Crossmediales Storytelling – am Beispiel der Webserie „DRUCK“

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‚Für mehr Informationen und Bilder schauen sie auf unserer Webseite vorbei oder scannen sie direkt den QR-Code um sich mit uns zu verbinden‘- so oder so ähnlich sehen Berichterstattungen heutzutage oft aus. Dies nennt man Crossmediales Storytelling, wobei  Informationen über mehrere Kanäle konsumiert werden – sowohl online als auch offline. Durch die gleichzeitige Verwendung verschiedener Medien werden unterschiedliche Zielgruppen auf den Herausgeber der Nachrichten aufmerksam gemacht und erreicht. Im Gegensatz zum transmedialen Storytelling (bei dem mehrere Medien/Kanäle benötigt werden, um eine Geschichte im Ganzen zu verstehen), werden bei dieser Art des Erzählens die „Geschichten“ geschlossen, chronologisch und linear erzählt. Es werden die verschiedenen Kanäle ergänzend genutzt, um den Leser*innen/Zuschauer*innen zusätzliche Informationen zu liefern. So wird dies heutzutage von einigen Firmen vor allem in der Berichterstattung, im Journalismus und Marketing verwendet, aber auch für eine besondere Art des Unterhaltens.

Dadurch, dass der  Zuschauer von überall her Informationen zu einer spannenden Geschichte bekommen kann, kommt es schnell zum „I want more“-Effekt. Zusätzlich identifizieren sich die Leser oft mit dem Protagonisten, wodurch sie noch mehr über das Thema wissen wollen…

„DRUCK“:

So auch bei der öffentlich-rechtlich finanzierten FUNK-Web Serie „DRUCK“. Diese läuft ab dem 20.Juli mit der vierten Staffel an. Die Serie ist eine deutsche Adaption der norwegischen Serie SKAM; auch Italien, Frankreich, Spanien, Niederlande und die USA haben sich Rechte für Adaptionen gekauft.

DRUCK – Du bist jung. Du bist stark. Du bist schwach. Du bist glücklich. Du hast manchmal Angst. Du willst, dass alles so bleibt und du willst, dass alles anders wird. Du hast Ambitionen. Du hasst manchmal alles. Du hast Druck. Du bist Druck. Jeden Tag, jede Sekunde – in Kopf und Körper. Druck, cool zu sein. Druck, endlich Sex oder jetzt schon den perfekten Plan zu haben. Das ist Druck – deine Serie, dein Leben. Mia, Hanna, Kiki, Amira und Sam müssen irgendwie durch den Tag. Jeden Tag. Immer wieder. Nicht, dass die Schule, ihre Ex-Freundinnen und Freunde oder die Welt es ihnen besonders leicht machen würde. Aber sie müssen da durch. Zusammen. Gemeinsam.“ (https://www.youtube.com/channel/UCr5zglOqHZAEfCcAx_nw1dQ)

Dabei erzählt jede Staffel á 10 Folgen die Geschichte eines anderen Charakters. Die Erzählung ist dabei horizontal, das heißt episodenübergreifend, aufgebaut, wodurch vor allem bei der jungen Zielgruppe Spannung aufbaut wird und der „I want more“-Effekt eintritt. Auch, dass in der Serie über sensible Themen geredet wird (immer mit Hilfeangeboten in den Kommentaren), macht sie nahbar und realistisch. Neben den klassischen Themen, die zum Erwachsenwerden dazugehören, wie Freundschaft, Liebe und Sexualität, werden auch die Leistungsgesellschaft, Mobbing und religiöse Unterschiede behandelt. Dies geschieht meist auf eine transparente Art und Weise, sodass die Themen nicht unrealistisch oder gekünstelt dargestellt werden.

DRUCK zeigt das alltägliche Leben von Berliner Gymnasiasten. Die Schlüsselszenen aus dem Leben der Protagonisten werden zu dem Zeitpunkt auf YouTube hochgeladen, in dem sie bei den Jugendlichen passieren. Das heißt also, dass wenn es eine Szene gibt, in der ein Charakter um drei Uhr Nachts auf einer Party ist, dann wird sie auch um diese Uhrzeit veröffentlicht. Am Freitag jeder Woche kommt eine zusammenfassende Folge online, die alle „Schnipsel“ zusammenfügt und zusätzliche Szenen zeigt. Außerdem wird die Serie Freitagabend nach dem Abendprogramm auf ZDFneo im Fernsehen ausgestrahlt.

Das besondere an der Serie ist außerdem, dass die Charaktere auf Instagram und Snapchat eigene Accounts haben und diese geführt werden, wie solche reeller Personen – samt Posts und Storys. Zudem gibt es auch einen WhatsApp-Newsletter, durch den die Zuschauer noch mehr Informationen und Erinnerungen erhalten. Auf der offiziellen Instagram-Fanseite „druckaddicts“ werden zudem regelmäßig Chatauszüge hochgeladen, die zusätzliche Einblicke in das Leben der Charaktere bieten und sie noch realistischer wirken lassen. Somit werden durch die verschiedenen sozialen Netzwerke Hintergrundinformationen veröffentlicht und die Serie kann crossmedial mitverfolgt werden.

Die meist weibliche, jugendliche Zielgruppe liebt die Serie vor allem für ihre Charaktere, die außergewöhnliche Machart, den Herzschmerz samt Mitfiebern und auch das Einsetzen guter Musik, welche auf einer Spotify-Playlist zusammengefasst ist und regelmäßig aktualisiert wird.

Allumfassend wird mit “DRUCK“ gezeigt, wie man verschiedene Medien nutzen kann um Zuschauer zu akquirieren und zu halten. Zudem haben es die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunksender geschafft, die jungen Menschen anzusprechen und mit dieser Art des Storytellings die Zuschauer zu unterhalten.

 

Artikel von: Marlene Rehn

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