Support für Zeitschriften und Zeitungen”. Im Anschluss sprachen Prof. Dr. Heiko Beier (Geschäftsführender Gesellschafter / CEO, MORESOPHY GmbH) und Verena Limbeck-Kaminsky (Abteilungsleiterin Produktionssysteme, Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH) zu “Künstliche Intelligenz in Fachverlagen – vielfältige Potenziale einfach und zuverlässig erschließen”. Es folgte von Jochen Schon (CEO Convit GmbH) ein Beitrag zum Thema “Intelligente Crossmedia-Planung – Generative AI im redaktionellen Workflow”. Anschließend folgte eine Paneldiskussion unter dem Titel “Nach dem ersten KI-Hype: Was Verlage jetzt anpacken sollten”. Geleitet wurde diese von Halil Recber (Geschäftsführer Spitta), Stefan Schmitz (Geschäftsführer abavo GmbH) und Christian Kohl (Director Technology & Engineering, PLOS). Beendet wurde das Event mit einem Vortrag von Christian Kohl zum Thema “KI-gestützte Produktivitätstools für Verlage – ein Überblick”.

Im Folgenden möchten wir euch eine Zusammenfassung von drei der für uns persönlich interessantesten Themen bieten.

Falls sich jemand für alle Vorträge der Teilnehmenden interessiert, kann sich diese gern unter https://heinoldandfriends.de/events/26-crossmediafoum-2024/crossmediaforum/  downloaden.

KI und crossmediales Content Management sind ein breites Feld im Verlagswesen. Mit Hilfe von KI-Tools können Bereiche vom Markt bis hin zum Kunden, Marketing und Verkauf unterstützt werden. Mittlerweile ist KI so weit, dass sie Pläne machen kann und Content selbst erstellt. Daraus ergibt sich das Ziel, mittels KI eine gewisse Unterstützung und Automatisierung zu erreichen. Das bedeutet, dass herausgefunden werden muss, in welchen Gebieten sie erwünscht ist und was dadurch wegfallen kann.

 

Dr. André Klahold arbeitet seit 20 Jahren mit KI und im digitalen Publishing. Ziel seines Unternehmens InterRed GmbH ist es, mit Künstlicher Intelligenz Tweets oder Teaser für Produkte in Sekunden zu erzeugen und Printprodukte automatisch generierbar zu machen.

Dafür stellte er sich die Frage “Wie zu- oder unzuverlässig ist KI eigentlich?” Um das beantworten zu können, erklärte Dr. Klahold die Arbeitsweise des üblich verwendeten Chatbots Chat GPT. Eine KI findet in einem “Fehlergebirge” den Punkt des geringsten Fehlers, aber nie den Nullpunkt. Es wird also eines der wahrscheinlichsten Worte ausgegeben. KI ist also konkret Eingabe und Ausgabe, mehr nicht. Dies macht die Antworten unzuverlässig, erhöht die Fehlerquote und qualitativ hochwertige Produkte müssen zu 100% einer Qualitätskontrolle unterzogen werden. Dementsprechend würde die Effizienz dieses Arbeitsprozesses erneut sinken. Wir sprechen also von zusätzlicher Arbeit.

Um gegen diese Unzuverlässigkeit gegenzusteuern, wurden sogenannte SmartAI und Content Agents entwickelt. Diese Modelle arbeiten recht simpel miteinander und ihre Abhängigkeit voneinander ist von großer Wichtigkeit. Mit diesen Modellen kann zum Beispiel eine Unterstützung im Schreibprozess, beim vollständigen Erzeugen von Printprodukten und der automatisierten Seitenproduktion erfolgen.

 

Herman Ostgathe und Dr. Marcus von Harlessem haben mit markstein ein Multi Channel Publishing System für Verlage und Unternehmen entwickelt und bieten damit eine vollständige Layout-Alternative für ihre Kunden.

Das Multi Channel Publishing System AI Auto-Layout arbeitet so, dass wiederkehrende Arbeitsabläufe automatisiert werden und dennoch eine gleichbleibende Qualität gewährleistet wird. Durch eine regelbasierte Layout Automatisierung und AI-unterstützende Eingriffe werden Metadaten erzeugt, die in der Digital First Produktion verwendet werden, um automatisiert Print erzeugen zu können. Dadurch erfolgt eine Unterstützung im Bereich der Redaktion, in der Texte angepasst, gekürzt oder auch übersetzt werden können.

 

Prof. Dr. Heiko Beier von MORESOPHY ist der Pionier in der Datenanalytik und sorgt für sichere, verlässliche KI-Lösungen. Dabei kann die KI jederzeit in die Prozesse eines Verlages eingegliedert werden, ohne die aktuelle Aufstellung des Verlages komplett neu umzustellen. Grundlegend geht es dem Unternehmen dabei nicht vorläufig um Künstliche Intelligenz, sondern um Daten. Die Daten des Verlages werden von der KI genutzt und optimiert, um damit die Produktivität zu erhöhen. Dabei fungiert diese als Service und Verknüpfung der Wertschöpfungsketten und kann verlässlich in allen Bereichen ausgebaut werden.

Die sogenannte Context Suite bietet zum Beispiel KI gestützte Workflows und auch KI gestützte automatische Verweisauszeichnungen. In den KI gestützten Workflows übernimmt die Künstliche Intelligenz die Analyse und Bildung der Strategie eines neuen Produktes in zum Beispiel einem neuen Fachbereich. Möchte ein Verlag zum Beispiel Bücher zum Thema „vegane Ernährung” in seinem Workflow aufnehmen wird zuerst die Zielgruppe analysiert, anschließend ein Themencluster mit Fokus, auf in dem Fall “Essen und Trinken” oder “Gesund leben”, entwickelt und danach ein sogenanntes Benchmarking durchgeführt mit dem Stärken und Schwächen der Positionierung erkannt werden können. Zum Schluss wird eine Content-Strategie, also eine gestützte Berechnung der Informationsarchitektur, ausgearbeitet. Dadurch entsteht eine Art Bauplan und dieser unterstützt den Verlag bei der Suche und Ausführung neuer Inhalte. Bei der KI gestützten automatischen Verweisauszeichnung werden die Modelle trainiert und mit den eigenen Regeln des Verlages ergänzt. Hierfür müssen die Trainingsdaten allerdings sehr gut sein und dadurch muss zuallererst Aufwand betrieben werden.

 

Als Fazit können wir sagen, dass das CrossMedia Forum KI Spezial uns gut gefallen hat und wir einiges an Wissen mitnehmen konnten. Experten von Verlagen und Dienstleistern, die mit Künstlicher Intelligenz arbeiten, haben zu den aus der KI entstehenden Vorteilen und Möglichkeiten gesprochen. Es gibt noch Situationen/Anwendungsbereiche, in denen die Arbeit von KI noch nicht verlässlich ist. Dabei wurde mehrmals betont, dass die KI keine Bedrohung für Arbeitssuchende und/oder Arbeitende in der Branche ist, sondern KI eher als Ansatz und Hilfsmittel zu betrachten ist, aufgrund des großen Fachpersonalmangels, den es auch in unserer Buchbranche gibt.

Auch das 26. CrossMedia Forum ist bereits in Planung und daher empfehlen wir euch der Webseite https://heinoldandfriends.de/events/26-crossmediafoum-2024/ einmal einen Besuch abzustatten. Die Veranstaltungen lohnen sich!

 

 

 

 

 

 

One thought on “CrossMediaForum KI-Spezial Unsere Eindrücke

  1. Das CrossMediaForum war eine faszinierende Darstellung der KI im Verlagswesen. Besonders Dr. Klaholds Hinweise zur Fehleranfälligkeit der KI eröffnen eine wichtige Debatte über die Grenzen der Automatisierung in kreativen Berufen.

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