500 Jahre Satzgeschichte selbst erleben – Buchwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

20.04.2011 http://www.buchwissenschaft.uni-mainz.de/
© Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Buchwissenschaft

 

An Deutschlands ältestem Lehrstuhl für Buchwissenschaft können Studierende in der eigenen Lehrdruckerei über 500 Jahre Satzgeschichte vom Handsatz mit Bleitypen bis zum modernen Desktop Publishing selbst erleben. Im Folgenden verraten wir, was zukünftige Studenten in Mainz noch erwartet und geben einen Überblick über die Studiengänge am Institut für Buchwissenschaft.

Die Uni

Die Johannes Gutenberg-Universität (JGU) ist eine mittelgroße Hochschule und beherbergt knapp 35.000, am Institut selbst über 1000 Studierende.

Sie ist eine der wenigen Campusuniversitäten Deutschlands und bietet viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Der Campus liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums und ist mit dem öffentlichen Personennahverkehr oder mit dem Fahrrad schnell zu erreichen.

Bachelor Buchwissenschaft

Der Bachelorstudiengang Buchwissenschaft besteht aus einem Kern- und einem Nebenfach und kann mit allen anderen Fächern im Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang kombiniert werden. Ein besonderer Schwerpunkt des Studiengangs liegt auf den medialen Umbrüchen, die in Vergangenheit und Gegenwart Einfluss auf die Position des Buches im Markt und in der Gesellschaft nahmen beziehungsweise nehmen.

Die ersten beiden Semester dienen der Einführung. In den Modulen „Einführung in die Buchwissenschaft“, „Softskills“ und „Buchhandels- und Verlagsgeschichte“ werden die Studierenden mit grundlegenden buchwissenschaftlichen Fragestellungen, den wichtigsten Themenbereichen und der Fachterminologie vertraut gemacht.  Des Weiteren wird der Umgang mit buchwissenschaftlichen Methoden und Theorien geübt und ein Einblick in die späteren Berufsfelder gegeben. Im dritten und vierten Semester werden in den Modulen „Medienrecht“, „Buchrezeption“, „Gestaltung und Technik“ und „Medienökonomie“ spezifische buchwissenschaftliche Themenbereiche behandelt, die auf den Kenntnissen aus der Einführungsphase aufbauen. „Medienrecht“ wird im fünften und sechsten Semester – der Vertiefungsphase –  fortgeführt. Neu hinzu kommen die Module „Buch im Medienkontext“ und „Medienkultur“.

Bis zum fünften Semester ist wahlweise im In- oder Ausland ein Berufspraktikum in einem Verlag, einer Redaktion oder einer Institution der Kultur- und Wissensvermittlung zu absolvieren. Alternativ kann das Praktikum auch in der Lehrdruckerei der Universität durchgeführt werden.

Besonders ist der praxisorientierte Ansatz des Studiengangs hervorzuheben, der unter anderem durch Dozenten aus der Branche, den betriebswirtschaftlichen Studienaufbau sowie zahlreiche Exkursionen und Projekte – zum Beispiel die regelmäßige Präsentation des Studiengangs auf den Buchmessen – realisiert wird.

Mögliche Berufsfelder für Absolventen des Bachelorstudiengangs Buchwissenschaft liegen in der Verlagsbranche und ihren Organisationen, im Bereich Fachpublizistik des Buchhandels, bei Kulturinstitutionen, Medien, Museen, Bibliotheken, Redaktionen und Agenturen.

Regelmäßig im Januar findet das das “Mainzer Kolloquium” statt,  das vor allem in der Diskussion aktueller Probleme Brücken zwischen Theorie und Praxis schlagen möchte. Auch nimmt das buchwissenschaftliche Institut neben den Buchmessen in jedem Jahr am Wissenschaftsmarkt in Mainz und alle zwei Jahre an der Mainzer Minipressen Messe teil.

Der Magisterstudiengang Buchwissenschaft befindet sich im Auslaufen, es sind keine Neueinschreibungen möglich.

Zulassung

Der Studiengang ist universitätsintern zulassungsbeschränkt. Im Auswahlverfahren werden 20 Prozent der Studienplätze nach Wartezeit und 80 Prozent nach Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung vergeben.
Im Sommersemester 2011 konnten alle Bewerber zugelassen werden.

Voraussetzung für den Masterstudiengang ist der BA Buchwissenschaft oder der eines eng verwandten Studiengangs.

Weiterhin sind für die Lektüre von Fachliteratur ausreichende aktive und passive Kenntnisse in Englisch und einer weiteren Fremdsprache erforderlich.

Semesterbeitrag und Studiengebühren

Pro Semester ist von den Studierenden ein Beitrag in Höhe von 211,70 Euro zu entrichten. In diesem Betrag ist die Gebühr für das Semesterticket bereits enthalten.

Seit dem Wintersemester 2004 / 05 gilt in Rheinland-Pfalz das Studienkontenmodell, das bis zum ersten (bei konsekutiven Studiengängen bis zum zweiten) berufsqualifizierenden Abschluss ein gebührenfreies Studium erlaubt. Dies gilt allerdings nur bis zum 1,75-fachen der Regelstudienzeit. Für diejenigen, die länger studieren und somit ihr Studienkonto aufgebraucht haben sowie unter verschiedenen anderen Umständen (zum Beispiel aufgrund des Alters) werden pro Semester 650 Euro Studiengebühren erhoben.

Leben in Mainz

Mainz ist die Hauptstadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz und mit rund 200.000 Einwohnern eine „kleine Großstadt“. Die benachbarten Städte Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden sind bequem mit dem Semesterticket zu erreichen. Doch auch wer einen Ausflug ins Grüne bevorzugt, kommt nicht zu kurz. Natur- und Naherholungsgebieten wie der Rheingau, Rheinhessen und der Pfälzer Wald sind nicht weit entfernt. Besonders bekannt ist Mainz für die Fastnacht, während der sich die Stadt in eine riesige Party verwandelt.

Aufgrund der zahlreichen Studenten kann die Wohnungssuche in Mainz einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Mieten sind wie im gesamten Rhein-Main-Gebiet relativ hoch. Dafür ist die Gegend jedoch stark wirtschaftlich und industriell geprägt und bietet eine Vielzahl an Nebenjobs. Auch bei den Wohnheimplätzen, die für ungefähr zwölf Prozent der Studierenden zur Verfügung stehen, muss mit längeren Wartezeiten gerechnet werden. Die Wohndauer hier ist auf sieben Semester beschränkt.

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