Medienbranche im Umbruch

Ein Interview mit Oliver Gschwender M.A., Hochschulmarketing der Universität Bayreuth.

 

Oliver Gschwender in der HTWK Leipzig (Li305)

 


Herr Gschwender, die klassischen Strukturen der Medienbranche sind im Umbruch, Social Media ist das neue Schlüsselwort. Was ist wichtig, um hier präsent zu sein und wahrgenommen zu werden?

Marketing und Vertrieb haben in letzter Zeit das enorme Potential des Social Web entdeckt; nicht zuletzt deshalb, weil es erst einmal wenig Geld kostet. Viele Firmen und Institutionen der verschiedensten Art machen sich gerade auf den Weg in Soziale Netzwerke, kennen deren Funktionsweise jedoch kaum. Interaktion ist das A und O, d.h. es nützt nichts, einfach eine Seite bei Facebook zu machen; man muss auch mit den anderen Teilnehmern auf der Plattform interagieren, sich für sie interessieren und sie kommentieren. Anderes Beispiel Twitter: Ich muss selbst Tweeds folgen, um eigene Followers zu bekommen.

Bedeutet das, dass ich für eine optimale Präsenz im Social-Media-Bereich Zeit und versierte Leute brauche?
Genau. Oft der Zeit-Faktor unterschätzt. Man muss erst einmal die Leute innerhalb der Blogs und Plattformen, in denen man selbst wahrgenommen werden möchte, beobachten: Wie wird hier geredet und kommuniziert? Welche Links werden verfolgt und was wird thematisiert? Erst dann kann man selbst mitreden. Nicht umsonst heißt es: „Social Media is like a cocktail party.“ Dort ist es ja auch wichtig, nach einem erfolgreichen Small Talk aktiv die weitere Kommunikation zu gestalten.

Sie selbst haben die Social-Media-Präsenz der Uni Bayreuth, z.B. auf Facebook, Twitter, Youtube u.a. vorrangetrieben. Welche Inhalte bringen den größten Push-Faktor mit?
Vorallem Videos. Videos gehen immer, vorrausgesetzt, sie sind eben nicht 30 Minuten lang … Der Clip mit den meisten Aufrufen auf unserem Youtube-Kanal ist nicht mal 2 Minuten lang.Auch auf Inhalte allgemein übertragen: Kurz und knackig, immer in wenigen Sätzen auf den Punkt kommen, ruhig auch etwas plakativ. Niemand will lange Artikel in einem Blog lesen. Bei Twitter lernt man das am besten; 140 Zeichen maximal …

Welche Inhalte würden Sie für unseren Blog „Verlage der Zukunft“ vorschlagen?
Leute wollen vor allem von den erfolgreichen Unternehmen hören, welche Aktionen und Handlungen sie dahin gebracht haben, wo sie jetzt sind. Berichtet z.B. von Verlagen, die im Social-Media-Bereich in der Top-Liga spielen, oder wertet relevante Blogs und deren Inhalte aus.

Danke, dass Sie sich für unsere Fragen Zeit genommen haben. Was möchten Sie unserem Projekt mit auf den Weg geben?
Der erste Aufschlag in eurem Projekt wird Positives und Negatives haben. Baut danach das gut Funktionierende weiter aus und nutzt frische Ideen. Signalisiert deutlich nach außen, wer ihr seid und was ihr wollt.

Die Fragen stellten Julia Müller und Raimund Voigt.

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