„Und täglich grüßt die Rezension“ – Social-Media-Projekte des Buchmarktes

Das Marketing der Verlage sieht sich durch die sogenannten Social Media mit immer neuen Chancen und Herausforderungen konfrontiert. Ein fortwährender Dialog mit der Zielgruppe ist heutzutage möglich, aber zugleich auch dringend notwendig, um am Puls der Zeit zu bleiben. Dabei gilt es Mittel und Wege zu finden, um das neu gewonnene Potenzial kreativ und auch effektiv mit dem Medium Buch zu verbinden. Im Folgenden werden hier exemplarisch zwei innovative Web 2.0-Projekte vorgestellt, die sowohl Verlage als auch Communities zu deren gegenseitigem Vorteil verbinden. Dreh- und Angelpunkt beider Geschäftsmodelle ist dabei die Buchrezension. Sie greifen somit einen essentiellen Bestandteil des Buchmarketings…

Frag doch mal: Manfred Spatz „Wie gut sind die deutschen Verlage an der Social Media-Klaviatur?“

Derzeit arbeitet Herr Spatz am Projekt www.ask4feedback.de, das Personen und Unternehmen Auskunft über ihre jeweiligen Stärken und die Fremdwahrnehmung der eigenen Aktivitäten gibt. Über fünf Jahre waren Sie im Süddeutschen Verlag und Führungskreis von www.sueddeutsche.de GmbH. Wie haben Sie in dieser Zeit den Mediennutzungswandel erlebt und wie wurde im Verlag darauf reagiert? Der Nutzungswandel war täglich spürbar. Die Reichweite von sueddeutsche.de hat sich in diesen fünf Jahren verzehnfacht, der Umsatz ist sogar noch deutlicher gewachsen. Das war unglaublich motivierend, obwohl ständig neue Herausforderungen (Suchmaschinenoptimierung, Leser-Community, Soziale Netzwerke u.v.m) hinzu kamen.

Sören Kirchner vom tologo verlag: „Social Media als Mittel zur Kundenbindung“

Beim tologo verlag wird wöchentlich etwa eine halbe Stunde für soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter investiert . Was macht diese Plattformen so interessant? Für Facebook braucht niemand umfangreiche Programmierkenntnisse. Die aktuellsten News, Rezensionen, Novitäten, Vorträge und Lesungen der Autoren werden vom Verlag regelmäßig auf Facebook online gestellt und automatisch an den eigenen Twitter-Account übertragen. „Es passiert selten, dass sich Neukunden auf der eigenen Homepage verirren. Viel wahrscheinlicher sind Bestandskunden, die ein bestimmtes Buch suchen oder Mundpropaganda-Empfehlungen von Freunden“, sagt Sören Kirchner. Dem eigenen Freundeskreis wird ebenso mehr vertraut, als dem Kommunikationsinstrument „Werbung“, in dem viel mehr versprochen, als gehalten…

Frag doch mal … Experten stehen Rede und Antwort

Wenn es um die Themen Social Networks und Medienwandel für Verlage geht, sind Interesse und Unsicherheit meist sehr groß. Durchsucht man das Internet, stößt man auf zahlreiche Artikel, Blogs, Tweets, Kommentare und auch Videos. Bei der gegebenen Informationsvielfalt verliert man schnell den Überblick und fühlt sich zunehmend überfordert. Eine einheitliche Sichtweise auf die Chancen und Risiken sozialer Netzwerkarbeit sucht man vergeblich. Die Geschwindigkeit, mit der sich Social Media und elektronische Medien entwickeln, macht es notwendig, sich immer wieder neu zu orientieren und als Unternehmen zu positionieren. Für alle Beteiligten gibt es häufig mehr Fragen als Antworten auf das aktuelle Geschehen.

Digitaler Suizid – Möglichkeiten und Folgen

Die Frage, ob man bei Facebook sei, hat seit geraumer Zeit die verlegene Frage nach der Telefonnummer eines interessanten Mitmenschens verdrängt. Social Networks sind ferner die digitalen Nachfolger der besonders damals in Grundschulen beliebten “Poesiealben” in der sich zahlreiche Freunde und Klassenkameraden eintrugen. Die Unterschiede zwischen den Seiten eines solchen Freundebuches und den Social Networks besteht bei genauerer Betrachtung in der Digitalisierung und der Möglichkeit der Interaktion. Und ganz besonders in der Geschwindigkeit der Datensammlung.