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„Mein Ziel war nie, ein eigenes Buch zu schreiben, sondern eine Geschichte […] zu erzählen.“

Foto ©KäptnBook

 

 

Interview

Die gebürtige Greifswalderin Kristina Andres  ist als freischaffende Künstlerin tätig und widmet sich neben ihrer Arbeit als Illustratorin und Grafikerin nun zunehmend dem Schreiben. Ihre zahlreichen Kinderbücher fanden Anerkennung durch mehrfache Auszeichnungen, u.a. von der Deutschen Akademie für Kinder- Jugendliteratur. Im Gespräch mit uns erzählt sie von der Lust zu Schreiben, dem „Erzählen wollen“ und warum E – Books doch gar nicht so schlecht sind.

 

Frau Andres,

In diesem Jahr ist das von Ihnen illustrierte Buch „Am Schneesee“, nach dem Text von Franz  Fühmann, im Rostocker  Hinstorff Verlag erschienen. Wann haben sie angefangen neben der Malerei ebenfalls als Illustratorin zu arbeiten?

Das war im Jahr 2004, also kurz nachdem ich mein Studium der bildenden Kunst beendet hatte.

 

Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?

Die Möglichkeit, Erzählräume zu gestalten. Da ich fast ausschließlich Bücher illustriere, in denen die Entscheidungen über das Wie mir überlassen sind, ist das ein sehr sinnvolles und freies Arbeiten. Aufträge, bei denen der Auftraggeber schon weiß, wie es aussehen soll, interessieren mich nicht.

 

Sie sind außerdem als Autorin erfolgreich. Die Leser Ihrer Kinderbuchreihe „Mucker und Rosine“  (Band 1, 1. Auflage 2016, mit Illustrationen von Barbara Scholz, erschienen im Verlag Beltz & Gelberg) dürfen sich bereits über einen zweiten Teil freuen. Erzählen sie uns mehr darüber. Wie sind sie auf die Idee für diese Geschichte gekommen?

Ehrlich? Das weiß ich nicht mehr so genau. Ich habe von Anfang an Geschichten für meine eigenen Bilderbücher geschrieben, irgendwann hat das wohl nicht mehr gereicht. Die Texte wurden länger, die Zeiten, die ich am Schreibtisch verbrachte, auch …

 

War es schon immer Ihr Wunsch, ein eigenes Buch zu schreiben?

Nein. Das ist etwas, dass sich aus meinem „Erzählenwollen“ ergeben hat. Mein Ziel war nie, ein eigenes Buch zu schreiben, sondern eine Geschichte gut zu erzählen. Ziel, nicht Wunsch.

 

Wie stehen Sie als Illustratorin und Autorin der zunehmenden Beliebtheit von  E- Books  insbesondere im Kinderbuch – Segment gegenüber?

Das E – Book beunruhigt mich nicht sonderlich. Vielleicht wird es etwas sein, was uns eine Zeitlang begleitet, und ab und an ist es bestimmt nicht schlecht, ein E-Book dabeizuhaben, wenn für Bücher gerade kein Platz ist. Das E- Book wird Kinder nicht zu Lesern machen, möglicherweise kann es aber zuweilen eine sinnvolle Ergänzung zum echten Buch sein.

 

Verraten Sie uns, an welchem Projekt Sie zurzeit arbeiten?

Gerade schreibe ich an Mucker & Rosine Teil 3, und am ersten Band zu einer Reihe für Erstleser von Mucker & Rosine, die ab Frühjahr 2018 starten soll. Eine zweiter Band von Fuchs und Hase erscheint demnächst unter dem Titel „Donnerwetter, sagte Fuchs“ beim Moritz Verlag. Außerdem stecke ich mitten in den Illustrationen zu „Warum Sonntage so schön sind“, einem Erzählband, der demnächst beim Nilpferd erscheint.

 

Haben Sie einen Ratschlag für Kunstinteressierte, welche ebenfalls über einen Einstieg in das  Berufsfeld der Illustration nachdenken?

Beschäftigen Sie sich gut mit dem Betriebssystem. Der Kinderbuchmarkt zum Beispiel ist eng. Sie brauchen außer Talent auch einen langen Atem und viel Wissen um das Drumherum, um dort zu bestehen. Sie sollten die Programme der Verlage gut kennen, bevor Sie Kontakt aufnehmen. Verlagsmitarbeiter haben meist mehr Arbeit, als sie bewältigen können, wenn sie sich dann noch mit Illustrationsmappen beschäftigen sollen, die überhaupt nicht programmrelevant sind, ist der Frust für beide Seiten vorprogrammiert. Außerdem gibt es mittlerweile einige Wettbewerbe, bei denen man Arbeiten einreichen kann.

Vielen Dank für das Interview!

 

 

Autor: Anne Geßner

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