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Posts Tagged ‘Trends & Entwicklungen’

MyPoolitzer – Ein innovatives Geschäftsmodell? Matching von Autoren und Verlagen

Mai 16th, 2017 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Innovative Geschäftsmodelle

Bist du der nächste Jonathan Franzen?
So titelt die neue Onlineliteraturagentur MyPoolitzer auf der Startseite. Eine Frage und gleichzeitig auch ein Versprechen. Schlummert in mir ein unentdecktes Literaturgenie? Der Weg für Autoren einen passenden Verlag zu finden, führt häufig über unverlangt eingesandte Manuskripte, was sich als äußerst mühselig und demotivierend erweist, oder über Selfpublishing.
Hier tritt die Vermittlungsplattform MyPoolitzer auf den Plan. Autoren haben die Möglichkeit, eine Synopse und die ersten Seiten ihres Werkes auf der Website hochzuladen. Die Kritiker von MyPoolitzer bewerten und schätzen das Werk ein, führen also eine Qualitätsprüfung durch. Überdurchschnittlich gute Texte werden anschließend für die Verlage freigeschaltet, welche die jeweiligen Autoren dann kontaktieren können.
Jetzt in der Betaphase ist der Service für Autoren und Verlage noch kostenfrei, aber in Zukunft soll er sich durch Zahlungen der Autoren finanzieren.
Bis jetzt liegt noch kein Buchdeal von dem Berliner Startup vor – aber es bleibt spannend. Wird die Zukunft der Buchbranche vielleicht in Matching Portalen liegen?

 

Autor: Anna Leiß

Amazon Crossing – Vom Buchhändler zum Verleger

Mai 9th, 2017 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Innovative Geschäftsmodelle

 

“To be Earth’s most customer-centric company, where customers can find and discover anything they might want to buy online.” – Die Vision von Amazon ist es, das weltbeste kundenorientierte Unternehmen zu sein, indem eine Plattform geschaffen wird, wo Menschen Produkte finden und entdecken, die Sie online kaufen möchten.

CC Namensnennung Romy V. Reichert

 

– Man könnte meinen,  das weltbeste kundenorientierte Unternehmen sollte unbedingt einen eigenen Verlag haben, um die literarischen Bedürfnisse zu befriedigen, wenn man bedenkt, dass Amazon bereits im Jahr 2009 AmazonPublishing gegründet hat. Der Verlag veröffentlicht nicht nur neue und bereits vergriffene Titel, er übersetzt –zudem Werke ins Englische unter dem Imprint AmazonCrossing.

 

Gegründet wurde das Imprint 2010 mit dem Ziel, erfolgreiche Titel aus verschiedenen Ländern dem englischsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Damit nimmt sich Amazon eines Problems an, das es schon seit vielen Jahren auf dem englischen Markt gibt und das als 3%-Problem bezeichnet wird, denn weniger als drei Prozent der jährlich auf dem US-Markt erscheinenden Bücher sind Übersetzungen. In diesem Bereich gelang Amazon ein schnelles Wachstum: 2016 lag sein Anteil an den Übersetzungen bei 10%, im Jahr davor waren es sogar 14%. Damit ist AmazonCrossing bereits sieben Jahre nach seiner Gründung Marktführer in den USA, die restlichen 86-90% Anteil an Übersetzungen sind nämlich auf zahlreiche kleinere Verlage verteilt.

 

Doch was unterscheidet den Internet-Riesen von dieser Vielzahl an kleinen Verlagen?

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Die ZEIT ONLINE, die Generation Y oder 2X und das mögliche Ende der Zeitungskrise

Mai 2nd, 2017 | Aktuelles, Interview, Veränderungen der Arbeitswelt | 2 Comments

Interview

Workshop beim Z2X Festival in Leipzig ©ZEIT

Das Z2X Festival 2016 in Berlin ist entstanden, weil die ZEIT ONLINE gern ihren zwanzigsten Geburtstag feiern und alle 2X-Visionäre einladen wollte. Doch daraus ist mittlerweile so viel mehr geworden! Eine Z2X-Community, ein Stammtisch in Berlin und jetzt die regionalen Ableger des Festivals. Am 21. April 2017 fand in Leipzig das Z2X³ in passendem Ambiente in der Hochschule für Grafik und Buchkunst statt. Ein gelungener Abend mit wunderbaren Ideen, vielen interessanten Begegnungen und spannenden Blitzvorträgen, Frag-mich-alles-Runden sowie Workshops. Natürlich kam auch das leibliche Wohl bei Brezeln, Bier und Bio-Limonade nicht zu kurz!

Ihr werdet euch jetzt sicherlich fragen, was ein Festival-Angebot mit Verlage der Zukunft gemein hat. Die nachfolgenden Zeilen werden es euch verraten!
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Leipziger Buchmesse 2015 – Programm

März 10th, 2015 | Verlage der Zukunft | 0 Comments

LBM2015

Am Donnerstag ist es wieder soweit: Leipzig öffnet seine Messetore für alle Brancheninteressierten, Bücherfreunde und Cosplayer. Wir haben einen Blick ins Programm geworfen.

Mehr als 2000 Aussteller präsentieren auf der LBM 2015 ihre Produkte rund um Literatur, Buchkunst und Grafik, Musik und vieles mehr aus der Welt der Medien. Am ersten Messetag findet die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse statt, 16:00 Uhr in der Glashalle. Nominiert wurde wie jedes Jahr in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/ Esssayistik und Übersetzung.

Der Freitag steht unter dem Stern des Karrieretags Buch und Medien. Hier wird die Buchbranche vorgestellt, Entwicklung und Perspektiven betrachtet und diskutiert sowie Workshops für Schüler, Studenten und Brancheninterne angeboten. Auch die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig wird einige branchenspezifische Studiengänge in Halle 5 vorstellen. Von 14:00 bis 16:00 Uhr treffen wir uns zudem beim von uns organisierten Speedmeeting (Ort CCL Seminarraum 6/7). Gleichzeitig finden außerdem unsere Messeführung zum Thema Manga, Comic und Graphic Novel statt (mehr dazu im vorhergehenden Artikel).

Messeschwerpunkt ist in diesem Jahr „1965 bis 2015. Deutschland – Israel.“ Auf der Messe und in der Stadt gibt es dazu zahlreiche Veranstaltungen. In Halle 3 wird daran angelehnt eine Hörbuchausstellung zum Themenkomplex Geschichte und Politik aufgebaut.

Neben der LBM laufen gleichzeitig auch das Lesefest „Leipzig liest“ und die 21. Leipziger Antiquariatsmesse.

Wir wünschen allen Lesern viel Spaß beim Stöbern und freuen uns auf Ihren Besuch!

Fixed-Layout Kinderbuch Software im Vergleich

Februar 9th, 2015 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Die digitalen Medien sind auf dem Vormarsch. Auch die Kinderzimmer erobern sie im Sturmflug. So gibt es mittlerweile verschiedene Möglichkeiten, Kinderbücher mit Animationen, Sprache und interaktiven Funktionen auszustatten, um den Kindern ein völlig neues, digitales Leseerlebnis zu ermöglichen. In diesem Artikel werden verschiedene dafür entwickelte Software-Lösungen kurz vorgestellt und verglichen.

 

Fixed-Layout – was genau bedeutet das?

Bei Fixed-Layout Büchern handelt es sich um eine fixierte Gestaltung der Seiten. So kann der Leser keine Schriftänderung vornehmen. Was zunächst negativ klingt, bringt aber mehrere Vorteile. Es entsteht ein fest positioniertes Layout, bei dem Text auch auf Bilder gesetzt werden kann. Weiterhin sind Schriften in das Layout eingebunden und auch eine Vorlesefunktion kann integriert werden.

Das entsprechende Datei-Format ist das EPUB 3.0-Format, das unter anderem von Apple, Google und mit Einschränkungen von Amazon unterstützt wird. Umgesetzt werden Fixed-Layout Bücher nach Erstellung mittels eBook oder App.

 

Vergleich der Software

 

TigerCreate

TigerCreate ist eine für Mac programmierte Software zur Erstellung animierter eBooks oder Apps mit englischer Benutzeroberfläche. Eine umfassende Vorstellung aus einem vorigen Artikel finden Sie hier (http://www.verlagederzukunft.de/tigercreate-kreiere-deine-welt/). Das Programm bietet eine Vielfalt an Funktionen, so zum Beispiel das Einfügen von Animationen, Movieclips und Interaktionen (wie das Freirubbeln von Bildelementen), Abspielen von Audiodateien, Einfügen von Spielen (Puzzle, Malspiele) und eine Vorlesefunktion.

Eingangsformat: einzelne Daten, wie Texte, Bilder, Videos, Audio-Dateien

Ausgangsformat: TigerBook, Amazon KF8, iBookstore, Google Play Store, Apple App Store

Preise: Software kostenfrei, ebenso wie die TigerBook-Ausgabe,

Basic (für Fixed-Layout) mit 25€ pro Exportformat,

Standard (read and listen) mit 100€ pro Exportformat,

Interactive (vollanimierte/s, interaktive/s App/eBook) mit 250€ pro Exportformat

TigerCreate

 

PubCoder

PubCoder ist eine für Mac und Windows (ab 2. Quartal 2015 verfügbar) entwickelte Software mit deutscher Benutzeroberfläche. Auch hier können Bilder, Texte, Videos und Audio-Dateien in das Produkt eingefügt werden. Weiter gibt es Werkzeuge zur Erstellung von Animationen, einen Vorlese-Editor und eine Möglichkeit zur Fotobuch-Erstellung.

Eingangsformat: einzelne Daten, wie Texte, Bilder, Videos, Audio-Dateien

Ausgabeformat: Amazon KF8, iBookstore, Google Play Store, Apple App Store und weitere

Preise: nur verfügbar für mindestens 3 Monate Laufzeit, mit Rabatten,

Einzel-Lizenz für 50€ pro Monat,

Gruppen-Lizenz für 45€ pro Monat je Nutzer

 

PubCoder

 

Kindle Kids’ Book Creator

Hierbei handelt es sich um ein Programm mit deutscher Benutzeroberfläche zur Erstellung illustrierter eBooks. Die Funktionen sind begrenzt: Bilder können auf den Seiten dargestellt werden, Texte über ein Pop-up aufblinken.

Eingangsformat: Texte, Bilder

Ausgabeformat: Amazon KF8 für Kindle Fire-Geräte, Kindle App für iOS und Android

Preise: kostenfreie Software

 

 

Kid’s App Maker

Beim Kid’s App Maker handelt es sich um eine für Mac programmierte Software mit englischer Benutzeroberfläche zur Erstellung von interaktiven Kinder-Apps. Auch hier können Texte, Bilder, Videos und Audio-Dateien abgespielt, Animationen ausgelöst und Spiele getestet werden. Weiterhin beinhaltet das Programm einen Vorlese-Editor sowie ein Verwaltungssystem für unterschiedliche Sprachen.

Eingangsformat: einzelne Daten, wie Texte, Bilder, Videos, Audio-Dateien

Ausgabeformat: iOS, Android, Mac OS, Windows Phone

Preise: Einzel-Projekt-Lizenz zu 500€ für alle Ausgabeformate,

unbegrenzte Projekt-Lizenz für 5000€ pro Jahr

Kids_App_Maker

 

Fazit

Mittlerweile gibt es vielfältige Möglichkeiten zur Gestaltung von interaktiven eBooks und Apps. Anhand der Informationen stellt sich heraus, dass die Auswahl der geeigneten Software zum einen vom Produktportfolio abhängig ist, zum anderen von den vorhandenen Ressourcen und dem Grad der Interaktivität des Endproduktes. Daher steht Verlagen und Nutzern ein vielfältiges Angebot zur Verfügung, welches sich stetig weiterentwickelt.

 

 

 

Autor: Maria Bende

Online-Lernhilfen – Wie finde ich die Richtige?

Januar 26th, 2015 | Meinung & Kritik, Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

scoyo

Nicht nur das Angebot digitaler Schulbücher steigt – auch Online-Lernhilfen werden immer beliebter. Entwickelt werden sie von verschiedenen Verlagen sowie von branchenfernen Unternehmen und Start-Ups. Doch haben digitale Nachhilfeportale wirklich eine Zukunft? Wie behalten Sie bei solch großer Auswahl den Überblick?

 

Entwicklung und Ziele

Seit einiger Zeit wächst das Angebot von digitalen Lernhilfen. Sie schaffen für Schüler eine Umgebung, in der ein integriertes Angebot von Unterrichts-, Planungs- und Nachhilfematerialen existiert, das sowohl Ansprüchen von Schülern als auch Lehrern und Eltern gerecht wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Motivation, die durch die moderne Gestaltung und interaktive Benutzeroberfläche gesteigert wird. Laut einer Studie der Online-Lernplattform Scoyo haben 50% aller Erstklässler immer Spaß in der Schule. Bei den 13-jährigen Schülern sinkt diese Zahl rapide auf 6% (siehe http://www-de.scoyo.com/studie_lernenmitspass.html). Ziel ist es, dem entgegen zu wirken, um so langfristig Spaß an der Schule und damit gute Erfolge beim Lernen erwirken zu können.

 

Die Wirkung der Online-Lernhilfen

Je älter Kinder werden, desto lieber möchten sie eigenständig Neues erarbeiten und lernen. Über Online-Portale können sich die Schüler selbstständig Inhalte erarbeiten und in Übungen ihr Gelerntes anwenden, oft mit anschließendem Feedback und Belohnungsmechanismen. Generell lösen diese Angebote jedoch nicht das altbekannte Schulbuch und Arbeitsheft ab. Sie sind lediglich eine Ergänzung zu den in der Schule vermittelten Lehrinhalten. In Bildungseinrichtungen kommen digitale Medien zwar immer häufiger zum Einsatz, dennoch können sie den Präsenzunterricht nicht vollständig ersetzen.

 

Die richtige Wahl treffen

Ebenso, wie es auch bei gedruckten Schulbüchern ist, existieren für digitale Lernportale gute und schlechte Angebote. Schauen Sie am besten zusammen mit Ihrem Kind, welche didaktischen Konzepte Sie am meisten ansprechen. Im Netz gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich zu informieren. Dabei ist darauf zu achten, dass die angebotenen Produkte, Leistungen und entstehenden Kosten transparent gehalten sind. Eine sichere Datenübermittlung wird ebenfalls empfohlen. Diese erkennen Sie am „https“ zu Beginn der Webadresse. Sollten Sie dann eine ansprechende Plattform entdeckt haben, empfiehlt es sich, einen Testzeitraum vor dem kostenpflichtigen Vertrag abzuschließen. Seriöse Anbieter sollten damit kein Problem haben. Nach dieser Probezeit können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind entscheiden, ob dieses Lernportal hilfreich ist und Sie einen Vertrag abschließen möchten.

 

Autor: Maria Bende

Digitales Schulbuch in Deutschland

Januar 15th, 2015 | Internationale Entwicklungen, Veränderungen der Arbeitswelt, Verlage der Zukunft | 0 Comments

DigiSchule2

Ab in die Schule: Digitale Schulbücher im Test (Teil 2)

Was muss das digitale Schulbuch im Gegensatz zur Printvariante können? Inwieweit müssen sich die Inhalte und deren Aufbereitung von denen des klassischen Schulbuchs abheben? Und was können digitale Schulbücher deutscher Verlage aktuell?

 

Erwartungen

Das Lernen aktueller, motivierender und individueller gestalten – so soll das digitale Schulbuch laut BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf Unterrichts- und Lernprozesse bereichern. Auch Heiko Przyhodnik sieht verbesserte Lernbedingungen, da es alle Lerntypen bediene. Przyhodnik ist Mitgründer des Schulbuch-O-Mats, einer Plattform für Lehrer, die ihnen die Unterrichtsvorbereitung erleichtern soll. Ihr erstes digitales Schulbuch ging zum Schuljahresstart im Herbst 2013 online. Für Przyhodnik spielen dabei zwei Erweiterungen die entscheidende Rolle: Audiovisualisierung und Interaktivität. Animationen, Suchfunktion, Hyperlinks, Vergrößerung von Text und Bildern mit der Lupe, modifizierte Inhalte, Aufgaben direkt im Buch bearbeiten. Enhanced textbooks  – die digitalen Möglichkeiten, um diesen Status zu erreichen, sind zahlreich.

 

Digitale-schulbuecher.de und andere

Kaufen kann man das digitale Schulbuch mittels eines Freischaltcodes über die Verlagsseite. Den gibt man dort oder auf digitale-schulbuecher.de ein, eine Seite des Verbandes Bildungsmedien e.V., auf der Bücher von 24 Verlagen angeboten werden. Durch die Vergabe von Einzel- oder Sammellizenzen ist das digitale Bücherregal für Lehrer und Schüler gleichermaßen nutzbar. Neben dem Schulbuch gibt es auch den digitalen Unterrichtsassistenten speziell für Lehrer. Die angebotenen Produkte sollen herstellerunabhängig mit jedem Betriebssystem und jedem Endgerät verwendbar sein.

Das war im November 2012. Der Start der Plattform wurde mit großen Erwartungen verfolgt und schließlich von vielen Seiten kritisiert. Die Seite sei nicht ausgereift genug und die digitalen Schulbücher hielten ihr Versprechen nicht: wenig digitale Features, viel Print in PDF. Erneute Tests der Seite in 2013, 2014 sind kaum zu finden. Wer die Weiterentwicklung der Plattform in den letzten zwei Jahren überprüfen will, muss selbst zum Tester werden. Mittlerweile finden sich noch andere Ansätze im Internet, so auch das cornelseneigene Lehr- und Lernportal scook.de, das im März 2014 startete. Hier werden nicht nur digitale Bildungsmedien angeboten, steht es auf der Webseite, sondern Lehrer und Schüler könnten sich auch über dieses Portal austauschen.

 

Aktueller Stand

In Anbetracht der bisher geringen Nutzung von digitalen Schulbüchern ist auf den Plattformen und in den Portalen der Verlage eine Vielfalt an Angeboten zu finden. Dennoch ließ sich im selbst durchgeführten Test nur eines von sechs Schulbüchern in digitaler Form auffinden. Alle anderen Exemplare sind vor Ende 2011 erschienen und scheinen damit zu alt zu sein. Das überprüfte und gefundene Cornelsen-Schulbuch „Chemie Plus“ für die Klasse 8 des Gymnasiums wurde 2014 gedruckt. Leider entspricht es zu großen Teilen der gedruckten Variante. Man kann zoomen, markieren, Kommentare und Notizen machen, auch zeichnen. Die interaktiven und audiovisuellen Möglichkeiten eines digitalen Schulbuchs wurden allerdings nicht genutzt. So hätten beispielsweise zu den einzelnen Experimenten Videos hinterlegt werden können.

Digitale Schulbücher von Verlagen stecken in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Doch die Möglichkeiten der Erweiterungen sind groß, ebenso wie der Wunsch nach mehr digitalisiertem Unterricht in den Schulen. Vor allem die Ausstattung der Schulen muss nun auf den erforderlichen Stand gebracht werden, um zukünftig den Einsatz digitaler Bildungsmedien großflächig zu gewährleisten.

 

 

Autor: Franziska Mahr

Digitales Schulbuch in Deutschland

Januar 8th, 2015 | Internationale Entwicklungen, Veränderungen der Arbeitswelt, Verlage der Zukunft | 0 Comments

DigiSchule

 

Ab in die Schule: Digitale Schulbücher im Test (Teil 1)

Über fünfhundert Schulen in Großbritannien stellen ihren Schülern iPads zur Verfügung. In den USA äußerte Obama im Januar 2012 das ehrgeizige Ziel, bis 2017 jedem Schüler den Zugang zum digitalen Schulbuch zu ermöglichen. Japan begann bereits 2010 mit der verstärkten Einführung digitaler Medien in Grundschulen. Griechenland, die Schweiz, Schweden, Irland – es gibt so viele Beispiele für die digitale Revolution im Klassenzimmer – doch wie sieht es in Deutschland aus?

 

Der deutsche Markt

Das Produkt digitales Schulbuch wird mittlerweile von vielen deutschen Schulbuchverlagen angeboten: Schroedel, Westermann, Cornelsen, Klett. Die Nachfrage allerdings liegt bisher noch weit darunter. Dagegen gibt es Projekte, die testweise die Nutzung von Tablets, und damit auch die Nutzung digitaler Schulbücher, in den Unterricht integrieren. So lief beispielsweise im vergangenen Schuljahr an der Hermann-Tempel-Gesamtschule in Ihlow das Projekt „Erprobung digitaler Schulbücher“. Ergebnisse des Projektes liegen jedoch noch nicht vor. In einem Interview von 2012 äußerte sich Wolf-Rüdiger Feldmann, Geschäftsführer der Cornelsen Schulbuchverlage, zum Thema: „Wir sind uns sehr sicher, dass der zunehmende Einsatz auch digitaler Komponenten von Bildungsmedien für Unterrichtsprozesse und Lernprozesse effizienzsteigernd sein kann. […] Die Nachfrage danach wächst langsam, stärker auf der bildungspolitischen Ebene als wirklich konkret in Schulen.“ Was aber hemmt den Schwung der digitalen Begeisterung, wenn es in die Klassenzimmer geht?

 

Treibende Kräfte und Hindernisse

Unterstützung erfahren die elektronischen Lern- und Arbeitsmittel vor allem von zwei Seiten: zum einen von Eltern mit schulpflichtigen Kindern, die die Schulranzen ihrer Kleinen  für viel zu schwer erachten. Zum Teil tragen Kinder ein Fünftel ihres eigenen Gewichts auf dem Rücken. Zum anderen von Lehrern, die geeignetes Material für ihre digitale Recherche brauchen, denn die Vorbereitung auf den Unterricht kann Stunden verschlingen.

Problematisch ist die Situation in den Schulen. Es gibt einen Teil unter den Lehrern, die nicht auf digitale Schulbücher umsteigen wollen bzw. die nicht in der Lage sind, dieses Medium zu nutzen. Dies ist mit Ausnahmen auch vom Alter der Lehrkraft abhängig. Dennoch haben ebenso viele junge Lehrer und Lehramtsstudenten Schwierigkeiten beim Umgang mit digitalen Medien im Unterricht, da dies bisher nicht Teil der Lehrerausbildung ist und sie sich Tricks und Kniffe im Selbststudium aneignen müssen.

Neben dem Know-how fehlt dazu an vielen Schulen bislang eine entsprechende Ausstattung. Zu den unerlässlichen Tablets werden Beamer oder Whiteboards in annähernd jedem Raum benötigt. Die derzeitige Standardausstattung ist Tafel und Kreide plus eine Auswahl beweglicher Geräte wie Computer, Fernseher, Beamer oder CD-Player, deren Nutzung in Rücksicht auf andere geplant und angekündigt sein sollte. Der BITKOM hat dazu eine Befragung durchgeführt, nach der ein großer Teil der Lehrer die Ausstattung in den Schulen bemängeln und ein überwiegender Teil sich mehr Weiterbildungen wünscht.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Befragung finden Sie hier.

 

Der zweite Teil über die digitalen Schulbücher in Deutschland erscheint am Donnerstag, den 15.01.2015!

 

Autor: Franziska Mahr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Markenfigur Conni: Von Pixi bis App

Januar 5th, 2015 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Conni_Lernspaß_Mathe_1._Klasse

So gut wie jeder kennt die Kultfigur Conni – sei es vom Pixi-Buch aus der eigenen Kindheit oder durch das Vorlesen für die eigenen Kinder. Schließlich existiert Conni schon seit über 20 Jahren. Mittlerweile ist sie nicht nur als Printausgabe, sondern auch als App verfügbar.

 

Ein kurzer Rückblick 

Grundschullehrerin Liane Schneider war diejenige, die Conni Klawitter samt Familie und Kater ins Leben gerufen hat. 1992 erschien das erste Pixi-Buch „Conni kommt in den Kindergarten“ im Carlsen Verlag. Ihre Erkennungszeichen sind schon von Anfang an der rot-weiß gestreifte Ringelpulli und ein frecher Pferdeschwanz mit roter Schleife, illustriert von Eva Wenzel-Bürger. Die erste Ausgabe ist so erfolgreich gewesen, dass der Carlsen Verlag weitere Geschichten veröffentlicht hat. Mittlerweile sind weit mehr als 20 Millionen Conni-Bücher verkauft und noch rund 180 Titel lieferbar. Ein Grund für diese erfolgreiche Resonanz ist unter anderem, dass Conni mit den Kindern mitwächst. Während anfangs Geschichten des Mädchens im Vorschulalter veröffentlicht worden sind, existieren nun verschiedene Bände über ihre Entwicklung im Alter von 8 bis 15 Jahren.

 

Connis Weg in die digitale Welt

Doch der Vormarsch von neuen multimedialen Produkten geht am Carlsen Verlag nicht vorbei. Viele der bereits veröffentlichten Pixi-Bücher sind als eBooks verfügbar, teilweise sogar gratis. Auch eine Verknüpfung mit LeYo! besteht, sodass aus liebevoll gestalteten Büchern interaktive Geschichten werden. Selbst eine 26-teilige TV-Serie bietet Kindern die Möglichkeit, Conni über den Fernseher wahrnehmen zu können.

Ab 2010 hat die Entwicklung von Lernapps mit Conni begonnen. Zu Beginn hat der Carlsen Verlag zusammen mit Pädagogen „Conni Zahlen 1 – 10“ entwickelt, mittlerweile existieren eine Reihe weiterer Lernapps, bei denen Conni den Kindern spielerisch das Rechnen und Lesen beibringt. Der Schwerpunkt der Anwendungen liegt dabei vor allem in der Entwicklung der Kinder in der ersten und zweiten Klasse. Dazu sind die Apps auf den Lehrplan dieser Klassenstufen abgestimmt. Dass diese Aktion mehr als erfolgreich ist, belegen verschiedene Beispiele. So sind mehrere Apps unter den Top 10 im Apple AppStore, es folgen Auszeichnungen von www.bestekinderapps.de sowie mit dem MOMMY AWARD von www.netmoms.de. Des Weiteren ist die Lernanwendung „Conni Lernspaß Mathe Klasse 1“ Gewinner der digita 2014 (siehe http://www.digita.de/2014/privat.htm) und der GIGA-Maus 2013 (siehe http://www.carlsen.de/content/giga-maus-2013-für-die-neue-conni-lernspaß-app).

 

Die entscheidenden Vorteile der Conni-Lernapps

Für den Verlag herrscht aufgrund des bereits etablierten Marktes um Figur Conni ein enormer Vorteil. Das Mädchen ist Eltern und Kindern seit Jahren bekannt, sei es aus Büchern oder aus dem Fernsehen. Es bietet sich an, den Kindern die Lernanwendungen mithilfe einer ihnen bekannten Persönlichkeit nahe zu bringen.

Aber dieser Vorteil besteht auch für die Schüler. Sie sind mit dem kleinen Mädchen vertraut, das mit ihnen wächst und ihre Erlebnisse und Geschichten teilt. Sie stellt die ideale Lernhilfe sowie Motivation bei dem Aneignen von Zahlen und Buchstaben dar. Die Apps bieten weitere Vorteile. Sie sind für Geräte mit iOS, Android und den Kindle Fire verfügbar. Außerdem muss keine Furcht vor eventuellen In-App-Käufen bestehen, denn diese existieren bei keiner der Conni-Lernapps.

Durch die Entwicklung der Anwendungen in Zusammenarbeit mit Pädagogen stellt der Verlag ein effizientes Lernen von Zahlen und Buchstaben sicher. Alle Aufgaben sind auf den Lehrplan der ersten und zweiten Klasse abgestimmt und bieten den Kindern die ideale Ergänzung zum Unterricht.

 

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Autor: Maria Bende

Wie viel moderne Medien brauchen unsere Kinder? – Teil 2

Dezember 18th, 2014 | Meinung & Kritik | 0 Comments

Ein Interview mit Doreen Andriefski

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Für unser VdZu Interview befragten wir Doreen Andriefski (37 Jahre), die an der Fachoberschule für Sozialwesen an der Henriette-Goldschmidt-Schule BSZ 11 in Leipzig als Kunst- und Deutschlehrerin tätig ist. Wir sprachen über ihre Meinung bezüglich der Bedeutung und des Einsatzes neuer Medien im Unterricht (Teil 1) und wie sie als Mutter einer dreijährigen Tochter über den kindlichen Umgang mit den elektronischen Produkten denkt (Teil 2).

Sollten Sie den ersten Teil überlesen haben, finden sie diesen hier.

 

Wenn wir von der Rolle als Pädagogin weggehen hin zur Sicht der Mutter, würden Sie auch da Ihre geäußerte Meinung gleichermaßen vertreten?

Ja, auf jeden Fall. Ich bin der Meinung, dass man nicht schon mit einem einjährigen Kind anfangen soll. Aber ich habe für meine Tochter jetzt mit drei Jahren die App „Der kleine Fuchs“ herausgesucht. Hier können die Kinder in einem interaktiven Kinderbuch, welches musikalisch untermalt ist, die dort angesprochenen Sinne schulen.

 

Sehen Sie die frühkindliche Entwicklung durch die immer größer werdende Bedeutung der modernen Medien gefährdet?

Es kommt darauf an, wie damit umgegangen wird. Meine Tochter bekam beispielsweise mit zweieinhalb Jahren ein Tiptoi Buch geschenkt und hat es bisher kaum angenommen. Ich denke, dass Kinder selbst für sich, ihrem Entwicklungsstand entsprechend, entscheiden, wie sie was nutzen. Am besten ist es auch dem Kind mal nicht so viel Spielzeug zur Verfügung zu stellen, denn Langeweile macht Kreativität. So spielen Kinder beispielsweise auch wahnsinnig gern mit einem Kochlöffel. Nicht ohne Grund gibt es in Kindergärten zum Teil die spielzeugfreie Zeit.

Es ist aber auch so, dass wenn man das Kind, gerade in Hinblick auf die Tiptoi Bücher, begleitet und das Buch gemeinsam entdeckt, durch die Wiederholungen Inhalte besser festigen kann. Und wichtig ist auch, dass ich meinem Kind damit zeige, wie ich mit diesem Buch und letztlich mit modernen Medien umgehe.

 

Lesen Sie Ihrer Tochter noch selbst vor und stellen ihr die „einfachen Mittel“ zur Verfügung oder haben die elektronischen Spielzeuge bereits Einzug in das Kinderzimmer erhalten?

Sie hat in unterschiedlicher Größe weiße Blätter und die breiteren Stifte sowie die normalen Bauklötze und Lego und damit kann sie sich austoben, wann immer sie will. In Hinsicht auf die kleinen Computer oder ähnlichen ist es in meiner Generation auch noch nicht so extrem. Ich glaube bei der Generation, die jetzt heranwächst und in fünf bis acht Jahren Kinder bekommt wird das anders sein, da die von klein auf anders aufgewachsen und sozialisiert sind.

 

Abschließend würden wir gerne noch wissen, ob Sie den zukünftigen Wandel weiter in Richtung Ausbau der neuen Medien sehen oder eher zurück zu den traditionellen Methoden und Produkten?

Ich glaube das liegt in der Macht des Bildungssystems. Das heißt in der Macht der Erzieher, also ob die „alten“ Ideale noch an die Kinder vermittelt werden. Achtet der Erzieher noch darauf, dass auch der Brummkreisel zum Einsatz kommt?

Ich glaube, dass genau das beibehalten werden soll, denn sonst würde nicht aufgrund des neuen Bildungsplanes für Erzieher mehr auf Kompetenzen geachtet und die acht Wochen spielzeugfreie Zeit eingeführt werden oder die Waldkindergärten aus dem Boden sprießen. Ich glaube schon, dass diese Rückbesinnung da ist und der erste Hype gedämmt wurde. Der Mittelweg ist hier der richtige Weg.

 

Vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben uns und unseren VdZu-Lesern Rede und Antwort zu stehen.

Das Interview führte Anna Weiß.

 

Autor: Sophie Kliemann

 

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