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Autoren zweiter Reihe

Es gehört mittlerweile schon zum guten Ton, als Prominenter neben einem Parfüm oder einer Handtaschenkollektion auch ein Buch zu veröffentlichen.
Die Vorteile sind offensichtlich: Der Prominente kann selbst entscheiden, welche Informationen in die Öffentlichkeit gelangen, sein Image festigen oder verbessern und neue Fans gewinnen.
Die Form ist dabei ganz dem eigenen Geschmack überlassen, ob Fantasiethriller, Frauenroman, Biografie oder ein Kinderbuch, die Medienvertretung des Prominenten hat meist eine so große Werbewirksamkeit, wie sie ein Verlag nie bezahlen könnte.
Doch wie schaffen sie es eigentlich neben ihren zahlreichen Terminen und Verpflichtungen auch noch ein Buch zu schreiben? Und besitzen diese überhaupt auch die nötigen rhetorischen Fähigkeiten?

Oft steckt dahinter ein Ghostwriter.

Der unsichtbare Schreiber verfasst je nach Spezialgebiet nicht nur Prominentenbücher, sondern auch Lebensgeschichten, Unternehmensbücher, Reden, Pressemitteilungen, sowie Sach- und Fachbücher. Mittlerweile kümmern sich Ghostwriter zunehmend auch um die Webseiten, Facebook-Accounts und Twitter-Konten der Prominenten.
Die Autoren sind oft Journalisten, Lektoren oder Schriftsteller und können daher professionell schreiben, einen größeren Stoff durchdringen und bündeln. Außerdem müssen sie Interviewtechniken beherrschen und eine hohe Empathie- und Diskretionsfähigkeit besitzen.
Zunächst treffen sie sich zum Kennenlernen mit dem Kunden und klären dabei Ziele und Inhalt ab. Nachdem ein Vertrag aufgesetzt und Interviews geführt wurden, kann schließlich das Manuskript geschrieben werden. Bei der Arbeit mit dem Kunden ist ein richtiges Verhältnis zwischen Distanz und Vertrauen nötig.
Der Verfasser bleibt meist im Verborgenen, er schreibt im Namen und Auftrag einer anderen Person und wird meist weder auf dem Bucheinband noch in der Titelei benannt. Üblich ist dagegen eine namentliche Nennung in der Danksagung, gelegentlich wird er auch im Impressum oder als Co-Autor auf dem Cover genannt. Manch Prominenter bekennt sich inzwischen auch öffentlich zum Ghostwriter, so zum Beispiel Dieter Bohlen, Heidi Klum und Klaus Wowereit.

von Ulrike Tenner

Quellen:
http://www.glamour.de/stars/star-storys/die-buecher-der-stars-gut-gebucht
http://www.sueddeutsche.de/leben/erfolgreiche-promi-buecher-den-zeitgeist-getroffen-1.687548
http://www.zartbitter.net/ghostwriter/001-003-prominente-persoenlichkeiten-und-ghostwriter.html
http://www.writeservice.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Ghostwriter
http://diepresse.com/home/kultur/literatur/751364/Die-guten-Geister-der-Literatur?_vl_backlink=/home/kultur/literatur/index.do
http://www.acad-write.com/ghostwriting/
http://suite101.de/article/ghostwriter-in-deutschland-a70975#axzz2FL6rvYSw
http://www.webartikel-abc.de/ghostwriting-fur-prominente

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6 Responses to “Autoren zweiter Reihe”

  1. Barbara12 says:

    Ich persönlich hab gar nichts gegen Ghostwriting. Ob man die Arbeit selbst schreibt, dabei etwas Neues lernt und seine Kenntnisse erweitert oder ob man sie bei einem Ghostwriter bestellt, ist die Privatsache. Im ersten Fall profitiert man selbst, im zweiten gewinnt man die Zeit, was heutzutage auch sehr wichtig ist (manchmal auch viel wichtiger).

    Ich hab nicht einmal eine Arbeit bei einem Ghostwriter bestellt und war immer mit dem Ergebnis zufrieden. Letztes mal war es https://deutschschreiben.de/. Das Support-Team hat mich ständig unterstützt, allen meinen Anweisungen wurden gefolgt. Also, ja, kann diese Agentur empfehlen.

  2. Helga K. says:

    Auf Medium gibt es einen interessanten Artikel zu diesem Thema. Es geht um die Erfahrung eines Autors, der sein Buch mit Hilfe eines Ghostwriters veröffentlicht hat. Er hatte tolle Idee, konnte sie aber nicht auf Papier bringen. Und mit einem Ghostwriter hat er alles geschafft und das Buch hatte Erfolg! Den Beitrag kann man auf der offiziellen Webseite von Medium finden. Der Titel ist „Wie ich einen Ghostwriter für den Artikel “Ghostwriter finden” gefunden habe“.

  3. Elena says:

    Natürlich stimmt es und man kann sich trefflich darüber lustig machen, dass durch Ghostwriting eine Menge Papier auf den Buchmarkt geworfen wird, das besser unbedruckt geblieben wäre. Es gibt aber natürlich auch den umgekehrten Fall. Nicht jeder, der tatsächlich etwas zu sagen hat, ist des flüssigen Schreibens mächtig oder kann die Zeit aufbringen, das alles veröffentlichungsreif zu machen. Wenn er sich dann zur Verschriftlichung seiner Gedanken eines professionellen Ghostwriters bedient – was im Unternehmensbereich oder in der Politik ja auch Gang und Gäbe und zudem völlig legal ist – so ist das durchaus zu begrüßen.

  4. Hermann says:

    @Stephan: naja, solange sie dafür zahlen wollen, wird ein Ghostwriter noch so ein langweiliges Buch über dessen Leben verfassen. Das ist aber sowohl der Ghostwriters als auch des Kunden Recht. Schlussendlich sind beide Seiten mit dem Geschäft glücklich, ansonsten würde es nicht so viele Bücher von den A-Z-Promis geben;)

  5. Stephan P. says:

    Mittlerweile schreibt ja echt jeder Prominente, egal ob A- oder Z-Promi ein Buch über irgendetwas „Interessantes“. Wäre schön, wenn man einen Filter einführen könnte, der uninteressante Leute/Themen aussortiert, aber mit Wunschdenken kommt man heute auch nicht weit.

    • Claudia B. says:

      Seid der Guttenberg-Affäre im Jahr 2011 ist Ghostwriting noch populärer geworden. Vor wissenschaftlichen Texten wird nun auch nicht mehr halt gemacht. Studenten die es sich leisten können – „guttenbergen“. Das Verb erzielte den siebten Platz 2011 als Wort des Jahres.

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