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Posts Tagged ‘Trends & Entwicklungen’

Leipziger Buchmesse 2015 – Programm

März 10th, 2015 | Verlage der Zukunft | 0 Comments

LBM2015

Am Donnerstag ist es wieder soweit: Leipzig öffnet seine Messetore für alle Brancheninteressierten, Bücherfreunde und Cosplayer. Wir haben einen Blick ins Programm geworfen.

Mehr als 2000 Aussteller präsentieren auf der LBM 2015 ihre Produkte rund um Literatur, Buchkunst und Grafik, Musik und vieles mehr aus der Welt der Medien. Am ersten Messetag findet die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse statt, 16:00 Uhr in der Glashalle. Nominiert wurde wie jedes Jahr in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/ Esssayistik und Übersetzung.

Der Freitag steht unter dem Stern des Karrieretags Buch und Medien. Hier wird die Buchbranche vorgestellt, Entwicklung und Perspektiven betrachtet und diskutiert sowie Workshops für Schüler, Studenten und Brancheninterne angeboten. Auch die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig wird einige branchenspezifische Studiengänge in Halle 5 vorstellen. Von 14:00 bis 16:00 Uhr treffen wir uns zudem beim von uns organisierten Speedmeeting (Ort CCL Seminarraum 6/7). Gleichzeitig finden außerdem unsere Messeführung zum Thema Manga, Comic und Graphic Novel statt (mehr dazu im vorhergehenden Artikel).

Messeschwerpunkt ist in diesem Jahr „1965 bis 2015. Deutschland – Israel.“ Auf der Messe und in der Stadt gibt es dazu zahlreiche Veranstaltungen. In Halle 3 wird daran angelehnt eine Hörbuchausstellung zum Themenkomplex Geschichte und Politik aufgebaut.

Neben der LBM laufen gleichzeitig auch das Lesefest „Leipzig liest“ und die 21. Leipziger Antiquariatsmesse.

Wir wünschen allen Lesern viel Spaß beim Stöbern und freuen uns auf Ihren Besuch!

Fixed-Layout Kinderbuch Software im Vergleich

Februar 9th, 2015 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Die digitalen Medien sind auf dem Vormarsch. Auch die Kinderzimmer erobern sie im Sturmflug. So gibt es mittlerweile verschiedene Möglichkeiten, Kinderbücher mit Animationen, Sprache und interaktiven Funktionen auszustatten, um den Kindern ein völlig neues, digitales Leseerlebnis zu ermöglichen. In diesem Artikel werden verschiedene dafür entwickelte Software-Lösungen kurz vorgestellt und verglichen.

 

Fixed-Layout – was genau bedeutet das?

Bei Fixed-Layout Büchern handelt es sich um eine fixierte Gestaltung der Seiten. So kann der Leser keine Schriftänderung vornehmen. Was zunächst negativ klingt, bringt aber mehrere Vorteile. Es entsteht ein fest positioniertes Layout, bei dem Text auch auf Bilder gesetzt werden kann. Weiterhin sind Schriften in das Layout eingebunden und auch eine Vorlesefunktion kann integriert werden.

Das entsprechende Datei-Format ist das EPUB 3.0-Format, das unter anderem von Apple, Google und mit Einschränkungen von Amazon unterstützt wird. Umgesetzt werden Fixed-Layout Bücher nach Erstellung mittels eBook oder App.

 

Vergleich der Software

 

TigerCreate

TigerCreate ist eine für Mac programmierte Software zur Erstellung animierter eBooks oder Apps mit englischer Benutzeroberfläche. Eine umfassende Vorstellung aus einem vorigen Artikel finden Sie hier (http://www.verlagederzukunft.de/tigercreate-kreiere-deine-welt/). Das Programm bietet eine Vielfalt an Funktionen, so zum Beispiel das Einfügen von Animationen, Movieclips und Interaktionen (wie das Freirubbeln von Bildelementen), Abspielen von Audiodateien, Einfügen von Spielen (Puzzle, Malspiele) und eine Vorlesefunktion.

Eingangsformat: einzelne Daten, wie Texte, Bilder, Videos, Audio-Dateien

Ausgangsformat: TigerBook, Amazon KF8, iBookstore, Google Play Store, Apple App Store

Preise: Software kostenfrei, ebenso wie die TigerBook-Ausgabe,

Basic (für Fixed-Layout) mit 25€ pro Exportformat,

Standard (read and listen) mit 100€ pro Exportformat,

Interactive (vollanimierte/s, interaktive/s App/eBook) mit 250€ pro Exportformat

TigerCreate

 

PubCoder

PubCoder ist eine für Mac und Windows (ab 2. Quartal 2015 verfügbar) entwickelte Software mit deutscher Benutzeroberfläche. Auch hier können Bilder, Texte, Videos und Audio-Dateien in das Produkt eingefügt werden. Weiter gibt es Werkzeuge zur Erstellung von Animationen, einen Vorlese-Editor und eine Möglichkeit zur Fotobuch-Erstellung.

Eingangsformat: einzelne Daten, wie Texte, Bilder, Videos, Audio-Dateien

Ausgabeformat: Amazon KF8, iBookstore, Google Play Store, Apple App Store und weitere

Preise: nur verfügbar für mindestens 3 Monate Laufzeit, mit Rabatten,

Einzel-Lizenz für 50€ pro Monat,

Gruppen-Lizenz für 45€ pro Monat je Nutzer

 

PubCoder

 

Kindle Kids’ Book Creator

Hierbei handelt es sich um ein Programm mit deutscher Benutzeroberfläche zur Erstellung illustrierter eBooks. Die Funktionen sind begrenzt: Bilder können auf den Seiten dargestellt werden, Texte über ein Pop-up aufblinken.

Eingangsformat: Texte, Bilder

Ausgabeformat: Amazon KF8 für Kindle Fire-Geräte, Kindle App für iOS und Android

Preise: kostenfreie Software

 

 

Kid’s App Maker

Beim Kid’s App Maker handelt es sich um eine für Mac programmierte Software mit englischer Benutzeroberfläche zur Erstellung von interaktiven Kinder-Apps. Auch hier können Texte, Bilder, Videos und Audio-Dateien abgespielt, Animationen ausgelöst und Spiele getestet werden. Weiterhin beinhaltet das Programm einen Vorlese-Editor sowie ein Verwaltungssystem für unterschiedliche Sprachen.

Eingangsformat: einzelne Daten, wie Texte, Bilder, Videos, Audio-Dateien

Ausgabeformat: iOS, Android, Mac OS, Windows Phone

Preise: Einzel-Projekt-Lizenz zu 500€ für alle Ausgabeformate,

unbegrenzte Projekt-Lizenz für 5000€ pro Jahr

Kids_App_Maker

 

Fazit

Mittlerweile gibt es vielfältige Möglichkeiten zur Gestaltung von interaktiven eBooks und Apps. Anhand der Informationen stellt sich heraus, dass die Auswahl der geeigneten Software zum einen vom Produktportfolio abhängig ist, zum anderen von den vorhandenen Ressourcen und dem Grad der Interaktivität des Endproduktes. Daher steht Verlagen und Nutzern ein vielfältiges Angebot zur Verfügung, welches sich stetig weiterentwickelt.

 

 

 

Autor: Maria Bende

Online-Lernhilfen – Wie finde ich die Richtige?

Januar 26th, 2015 | Meinung & Kritik, Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

scoyo

Nicht nur das Angebot digitaler Schulbücher steigt – auch Online-Lernhilfen werden immer beliebter. Entwickelt werden sie von verschiedenen Verlagen sowie von branchenfernen Unternehmen und Start-Ups. Doch haben digitale Nachhilfeportale wirklich eine Zukunft? Wie behalten Sie bei solch großer Auswahl den Überblick?

 

Entwicklung und Ziele

Seit einiger Zeit wächst das Angebot von digitalen Lernhilfen. Sie schaffen für Schüler eine Umgebung, in der ein integriertes Angebot von Unterrichts-, Planungs- und Nachhilfematerialen existiert, das sowohl Ansprüchen von Schülern als auch Lehrern und Eltern gerecht wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Motivation, die durch die moderne Gestaltung und interaktive Benutzeroberfläche gesteigert wird. Laut einer Studie der Online-Lernplattform Scoyo haben 50% aller Erstklässler immer Spaß in der Schule. Bei den 13-jährigen Schülern sinkt diese Zahl rapide auf 6% (siehe http://www-de.scoyo.com/studie_lernenmitspass.html). Ziel ist es, dem entgegen zu wirken, um so langfristig Spaß an der Schule und damit gute Erfolge beim Lernen erwirken zu können.

 

Die Wirkung der Online-Lernhilfen

Je älter Kinder werden, desto lieber möchten sie eigenständig Neues erarbeiten und lernen. Über Online-Portale können sich die Schüler selbstständig Inhalte erarbeiten und in Übungen ihr Gelerntes anwenden, oft mit anschließendem Feedback und Belohnungsmechanismen. Generell lösen diese Angebote jedoch nicht das altbekannte Schulbuch und Arbeitsheft ab. Sie sind lediglich eine Ergänzung zu den in der Schule vermittelten Lehrinhalten. In Bildungseinrichtungen kommen digitale Medien zwar immer häufiger zum Einsatz, dennoch können sie den Präsenzunterricht nicht vollständig ersetzen.

 

Die richtige Wahl treffen

Ebenso, wie es auch bei gedruckten Schulbüchern ist, existieren für digitale Lernportale gute und schlechte Angebote. Schauen Sie am besten zusammen mit Ihrem Kind, welche didaktischen Konzepte Sie am meisten ansprechen. Im Netz gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich zu informieren. Dabei ist darauf zu achten, dass die angebotenen Produkte, Leistungen und entstehenden Kosten transparent gehalten sind. Eine sichere Datenübermittlung wird ebenfalls empfohlen. Diese erkennen Sie am „https“ zu Beginn der Webadresse. Sollten Sie dann eine ansprechende Plattform entdeckt haben, empfiehlt es sich, einen Testzeitraum vor dem kostenpflichtigen Vertrag abzuschließen. Seriöse Anbieter sollten damit kein Problem haben. Nach dieser Probezeit können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind entscheiden, ob dieses Lernportal hilfreich ist und Sie einen Vertrag abschließen möchten.

 

Autor: Maria Bende

Digitales Schulbuch in Deutschland

Januar 15th, 2015 | Internationale Entwicklungen, Veränderungen der Arbeitswelt, Verlage der Zukunft | 0 Comments

DigiSchule2

Ab in die Schule: Digitale Schulbücher im Test (Teil 2)

Was muss das digitale Schulbuch im Gegensatz zur Printvariante können? Inwieweit müssen sich die Inhalte und deren Aufbereitung von denen des klassischen Schulbuchs abheben? Und was können digitale Schulbücher deutscher Verlage aktuell?

 

Erwartungen

Das Lernen aktueller, motivierender und individueller gestalten – so soll das digitale Schulbuch laut BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf Unterrichts- und Lernprozesse bereichern. Auch Heiko Przyhodnik sieht verbesserte Lernbedingungen, da es alle Lerntypen bediene. Przyhodnik ist Mitgründer des Schulbuch-O-Mats, einer Plattform für Lehrer, die ihnen die Unterrichtsvorbereitung erleichtern soll. Ihr erstes digitales Schulbuch ging zum Schuljahresstart im Herbst 2013 online. Für Przyhodnik spielen dabei zwei Erweiterungen die entscheidende Rolle: Audiovisualisierung und Interaktivität. Animationen, Suchfunktion, Hyperlinks, Vergrößerung von Text und Bildern mit der Lupe, modifizierte Inhalte, Aufgaben direkt im Buch bearbeiten. Enhanced textbooks  – die digitalen Möglichkeiten, um diesen Status zu erreichen, sind zahlreich.

 

Digitale-schulbuecher.de und andere

Kaufen kann man das digitale Schulbuch mittels eines Freischaltcodes über die Verlagsseite. Den gibt man dort oder auf digitale-schulbuecher.de ein, eine Seite des Verbandes Bildungsmedien e.V., auf der Bücher von 24 Verlagen angeboten werden. Durch die Vergabe von Einzel- oder Sammellizenzen ist das digitale Bücherregal für Lehrer und Schüler gleichermaßen nutzbar. Neben dem Schulbuch gibt es auch den digitalen Unterrichtsassistenten speziell für Lehrer. Die angebotenen Produkte sollen herstellerunabhängig mit jedem Betriebssystem und jedem Endgerät verwendbar sein.

Das war im November 2012. Der Start der Plattform wurde mit großen Erwartungen verfolgt und schließlich von vielen Seiten kritisiert. Die Seite sei nicht ausgereift genug und die digitalen Schulbücher hielten ihr Versprechen nicht: wenig digitale Features, viel Print in PDF. Erneute Tests der Seite in 2013, 2014 sind kaum zu finden. Wer die Weiterentwicklung der Plattform in den letzten zwei Jahren überprüfen will, muss selbst zum Tester werden. Mittlerweile finden sich noch andere Ansätze im Internet, so auch das cornelseneigene Lehr- und Lernportal scook.de, das im März 2014 startete. Hier werden nicht nur digitale Bildungsmedien angeboten, steht es auf der Webseite, sondern Lehrer und Schüler könnten sich auch über dieses Portal austauschen.

 

Aktueller Stand

In Anbetracht der bisher geringen Nutzung von digitalen Schulbüchern ist auf den Plattformen und in den Portalen der Verlage eine Vielfalt an Angeboten zu finden. Dennoch ließ sich im selbst durchgeführten Test nur eines von sechs Schulbüchern in digitaler Form auffinden. Alle anderen Exemplare sind vor Ende 2011 erschienen und scheinen damit zu alt zu sein. Das überprüfte und gefundene Cornelsen-Schulbuch „Chemie Plus“ für die Klasse 8 des Gymnasiums wurde 2014 gedruckt. Leider entspricht es zu großen Teilen der gedruckten Variante. Man kann zoomen, markieren, Kommentare und Notizen machen, auch zeichnen. Die interaktiven und audiovisuellen Möglichkeiten eines digitalen Schulbuchs wurden allerdings nicht genutzt. So hätten beispielsweise zu den einzelnen Experimenten Videos hinterlegt werden können.

Digitale Schulbücher von Verlagen stecken in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Doch die Möglichkeiten der Erweiterungen sind groß, ebenso wie der Wunsch nach mehr digitalisiertem Unterricht in den Schulen. Vor allem die Ausstattung der Schulen muss nun auf den erforderlichen Stand gebracht werden, um zukünftig den Einsatz digitaler Bildungsmedien großflächig zu gewährleisten.

 

 

Autor: Franziska Mahr

Digitales Schulbuch in Deutschland

Januar 8th, 2015 | Internationale Entwicklungen, Veränderungen der Arbeitswelt, Verlage der Zukunft | 0 Comments

DigiSchule

 

Ab in die Schule: Digitale Schulbücher im Test (Teil 1)

Über fünfhundert Schulen in Großbritannien stellen ihren Schülern iPads zur Verfügung. In den USA äußerte Obama im Januar 2012 das ehrgeizige Ziel, bis 2017 jedem Schüler den Zugang zum digitalen Schulbuch zu ermöglichen. Japan begann bereits 2010 mit der verstärkten Einführung digitaler Medien in Grundschulen. Griechenland, die Schweiz, Schweden, Irland – es gibt so viele Beispiele für die digitale Revolution im Klassenzimmer – doch wie sieht es in Deutschland aus?

 

Der deutsche Markt

Das Produkt digitales Schulbuch wird mittlerweile von vielen deutschen Schulbuchverlagen angeboten: Schroedel, Westermann, Cornelsen, Klett. Die Nachfrage allerdings liegt bisher noch weit darunter. Dagegen gibt es Projekte, die testweise die Nutzung von Tablets, und damit auch die Nutzung digitaler Schulbücher, in den Unterricht integrieren. So lief beispielsweise im vergangenen Schuljahr an der Hermann-Tempel-Gesamtschule in Ihlow das Projekt „Erprobung digitaler Schulbücher“. Ergebnisse des Projektes liegen jedoch noch nicht vor. In einem Interview von 2012 äußerte sich Wolf-Rüdiger Feldmann, Geschäftsführer der Cornelsen Schulbuchverlage, zum Thema: „Wir sind uns sehr sicher, dass der zunehmende Einsatz auch digitaler Komponenten von Bildungsmedien für Unterrichtsprozesse und Lernprozesse effizienzsteigernd sein kann. […] Die Nachfrage danach wächst langsam, stärker auf der bildungspolitischen Ebene als wirklich konkret in Schulen.“ Was aber hemmt den Schwung der digitalen Begeisterung, wenn es in die Klassenzimmer geht?

 

Treibende Kräfte und Hindernisse

Unterstützung erfahren die elektronischen Lern- und Arbeitsmittel vor allem von zwei Seiten: zum einen von Eltern mit schulpflichtigen Kindern, die die Schulranzen ihrer Kleinen  für viel zu schwer erachten. Zum Teil tragen Kinder ein Fünftel ihres eigenen Gewichts auf dem Rücken. Zum anderen von Lehrern, die geeignetes Material für ihre digitale Recherche brauchen, denn die Vorbereitung auf den Unterricht kann Stunden verschlingen.

Problematisch ist die Situation in den Schulen. Es gibt einen Teil unter den Lehrern, die nicht auf digitale Schulbücher umsteigen wollen bzw. die nicht in der Lage sind, dieses Medium zu nutzen. Dies ist mit Ausnahmen auch vom Alter der Lehrkraft abhängig. Dennoch haben ebenso viele junge Lehrer und Lehramtsstudenten Schwierigkeiten beim Umgang mit digitalen Medien im Unterricht, da dies bisher nicht Teil der Lehrerausbildung ist und sie sich Tricks und Kniffe im Selbststudium aneignen müssen.

Neben dem Know-how fehlt dazu an vielen Schulen bislang eine entsprechende Ausstattung. Zu den unerlässlichen Tablets werden Beamer oder Whiteboards in annähernd jedem Raum benötigt. Die derzeitige Standardausstattung ist Tafel und Kreide plus eine Auswahl beweglicher Geräte wie Computer, Fernseher, Beamer oder CD-Player, deren Nutzung in Rücksicht auf andere geplant und angekündigt sein sollte. Der BITKOM hat dazu eine Befragung durchgeführt, nach der ein großer Teil der Lehrer die Ausstattung in den Schulen bemängeln und ein überwiegender Teil sich mehr Weiterbildungen wünscht.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Befragung finden Sie hier.

 

Der zweite Teil über die digitalen Schulbücher in Deutschland erscheint am Donnerstag, den 15.01.2015!

 

Autor: Franziska Mahr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Markenfigur Conni: Von Pixi bis App

Januar 5th, 2015 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Conni_Lernspaß_Mathe_1._Klasse

So gut wie jeder kennt die Kultfigur Conni – sei es vom Pixi-Buch aus der eigenen Kindheit oder durch das Vorlesen für die eigenen Kinder. Schließlich existiert Conni schon seit über 20 Jahren. Mittlerweile ist sie nicht nur als Printausgabe, sondern auch als App verfügbar.

 

Ein kurzer Rückblick 

Grundschullehrerin Liane Schneider war diejenige, die Conni Klawitter samt Familie und Kater ins Leben gerufen hat. 1992 erschien das erste Pixi-Buch „Conni kommt in den Kindergarten“ im Carlsen Verlag. Ihre Erkennungszeichen sind schon von Anfang an der rot-weiß gestreifte Ringelpulli und ein frecher Pferdeschwanz mit roter Schleife, illustriert von Eva Wenzel-Bürger. Die erste Ausgabe ist so erfolgreich gewesen, dass der Carlsen Verlag weitere Geschichten veröffentlicht hat. Mittlerweile sind weit mehr als 20 Millionen Conni-Bücher verkauft und noch rund 180 Titel lieferbar. Ein Grund für diese erfolgreiche Resonanz ist unter anderem, dass Conni mit den Kindern mitwächst. Während anfangs Geschichten des Mädchens im Vorschulalter veröffentlicht worden sind, existieren nun verschiedene Bände über ihre Entwicklung im Alter von 8 bis 15 Jahren.

 

Connis Weg in die digitale Welt

Doch der Vormarsch von neuen multimedialen Produkten geht am Carlsen Verlag nicht vorbei. Viele der bereits veröffentlichten Pixi-Bücher sind als eBooks verfügbar, teilweise sogar gratis. Auch eine Verknüpfung mit LeYo! besteht, sodass aus liebevoll gestalteten Büchern interaktive Geschichten werden. Selbst eine 26-teilige TV-Serie bietet Kindern die Möglichkeit, Conni über den Fernseher wahrnehmen zu können.

Ab 2010 hat die Entwicklung von Lernapps mit Conni begonnen. Zu Beginn hat der Carlsen Verlag zusammen mit Pädagogen „Conni Zahlen 1 – 10“ entwickelt, mittlerweile existieren eine Reihe weiterer Lernapps, bei denen Conni den Kindern spielerisch das Rechnen und Lesen beibringt. Der Schwerpunkt der Anwendungen liegt dabei vor allem in der Entwicklung der Kinder in der ersten und zweiten Klasse. Dazu sind die Apps auf den Lehrplan dieser Klassenstufen abgestimmt. Dass diese Aktion mehr als erfolgreich ist, belegen verschiedene Beispiele. So sind mehrere Apps unter den Top 10 im Apple AppStore, es folgen Auszeichnungen von www.bestekinderapps.de sowie mit dem MOMMY AWARD von www.netmoms.de. Des Weiteren ist die Lernanwendung „Conni Lernspaß Mathe Klasse 1“ Gewinner der digita 2014 (siehe http://www.digita.de/2014/privat.htm) und der GIGA-Maus 2013 (siehe http://www.carlsen.de/content/giga-maus-2013-für-die-neue-conni-lernspaß-app).

 

Die entscheidenden Vorteile der Conni-Lernapps

Für den Verlag herrscht aufgrund des bereits etablierten Marktes um Figur Conni ein enormer Vorteil. Das Mädchen ist Eltern und Kindern seit Jahren bekannt, sei es aus Büchern oder aus dem Fernsehen. Es bietet sich an, den Kindern die Lernanwendungen mithilfe einer ihnen bekannten Persönlichkeit nahe zu bringen.

Aber dieser Vorteil besteht auch für die Schüler. Sie sind mit dem kleinen Mädchen vertraut, das mit ihnen wächst und ihre Erlebnisse und Geschichten teilt. Sie stellt die ideale Lernhilfe sowie Motivation bei dem Aneignen von Zahlen und Buchstaben dar. Die Apps bieten weitere Vorteile. Sie sind für Geräte mit iOS, Android und den Kindle Fire verfügbar. Außerdem muss keine Furcht vor eventuellen In-App-Käufen bestehen, denn diese existieren bei keiner der Conni-Lernapps.

Durch die Entwicklung der Anwendungen in Zusammenarbeit mit Pädagogen stellt der Verlag ein effizientes Lernen von Zahlen und Buchstaben sicher. Alle Aufgaben sind auf den Lehrplan der ersten und zweiten Klasse abgestimmt und bieten den Kindern die ideale Ergänzung zum Unterricht.

 

Conni-Bilderbücher__Conni_kommt_in_den_Kindergarten

 

Autor: Maria Bende

Wie viel moderne Medien brauchen unsere Kinder? – Teil 2

Dezember 18th, 2014 | Meinung & Kritik | 0 Comments

Ein Interview mit Doreen Andriefski

02_Bild_Frau_Andriefski

Für unser VdZu Interview befragten wir Doreen Andriefski (37 Jahre), die an der Fachoberschule für Sozialwesen an der Henriette-Goldschmidt-Schule BSZ 11 in Leipzig als Kunst- und Deutschlehrerin tätig ist. Wir sprachen über ihre Meinung bezüglich der Bedeutung und des Einsatzes neuer Medien im Unterricht (Teil 1) und wie sie als Mutter einer dreijährigen Tochter über den kindlichen Umgang mit den elektronischen Produkten denkt (Teil 2).

Sollten Sie den ersten Teil überlesen haben, finden sie diesen hier.

 

Wenn wir von der Rolle als Pädagogin weggehen hin zur Sicht der Mutter, würden Sie auch da Ihre geäußerte Meinung gleichermaßen vertreten?

Ja, auf jeden Fall. Ich bin der Meinung, dass man nicht schon mit einem einjährigen Kind anfangen soll. Aber ich habe für meine Tochter jetzt mit drei Jahren die App „Der kleine Fuchs“ herausgesucht. Hier können die Kinder in einem interaktiven Kinderbuch, welches musikalisch untermalt ist, die dort angesprochenen Sinne schulen.

 

Sehen Sie die frühkindliche Entwicklung durch die immer größer werdende Bedeutung der modernen Medien gefährdet?

Es kommt darauf an, wie damit umgegangen wird. Meine Tochter bekam beispielsweise mit zweieinhalb Jahren ein Tiptoi Buch geschenkt und hat es bisher kaum angenommen. Ich denke, dass Kinder selbst für sich, ihrem Entwicklungsstand entsprechend, entscheiden, wie sie was nutzen. Am besten ist es auch dem Kind mal nicht so viel Spielzeug zur Verfügung zu stellen, denn Langeweile macht Kreativität. So spielen Kinder beispielsweise auch wahnsinnig gern mit einem Kochlöffel. Nicht ohne Grund gibt es in Kindergärten zum Teil die spielzeugfreie Zeit.

Es ist aber auch so, dass wenn man das Kind, gerade in Hinblick auf die Tiptoi Bücher, begleitet und das Buch gemeinsam entdeckt, durch die Wiederholungen Inhalte besser festigen kann. Und wichtig ist auch, dass ich meinem Kind damit zeige, wie ich mit diesem Buch und letztlich mit modernen Medien umgehe.

 

Lesen Sie Ihrer Tochter noch selbst vor und stellen ihr die „einfachen Mittel“ zur Verfügung oder haben die elektronischen Spielzeuge bereits Einzug in das Kinderzimmer erhalten?

Sie hat in unterschiedlicher Größe weiße Blätter und die breiteren Stifte sowie die normalen Bauklötze und Lego und damit kann sie sich austoben, wann immer sie will. In Hinsicht auf die kleinen Computer oder ähnlichen ist es in meiner Generation auch noch nicht so extrem. Ich glaube bei der Generation, die jetzt heranwächst und in fünf bis acht Jahren Kinder bekommt wird das anders sein, da die von klein auf anders aufgewachsen und sozialisiert sind.

 

Abschließend würden wir gerne noch wissen, ob Sie den zukünftigen Wandel weiter in Richtung Ausbau der neuen Medien sehen oder eher zurück zu den traditionellen Methoden und Produkten?

Ich glaube das liegt in der Macht des Bildungssystems. Das heißt in der Macht der Erzieher, also ob die „alten“ Ideale noch an die Kinder vermittelt werden. Achtet der Erzieher noch darauf, dass auch der Brummkreisel zum Einsatz kommt?

Ich glaube, dass genau das beibehalten werden soll, denn sonst würde nicht aufgrund des neuen Bildungsplanes für Erzieher mehr auf Kompetenzen geachtet und die acht Wochen spielzeugfreie Zeit eingeführt werden oder die Waldkindergärten aus dem Boden sprießen. Ich glaube schon, dass diese Rückbesinnung da ist und der erste Hype gedämmt wurde. Der Mittelweg ist hier der richtige Weg.

 

Vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben uns und unseren VdZu-Lesern Rede und Antwort zu stehen.

Das Interview führte Anna Weiß.

 

Autor: Sophie Kliemann

 

Wie viel moderne Medien brauchen unsere Kinder?

Dezember 15th, 2014 | Meinung & Kritik | 0 Comments

Ein Interview mit Doreen Andriefski

02_Bild_Frau_Andriefski

Für unser VdZu Interview befragten wir Doreen Andriefski (37 Jahre), die an der Fachoberschule für Sozialwesen an der Henriette-Goldschmidt-Schule BSZ 11 in Leipzig als Kunst- und Deutschlehrerin tätig ist. Wir sprachen über ihre Meinung bezüglich der Bedeutung und des Einsatzes neuer Medien im Unterricht (Teil 1) und wie sie als Mutter einer dreijährigen Tochter über den kindlichen Umgang mit den elektronischen Produkten denkt (Teil 2).

Der erste Teil des Interviews beschäftigt sich mit den Erfahrungen und der Meinung Frau Andriefskis als Pädagogin. In Teil zwei können Sie mehr über ihre Gedanken als Mutter erfahren.

 

Kommen bei Ihnen im Unterricht moderne Medien wie Beamer, Online-Übungen und Ähnliches zum Einsatz?

Ja, aber begrenzt, da unsere Schule erst wieder zurückgezogen ist und wir uns noch im Bau befinden. Stück für Stück werden aber Whiteboards installiert (momentan 2 Stück) und wir arbeiten auch mit Beamern. Allerdings sind nicht in allen Unterrichtsräumen Beamer vorhanden. Ich speziell habe durch das Projekt („Tablets an Schulen“), an dem ich teilnehme, einen eigenen Beamer. Im Grunde genommen arbeite ich im Unterricht, wenn man von neuen Medien spricht, hauptsächlich mit iPad und Macbook über den Beamer. Die Schüler selbst nutzen im Unterricht noch nichts dergleichen.

 

Wie handhaben Sie den Umgang mit Online-Übungen?

Wir haben ein Infokabinett, in dem die Schüler einen Laptop haben, mit dem sie ins Internet gehen können. Und wir sind auch dabei, dass die Schule W-LAN bekommt, sodass die Schüler im Unterricht mit ihren Smartphones und, eventuell ab dem nächsten Jahr, auch mit ihren iPads online recherchieren bzw. mit Apps arbeiten können.

 

Was ist das für ein Projekt, an dem Sie mitarbeiten?

In Sachsen gibt es jetzt das Pilotprojekt „Tablets an Schulen“, an dem 20 Lehrer teilnehmen dürfen. Wir erhalten dabei ein halbes Jahr lang von Experten aus ganz Deutschland Aus- und Fortbildungen, wie man den Unterricht methodisch und didaktisch, egal mit welchen mobilen Endgeräten, besser aufbereiten kann. Genau bedeutet das, dass wir alle vier Wochen an einem Ganztagsseminar in Chemnitz teilnehmen und in verschiedenen Blöcken unterrichtet werden. Zum Beispiel, was es für Apps gibt und wie diese, egal für welches Fach, als Unterrichtsbaustein praktisch eingesetzt werden können.

Es geht aber nicht darum, den Zettel und den Stift komplett auszuklammern. Die Schüler sollen trotzdem noch selbst schreiben bzw. mitschrieben und damit unterschiedliche Kompetenzen schulen.

Weiterhin besprechen wir auch das Datenschutzrecht als sehr heikles Thema, denn Leipzig ist die einzige Stadt in Sachsen, die einen Vertrag mit der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) für Schulen hat. Dadurch können Lehrer ohne Probleme vollständige Musiksequenzen abspielen, ohne auf die üblichen drei Minuten eingeschränkt sein zu müssen.

Aber es geht auch nicht darum alle Schulen mit ein und demselben mobilen Endgerät auszustatten, sondern das zu nutzen, was der Schüler bereits mitbringt, wie beispielsweise das Smartphone. Man orientiert sich letztlich an den Universitäten in ganz Deutschland.

 

Inwieweit wird in der Erzieherausbildung auf die Entwicklung der Medien eingegangen? Sind Sie der Meinung, dass Erzieher noch genauer auf moderne Medien geschult werden sollten?

Ganz so konkret gibt es das noch nicht. Aber auch an allgemeinbildenden Schulen soll es zukünftig ein Unterrichtsfach „Medienerziehung/Medienpädagogik“ geben, da man merkt, dass es nicht nur darum geht, in sozialen Netzwerken aktiv zu sein und Spiele zu spielen. Die mobilen Endgeräte bieten ja weitaus mehr Möglichkeiten. Deshalb ist es wichtig die Schüler dahin gehend zu schulen und in der Medienerziehung aufzuklären, wie man mit bestimmten Seiten umgehen muss.

Darüber hinaus werden unsere Erzieher in der Ausbildung im Lernfeld 5 unterrichtet, wie man medienerziehungstechnisch auf Kinder und Jugendliche eingehen kann. Und auch alles, was den Kreativbereich betrifft, wie Hörspiele mit Programmen selbst entwerfen, Comics und Fotodokumentationen erstellen, haben sie in ihrer Ausbildung. Leider aber nicht in dem Maße, wie wir uns das wünschen.

 

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung? Werden moderne Medien weiter gestärkt in den Unterricht Einzug halten oder denken Sie, dass der Trend zurück zu den Printmedien geht?

Ich glaube schon, dass das Buch und das Arbeitsheft trotzdem noch eine Rolle spielen. Aber dadurch, dass bestimmte Verlage wie Cornelsen auch schon digitale Bücher auf den Markt bringen, ist es eine Erleichterung für die Schüler, nicht mehr 20 Kilo Bücher mit sich herumzutragen, sondern alles auf dem Tablet zu haben. Aber Arbeitshefte zum Ausfüllen mit Stift sind trotzdem beizubehalten. Der Vorteil ist ja, dass die modernen digitalen Medien eigentlich nur ergänzen sollen. Ich glaube auch, trotz des Vormarschs der E-Books hat man noch gerne das Medium Buch in der Hand und blättert darin. Genauso wie man auch noch Musik und Nachrichten aus dem Radio hört und nicht nur über das Internet. Ich glaube nicht, dass die Printmedien komplett wegfallen, sondern eben durch die neuen Medien ergänzt werden.

In vielen Bereichen geht es auch nicht anders, als die modernen Medien ein Stück weit an die Seite zu stellen. Gerade im kreativen Bereich, wie in der Musik. Es gibt zwar Apps mit einem Klavier und auch mit einer Tastatur, aber es klingt nicht so, als wenn man am richtigen Flügel sitzt und selbst den Rhythmus und die Geschwindigkeit bestimmen kann. Oder auch in der Kunst. Ich kann zwar viel über die Medien erfahren und mich über die Apps ausprobieren, aber deshalb sollte ich trotzdem selbst auch mal den Pinsel in die Farbe getunkt haben. Innerhalb der Erzieherausbildung wird auch immer noch starken Wert darauf gelegt, dass Kinder mit allen Sinnen alles erfahren.

 

Der zweite Teil des Interviews erscheint am Donnerstag, den 18. Dezember.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

 

Autor: Sophie Kliemann

 

 

TinkerToys – Kleine Tüftler gestalten ihr eigenes Spielzeug

Dezember 4th, 2014 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

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(v.l.n.r.:Sebastian Friedrich, Sebastian Schröder, Marko Jakob)

Seit kurzem bietet die Firma TinkerToys Kindern in Leipzig die Möglichkeit ihr eigenes Spielzeug mit Hilfe einer Software selbst zu gestalten und es danach mittels 3D-Druck sogar zu realisieren. Sebastian Friedrich, einer der Gründer, war offen für meine Fragen.

 

Hallo Sebastian! Stell doch TinkerToys kurz einmal vor! Was ist euer Konzept und die Idee dahinter?

Das TinkerToys-Konzept besteht im Wesentlichen darin, dass Kinder ihre Spielzeuge selber gestalten können. Es soll nicht mehr so sein, dass Kinder mit ihren Eltern in den Supermarkt gehen und irgendein beliebiges Spielzeug kaufen. Das Kind kann sich mit seinem derzeitigen Spielwunsch auseinandersetzen und diesen eigenständig umsetzen. Die Idee ist, dass Kinderfantasie Wirklichkeit wird.
Zu unserem Gründungsteam gehören drei Personen: Sebastian Schröder, unser Spielzeugdesigner, Marko Jakob, der sich um Projektmanagement und Finanzen kümmert und ich, Sebastian Friedrich, ich kümmere mich um Produktion,  Entwicklung und die Öffentlichkeitsarbeit. Seit kurzem gehört auch Steven Schlegel noch zum Team. Er ist Informatiker und kümmert sich um die Software.

Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, Kinder ihr eigenes Spielzeug designen zu lassen?

Das war ein sehr langer Prozess. Als ich damals nach Leipzig gezogen bin, habe ich ein Praktikum in der Unternehmensberatung gemacht und dabei auch Sebastian und Marko kennengelernt. Für mich war nach diesem Praktikum klar, dass ich meinen ursprünglichen Wunsch, Unternehmensberater zu werden, nicht weiterverfolge, sondern selbst gründen möchte. Während dieser Zeit habe ich mir auch schon intensiv darüber Gedanken gemacht, was ich gründen wollen würde. Der 3D-Druck war für mich als Thema bereits festgesetzt, da ich damit in der Uni schon in Kontakt kam und es sehr spannend fand. Zusammen mit Marko habe ich dann überlegt, wo die Einsatzbereiche des 3D-Druck liegen. Das ging über Oldtimerteile bis hin zu medizinischen Produkten. Wir hatten uns relativ früh mit kleinen 3D-Druckern beschäftigt, die verhältnismäßig wenig kosten. Viele Alteingesessene und wissenschaftliche Mitarbeiter standen dem 3D-Druck eher skeptisch gegenüber und meinten, das sei doch nur  Spielzeug und
Plastik-Kram. Irgendwann hat es dann Klick gemacht: Wenn alle sagen, man kann damit Spielzeug machen, dann machen wir damit Spielzeug. Das war der Moment, in dem wir auch Sebastian Schröder ins Team geholt haben und ab da ging es eigentlich richtig los.

Was ist denn an Ausstattung nötig, um so ein Spielzeug komplett zu entwickeln und herzustellen?

Wir brauchen eigentlich gar nicht viel: Lediglich eine Software, mit der das Spielzeug designt wird und eine zweite, die das gestaltete Modell in die Schichten des 3D-Druckers übersetzt. Natürlich benötigen wir auch den 3D-Drucker selbst und den Kunststoff für das Spielzeug.

Du erwähntest eben die Software, die in eurem Fall ja von Kindern bedient wird. Auf was muss dabei geachtet werden?

Die Software muss sehr intuitiv sein. Es ist für Kinder bis zu einem gewissen Alter schwierig nachzuvollziehen, wie  man auf dem Monitor, der ja 2D ist, 3D-Objekte erstellen kann. Deswegen ist es wichtig, die Komplexität herauszunehmen. Das ist in dem Fall so gelöst, dass die Kinder mit einfachen geometrischen Grundformen arbeiten.  Es gibt vorgegebene Elemente, die sie ähnlich wie  LEGO zusammenbauen können. Das passiert dann eben nicht analog mit den Händen, sondern am Bildschirm, was sie auch relativ gut verstehen. Hinzu kommt, dass das  Programm so aufgebaut ist, dass die Kinder mit einfachen Grundlektionen starten. Auch wenn wir Workshops mit Kindern machen, starten wir mit einer halbstündigen Einführung, bei der sie im Programm erklärt bekommen wie es funktioniert. Dabei entstehen dann meist schon erste Entwürfe, wie einfache Schlüsselanhänger auf denen dann ihr Name steht.

Du hast eben schon die Workshops erwähnt, die regelmäßig stattfinden. Wie sieht denn so ein Workshop aus?

Unser Standard-Konzept ist ein zweistündiger Workshop, der sich vor allem an Einsteiger richtet. Ein Workshop besteht meist aus einer Gruppe von vier bis acht Kindern. Die Kinder kommen zu uns, schauen sich erstmal alles an, bevor Sebastian Schröder dann den Workshop startet. Sebastian arbeitet als Dozent und hat mit Unternehmen, aber auch mit Kindern schon Workshops gemacht. Nach der vorhin schon erwähnten halbstündigen Einführung können die Kinder loslegen und ihr eigenes Spielzeug gestalten, was dann nach dem Workshop hier im Laden gedruckt wird.

Wo seht ihr denn den pädagogischen Wert dieser Workshops?

Da wir mir Bio-Kunststoff arbeiten, schwingt auch immer der Nachhaltigkeitsgedanke in unseren Workshops mit. Das heißt, wir erklären den Kindern, wie man das Material recyceln kann. In Zukunft ist es auch so gedacht, dass die Kinder das dann selber machen. Wie haben bereits einen speziellen Schredder, der das Material in Granulat zerlegt. Der nächste Schritt ist dann, aus diesem Granulat wieder das Ausgangsmaterial zu machen.
Wir machen aber auch unterschiedliche Projekte mit Bildungseinrichtungen. Demnächst sind wir bei
„VDI-GaraGe“, einer Jugendbildungseinrichtung, bei der wir verschiedene Berufsbilder vorstellen.
Es gibt aber auch unterschiedliche Themenkurse, die aus mehreren Terminen bestehen. Der Kurs verfolgt immer ein bestimmtes Ziel. Der erste beginnt jetzt demnächst. Da werden die Kinder sich mit dem Thema „Fahrzeuge“ beschäftigen und ihr eigenes Spielzeugauto erstellen.

Wie nehmen die Kinder euer Konzept bisher an?

Es läuft sehr, sehr gut. Bisher gab es noch kein Kind, das es nicht geschafft hat ein Spielzeug zu erstellen oder dem es keinen Spaß gemacht hat. Der einzige Knackpunkt am Konzept ist der Herstellungsprozess nach der Gestaltung. Im Prinzip ist 3D-Druck ein sehr schnelles Verfahren. Konkret bedeutet das aber, dass auch ein Spielzeug ca. drei bis fünf Stunden Produktionszeit benötigt. Das ist im industriellen Bereich wahnsinnig schnell. Wenn man als Kind aber gerade sein Spielzeug gestaltet hat, will man es am liebsten sofort in der Hand halten. Wir haben gedacht, das würde sehr stören, aber bisher ist das eigentlich nicht der Fall. Es ist tatsächlich so, dass die Kinder am liebsten im Laden bleiben und zuschauen würden, bis ihr Spielzeug fertig ist. Dann darf das auch gerne lange dauern. Manchmal ist es eher so, dass die Eltern diejenigen sind, die drängeln und nach Hause wollen.

Der Trend geht ja zurzeit dahin, dass immer mehr Kinder bereits sehr früh mit dem Computer und dem Tablet umgehen. Wie beurteilst du das?

Die Kinder, die zu uns kommen, sind zwischen sechs und vierzehn Jahre alt. In der Regel ist es so, dass sie schon Erfahrung mit dem Computer oder dem Tablet mitbringen. Es ist ganz selten, dass mal ein Kind dabei ist, das noch nie am Computer gearbeitet hat. Die Jüngsten waren fünf und auch die konnten bereits mit dem PC umgehen. Es ist beeindruckend, wie schnell das geht. Ich sehe das als ein wichtiges Werkzeug, um später auch in der Berufswelt Fuß zu fassen.

Wie stellt ihr euch denn die Zukunft von TinkerToys vor?

Wir haben ja gerade erst angefangen und haben dementsprechend auch noch viel vor. Der nächste große Schritt, der für uns ansteht, ist die Umstellung auf eine eigene TinkerToys-Software. Wir sind bereits so weit, dass wir ab Dezember die ersten Probeversuche starten wollen. Das bedeutet wiederum, dass wir unser Konzept so weit ausbauen können, dass es möglich wird, sein Spielzeug einfach zu Hause zu gestalten. Das heißt, es ist dann nicht mehr notwendig zu uns zu kommen.
Außerdem wollen wir neue Vertriebskanäle erschließen. Hier geht es uns darum, abseits von den klassischen Spielzeugfilialen Fuß zu fassen. Überall da, wo sich Kinder lange aufhalten und ihre Eltern vielleicht stören, wie beispielsweise beim Einkaufen oder Essen, soll TinkerToys zukünftig vertreten sein und die Kinder beschäftigen.

Vielen Dank, Sebastian!

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Mein Fazit:

Nach dem Interview bekam ich noch die Möglichkeit mir die Software, den Druck und das Spielzeug anzuschauen. Bisher nutzt das junge Team eine Fremdsoftware namens Tinkercad, die auf die Bedienung mit Tastatur und Maus ausgelegt ist. Das soll sich bald ändern – mit einer firmeneigenen Software, die dann nach dem Touchpad-Prinzip funktionieren soll. Insgesamt besticht das Programm mit seiner Unkompliziertheit. Die Kinder können einfache Formen per drag and drop zusammenfügen, aufeinander oder sogar ineinander bauen und dabei sowohl ihrer Kreativität als auch ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Das dabei entstehende Spielzeug bietet durch die beim 3D-Druck entstehenden Schichten eine ganz besondere Haptik, die bei herkömmlichen Spielsachen nicht vorhanden ist und mich sehr fasziniert hat.
Als ich mir dann anschaute, wie der Drucker mit der Produktion eines Spielzeugs begann, wurden wir von drei hereinschneienden Kindern überrascht, die großes Interesse an den Spielsachen und den im Laden verfügbaren Druckern hatten. Die Neugier der Kinder an diesem spannenden Konzept ist folglich groß und wird es sicherlich auch bleiben.

Hat das Interview Ihr Interesse geweckt? Dann finden Sie weitere Informationen unter folgendem Link:

http://www.tinkertoys.de/

Oder schauen Sie einfach persönlich vorbei:

Helmholtzstraße 2
04177 Leipzig

  

Autor: Vivien Zschammer   

Lernapps – Fluch oder Segen?

November 10th, 2014 | Neue Prozesse, Produkte & Profile | 0 Comments

Eines steht fest: Die digitalen Medien sind auf dem Vormarsch. Viele Kinder kommen bereits im Grundschulalter, wenn nicht sogar noch früher, in den Kontakt mit modernen Geräten wie beispielsweise Smartphones und Tablets. Oft befinden sich dort auch schon von den Eltern installierte Lernapps, die die Kinder nutzen, um sich spielerisch Wissen anzueignen. Doch was genau hat es mit diesem Trend auf sich? Ist es wirklich ratsam, Kinder schon so früh mit der digitalen Welt vertraut zu machen?

Lernapps

Der neue Trend: Lernapps

Umfragen zeigen, dass immer mehr Kinder mit digitalen Medien lernen. So verdeutlicht eine Befragung des Nachhilfeportals „tutoria“ unter den Eltern, dass sich heutzutage rund 90% aller Kinder der Befragten gerne mit Hilfe digitaler Geräte Wissen aneignen. Bereits ein Drittel von ihnen nutze dabei auch Lernapps. Besonders hilfreich bemerken die Eltern dabei, dass Informationen schneller und leichter verfügbar seien, die Inhalte seien oft aktueller als bei bekannten Printausgaben und bei Online-Übungen bekomme das Kind sofortiges Feedback. Allerdings stehen einige der Befragten dem Hype auch kritisch gegenüber. Die Kinder seien von den technischen Bedingungen abhängig, kommt es mal zu einer Störung, so entstehe eine ungewollte Lernpause. Des Weiteren fürchten viele, der soziale Kontakt käme zu kurz.

Das Angebot steigt, die Auswahl ist riesig

Betrachtet man das Angebot, das zurzeit an Wissensapps vorhanden ist, so ist die Auswahl gewaltig. Allein im Apple AppStore existieren bereits über 75.000 Apps, die speziell für das iPad konstruiert sind. Auch der Anbieter Android bietet eine enorme Auswahl, gegliedert nach Altersgruppe und Bildungsbereich. Selbst für die Jüngsten im Alter von ein bis drei Jahren gibt es die verschiedensten Anwendungen zum Entdecken von Farben, der Umwelt oder unterschiedlichen Tieren. Neu ist auch, dass nicht nur die Kinder angesprochen werden. Auch für Lehrkräfte herrscht ein großes Angebot zur Unterstützung ihres Unterrichtes. So können sie beispielsweise auf interaktive Periodensysteme, Mathematik-Übungen oder verschiedene Kunstanwendungen, die ein Malen ohne Pinsel und Farbe ermöglichen, zurückgreifen. Dabei werden die Kinder schnell und einfach motiviert und der Unterricht für das Lehrpersonal erleichtert.

Vor- und Nachteile – Lernapps auf dem Prüfstand

Stellt sich nun die Frage, ob dieser Trend wirklich berechtigt ist. Wird der Blick auf die Vorteile gelenkt, so ist eines klar: Das Lernen mit digitalen Medien weckt bei Kindern häufig Spaß und Unterhaltung. Plötzlich macht es viel mehr Freude, die Mathematikaufgaben zu lösen und im Anschluss wird auch gleich noch angezeigt, ob das Ergebnis stimmt oder sich Fehler eingeschlichen haben. Auch unterwegs, sei es auf einer Autofahrt oder beim Warten auf den nächsten Bus, ist es nun möglich, schnell nebenbei einige Englischvokabeln zu üben, ohne erst Buch und Vokabelheft aus dem Rucksack zu suchen. So ergibt sich ein weiterer Vorteil: Würden Schüler und Lehrer auf das Lernen mit digitalen Geräten umsteigen, müssten Kinder nicht jeden Tag Unmengen von Büchern in ihren schweren Schulranzen zur Schule tragen. Hinzu kommt, dass über den Schulunterricht ein kontrollierter Umgang mit Medien vermittelt werden kann.

Doch viele sehen auch Nachteile in dieser Entwicklung. Zum einen darf nicht vergessen werden, dass nicht jeder Zugang zu modernen Geräten wie Smartphones oder Tablets hat. Nicht jeder Haushalt kann beziehungsweise möchte sich solches Equipment zulegen, so könnten sich Kinder ohne modernste Technik schnell benachteiligt fühlen. Zum anderen spielen noch einige weitere Faktoren wie übermäßiger Bildschirmkonsum eine Rolle. Durch diesen können Kopfweh, Müdigkeit und Unlust hervorgerufen werden. Außerdem werden durch das Lernen über den Bildschirm nur die Sinne des Hörens und Sehens angesprochen, wichtige Elemente der Realität könnten den Kindern verloren gehen. So sei es wichtig, die Umwelt selbst zu erkunden, anfassen zu können, wie sich zum Beispiel eine Baumrinde anfühlt und dies nicht nur visuell über einen Bildschirm wahrzunehmen.

So wird deutlich, dass der Umgang mit Lernapps keinesfalls übertrieben werden sollte. Insbesondere sozialer Kontakt und das Erleben von Natur und Umgebung dürfen nicht vernachlässigt werden. Mithilfe eines von den Eltern kontrollierten Umgangs bieten sie aber eine sehr gute Möglichkeit, Kindern spielerisch etwas beizubringen, sie weiter zu motivieren und Lehrinhalte unterhaltsamer zu gestalten. So bleibt es weiterhin spannend, was neue Entwicklungen mit sich bringen werden.

Autor: Maria Bende

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