Wie kindgerecht sind kostenlose Kinderapps?

Immer mehr Kinder spielen auf Tablets, iPads und Smartphones. Die Bedienung dieser Geräte ist sehr leicht und Eltern können somit die Kinder mit unterschiedlichen Spiele-Apps beschäftigen. Doch wie kindgerecht und gut sind diese Apps überhaupt?  Kann man damit bedenkenlos seine Kinder spielen lassen?

Kind mit Tablet

 

Eins steht fest: Digitale Medien sind auf den Vormarsch, dementsprechend weiter wächst auch das Angebot an kostenlosen Kinderapps. Aber wo kostenlos drauf steht muss nicht kostenlos drin sein.

Bereits nach wenigen Minuten hat der Spielspaß ein Ende und dann wird ein Kauf, ein sogenannter In-App-Kauf, unumgänglich. Aber auch lange Wartezeiten (von bis zu sieben Stunden) oder Sonder- und Rabattaktionen verleiten die Kinder oft dazu achtlos auf „Kaufen“ zu drücken. Kinder werden oft dabei auch mit unangemessener Werbung oder nicht kindgerechten Inhalten konfrontiert. Nicht zuletzt wird auch die Einbindung sozialer Medien wie Facebook und Twitter aus Datenschutzsicht besonders kritisch von Experten gesehen.

Was sind In-App-Käufe?

Das sind Käufe die in einem eigenen Store in der App getätigt werden können. Oft sind diese Käufe unumgänglich, da das Spiel ansonsten nicht weitergespielt werden kann. Dabei erlangt der Nutzer Spielvorteile in Form von erweiterten Funktionalitäten oder Ausstattungsinhalten. Es kann auch eine Spielwährung zum Kauf virtueller Güter wie z.B. Schwerter, Tierfutter, Kleidung für die Spielfiguren etc. sein.

Die Kosten können dabei stark variieren, von wenigen Cent- bis zu hohen Geldbeträgen.

Was das für Folgen haben kann, zeigt der Fall einer englischen Familie im Jahr 2013. Der Sohn, Danny Kitchen, tätigte für knapp 2570 Dollar In-App-Käufe für das Spiel Zombies vs. Ninjas.

Wie entwickelt sich der Trend weiter?

Für Experten steht fest, dass es werbefinanzierte Kinderapps auch weiterhin geben wird und sie noch mehr Verbreitung finden werden. Ein Grund dafür ist, dass viele Unternehmen die Werbekanäle „Apps“ jetzt erst für sich entdecken. Zudem setzten viele App-Entwickler auf Werbung, weil sich mit dieser mehr Geld verdienen lässt, statt die App einmalig zu einem Fix-Preis auf dem Markt anzubieten.

Wie kann man seine Kinder schützen?

Gerade bei Kleinkindern ist es wichtig, dass sie mobile Geräte nur in Begleitung der Eltern nutzen und die Inhalte gut ausgewählt sind, da schnelle und laute Anwendungen sie überfordern können.

Wenn Kinder mit den Apps alleine gelassen werden sollen, ist es zu empfehlen die Internetverbindung zu trennen, um die Werbung und In-App-Käufe zu blockieren. Es wird außerdem dazu geraten, das Smartphone oder Tablet mit einem Kennwort zu schützen und bestimmte Anwendungen und Funktionen zu sperren (beispielsweise den Safari-Browser), um es so den Kindern nicht zu ermöglichen Käufe zu tätigen. Wer seine Kinder vollständig schützen will, kann sich anstatt kostenloser Apps auch kostenpflichtige Premium Apps kaufen, die ohne Werbung und gesperrten Inhalten spielbar sind.

Doch neben der ganzen virtuellen Welt ist es sehr wichtig, dass auch andere Aktivitäten ihren festen Platz im Familienalltag haben. Denn die digitale Welt kann das Spielen, Treffen mit Freunden oder das gemeinsame (Vor-)Lesen nicht ersetzen.

 

Autor: Sabrin Abson

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