Extrem anders – der Festa Verlag

Harte, realistische Spannungsliteratur ist abseits des Mainstream schwer zu finden? Ein kleiner Verlag aus der Nähe von Leipzig beweist das Gegenteil. Die Texte aus dem Hause Festa sind düster, kompromisslos – und alles andere als trivial.

Bücher des Festa Verlag
Foto: Niklas Gaube

Wer einen nervenzerfetzenden Thriller, einen blutigen Krimi oder düstere Fantasy lesen will, dem bleiben oft nur die großen Namen der Autorenszene. Abseits der Bestsellerlisten wird der Leser von einer unüberschaubaren Zahl an Selfpublishing-Titeln überflutet, die meist nur eine zweifelhafte Qualität aufweisen. Die Suche nach anspruchsvolleren Werken gleicht mehr dem Perlenfischen. Oft muss erst ein Haufen Schund durchwühlt werden, bevor einige wenige Glanzlichter zum Vorschein kommen. Gerade in diesem Bereich tragen die etablierten Verlagshäuser leider auch wenig zur Abhilfe bei, denn mit der Backlist des Verlagsprogramms lassen sich schnell mehrere Regalmeter allein mit jenen Genres füllen.

Abseits des Alltäglichen

Der Festa Verlag aus Borsdorf bei Leipzig bietet hier seit mittlerweile fast fünfzehn Jahren eine Fundgrube für alle Unzufriedenen und ewig Suchenden an. Von Horror, Krimi und Thriller über Fantasy bis hin zu Erotik spannt sich das Verlagsprogramm und richtet sich ausdrücklich an erwachsene Leser. Frank Festa gründete den Verlag 2001 mit dem Anspruch, auch in Deutschland einen Anbieter für düstere, qualitative Spannungsliteratur zu etablieren. Oft wurde diese mit Groschenheften in Verbindung gebracht und vom literarischen Establishment als primitiv abgetan. Vielleicht nicht ganz zu Unrecht, denn gerade in Deutschland war und ist das Schreibhandwerk außerhalb eines abgeschlossenen Germanistik-Studiums längst nicht so professionell strukturiert wie zum Beispiel im englischsprachigen Ausland. Als Konsequenz veröffentlicht Festa ausschließlich Übersetzungen von Autoren vorrangig aus den USA, beweist aber bei der Akquise viel Feingefühl. So hat der Schriftsteller Dan Simmons vom TV-Sender AMC bereits eine Serie in Aussicht gestellt bekommen und Science-Fiction-Geheimtipp Ian Tregillis wirkte schon am „Wildcards“-Projekt von George R.R. Martin mit. Ebenfalls hochinteressant für Fans sind die Komplettausgaben der Werke H.P. Lovecrafts und von Robert E. Howards Conan-Reihe. Um auch was fürs Auge zu bieten, werden alle Buchcover mit hochwertiger Lederoptik ausgestattet, ein kostenloser Rückgabeservice für alle Titel über 66 Tage unterstreicht das Qualitätsversprechen zusätzlich.

Logo des Festa Verlag
(Quelle: festa-verlag.de)

Nichts für schwache Nerven

Eine weitere Besonderheit ist das Imprint „Festa Extrem“, unter welchem Bücher mit deutlich pornografischen Inhalten und expliziter Gewaltdarstellung veröffentlich werden, weshalb die Titel ohne ISBN erscheinen und nur direkt beim Verlag bestellt werden können. So ein Verlagsprogramm ist natürlich nichts für den Massenmarkt, aber vor allem Genre-Fans finden bei Festa ein breites Angebot, dessen Preisniveau kaum über dem eines üblichen Taschenbuchs liegt. Auch aus eigener Erfahrung ist der Verlag eine Empfehlung für alle, die während des Wartens auf das neue Werk ihres Lieblingsautors Lesestoff für zwischendurch benötigen und dennoch das Vergnügen eines gut geschriebenen Textes nicht missen möchten.

Autor: Niklas Gaube

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