Liegt die Zukunft der Onlineangebote von Verlagen im E-Commerce?

22.12.2010, 18:30 Uhr, http://www.hubert-burda-media.de/hps/client/hbmi/public/hxcore/hbmi/binaries/images/organigramm/welte.jpg
Philipp Welte (© Hubert Burda Media)

Unter der Prämisse „change or die“  sprach der Verlagsvorstand von Hubert Burda Media, Philipp Welte, am 30. November 2010 in Hamburg auf der „kresskonferenz“ über die Perspektiven von Medienmarken in der digitalen Welt.

Er verglich hierbei die Digitalisierung der Branche mit einem Urknall, der der Medienwelt völlig neue Perspektiven eröffnet und Platz für Neues schaffe. Laut Welte ist das Printgeschäft nach wie vor „stabil und kerngesund“. Verlage müssten sich aber trotzdem stets auf ihre Kernkompetenzen besinnen und dürften sich auf Grund der Digitalisierung der Medienwelt nicht hauptsächlich auf Trends im Netz verlassen.

Weiterhin seien im Netz keine großen Erlöse für Verlage zu erwarten, da zu wenige potenzielle Kunden bei den zahlreichen Gratisangeboten im Internet bereit seien, für Medienangebote zu zahlen. Man müsse auch beachten, dass heute nicht mehr der Chefredakteur die Inhalte zusammenstellt, sondern jeder Nutzer seinen persönlichen Mix an Inhalten aussuchen kann. Dies stellt eine der ursprünglichen Kernkompetenzen der Verlagsbranche in Frage: die Filterfunktion!

Interessant ist dies für Verlage, die im Moment ihr Printangebot um Onlineangebote erweitern und auf der Suche nach erfolgsversprechenden Modellen sind. Eine gesunde Mischung aus Print und Online muss gefunden werden. Welte sieht die Zukunft der Verlagsvermarktung vor allem im Bereich des E-Commerce. E-Commerce bedeutet in diesem Zusammenhang das direkte Kaufen und Verkaufen von Waren und Leistungen im Netz. Schaut man sich allerdings die Seiten der Burda-Gruppe an (zum Beispiel Focus Online oder Die Bunte), fällt auf, dass hauptsächlich auf Partnerwerbung statt direkten Handel gesetzt wird. Eine Frage, die sich nun stellt, ist: Wie setzt Burda die von ihrem Verlagsvorstand Welte aufgestellte These in die Tat um und wie lange wird diese Umsetzung dauern?

Eine vorstellbare Möglichkeit wäre, die Werbeangebote von Partnern auf beispielsweise den oben genannten Websites, in direkte Handelsangebote umzuwandeln, indem man sofort beim Anklicken der Anzeige auf die Website des Partners geführt wird und Kaufangebote unterbreitet werden.

Laut dem Medienportal meedia hat Philipp Welte bereits im Dezember vergangenen Jahres mit der Umsetzung seiner Thesen begonnen. Als Erstes will er laut W&V das Partnernetzwerk auf Garten-Arkaden.de, dem Online-Gartencenter von Mein schöner Garten, stärker ausbauen. Es scheint, als wäre der Anfang für den von Welte angestrebten Strategiewechsel im Onlinemarketing getan. Spannend bleibt, wie es weitergeht!

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[www.kress.de|Autor: Nina Kirst|06.12.2010|17.03]

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