CrowdFans – Crowdfunding für Kunst & Kultur

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Über die Plattform CrowdFans.de können Projekte von Künstlern über ihre Fangemeinschaft finanziert werden. Meist handelt es sich bei diesen Projekten um Events wie Lesungen, Konzerte oder Live-Hörspiele. Bei dieser Form der Finanzierung geht es also weniger um Gewinnmaximierung, sondern eher um einen gemeinschaftlichen Nutzen.

Name des Modells: CrowdFans.de
Geschäftsführer: Ines Zimzinski
Träger: Die Hoeragenten UG
Sitz: Berlin

Beschreibung und Nutzen des Geschäftsmodells:

CrowdFans.de ist eine Crowdfunding-Plattform, auf der zum Beispiel eine Band ihre Projektidee vorstellen kann und eine Crowd, also die Fans, diese Idee mit einem gewissen Geldbetrag unterstützt.  Dafür lädt der Künstler einfach sein Projekt auf der Plattform hoch und legt ein zu erreichendes Finanzierungsziel fest, welches innerhalb eines bestimmten Zeitraums erreicht werden muss. Im besten Fall findet das Projekt Zuspruch und wird von den Fans finanziert, welche als Gegenleistung dann beispielsweise Tickets für einen Auftritt oder auch eine CD zugeschickt bekommen. Es gilt das All-Or-Nothing Funding Model, das heißt: sollte das Finanzierungsziel nicht erreicht werden, erhalten alle Fans ihr bereits gespendetes Geld zurück. Neuerdings gibt es auch eine Funktion, die sich flexibles Funding nennt. Hierbei bekommen die Projekte, denen nur noch ein geringer Betrag bis zum Finanzierungsziel fehlen würde, die Zeit allerdings schon abgelaufen ist, den bisher gesammelten Geldbetrag trotzdem ausgezahlt. Die Projekte werden oft nicht nur durch Crowdfunding finanziert, sondern auch noch durch andere Formen gestützt und können letztendlich trotzdem umgesetzt werden.
Durch CrowdFans.de können große Ideen umgesetzt werden, indem jeder Nutzer einen kleinen Beitrag spendet und in jedem Fall wieder etwas zurückbekommt. So stärkt sich die Bindung zwischen Künstler und Fan. Außerdem erfährt zum Beispiel der Autor durch diese „Vorabfrage“ von Interesse, ob seine Lesung überhaupt gewünscht ist. So kann ein Verlag unter anderem auch Marketing-Kosten einsparen und Kundeninteresse besser abschätzen.

Daten und Zahlen:

Seit Gründung der Plattform im Jahr 2013 sind schon mehrere Projekte erfolgreich finanziert worden.
CrowdFans.de erhält für die Bereitstellung der Plattform 10% der Unterstützungsgebühr bei Unterstützungserfolg. Weitere 1,9% plus 35 Cent pro Unterstützer gehen an Paypal.

Zielgruppe:

Zielgruppe sind Verlage und deren Autoren, Bands, Sprecher aller Art und natürlich auch jeder
sonstiger Künstler, welche finanzielle Unterstützung für ihre Projekte, wie beispielsweise Lesungen oder Live-Hörspiele, benötigen.

Funktionen:

CrowdFans.de bietet folgende Funktionen:
– Kostenlose Beratung
– Betreuung des Projekts
– Möglichkeit des flexiblen Fundings

Chancen und Risiken:

Durch CrowdFans.de können die Fans selbst entscheiden, welche Ideen sie unterstützen wollen. Dadurch entsteht eine viel engere Künstler-Fan-Bindung, wenn ein Autor zum Beispiel einen gewissen Geldbetrag für eine Lesung benötigt und dieser dann durch die Crowd getragen wird und so eine Kundenbeziehung auf emotionaler, sozialer Ebene entsteht.
Ein großes Risiko gibt es beim Crowdfunding nicht. Sollte ein Finanzierungsziel nicht erreicht werden, bekommen alle Fans ihr bisher gespendetes Geld zurück gezahlt. Einziges Risiko ist, dass die ausgemachte Gegenleistung des Künstlers an die Fans nicht erbracht wird, wie zum Beispiel eine kostenlose CD zu erhalten.

Prognosen:

„Ja, wir sind Nische, aber ich denke, da wird auch bei anderen Plattformen zukünftig der Trend hingehen.“ – Ines Zimzinski in einem Interview (2013).

Trotzdem ist es natürlich sehr schwer, die Zukunft für CrowdFans.de zu prognostizieren. Da die
Plattform noch recht jung ist, bleibt abzuwarten, in welche Richtung sich das Unterfangen
weiterentwickelt und ob es sich gegen große Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter behaupten kann.

Fazit:

CrowdFans.de ist eine wunderbare Möglichkeit, um kleinere Events finanziell zu stemmen. Durch die Crowdfunding-Methode können viele kleine Beiträge eine Idee verwirklichen und so entsteht ein gemeiner Nutzen. Gleichzeitig kann man, bevor man irgendetwas in ein Projekt investiert, schon ganz genau das
Kundeninteresse abschätzen, denn entweder wird das Projekt (wenn auch nur teilweise durch flexibles Funding) unterstützt, oder es floppt. Dies ist eine tolle Möglichkeit für Verlage, die zwar ihre Autoren unterstützen wollen, aber nur ein kleines Budget zur Verfügung haben.
Schlussendlich ist zu sagen, dass CrowdFans.de eine tolle Chance für Künstler ist, dennoch aber abzuwarten bleibt, inwiefern diese Chance von Künstler und Fans in Zukunft angenommen wird.

Autorin: Anne Wimmer

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